Ballaststoffe

Anders als der Begriff vielleicht vermuten lässt, handelt es sich bei Ballaststoffen nicht um unnötigen Ballast für den Körper. Im Fall der Ballaststoffe ist genau das Gegenteil gemeint. Denn unser Körper braucht Ballaststoffe, um seine Funktionen richtig auszuführen. Sie besitzen viele positive Eigenschaften und wirken sich positiv auf unsere Gesundheit aus. Und das obwohl sie für unseren Körper unverdaulich sind und ihm auch keine Energie liefern.


Was sind Ballaststoffe?

Bei Ballaststoffen handelt es sich um Gerüst- und Stützsubstanzen oder auch unverdaulichen Fasern der pflanzlichen Lebensmittel. Bestes Beispiel sind die Schalenteile von Obst oder Getreide. Diese können von der menschlichen Verdauung nicht für die Energiegewinnung verwertet werden. Dafür besitzen sie andere sehr positive Eigenschaften für den menschlichen Körper und die Gesundheit. Ohne diese könnte der Mensch nicht lange auskommen.

Als die Forschung jene Substanzen „Ballaststoffe“ taufte, gab es noch den Glauben, dass sie für den Menschen ohne besonderen Nutzen wären. Heute weiß es die moderne Forschung besser. Nur bezüglich der Hinsicht, dass Ballaststoffe dem Körper keine nennenswerte Energie liefern, lagen sie richtig. Pauschal wird den Ballaststoffen von der EU-Verordnung für Nährwertkennzeichnung, ein Brennwert von 8 kJ/g zugewiesen.

Ballaststoffe bilden eine besondere Gruppe der Kohlenhydrate, welche meist aus Mehrfachzuckern (Polysacchariden) bestehen. Diese sogenannten Kohlenhydratpolymere besitzen drei oder mehr Monokohlenhydrate (Einfachzucker), welche von den Enzymen des menschlichen Verdauungsystems weder verdaut noch absorbiert werden können.

Grundsätzlich werden die Ballaststoffe in zwei verschiedene Arten unterschieden, den wasserlöslichen und den wasserunlöslichen Ballaststoffen. Diese grobe Einteilung wird bezüglich ihrer Einsatzgebiete als Verdickungsmittel begründet. Einige können sogar als Lebensmittelzusatzstoff produziert werden. Ballaststoffe kommen nur in pflanzlichen Lebensmitteln vor und nicht in tierischen. Genau aus diesem Grund gibt es wesentliche Ernährungsempfehlungen, die den reichlichen Verzehr von Obst, Gemüse und Getreideprodukten, immer wieder betonen.

Der Überblick:

 

  • Gerüst- und Stützsubstanzen/ unverdauliche Fasern der pflanzlichen Lebensmittel
  • Liefern dem Körper keine nennenswerte Energie
  • Nicht in tierischen Lebensmitteln enthalten
  • Bilden eine besondere Gruppe der Kohlenhydrate
  • Bestehen aus Mehrfachzuckern
  • Werden in wasserlösliche und wasserunlösliche Ballaststoffen unterteilt

Abgrenzung zu den Rohfasern

Irrtümlicherweise werden Ballaststoffe oft mit Rohfasern verwechselt. Dies liegt an der faserigen Struktur. Rohfasern bestehen fast ausschließlich aus Cellulose, und unterschreiten daher den Ballaststoffgehalt. Dieser kann bis zu 6 x so hoch sein wie der von Rohfasern.

Wasserlösliche Ballaststoffe

Hierbei handelt es sich um Substanzen die fast ausschließlich aus D-Fructose aufgebaut sind. Diese Fruchtzuckerverbindungen kommen in den Lebensmitteln vor allem in Form von Fruktanen (z. B. Inulin) und Polyuronide (z. B. Pektine, Alginate) vor.

Übersicht der wasserlöslichen Ballaststoffe

 

  • Fruktane (Inulin)
  • Polyuronide (Pektin, Alginsäure/ Alginate, Agar, Carrageen
  • Riffinose
  • Xylose
  • Polydextrose
  • Lactulose

Wasserunlösliche Ballaststoffe

Diese Ballaststoffe sind nicht in Wasser löslich und werden als ß-Glucane bezeichnet. Zudem setzen sie sich aus D-Glucose und Traubenzucker-Molekülen zusammen. In den pflanzlichen Lebensmitteln kommen sie meist in Form von Pflanzenfasern (z. B. Cellulose) oder Schleimstoffen (z. B. Pentosan, Lichenin) vor.

Übersicht der wasserunlöslichen Ballaststoffe

 

  • Beta-Glucane (Cellulose, Lichenin, Chitin)
  • Hemicellulose (Hexosane, Pentosane)
  • Lignin
  • Xanthan

Ballaststoffreiche Lebensmittel

Der Gehalt an Ballaststoffen ist in den Lebensmitteln sehr unterschiedlich. Neben dem Gehalt ist auch das Verhältnis zu den Kohlenhydraten, ausschlaggebend für eine gesunde und ausgewogene Ernährung. Ballaststoffe finden sich vor allem in Getreide, Obst und Gemüse.

Doch vor allem bei Getreide wirkt sich der Verarbeitungsgrad der Lebensmittel auf den Gehalt, positiv oder negativ aus. So sollten Vollmehle bei der Verwendung an erster Stelle stehen. Weitere Bezeichnungen wie „aus dem ganzen Korn“ bzw. „Vollkorn“, sind ebenfalls gute Anhaltspunkte. Weißmehl besitzt zum Beispiel einen höheren Verarbeitungsgrad als Vollkornmehl und weist daher auch weniger Ballaststoffe auf. Die Produkte sollten so natürlich wie möglich auf den Tisch kommen.

Auch Obst und Gemüse stellen eine zuverlässige Ballaststoffquelle dar. Daneben besitzen sie einen hohen Wassergehalt und sind damit gleich noch gesünder. Da sich die Ballaststoffe vor allem in der Schale befinden, sollten die Früchte auch zusammen mit dieser verzehrt werden. Ansonsten wird der Ballaststoffgehalt der jeweiligen Sorte verringert.

Übersicht der ballaststoffreichen Getreideprodukte

 

  • Amaranth
  • Früchtebrot
  • Früchtemüsli (ohne Zucker)
  • Gerstenkorn
  • Grahambrot
  • Grünkern und Dinkel
  • Haferflocken (Vollkornvariante bevorzugen)
  • Kleieflocken
  • Knäckebrot
  • Mais
  • Müslikekse
  • Pumpernickel
  • Roggenbrot
  • Roggenmehl Typ 997
  • Roggenvollkornmehl Typ 1800
  • Vollkornweizenmehl Typ 1700
  • Weizenkleie
  • Weizenmehl Typ 1050

Übersicht der ballaststoffreichen Gemüsesorten

 

Übersicht der ballaststoffreichen Obstsorten

 

  • Apfel (getrocknet)
  • Aprikose (getrocknet)
  • Avocado
  • Birne (getrocknet)
  • Brombeeren
  • Schwarze Johannisbeeren
  • Kumquat
  • Nektarine
  • Pfirsich (getrocknet)
  • Pflaumen (getrocknet)
  • Sultaninen (getrocknet)

Übersicht der ballaststoffreichen Hülsenfrüchte und Kerne

 

  • Weiße Bohnen
  • Erbsen
  • Kichererbsen
  • Chiasamen
  • Erdnusskerne
  • Erdnussmus
  • Haselnusskerne
  • Kokosraspel
  • Kürbiskerne
  • Leinsamen (ungeschält)
  • Linsen
  • Macadamianüsse
  • Pekannüsse
  • Pistazienkerne
  • Sesamsamen
  • Sojabohnen bzw. Sojafleisch
  • Sonnenblumenkerne
  • Walnusskerne

Ernährungsempfehlungen

Laut den Empfehlungen der deutschen Gesellschaft für Ernährung sollte 30 g der nützlichen Ballaststoffe pro Tag aufgenommen werden. Dies erfordert eine gezielte Auswahl und Zusammenstellung der ballaststoffreichen Lebensmittel. Über die tägliche Ernährung kann die empfohlenen Menge in jedem Fall erreicht werden. Es sind keine zusätzlichen Präparate oder Nahrungsergänzungsmittel nötig. Diese können jedoch bei Verstopfungen bzw. einer Unverträglichkeit der ballaststoffreichen Lebensmittel, zusätzlich aufgenommen werden.

Beispiele für Nahrungsergänzungsmittel sind zum Beispiel Agar Agar, Pektin, Guarkernmehl oder Weizenkleie. Diese werden meist in Pulverform angeboten und können in Wasser gelöst werden. So ist eine einfache Aufnahme mit Hilfe eines Drinks möglich. Dennoch stellen solche Präparate keinen vollwertigen Ersatz zu einer ballaststoffreichen Ernährung dar. Einer der Gründe ist, dass in den Lebensmitteln andere und wichtigere Ballaststoffe enthalten sind. Außerdem steht auch der Kostenpunkt der Präparate in der Kritik, da diese oft teuer in der Anschaffung sind.

Beispiel für den Verzehr von 30 g Ballaststoffen

 

  • 1 Portion Früchtemüsli
  • 1 Apfel
  • 2 bis 3 mittelgroße Kartoffeln
  • 2 mittelgroße Möhren
  • 2 Kohlrabi
  • 1 Portion Rote Grütze
  • 3 Scheiben Vollkornbrot

Zu einer ballaststoffreichen Ernährung ist immer eine gewisse Trinkmenge erforderlich. Da die Ballaststoffe im Darm Wasser ziehen, um quellen zu können, sollte dem Körper ausreichend Flüssigkeit zur Verfügung gestellt werden. Da sich der Darm sonst wichtiges Wasser aus den Körperspeichern nimmt, welches dann für die wichtigen Funktionen der Organe fehlt, sollte die tägliche Trinkmenge 1,5 bis 2,5 Liter betragen. Empfohlen werden dabei Mineralwässer oder ungesüßte Tees. Wird die Trinkmenge unterschritten, kann es zu einer Verhärtung des Stuhls kommen (Verstopfung).

Ballaststoffe können bis zum 100fachen ihres Eigengewichts, Wasser im Darm binden. Bekommen sie genügend Flüssigkeit zum quellen, wirkt sich dies auch positiv auf die Verdauung aus. So bekommt zum Beispiel der Stuhl eine angenehme Konsistenz. Gleichzeitig können sie vermehrt Giftstoffe und Abfall aus dem Darm aufnehmen und mit heraustransportieren.

Eigenschaften und Wirkung der Ballaststoffe

Für die Unverdaulichkeit ist entweder ein fehlendes Enzym, dass eine Spaltung nicht ermöglicht oder ein fehlendes Transportprotein. Dieses Transportprotein würde den Transport in die Darmschleimhaut ermöglichen.

Im Magen sorgen die Ballaststoffe für ein höheres Volumen des Nahrungsbreis, ohne das dabei der Energiegehalt gesteigert wird. So tritt zum Beispiel das Sättigungsgefühl eher ein. Dies hängt mit der stärkeren Dehnung des Magensacks zusammen, welche durch das Aufquellen der Ballaststoffe bewirkt wird. Gleichzeitig wird auch der Appetit gesenkt.

Zudem wird durch das Aufquellen die Verweildauer des Nahrungsbreis im Magen erhöht. Dies hat positive Auswirkungen auf die ersten Spaltprozesse der Nahrung im Magen. Verweilt die Nahrung dort länger, kann sie intensiver zersetzt werden, was eine besser Nährstoffaufnahme im Darm ermöglicht. Wird der Körper mit mehr Nährstoffen versorgt, wirkt sich dies positiv auf die Gesundheit aus.

Dagegen wird durch die Anregung der Peristaltik die Verweildauer im Darm gekürzt. Da es im Darm zu einer Fermentierung der Ballaststoffe kommt, bilden sie eine wichtige Nahrungsquelle unserer gesunden Darmbakterien. Werden diese gut versorgt, entwickelt sich eine gesunde Darmflora, die sich ebenfalls positiv auf den Körper und seine Abläufe auswirkt. Ballaststoffe binden zudem im Körper verschiedene Stoffe (z. B. Giftstoffe, Gallensäure und Mineralstoffe), welche anschließend über den Stuhl ausgeschieden werden.

Übersicht der Eigenschaften & Wirkungen von Ballaststoffen

 

  • Unverdaulichkeit durch fehlendes Enzym oder Transportprotein
  • Senkung des Appetits
  • Sättigungsgefühl tritt eher ein
  • Verweildauer im Darm wird gekürzt

Medizinische & gesundheitliche Aufgaben & Funktionen

In erster Linie beeinflusst eine optimale Aufnahme von Ballaststoffen die Verdauung. Dabei können sie verschiedene Prozesse in Gang setzen, die sich wiederrum positiv auf die Gesundheit und den Körper des Menschen auswirken. Durch die Anregung der Verdauung werden zum Beispiel Giftstoffe schneller abtransportiert und das Darmkrebsrisiko wird gesenkt.

Blutzuckerspiegel

Werden Ballaststoffe in ausreichender Menge aufgenommen (mindestens 30 g pro Tag) können sie die Aufnahme von Kohlenhydraten in den Blutkreislauf verlangsamen. Dieser Prozess wirkt sich sehr positiv auf den sogenannten Blutzuckerspiegel aus. In erster Linie wird der rapide Anstieg des Blutzuckerspiegels verhindert. Zudem können sie auch ein schnelle Absinken des Blutzuckerspiegels verhindern.

Dabei spielt die Produktion des Hormons Insulin eine wichtige Rolle. Dies wird in der Bauchspeicheldrüse produziert und ausgeschüttet, sobald die Konzentration von Zucker im Blut ansteigt. Dieses Hormon trägt zur Senkung des Blutzuckerspiegels bei, kann jedoch nicht kontrolliert ausgeschüttet werden. Dabei regt Insulin die Umwandlung von Zucker in Fett an. Deshalb kann es bei sehr zuckerreicher Nahrung zu einem schnellen Absinken kommen, da vermehrt Insulin ausgeschüttet wird.

Ein konstanter Blutzuckerspiegel spielt bei Erkrankungen wir Diabetes mellitus (hier liegt eine verminderte bzw. fehlende Produktion von Insulin vor) eine sehr wichtige Rolle. Aber auch bei der Vermeidung von Übergewicht, da ein niedriger Blutzuckerspiegel dem Körper Hunger signalisiert. Dabei wird vor allem der Appetit auf süße Lebensmittel angeregt, um den Blutzuckerspiegel schnell wieder in ein gutes Gleichgewicht zu bringen.

Auch Sportler sollten genügend Ballaststoffe für einen konstanten Blutzuckerspiegel aufnehmen. Hier wird der Muskelaufbau positiv beeinflusst.

Übergewicht

Ballaststoffe besitzen auch einen positiven Einfluss, auf die Regulierung des Körpergewichts. Dies spielt vor allem bei der Behandlung von Übergewicht eine große Rolle. Da Ballaststoffe ein zeitigere Sättigungsgefühl hervorrufen, wird weniger Nahrung aufgenommen. In der heutigen Ernährung nehmen die meisten Menschen mehr Nahrung auf, als der Körper eigentlich verwerten kann. Folglich lagert er die überschüssige Energie in Form von Fettreserven ein. Diese Fettreserven steigern mit der Zeit das Übergewicht. Daher ist eine erhöhte Ballaststoffaufnahme, bei der Reduzierung von Körpergewicht von Vorteil.

Da ja auch der Blutzuckerspiegel positiv beeinflusst wird, verringert sich der Appetit auf süße Lebensmittel, die als Kalorienbomben gesehen werden können. Zudem sollte bei einer ballaststoffreichen Ernährung vermehrt getrunken werden. Dabei wird überschüssiges Wasser aus den Zellen geschleust und über den Stuhl hinaustransportiert. Wasser spielt bei der Regulierung des Körpergewichts ebenfalls eine entscheidende Rolle.

Cholesterinspiegel

Cholesterin bildet den Baustoff von Gallensäure im Körper, welche für die Verdauung von Fetten benötigt wird. Da Ballaststoffe im Darm Gallensäure bindet und aus dem Körper hinaustransportiert, wird der Körper gezwungen neue Gallensäure herzustellen. Hierfür verwendet er das Cholesterin aus dem Blut. Auf diese Weise wird der Cholesterinspiegel im Blut auf natürliche Weise gesenkt.

Cholesterin wird ausschließlich durch den Verzehr tierischer Lebensmittel aufgenommen. Cholesterin ist zwar für den Körper wichtig, hier reichen jedoch geringere Mengen aus. Eine geringere Aufnahme von Cholesterin ist durch den häufigen Verzehr von tierischen Lebensmitteln fast nicht mehr möglich. Überschüssiges Cholesterin verbleibt im Blut und kann dort großen Schaden anrichten. Die Arterien werden verstopft und gefährliche Herz-Kreislauf-Erkrankungen begünstigt. Ballaststoffe als natürlicher Cholesterinsenker sind daher von großem Vorteil.

Natürliche Mundpflege

Ballaststoffreiche Lebensmittel müssen auf Grund ihrer stabilen Struktur länger gekaut werden als andere Lebensmittel. Dabei wird der Speichelfluss angeregt und der Mundraum gesäubert. Eine Entstehung von Karies und Zahnfleischerkrankungen wird somit reduziert.

Stärkung des Immunsystems und der Körperabwehr

Da ballaststoffreiche Lebensmittel als wichtige Nahrungsquelle der gesunden Darmbakterien gelten, können sie den Aufbau einer gesunden Darmflora unterstützen. Bei einer erhöhten Bakteriendichte fällt es fremden Erregern und Bakterien schwerer, über die Darmschleimhaut in den Blutkreislauf zu gelangen. Sind sie erst einmal dort, können sie großen Schaden anrichten. Da die Darmschleimhaut als natürliches Abwehrsystem gilt, sollte die Anzahl der gesunden Darmbakterien, durch eine erhöhte Ballaststoffaufnahme begünstigt werden.

Übersicht der positiven Eigenschaften von Ballaststoffen auf die Gesundheit

 

  • Konstanter Blutzuckerspiegel
  • Niedriger Cholesterinspiegel
  • Gute Blutfettwerte
  • Vermindertes Risiko bei Herz-Kreislauf-Erkrankungen
  • Reduzierung von Übergewicht
  • Muskelaufbau
  • Mundpflege (Karies und Entzündungen werden reduziert)
  • Stärkung der Abwehrkräfte
  • Risiko von Darmkrebs wird gesenkt

Krankheiten, Beschwerden & Störungen

Neben den zahlreichen positiven Effekten kann sich der übermäßige Verzehr von Ballaststoffen aber auch negativ auf die Gesundheit und den Körper des Menschen auswirken. In erster Linie sollte hier die Verstopfung gesehen werden. Diese steht nicht nur mit einer Überversorgung von Ballaststoffen im Zusammenhang, sondern vor allem mit einer unzureichenden Trinkmenge.

Da Ballaststoffe im Darm aufquellen, wird für diesen Prozess jede verfügbare Flüssigkeit verwendet. Dabei wird der Nahrungsbrei immer weiter eingedickt, bis keine Darmflüssigkeit mehr übrig ist. Im schlimmsten Fall kann der Darm sogar Flüssigkeit aus den Körperreserven ziehen und dabei die Funktion der Organe einschränken. Aus diesem Grund sollte bei einer ballaststoffreichen Ernährung, prinzipiell auf eine ausreichende Trinkmenge geachtet werden (1,5 bis 2 Liter pro Tag).

Außerdem sollte eine ballaststoffreiche Ernährung nur zusätzlich zu einer gesunden und ausgewogenen Ernährung eingesetzt werden. Da Ballaststoffe auch wichtige Mineralstoffe im Darm binden und über den Stuhl mit ausgeschieden werden, kann es auf Dauer zu einer Mangelernährung kommen. Daher ist eine ausreichende Versorgung mit Mineralstoffen wichtig. Dieser Aspekt spielt vor allem bei der Verwendung von ballaststoffreichen Zusätzen eine Rolle.

Bei dem Verzehr von ballaststoffarmen Lebensmitteln kann der Appetit verstärkt angeregt werden. Dies beeinflusst nicht nur den Blutzuckerspiegel negativ sondern kann auf längere Sicht gesehen sogar zu Übergewicht führen. Durch den häufigeren und vor allem intensiveren Appetit, werden kalorienreiche Lebensmittel in größeren Mengen verzehrt. Dies kann sich in jedem Fall negativ auf die Gesundheit auswirken. Zudem wird das Risiko an Zivilisationserkrankungen, wie zum Beispiel Diabetes mellitus, Gicht oder Rheuma zu erkranken, erhöht.

Eine ballaststoffarme Ernährung kann auch die Entstehung von Herz-Kreislauf-Erkrankungen begünstigen. In den meisten Fällen liegt hier ein erhöhter Cholesterinspiegel zu Grunde. Dieser wird durch den häufigen Verzehr tierischer Nahrungsmittel begünstigt. Außerdem werden bei einer fettreichen Ernährung häufig schlechte Fetteaufgenommen. Diese können sich ebenfalls negativ auf das Herz-Kreislauf-System auswirken. Zudem wird durch die schlechten Blutfettwerte die Entstehung von Gallensteinen begünstigt. Diese können auf Dauer zu gesundheitlichen Beeinträchtigungen führen.

Ballaststoffreiche Lebensmittel regen die Verdauung und die Funktion des Stoffwechsels im Körper an. Werden dem Verdauungstrakt nicht genügend Ballaststoffe zur Verfügung gestellt, fährt er seine Verdauungsproduktion herunter. Dabei verändert sich das Milieu und schädliche Erreger und Bakterien können sich ansiedeln. Diese verursachen bei einem schwachen Immunsystem, schwere Infektionen und Erkrankungen.

Eine gut funktionierende Verdauung transportiert Giftstoffe und Abfälle die als Endprodukte des Stoffwechsels entstehen, schneller mit dem Stuhl aus dem Körper. Verweilen diese auf Grund einer langsameren Verdauung länger im Körper, können sie wichtige Darmzellen angreifen und dabei das Darmkrebsrisiko erhöhen.

Übersicht der möglichen Beschwerden und Erkrankungen bei einer ballaststoffarmen Ernährung

 

  • Blutzuckerschwankungen
  • Erhöhung des Cholesterinspiegels
  • Verschlechterung der Blutfettwerte
  • Erhöhtes Risiko bei Herz-Kreislauf-Erkrankungen
  • Erhöhung des Blutdrucks
  • Begünstigung von Übergewicht und Zivilisationskrankheiten (Diabetes, Gicht, Rheuma)
  • Abwehrsystem wird geschwächt
  • Darmkrebsrisiko wird erhöht

Häufige Fragen & Antworten zu Ballaststoffen

 

Können zu viele Ballaststoffe aufgenommen werden?

Für die tägliche Ernährung sind Ballaststoffe unverzichtbar geworden und sollten in ausreichender Menge verzehrt werden. Doch ist es möglich, dass über die verschiedenen Lebensmittel zu viele Ballaststoffe aufgenommen werden? Eigentlich nicht! Die empfohlene Tagesmenge liegt bei 30 g Ballaststoffe pro Tag. Diese wird jedoch in der heutigen Ernährung meist unterschritten und liegt im Schnitt bei 20 g pro Tag.

Wann ist der Verzehr von Ballaststoffen nicht empfehlenswert?

Menschen mit empfindlichen Verdauungsystem (z. B. Reizdarmsyndrom oder chronische Darmerkrankungen) sollten beim Verzehr von Ballaststoffen vorsichtig sein. Hier ist weniger dann doch eher mehr, vor allem wenn akute Beschwerden wie Durchfall vorliegen. Da die Ballaststoffe im Darm aufquellen und die Konsistenz des Stuhls gleitfähiger machen, kann der Durchfall begünstigt werden. Dies ist in diesen Fällen natürlich nicht wünschenswert, da es hier ebenfalls zu schmerzhaften Blähungen kommen kann.

Wie kann ich ausreichend Ballaststoffe aufnehmen, wenn ich ballaststoffreiche Lebensmittel nicht vertrage?

Besonders Hülsenfrüchte, die als guter Lieferant von Ballaststoffen gelten, werden von Betroffenen nicht vertragen. Dabei können sie unterschiedliche Beschwerden, wie zum Beispiel Blähungen, hervorrufen. Da sich die ballaststoffreiche Lebensmittelauswahl nicht nur auf Hülsenfrüchte beschränkt, gibt es hier genug Ausweichmöglichkeiten. Anders gestaltet sich jedoch der Fall einer Glutenunverträglichkeit – Zöliakie. Hier besteht eine Unverträglichkeit des Klebereiweiß Gluten, welches in den meisten verwendeten Getreidesorten enthalten ist. Da auf diese Lebensmittel bei einer glutenfreien Ernährung komplett verzichtet werden muss, sollte die Ballaststoffaufnahme vor allem über Obst und Gemüse stattfinden. Sojaprodukte, Nüsse und Hülsenfrüchte können ebenfalls eine gute Alternative darstellen.


Unser Fazit zu Ballaststoffen

Ballaststoffe bilden eine der wichtigsten Grundlagen für eine gesunde und ausgewogene Ernährung. Da hier pflanzliche Lebensmittel in der Ernährung bevorzugt werden müssen, kommt es zu einer günstigen Einschränkung von tierischen Lebensmitteln. Dabei wird eine optimale Nährstoff-, Vitamin- und Mineralstoffversorgung gewährleistet. Außerdem bieten Ballaststoffe dem Körper sehr viele gesundheitliche Vorteile, die in keinem Fall unterschätzt werden sollten!

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