Leinsamen – Verdauung in Gang bringen

Der Flachs ist eine der ältesten Kulturpflanzen unseres Planeten – selbst die alten Ägypter haben bereits flächendeckend Flachs angebaut um an die wertvollen Fasern für ihre Textilien zu gelangen. Erst deutlich später fand man heraus, dass diese Pflanze und vor allem ihre Samen für die Pharmazie noch viel bedeutender waren als für die damalige Textilindustrie, welche sowieso immer mehr auf Hanffasern und Baumwolle setzte.

Die Samen nach der Blüte des Flachses werden als Leinsamen  bezeichnet und sind eines der wichtigsten natürlichen Heilmittel bei MagenDarm-Verstimmungen und Verstopfungen.

Etwas Wasser muss sein – Die Einnahme der Leinsamen

Das Besondere an den Leinsamen ist die Tatsache, dass sie Ihre Oberfläche nach dem Kontakt mit Wasser um ein Vielfaches vergrößern können – Quellstoffdrogen werden solche Stoffe von den Pharmakologen genannt. Doch damit dieser Mechanismus auch zur rechten Zeit und am rechten Ort (im MagenDarm-Trakt) von statten geht, muss bei der Einnahme auf eine ausreichende Flüssigkeitszufuhr geachtet werden. Mindestens 200 Milliliter, besser gleich ein halber Liter sollen es sein – so lauten die Empfehlungen auf dem Beipackzettel der Leinsamen aus der Apotheke.

So helfen Leinsamen bei der Verdauung

Das mit großem Abstand häufigste Symptom, bei denen Mediziner zu Leinsamen raten, sind wiederkehrende Verstopfungen. Allerdings nur, wenn kein Verdacht auf einen Darmverschluss vorliegt, denn dann verschlimmern sich die Symptome eher und die Situation kann binnen weniger Stunden lebensbedrohlich werden! Somit sollten Sie bei Verstopfungen immer ersten den Arzt um Rat fragen und nicht auf eigene Faust die rezeptfreien Leinsamen einnehmen.

Für die eigentliche Wirkung der Leinsamen sind in diesem Zusammenhang die Schleimzellen verantwortlich. Denn diese quellen innerhalb von wenigen Minuten auf ein Vielfaches ihrer trockenen Ursprungsgröße auf, sobald sie mit Wasser in Kontakt kommen.

Nimmt der von Verstopfung geplagte Patient nun ein paar Gramm Leinsamen oral ein, so gelangen diese über die Speiseröhre in den Magen, und werden von dort in den Darm weiter geleitet. Hier entfalten die Leinsamen-Körner ihre maximale Größe und drücken dadurch sanft aber konstant von innen auf die Darmschleimhaut und die dahinter liegende Darmmuskulatur. Dieser Druck provoziert rhythmische Kontraktionen der Darmmuskulatur, welche gemeinhin als Darmperistaltik bezeichnet wird.

Genau diese Bewegungen sind nun verantwortlich, dass sich verhärtete Nahrungsreste an der Darmschleimhaut – welche in aller Regel für Verstopfungen verantwortlich sind – lösen und über den Stuhlgang ausgeschieden werden. Das Gute daran ist, dass die Darmbewegungen reflexartig erfolgen, das heißt die Darmwand kann gar nicht still halten und wird zu diesen Kontraktionen auf sanfte aber bestimmte Weise gezwungen. Nach dem Lösen der Verhärtungen werden natürlich auch die Leinsamen aufgrund ihrer glatten Oberfläche ganz einfach ausgeschieden und der Darm kann wieder seiner Arbeit nachgehen.

Mit Leinsamen kommt Ihre Verdauung auf Schwung

Doch Leinsamen helfen nicht nur bei Verstopfungen. Sie können auch eine unausgewogene Darmflora beruhigen und die Polypenbildung (potentielle Vorstufen von Krebs) unterbinden. Dafür sind nicht die Schleimzellen der Leinsamen verantwortlich, sondern die enthaltenden Ballaststoffe. Der Anteil an Ballaststoffen beträgt satte 35 Prozent und trägt dazu bei, dass auf sanfte Weise Darmbakterien auf der Darmschleimhaut abgeschliffen und ausgeschieden werden. Dadurch entsteht wieder Platz für neue Kulturen, und schadhafte Bakterienkolonien haben kaum mehr eine Möglichkeit, sind einzunisten. Dieser Effekt kommt allerdings nur dann voll zum Tragen, wenn Sie regelmäßig (täglich) Leinsamen einnehmen.

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