Speiseröhre

Die Speiseröhre als Verbindungsstück zwischen Mund und Magen

Die Speiseröhre ist ein wichtiger Bestandteil der Nahrungsaufnahme und dient als Transportnetz zwischen Mund und Magen. Das Schlauch ähnliche Gebilde ist dehnungsfähig und kann sich den vorhandenen Gegebenheiten direkt anpassen. Dennoch ist der Muskelschlauch anfällig für Erkrankungen, die bei entsprechenden Symptomen unbedingt durch einen Arzt abgeklärt werden müssen.

Was ist die Speiseröhre?

Die Speiseröhre stellt einen sogenannten Muskelschlauch dar, welche als direkte Verbindung vom Rachen in den Verdauungstrakt gilt. Mit Hilfe eines peristaltischen Bewegungsablaufes kann so die zerkleinerte Nahrung aus dem Mund- und Rachenraum in den Magen abtransportiert werden. Bei einem ausgewachsenen Menschen ist die Speiseröhre ca. 25 Zentimeter lang. Die Außenwände sind extrem flexibel und können sich auf einen Durchmesser von bis zu 3,5 Zentimetern ausdehnen. Dadurch lassen sich auch große Nahrungsstücke schnell weiterleiten, ohne dass der Mensch mit einem Erstickungsanfall rechnen muss. Im Normalzustand ist die Speiseröhre nur 1,5 Zentimeter dick. Der obere Ansatz beginnt direkt im Kehlkopf des Menschen. In senkrechter Ausrichtung geht sie an der Wirbelsäule und der Luftröhre entlang. In unmittelbarer Nähe zum Herzen tritt sie durch das Zwerchfell hindurch, gelangt in die Bauchhöhle und findet sein Ende im Magen.

Nimmt der Mensch Essen und Trinken zu sich, so passt sich die Speiseröhre den Nahrungsresten direkt an. Wird diese hingegen nicht benötigt, so ist der untere Teil der Speiseröhre so stark verengt, dass Magensäure nicht in den Mundraum gelangen kann. Liegt eine leichte Erkrankung der Speiseröhre vor, so merkt man das oftmals dadurch, dass der saure Mageninhalt zurück in die Speiseröhre fließt. Ein saures Aufstoßen ist die Folge und kann unangenehme Begleiterscheinungen haben.

Funktionen und Aufgaben

Die Hauptaufgabe der Speiseröhre besteht darin, zerkleinerte Nahrungsmittel in den Magen zu transportieren. Hierbei spricht man auch von einem sogenannten Schluckvorgang, welcher nicht direkt beeinflusst werden kann. Die Nahrungszerkleinerung und der Schluckvorgang hängen unmittelbar miteinander zusammen. Der Schluckvorgang selber wird durch das Gehirn gesteuert. Verantwortlich sind zentral regulierte Muskelfunktionen, die immer wieder in derselben Abfolge auftreten. Das Schlucken ist ein Reflex, der vollkommen unwillkürlich auftritt. Wenn man sich den Aufbau der Speiseröhre etwas näher betrachtet, so stellt man schnell fest, dass die einzelnen Muskelfasern längs zueinander ausgerichtet sind. Dadurch kann die Nahrung mithilfe einer sogenannten Muskelwelle schnell in den Magen transportiert werden.

Das ganze System muss man sich so vorstellen, dass die Nahrung in die Speiseröhre gelangt und sich gleichzeitig die Muskulatur oberhalb der Nahrungsreste fest zusammenzieht. Wellenartig schiebt die Muskulatur den Nahrungsbrocken vor sich her, bis er sich im Magen befindet. Das Besondere an diesem Schluckvorgang ist aber, dass im Zuge des herunter Schluckens keine Atmung erfolgen darf. Die Atemkanäle werden reflexartig blockiert. Dies verhindert das Hineindringen von Nahrungsresten in den Luftkanal.

Neben dem Schlucken ist die Speiseröhre aber auch dafür verantwortlich, dass der Mageninhalt nicht ungehindert zurück in den Rachenraum gelangen kann. Diesen Vorgang nennt man Reflux. Es ist vergleichbar mit dem sauren Aufstoßen. Die Speiseröhre hat im Ruhezustand einen Durchmesser von 1,5 Zentimetern. Das bezieht sich jedoch nur auf den ersten Teil der Speiseröhre. Das letzte Drittel ist eng miteinander verschlungen und bietet keinerlei Durchlass für den Mageninhalt. Ausgangspunkt für eine optimale Funktionsbereitschaft ist eine gute Komprimierung durch das Zwerchfell, eine extrem starke muskuläre Längsspannung, entgegengesetzte Druckverhältnisse zwischen Bauchraum und Brustkorb sowie einem verdichteten Venengeflecht.

Die Hauptaufgaben der Speiseröhre sind:

  • Schluckvorgang (Abtransport der Nahrung zum Magen)
  • Reflux – Funktion (Verhinderung des Austritts von Mageninhalt zurück in die Speiseröhre)

Anatomie und Aufbau

Die Speiseröhre, auch als Ösophagus bezeichnet, verbindet den Mund- und Rachenraum mit dem Magen. Anatomisch kann man sich ein schlauchähnliches Gebilde vorstellen, welches zudem noch extrem elastisch ist. Bei einem ausgewachsenen Menschen ist die Speiseröhre ca. 25 Zentimeter lang und misst durchschnittlich 2 Zentimeter in der Breite. Sobald es zu einer Nahrungsaufnahme kommt, kann sich der Muskelschlauch bis zu einem Durchmesser von 3,5 Zentimetern ausdehnen. Allerdings darf man die Speiseröhre niemals als direkten Bestandteil des Verdauungsprozesses bezeichnen. Hier kommt es lediglich zu einer Beförderung der Nahrung. Beim Durchqueren des Muskelschlauchs wird aber schnell ersichtlich, dass die Speiseröhre keinen gleichbleibenden Durchmesser besitzt. In Fachkreisen spricht man von drei sogenannten Engstellen, durch die die Nahrung hindurchbefördert werden muss. Der erste Engpass ist unmittelbar im Kehlkopf vorzufinden. In diesem Bereich ist die Speiseröhre kaum dehnungsfähig und wird zugleich als engste Stelle bezeichnet. Ungefähr in der Mitte des gesamten Muskelschlauchs kommt die zweite Speiseröhren Einengung. Und zwar handelt es sich dabei um die Aorta (Aortenenge), welche auch nur sehr wenig Spielraum zur Ausdehnung hat. Sobald die Speiseröhre das Zwerchfell durchsticht, ist man auch schon an der dritten Einengung angekommen. Nun ist es für den Nahrungsbrei nur noch ein Kinderspiel den Verdauungstrakt (Magen) zu erreichen.

Die Einengungen in der Speiseröhre stellen grundsätzlich keinerlei Risiko bei der Nahrungsbeförderung dar. Dennoch sollte man es vermeiden, zu große Nahrungsstücke unzerkaut herunter zu schlucken. Ein kurzes Stocken mitsamt einem leichten Schmerz können die Folge sein, wobei die Engstellen dennoch sehr schnell passiert werden. Der gesamte Schluckvorgang dauert nur 6-8 Sekunden. Durch die starke Belastung an den Engstellen, ist die Speiseröhre hier besonders empfindlich für Erkrankungen. Die häufigsten Beschwerden sind Entzündungen an der Speiseröhren Innenwand oder gar die Ansammlung von Speiseröhren Tumoren.

Der Aufbau der Speiseröhren Innenwand

Die Speiseröhre als Muskelschlauch hat einen ganz individuellen Zellenwand Aufbau. Vornehmlich findet man hier vier verschiedene Gewebsschichten vor, die allesamt für die Stabilität und Elastizität der Speiseröhre verantwortlich sind. Betrachtet man einmal die Speiseröhre von Außen nach Innen, so kommt als erstes die Adventitia. Die Adventitia ist ein lockeres Bindegewebe, das für die Flexibilität zum umliegenden Gewebe verantwortlich ist. Die nächste Gewebeschicht ist ein Zusammenspiel aus einer Muskelschicht die quer verläuft sowie einer glatten Muskelschicht. Beide Muskelschichten sind durch den Menschen selber nicht steuerbar sondern sind an das autonome Nervensystem gekoppelt. Über der Muskelschicht befindet sich die Submukosa. Das ist ein extrem dünnes Bindegewebe, welches unmittelbar an die Schleimhaut anschließt. Die gesamte Innenwand der Speiseröhre ist mit einer Schleimhaut überzogen. Diese garantiert den raschen Nahrungsfluss sowie die unkomplizierte Ausdehnung des Muskelschlauchs.

Damit die Nahrungszuführung immer auf die gleiche Weise gesteuert werden kann bedarf es weiterer Sicherheits Vorkehrungen. Die Speiseröhre ist am Eingang und Ausgang mit einem Verschlussmechanismus versehen. Dieser soll z.B. den Nahrungsfluss in nur eine Richtung garantieren, und zwar vom Mund zum Magen und nicht umgekehrt.

Der Schluckmechanismus

Die Hauptaufgabe der Speiseröhre ist die Einleitung des Schluckmechanismus. Nachdem die Nahrung ausreichend zerkleinert und mit genügend Speichel umschlossen wurde, kann der Brei heruntergeschluckt werden. Das Schlucken selber wird jedoch nicht bewusst durch den Menschen ausgelöst sondern vielmehr durch die Zunge. Die Zunge steuert den Bewegungsapparat des Schluckens und muss dafür lediglich einen wiederkehrenden Bewegungsablauf durchlaufen. Sobald sich die Nahrung in der Speiseröhre befindet, kann der Schluckvorgang nicht mehr beeinflusst werden. Jegliche Bewegung der Muskulatur wird durch das vegetative Nervensystem gesteuert. Der Nahrungstransport ist dann nur noch eine Abfolge von Reflekten, die ganz intuitiv ausgelöst werden.

Bei Menschen und Säugetieren ist der Mund-, Rachen- und Nasenraum direkt miteinander verbunden. Hier besteht also grundsätzlich die Gefahr, dass die Nahrung in die Nase gelangen kann. Um einen derartigen Vorgang abzuwehren, muss die Atmung auf den Schluckvorgang genau abgestimmt sein. Beim Schluckvorgang wird die Luftröhre im Kehlkopf verschlossen und anschließend wieder geöffnet. Eine Erstickungsgefahr besteht hier nicht, da der Vorgang nur wenige Sekunden andauert. Sollte man sich allerdings verschlucken, so ist das meist die Abfolge eines plötzlichen Verlangens zu Sprechen oder gar zu Lachen. Der mechanische Schließmuskel der Speiseröhre gerät durcheinander und Hustenattacken können die Folge sein. Sobald die Atemwege wieder frei sind, klingt auch der Hustenreiz ab.

Krankheiten, Beschwerden und Störungen

Eine Erkrankung der Speiseröhre liegt oftmals dann vor, wenn Magensäure ungehindert in den Speiseröhrenkanal gelangen kann. Zwar befindet sich am oberen und unteren Ende der Speiseröhre ein sogenannter Schließmuskel, doch hin und wieder kann eine Blockade oder Erkrankung dazu führen, dass dieser nicht mehr ausreichend funktioniert. Mit dem Eindringen der ätzenden Magensäure wird die Schleimhaut der Speiseröhre gereizt und kann folgende Symptome auslösen: Schmerzen in der Brust, saures Aufstoßen und Brennen. Oftmals geht man von einer Erkrankung des unteren Speiseröhren Schließmuskels aus, welcher gleichzeitig die allgemeine Flexibilität des Muskelapparats extrem einschränkt. Mit der Nahrungsaufnahme einhergehen starke Schmerzen, die den Patienten dazu drängen, weniger Nahrung zu sich zu nehmen. Die Erkrankung wird meist erst in einem späteren Krankheitsstadium diagnostiziert, so dass der Betroffene bereits stark an Gewicht verloren hat.

Ähnliche Symptome werden auch festgestellt, wenn sich in der Speiseröhre sogenannte Ausstülpungen bilden. Die dabei entstehenden Hohlräume können die Nahrung nicht mehr vollständig in den Magen ableiten und es kommt zu einer Ansammlung von Nahrungsresten. Neben starken Schluckbeschwerden kann ein extremer Mundgeruch dazu kommen. Gleichzeitig sind die Hohlräume ein guter Nahrungsboden für Tumore. Deshalb ist es unabdingbar, dass man bei länger andauernden Schmerzen unbedingt einen Arzt aufsuchen sollte. Eine Erkrankung der Speiseröhre kann vielfältig sein und muss nicht immer gleich das Schlimmste bedeuten.

Schluckstörungen mit vielfältigen Ursachen

Ein erstes Anzeichen für eine Beeinträchtigung der Speiseröhre können Schluckbeschwerden sein. Hierbei kann der Bewegungsapparat der Speiseröhre stark eingeschränkt sein oder aber es liegt ein mechanisches Hindernis vor. Die Speiseröhre transportiert im gesunden Zustand die Nahrung wellenförmig zum Magen. Sobald eine Muskelgruppe nicht mehr richtig arbeitet, kommt es zu einer invasiven Störung des Gleichgewichts. Fachärzte sprechen dann von einer Motilitätsstörung, für die verschiedene Krankheiten in Frage kommen. So kann sich z.B. ein Fremdkörper in der Speiseröhre befinden, es können sich Aussackungen gebildet haben oder aber es liegt ein minimaler Riss in der Speiseröhre vor. Eher selten vertreten sind Geschwüre, Tumore oder gar Krebs, die das Schlucken stark beeinträchtigen.

Eine Erkrankung der Speiseröhre kann aber auch angeboren sein. Ein fehlender Schließmuskel im oberen Bereich oder gar eine Fehlstellung der Speiseröhre selber können Schluckbeschwerden auslösen oder gar dazu führen, dass Nahrung ungehindert in die Atemwege gelangen kann. Eine Besserung / Beseitigung der Beschwerden kann nur durch einen Arzt erzielt werden. Eine Abklährung der Symptome ist deshalb unerlässlich, zumal oftmals eine Operation notwendig ist.

Das Wichtigste im Detail:

  • Einschränkungen des Speiseröhren Bewegungsapparats
  • Fremdkörper in der Speiseröhre
  • Bildung von Aussackungen
  • Riss in der Speiseröhreninnenwand
  • Geschwüre / Tumore / Krebs
  • Defekt des Schließmuskels

Krebs in der Speiseröhre

Neben einer einfachen Entzündung der Speiseröhren Schleimhaut können sich hinter Schmerzen und Schluckbeschwerden auch schwerwiegende Erkrankungen verbergen. Bei dem Speiseröhrenkrebs handelt es sich um Zellwucherungen an der Speiseröhreninnenwand, welche als bösartig deklariert werden. Die nachweislich registrierten Fälle belaufen sich pro Jahr auf mehr als 10.000 betroffene Patienten. Bevor die Diagnose Krebs gestellt wird, sind oftmals sehr viele Jahre vergangen. Etwaige Beschwerden treten oftmals erst dann auf, wenn die Krankheit schon sehr weit fortgeschritten ist. Die Chance auf eine vollständige Heilung ist minimal. Bei den betroffenen Patienten geht es vielmehr darum, den noch folgenden Leidensweg so angenehm wie nur möglich zu gestalten, obgleich die Lebenserwartung nur noch gering ist.

Speiseröhrenkrebs kann in zwei Formen auftreten. Zum einen kann sich der Krebs in der Speiseröhrenschleimhaut entwickeln und zum anderen in den sogenannten Drüsenzellen. Eine Begünstigung zum Speiseröhrenkrebs kann die genetische Veranlagung sein, ein übermäßiger Alkohol- und Nikotinkonsum, eine permanente scharfe Nahrungsweise, die Verätzung der Speiseröhreninnenwand oder Fehlbildungen der Speiseröhre selber.

Erste Anzeichen können sein:

  • allgemeine Schluckbeschwerden
  • ein ständiges Würgen nach der Nahrungsaufnahme
  • häufiges Sodbrennen
  • ständiges Aufstoßen
  • Vermehrte Anfälligkeit zu Lungenentzündungen
  • Gewichtsverlust bei gleichbleibender Lebensführung

Typische und häufige Erkrankungen

 

  • Entzündung der Speiseröhrenschleimhaut
  • Ausbildung von Hohlkammern in der Speiseröhrenwand
  • Tumore
  • Speiseröhrenriss
  • Reflux-Krankheit (Saures Aufstoßen)
  • Defekt des Speiseröhrenschließmuskels
  • Speiseröhrenverengung
  • Krebs

Fragen und Antworten

Ist die Speiseröhre ein Bestandteil des Verdauungsprozesses?

Fachärzte würden diese Frage grundsätzlich mit Nein beantworten. Die Speiseröhre ist nur ein Transportweg vom Mund zum Magen und ist nicht an der Verdauung beteiligt. Dennoch würde es ohne die Speiseröhre überhaupt keine Verdauung geben, da keine Nahrung in den Magen gelangen kann.

Was ist die Speiseröhre?

Die Speiseröhre ist ein maximal 25 Zentimeter langer Muskelschlauch, welcher sich im Durchmesser von 2-3,5 Zentimetern ausdehnen kann. Er ist extrem flexibel und passt sich der Größe des Nahrungsbreis explizit an.

Was sind die häufigsten Erkrankungen der Speiseröhre?

Zu den häufigsten Beschwerden zählen Entzündungen an den Speiseröhren Einengungen und der Speiseröhrenkrebs. Doch auch die sogenannte Reflux-Krankheit wird in der heutigen Zeit immer öfters diagnostiziert und kann fachmännisch behandelt werden.

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