Verstopfung

Verstopfung und deren Folgen

VerstopfungEine Verstopfung beschreibt im Allgemeinen eine unregelmäßige und geminderte Darmentleerung.

Wenn dies einmal auftritt, dann spricht noch kein Arzt von einer wirklichen Verstopfung. Diese gestörte Funktion kann schließlich auch aufgrund großen Druckes im Alltag, hektischen Zeiten und psychischer Anspannung resultieren – dies vergeht wieder.

Um eine medizinische VerstopfungObstipation – zu prognostizieren, bedarf es einer weniger als dreimal die Woche stattfindenden Entleerung des Darmkanals. Wird der Stuhlgang zudem scheinbar vom Körper eingestellt, nennt der Mediziner dieses Symptom Koprostase. Die etwa zu einem Fünftel Betroffenen der Deutschen – wobei es sich hier zu circa drei Viertel um Frauen handelt – sollten folglich dringend den Arzt für eine Untersuchung und die Lösung des Problems aufsuchen.

Der Patient erleidet hierbei eine extreme Hartleibigkeit, welche scheinbar nicht in Bewegung und zum Ausscheiden geführt werden kann. Fester Kot kann nun zu einer steten Blockade im Ausscheidungskanal des Menschen bedeuten. Durch die Standfestigkeit und die vom Körper eingeleiteten Darmbewegungen ist es nur eine Frage der Zeit, bis die Darmwände entzündet und beschädigt werden – medizinische Abhilfe muss nun her.

Zudem wird durch diese Wundreibung die Sensibilität der anliegenden Gewebe in Mitleidenschaft gezogen. Verletzte Schleimhäute und Gewebestrukturen können nun zum Beispiel durch den Abtransport von Urin oder anderen flüssigen und mitunter sauren Flüssigkeiten angegriffen werden. Womöglich kann dies sogar zu Infektionen führen. Zudem äußert sich die Ansammlung der Ausscheidungsprodukte in einem steigenden Druck im Unterbauch – der Patient wird einige Male über ein Stechen oder anhaltende Krämpfe klagen.

Dieser Druck wird sich folgerichtig mit jedem vorangegangenen Tag weiter mehren. Bei gleichzeitigem Auftreten eines angeschwollenen Bauches, einem Schock, heftigen Schmerzen und dem seltenen Erbrechen von Kot lässt sich schnell auf einen Darmverschluss schließen. Die akute Verstopfung als Folge der eigenen Lebensumstände und die chronische Obstipation als Konsequenz meist körperlicher Einflussfaktoren kann der Arzt bei einem Besuch in der Praxis erkennen und die richtigen Maßnahmen gegen das Leiden einleiten.

Welche Ursachen sind bekannt?

Verstopfung

Meist sind die Ursachen für eine Verstopfung in der krankhaften Veränderung des Körpers – speziell des Darmtraktes – zu sehen. Mit der Zeit lagern sich in den Wänden Kollagenschichten an. Des Weiteren zieht eine falsche Ernährung diese Konsequenz ebenso mit sich.

Sollte sich der Patient nun obendrein nicht regelmäßig und ausreichend mit Flüssigkeit versorgen, führt dies fast unweigerlich zur Verstopfung. Ein weiterer Ansatz für eine Obstipation liegt in aufkeimenden Stoffwechselerkrankungen beziehungsweise auch kurzweiligen Störungen dieses Metabolismus.

Außerdem kann eine Unterversorgung des Körpers mit wichtigen Mineralen und Spurenelementen die Ursache für eine Verstopfung darstellen. Insbesondere Kaliummangel fördert diese Hartleibigkeit. In Zeiten der vorwiegend Büroaktivitäten und gehäuften Erholzeiten ohne Sport auf der Couch begünstigt eine „faule“ Tagesgestaltung die Verstopfung ungemein.

Des Weiteren können hektische Tage und der rasche Wechsel von absolutem Tempo und kompletter Ruhe zu einer Störung dieses Ausmaßes führen. Aus medizinischer Sicht besteht ebenfalls nach Operationen am Bauch eine Gefahr der Verstopfung – die mitunter noch betäubte Peristaltik oder Verwachsungen bedingen durchaus ein Hindernis in der Passage des abzuführenden Stuhlgangs. Zudem kann eine Verstopfung auf das gastroenterologische Reizdarmsyndrom hinweisen. Eine Darmausgangsverengung, Enddarmaussackung, Schließmuskelverdickung oder bei Störungen der äußeren und inneren Schließmuskelkoordination wird zusätzlich des Öfteren von diesem Symptom begleitet. Schlaganfallpatienten können aufgrund des Aussetzens mancher Körperfunktion außerdem Betroffene einer Verstopfung werden.

Dies betrifft ebenfalls auf unter Bandscheibenvorfällen leidenden Personen zu. Die chronische Obstipation folgt vor allem bei bestimmten Erkrankungen wie Diabetes, Multiple Sklerose oder Morbus Parkinson. Ebenfalls tritt das Symptom bei diversen Nervenerkrankungen im neuronalen Geflecht des Darms auf. Leidet der Patient an Sklerodermie – einer Erkrankung des Binde- und Gefäßsystems – beziehungsweise an Muskelstörungen ist die Gefahr einer Verstopfung groß.

Hormonschwankungen oder die geminderte Hormonproduktion wie bei einer Schilddrüsenunterfunktion wirken sich derweil ebenso als nachträglich auf einen normalen Stuhlgang aus. Zudem kann die Einnahme von Medikamenten eine Ursache für Verstopfung darstellen – Beruhigungs- und Schlafmittel sowie diverse Psychopharmaka können unter Umständen den Grundstein für eine Blockade im Darmtrakt sorgen. Folgerichtig spielen entwässernde Medikamente, Magensäurebinder sowie Anticholinergika als Therapie gegen Harninkontinenz eine bedeutende Rolle als mögliche Ursache für eine Obstipation – Antiepileptika und Opiate führen diese Liste weiter.

Wie wird eine Verstopfung behandelt?

Um gesundheitliche Folgen wie Hämorrhoiden, Enkopresis und Analfissuren zu vermeiden, gilt eine Anamnese beim Mediziner der eigenen Wahl als unumgänglich. Mittels Ultraschall, Darmspiegelung, psychischer Behandlung oder in speziellen Fällen der Computertomografie kann dem Patienten folgend geholfen werden.

Der Proband sollte als einfachstes Mittel seine Ernährung auf Ausgewogenheit und vor allem Minerale und viel Ballaststoffe umstellen – eine Steigerung von flüssigkeitsreichen Zutaten maximiert den Erfolg weiterhin. Der Mangel an physikalischen Nahrungsreizen bei der Verdauung durch einseitige Ernährung, keine intakte Sekretionsmöglichkeit der Darmdrüsen durch eine Unterversorgung an Mineralstoffen und Spurenelementen sowie das Fehlen der Ballaststoffe für einen voluminösen und optimalen Stuhl sind Ursachen für das Leiden – und können durch entsprechend vermehrte Einnahme dieser verantwortlicher Stoffe spielend einfach gemindert oder sogar beseitigt werden.

Vollkornprodukte in Formen von Reis, Teigwaren oder dem simplen Frühstücksmüsli sind nun ebenso zahlreich in den Ernährungsplan einzubinden wie Früchte. Birnen, Feigen, Kirschen und Pfirsiche sind vor allem in gekochter Variation ratsam. Weiche und faserreiche Lebensmittel sind folgerichtig zu bevorzugen, wobei die entwässernde Wirkung von Spargel im Blick behalten werden sollte. Da Dürrobst eine abführende Wirkung besitzt, kann das Einlegen solcher getrockneter Früchte in Wasser und der spätere Verzehr dieser ebenfalls einen Erfolg versprechenden Beitrag liefern.

Eine Umstellung der Lebensgewohnheiten und sicher viel mehr Bewegung im Alltag fördern die Tätigkeit des Darmtrakts – zudem beeinflusst eine Konditionierung des Betroffenen hinsichtlich der Toilettenbenutzung den weiteren Verlauf positiv. Yoga, Meditation und weitere Verhaltenstherapien stehen bei der Bekämpfung der psychisch bedingten Obstipation im Vordergrund. Des Weiteren zeigen Gymnastik– und Entspannungsübungen, Bauchwaschungen sowie Sitzbäder viel Potenzial, um die Verstopfung aufzulösen. Schlägt diese erste Stufe der Behandlung nicht an, zieht der Arzt als Fortführung den Einsatz von Quell- sowie Füllstoffen in Erwägung. Erst wenn diese beiden Strategien keine Wirkung erzielen, steht die Benutzung eines Abführmittels zur Option bereit – und dann nur unter ärztlicher Betreuung. Diesbezüglich zeigt Durchfall eine zu häufige oder überdosierte Anwendung an. 
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