Darmverschluss (Ileus)

Ein Darmverschluss ist eine akute Notsituation, die in der Regel keine langfristige Vorgeschichte hat.

Wenn der Darm den Kot nicht mehr nach außen transportieren kann, besteht das Risiko einer inneren Vergiftung und einer Bauchfellentzündung.

Bei auffälligen Anzeichen wie Darmkrämpfen, heftigem Erbrechen und Fieber sollte sofort ärztliche Hilfe gerufen werden. Der Darmverschluss gehört zu den lebensbedrohlichen Erkrankungen wie ein Schlaganfall oder ein Herzinfarkt.

Was ist ein Darmverschluss?

Der lateinische Fachbegriff für das Krankheitsbild Darmverschluss lautet Ileus. Es handelt sich um eine Erkrankung, bei der der Darm seine Transportmöglichkeit verliert. Das führt dazu, dass Giftstoffe zu lang im Körper verbleiben und sich im verdauten Nahrungsbrei Bakterien bilden.

Der Darmverschluss kann entweder durch eine Blockade von Darmbereichen oder durch eine Lähmung der glatten Darmmuskulatur geschehen. Der Darmverschluss tritt in seltenen Fällen ALS Nebenwirkung von Darmkrebs auf.

Es handelt sich um eine lebensbedrohliche Erkrankung, die in der Regel mit einer sofortigen Einweisung in ein Krankenhaus und einem operativen Eingriff behandelt werden muss. Ein Darmverschluss kann Menschen in jedem Lebensalter treffen. Er darf nicht unterschätzt werden.

Er gehört zu den gefährlichsten Erkrankungen des Darms und kann tödlich enden, wenn er zu spät erkannt wird. Bei einem Darmverschluss liegt immer ein akuter Notfall vor. Patienten mit kolikartigen Schmerzen, Fieder und Erbrechen zeigen Symptome von Darmverschluss und brauchen umgehend eine medizinische Versorgung. Wenn der Verdacht auf einen Darmverschluss besteht, darf der Patient auf keinen Fall mehr etwas essen oder trinken. Auch Bewegung ist im Verdachtsfall zu vermeiden.

Ursachen eines Ileus

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Die Medizin unterscheidet zwischen einem mechanischen und einem funktionellen oder paralytischen Darmverschluss. Der mechanische Darmverschluss entsteht durch eine Außeneinwirkung wie einen Bruch oder eine Darmverdrehung oder Verschlingung. Ein so genannter mechanischer Darmverschluss kann auch durch einen Tumor oder durch Verwachsungen entstehen. Auch Narbengewebe von vorhergegangenen Operationen kann zu einem Darmverschluss führen.

Der funktionelle oder paralytische Ileus ist eine Lähmung der glatten Darmmuskulatur. Diese Lähmung kann durch Embolien, Thrombosen und Gefäßverengung vorliegen. Auch Vergiftungen und Bauchfellentzündungen sind als Ursache von mechanischem Ileus bekannt. Weitere mögliche Ursachen für eine Lähmung des Darms, die einen paralytischen Darmverschluss zur Folge hat, sind Durchblutungsstörungen des Darms. Selbst hormonelle Störungen während einer Schwangerschaft oder Neurologische Erkrankungen können die Lähmung des Darms hervorrufen.

Personen mit Diabetes mellitus haben ein erhöhtes Risiko, an einem Darmverschluss zu erkranken. Schließlich können festgesetzte Kotballen und Fremdkörper zum Darmverschluss führen. Sogar Gallensteine, die sich selbstständig gelöst haben, können sich im Darm festsetzen und einen Darmverschluss hervorrufen. Ein Darmverschluss kann sowohl im Dünndarm als auch im Dickdarm auftreten. Meist entsteht der Darmverschluss im Dünndarmbereich durch Verwachsungen. Ein Darmverschluss im Dickdarmbereich geht mehrheitlich auf bösartige Tumore zurüCK.

Das Krankheitsbild ist bei Neugeborenen oft durch Fehlbildungen des Darms begründet. In einem solchen Fall werden die Fehlbildungen operiert. Auch der erste Stuhlgang, den das Kind nach der Geburt ausscheidet, kann den Darm verstopfen. In diesem Fall werden die Ärzte zuerst versuchen, den Darm durch SpüLungen zu entleeren. Ist das nicht erfolgreich, wird auch hier operiert.

Kleine Kinder können über eine Einstülpung eines Darmteiles über einen anderen Teil des Darms an einem Darmverschluss erkranken. Auch hier wird über Einläufe zuerst versucht, die Fehlstellung zu beheben. Sollten Einläufe erfolglos sein, wird die Einstülpung mechanisch nach einer Öffnung des Bauchraumes wieder rückgängig gemacht.

Die Symptome und Anzeichen bei Darmverschluss

Die Symptome sind starke Schmerzen im Bauchbereich, die zuerst eindeutig zu lokalisieren sind und später im gesamten Bauchbereich zu fühlen sind.

Einzelne Symptome bei Darmverschluss sind

Zu den selteneren Symptomen bei Darmverschluss kann ein Schluckauf zählen. Er entsteht, weil durch die krampfartigen Versuche des Darms, den Nahrungsbrei zu transportieren, das Zwerchfell mit gereizt wird.

Diagnose & Krankheitsverlauf von Darmverschluss

Der Arzt kann durch Abtasten des Bauches und eine Blutentnahme eine erste Diagnose finden. Ist der Ileus noch nicht weit fortgeschritten, lässt sich der Bauch noch eindrücken und die Bauchdecke ist weich. Je härter die Bauchdecke, umso schmerzempfindlicher wird er Patient. Wenn die Bauchdecke verhärtet und gespannt ist, ist bereits das Bauchfell mit betroffen und es besteht akute Lebensgefahr. Die Reaktion der Bauchdecke wird auch Abwehrspannung genannt.

Röntgenuntersuchungen mit Hilfe von Kontrastmitteln und auch Ultraschalldiagnostik helfen dabei, die betroffene Stelle zu lokalisieren. Mittels Ultraschall findet der Arzt verbreiterte und mit Luft und Wasser gefüllte darmschlingen. Außerdem kann er kollabierte Darmabschnitte ausmachen. Der Ort des Verschlusses kann mit Ultraschall meist sehr gut eingegrenzt werden.

Auch das Abhören des Bauches liefert wichtige Hinweise auf den Ileus. Ein funktionaler Ileus ist vollkommen geräuschlos, ein mechanischer Ileus ist an metallischen Geräuschen zu erkennen. Bei einem mechanischen Darmverschluss sind keine Darmgeräusche zu hören. Es findet also keine Peristaltik statt. Ohne einen operativen Eingriff besteht die große Gefahr einer Vergiftung. Der im Darm verbleibende Speisebrei bildet Krankheitserreger, die durch die Darmwände in den Blutkreislauf gelangen können.

Durch die Entzündung kommt es im weiteren Verlauf der Ileuskrankheit zu einer Elektrolyt- Wasserverschiebung. Akuter Flüssigkeitsmangel kann die Folge sein. Durch akuten Flüssigkeitsmangel kann der gesamte Kreislauf zusammenbrechen. Schock kann die Folge sein.

Im weiteren Verlauf führt der unbehandelte Darmverschluss zum Versagen einzelner Organe oder des gesamten Organismus. Wenn ein Darmverschluss nicht erkannt wird, kommt es oft zu einem Bruch oder zu Rissen in der Darmwand. Die Folge ist eine durch Bakterien im Kot erzeugte Entzündung des Bauchfells.

Behandlung & Therapie von Darmverschluss

Als erste Maßnahme nach der Diagnose eines Darmverschluss wird der Patient über einen Tropf mit Flüssigkeit und Nahrung versorgt. Um den Darm zu entlasten, wird der Arzt unter Umständen eine Magensonde anbringen. Durch die Sonde kann Nahrungsbrei abgesaugt werden, so dass der Druck auf den Darm nicht mehr so hoch ist.

Die Ärzte entscheiden, ob es möglich ist, die Lösung des Darmverschlusses durch Medikamente oder Einläufe zu lösen, wird eine Operation in Erwägung gezogen. Es hängt auch davon ab, welche Ursache der Darmverschluss hat. Da der Darm einen großen Teil des Bauchraums einnimmt, wird der operierende Arzt wahrscheinlich einen größeren Schnitt in der Bauchdecke machen, um den Überblick über das Darmgewebe zu bekommen. Gerade beim Darmverschluss muss eine gründliche Vorgehensweise gewährleistet sein. Es ist nicht auf den ersten Blick zu erkennen, welche Verunreinigungen des Bauchraumes vorliegen. Der Druck auf den Darm kann kleine Risse verursacht haben, durch die Bakterien ausgetreten sind. Diese würden zu einer Vergiftung führen, wenn sie im Bauchraum verblieben.

Wenn Darmgewebe entfernt wird, entsteht wieder ein erhöhtes Risiko von Verwachsungen, die zu einem Darmverschluss führen können. Die entstehenden Narben könnten über Fehlbildungen einen neuen Ileus hervorrufen. Je größer die Narben, umso größer ist auch das Risiko. Daher ist eine gründliche Nachsorge wichtig. In seltenen Fällen kann es bei einer umfangreichen Notoperation zu Verletzungen von umliegenden Organen kommen.

Die Operation birgt ein hohes Infektionsrisiko, weil unter Umständen bereits bakteriell angereicherter Kot in die Umgebung des Darms ausgetreten ist. Auch das Risiko, dass die Narben nach der Operation aufreißen besteht. Hiervon sind stark übergewichtige Personen betroffen. Essen und Trinken ist in den ersten fünf bis sieben Tagen nach einer Operation meist nicht möglich. Der Patient erhält Flüssigkeit und Nahrung über einen Tropf.

Ein stationärer Aufenthalt nach der Operation ist unumgänglich. Die Nachsorge beinhaltet auch, den Darm wieder an Bewegung zu gewöhnen. In den ersten Tagen nach Operation bekommt der Patient daher zuerst nur Tee zu trinken. Erst langsam werden feste Speisen erlaubt. Der Darm muss geschont werden, damit die Narben nicht aufreißen. Das würde eine neue Operation nach sich ziehen.

Hausmittel bei Darmverschluss

Die Sterblichkeitsrate bei Darmverschluss liegt bei etwa 15 Prozent. Jede Art der Verzögerung oder der alternativen Heilmethoden ist bei Darmverschluss ausgeschlossen. Bei einem Verdacht auf einen Darmverschluss muss sofort eine Einweisung in das nächstliegende Krankenhaus erfolgen.

Welche Vorbeugung gibt es gegen Darmverschluss?

Es gibt keine direkten Maßnahmen, um einen Darmverschluss zu verhindern. Die einzige Möglichkeit ist, nach Operationen auf Schmerzen und Stuhlprobleme zu achten. Wenn der Stuhlgang unregelmäßig wird oder eine anhaltende Verstopfung vorliegt, sollte der Betreffende sich genauer beobachten. Treten Schmerzen und Fieber auf, sollte sofort ein Arzt aufgesucht werden. Grundsätzlich sollten schwer verdauliche Speisen gemieden werden. Es gibt Maßnahmen zur Pflege des Darms, die im Bereich der Ernährung liegen.

Individuelle Fragen zum Darmverschluss

Wie sieht die Nachsorge nach der OP aus?

Der Patient erhält in den ersten Tagen nach der Operation keine Nahrung. Er wird über einen Tropf mit Flüssigkeit und Nährstoffen versorgt. Erst nach etwa fünf bis sieben Tagen beginnt die langsame Gewöhnung an Nahrungsaufnahme über den Magen-Darm-Trakt. Erst, wenn der erste Stuhlgang nach der Operation wieder normal verläuft, kann die Operation als gelungen betrachtet werden. Der Patient sollte sich unbedingt an die Weisungen des Arztes halten. Eine Überlastung des Darms würde zu schweren Komplikationen führen, die in der Regel eine zweite Operation nach sich ziehen. Der Darm braucht in den Tagen nach der Operation Ruhe, das bedeutet, er darf nicht mit der Aufgabe belastet sein, Nahrungsbrei zu transportieren.

Gibt es eine erbliche Vorbelastung für einen Darmverschluss?
Nein. Anders als bei Darmkrebs und anderen Krankheitsbildern im Verdauungstrakt ist eine genetisch bedingte Erkrankung am Darmverschluss nicht bekannt.

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