Globulin Quotient

Auch bekannt als:

TP, A/G-Quotient
Bezeichnung: Globulin Quotient, Gesamtprotein
Ähnliche Tests:


Auf einen Blick

Warum wird der Gesamtproteingehalt bzw. der A/G-Quotient im Blut untersucht?

  • Zur Screening-Untersuchung bei Verdacht auf Störungen der Leber– bzw. Nierenfunktion oder auf andere Erkrankungen mit verändertem Eiweißgehalt im Blut.
  • Bei Verdacht auf Blutverteilungsstörungen (z.B. Ödeme).
  • Um Aufschluss über den Ernährungszustand zu erhalten.

Wann sollte man das Gesamtprotein bzw. den A/G-Quotienten untersuchen lassen?

Der A/G-Quotient sollte bestimmt werden beim Vorliegen eines inadäquaten Gewichtsverlusts,von Symptomen, die auf eine Funktionsstörung der Leber oder Niere bzw. auf eine Störung des Eiweißstoffwechsels hinweisen.

Aus welchem Probenmaterial wird die Gesamtproteinkonzentration bzw. der A/G-Quotient durchgeführt?
Durch Punktion einer Armvene wird eine Blutprobe gewonnen (Serum oder Plasma), aus der der Test durchgeführt wird. Ausserdem kann auch Kapillarblut aus der Fingerbeere (Erwachsene und ältere Kinder) oder der Ferse (Neugeborene) verwendet werden.


Das Probenmaterial

Was wird untersucht?

Die Bestimmung des Gesamtproteins gibt idealerweise einen orientierenden Überblick über die Konzentration aller Proteine, die im Blutplasma zirkulieren. Proteine sind wichtige Bausteine für alle Zellen des Körpers. Deshalb sind sie zentrale Faktoren für Wachstum und Differenzierung der verschiedenen Gewebe. Das Gesamtprotein kann grob in zwei Klassen unterteilt werden: Zum einen das Albumin und zum anderen die Globuline.

Das Albumin hat verschiedene Funktionen: Es dient als Transportprotein für eine Reihe von Stoffen, die im Körper selbst produziert werden (endogene Substanzen) oder von außen zugeführt werden (exogene Substanzen). Im ersten Fall handelt es sich häufig um Hormone (Botenstoffe), im letzteren Fall in der Regel um Medikamente. Eine weitereAufgabe besteht darin, die Blutflüssigkeit in den Blutgefässen zurückzuhalten und somit den sogenannten “Onkotischen Druck“ aufrecht zu erhalten. Sinkt der onkotische Druck, wird Flüssigkeit aus den Blutgefäßen in die Gewebezwischenräume verlagert. Die Globulinfraktion umfaßt mehr als 500 Proteinen wie Enzyme, Hormone oder Antikörper. Der A/G-Quotient wird berechnet, indem die Werte von Albumin und des Nicht-Albuminanteils am Gesamtprotein ins Verhältnis zueinander gesetzt werden. Er repräsentiert somit die relativeKonzentration von Albumin und Globulin im Plasma.

Wie wird das Probenmaterial für die Untersuchung gewonnen?
Durch Punktion einer Armvene wird eine Blutprobe gewonnen (Serum oder Plasma), aus der der Test durchgeführt wird. Ausserdem kann auch Kapillarblut aus der Fingerbeere (Erwachsene und ältere Kinder) oder der Ferse (Neugeborene) verwendet werden.


Der Test

Wie wird der Test eingesetzt?

Das Gesamtproteinkonzentration im Blut kann Aufschluss geben über den Ernährungszustand sowie Störungen der Leber- und Nierenfunktion und viele weitere krankhafte Zustände. Erbringt die Bestimmung des Gesamtproteins ein Ergebnis außerhalb des Referenzbereichs, so müssen weitere Tests angeschlossen werden, um die tatsächlich betroffene Proteinfraktion des Plasmas zu identifizieren und die spezifische Diagnose zu sichern.

Wann wird der Test angefordert?
Die Bestimmung des Gesamtproteins kann eingesetzt werden, um Informationen über den Ernährungszustand des Patienten zu erhalten. Darüber hinaus wird das Gesamtprotein gemeinsam mit anderen Tests durchgeführt, wenn der Verdacht auf das Vorliegen einer Leber- oder Nierenerkrankung besteht. Ausserdem ist eine Bestimmung des Gesamtproteins angezeigt, wenn zu viel Körperflüssigkeit ins Gewebe eingelagert wird (bei sichtbarer Schwellung der Extremitäten als Ödeme bezeichnet).

Was bedeutet das Testergebnis?
Niedrige Werte für die Gesamtproteinkonzentration im Blutplasma können ein Hinweis auf einen schlechten Ernährungszustand oder auf eine Störung der Proteinsynthese sein. Letzteres findet sich häufig bei Lebererkrankungen. Weiterhin finden sich Verminderungen der Gesamtproteinkonzentration bei Proteinverlusten nach außen (häufig beiNierenfunktionsstörungen) oder bei Flüssigkeitszufuhr von außen durch Infusionen.Es kommen auch Störungen des MagenDarm-Trakts mit gestörter Verdauung der Proteine oder verminderter Proteinaufnahmein Betracht.

In einigen Laboratorien wird zusätzlich auch der Quotient aus Albumin und der Globulinfraktion berechnet. Im Normalfall enthält das menschliche Plasma etwas mehr Albumin als Proteine der Globulinefraktion, so dass der A/G- Quotient im Regelfall etwas über 1 liegt. Da Störungen des Eiweißstoffwechsels häufig mit Veränderungen im Proteinmuster einhergehen, kann der Quotient dem behandelndem Arzt Hilfestellung dahingehend geben, auf die definitive Ursache der Veränderungen zurückzuschließen. Ein niedriger Quotient von Albumin zu Globulinen (Gibt es weiteres, das ich wissen sollte?
Wenn bei der Blutentnahme für den Test der Arm zu lange gestaut wird, so kann zu falsch-hohen Werten der Proteinkonzentration führen. Auch bestimmte Zusätze in Infusionslösungen (Gelatine, Zuckerzusätze) oder erhöhte Fettwerte (Lipämie) bzw. Bilirubinwerte (Hyperbilirubinämie) können zu falsch-hohen Messwerten führen. Dagegen können bestimmte Medikamente wie Östrogene die Ursache für fälschlicherweise zu niedrige Proteinkonzentrationen darstellen. Auch die Lagerungsbedinungen des Patienten bei der Blutentnahme haben Auswirkungen auf die Gesamtproteinkonzentration im Plasma.


Hinweise & Störungen

Stabilität und Probentransport

Die Gesamtproteinkonzentration im Serum bzw. Blutplasma ist relativ stabil. Eine Lagerung im verschlossenen Gefäß ist für eine Woche bei Raumtempertur, bis zu einem Monat bei 4° C und tiefgefroren für mindestens ein Jahr möglich.

Referenzbereiche (Erwachsene)

  • Gesamtproteinkonzentration im Serum: Erwachsene 66-83 g/l (Biuretmethode); für Neugeborene und Kinder gelten niedrigere Referenzbereiche. Im Plasma ist der Messwert aufgrund des Fibrinogenanteils höher als im Serum.

Störfaktoren und Hinweise auf Besonderheiten

  • Lagerungsbedingungen: Die Blutentnahme sollte im Liegen erfolgen, da sich bei aufrechter Haltung bei Armvenenpunktion ca. 10% höhere Messwerte gefunden werden.
  • Venenstauung: Eine Stauung > 3 Minuten führt zu ca. 10% höheren Messwerten.
  • Infusionslösungen: Gelatine- und Zuckerhaltige Infusionslösungen können zu falsch-hohen Messwerten der Gesamtproteinkonzentration führen.
  • Hämolyse: 1 mg freies Hämoglobin erhöht den Gesamtproteinwert um ca. 2 mg.
  • Stark lipämische Seren und Hyperbilirubinämie > 5 mg/dl können zu falsch-hohen Messwerten führen.
  • Standardisierung: U.a. aufgrund der heterogenen Zusammensetzung der Biuretreagentien sind die Messergebnisse zwischen Laboratorien nur eingeschränkt vergleichbar.

Richtlinien zur Qualitätskontrolle

Der Parameter Gesamtprotein im Serum/ Plasma ist nach der Richtlinie „Labor“ der Bundesärztekammer vom 24.08.2001 (letzte Änderung 14.11.2003) entsprechend der Anlage 1a ringversuchspflichtig. Die maximal zulässige Unpräzision beträgt 3%, die maximal zulässige Unrichtigkeit 5% und die maximal zulässige Abweichung des Einzelwertes 11% (Referenzmethodenwert). Eine interne Qualitätskontrolle ist ebenfalls durchzuführen.


Häufige Fragen

Kann man den Test auch zu Hause durchführen?

Nein, es gibt keine Möglichkeit den A/G-Quotienten zu Hause selbst zu bestimmen.

Kann eine proteinreiche Ernährung dazu führen, dass sich die Proteinkonzentration im Blut erhöht?

Nein, das Gesamtprotein im Blut wird durch eine proteinreiche Ernährung in der Regel nicht beeinflusst. Im Gegensatz hierzu kann eine längerfristige Mangelernährung zu niedrigen Gesamtproteinwerten im Blut führen.

Welche Ernährungsweise ist für optimale Gesamproteinwerte erforderlich?
Eine ausgewogene Ernährung, die sich beispielsweise an den Richtlinien des United States Department for Agriculture oder an der Nahrungspyramide orientiert.


Weiterführende Links zum Thema

AWMF Leitlinien, Diagnostik angeborener Stoffwechselerkrankungen
https://www.uni-duesseldorf.de/awmf/ll-na/027-001.htm

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