Empathie

Empathie ist, sich in andere hineinzuversetzen. Das geschieht auf zwei Arten. Bei der kognitiven Empathie verarbeitet man die Gefühle eher Rational, bei der emotionalen Empathie eher intuitiv. Auf der rationalen Ebene wird sie gern in der Werbebranche benutzt um Zielgruppen anzusprechen. Auch im Wahlkampf wird an die Zielgruppe Wähler appelliert und ein Politiker verspricht Dinge von denen er weiß, dass die Leute sich angesprochen fühlen und ihn daher eher wählen. Empathie selbst weist keine Störungsanfälligkeit vor, sie kann jedoch vollkommen fehlen.

 

 

Was ist Empathie

Empathie bezeichnet das Vermögen sich in andere Menschen hineinversetzen zu können. Diesen Aspekt muss man erstmal von der neutralen Seite betrachten, will man die Dimension hinter dem Begriff verstehen. Empathie hat nicht zwangsläufig etwas mit Nächstenliebe und positiven Gefühlen zu tun. Deshalb spielt sie in der Kommunikation zwischen Geschäftspartnern oder Politikern eine genauso tragende Rolle, wie für andere Menschen im alltäglichen Leben. Doch während bei den einen Empathie sehr bewusst eingesetzt wird, verwendet man sie im Alltag meist intuitiv.

Das Vermögen sich in andere Menschen hineinversetzten zu können umfasst die Fähigkeit und den Willen, die Absichten eines anderen, dessen Persönlichkeitsmerkmale, Gedanken und Gefühle zu verstehen und zu erfassen. Wie man aufgrund dieser Erkenntnisse über eine Person handeln wird ist etwas anderes. Empathie findet außer zwischen Politikern und Geschäftspartnern in der Kriminalistik, Medizin, Philosophie, Sprachwissenschaft, Gewaltprävention und anderen Gebieten Anwendung.

In der Propaganda nimmt Empathie eine bestimmende Rolle ein. In der Werbung und in politischer Propaganda werden gezielt die Gefühle von Menschen angesprochen, dies geschieht nicht ohne Kenntnisse über die Gedankenwelt dieser, bzw. der spezifischen Zielgruppen. In den beiden Bereichen, von denen man täglich betroffen ist, werden gezielt Sehnsüchte, Wünsche, Ängste und Sorgen geschürt und für die eigenen Zwecke eingesetzt. Zwischen politischen Partnern oder Geschäftspartnern geschieht das auf eine vergleichbare Weise, nur dient Empathie dort zur gegenseitigen Zweckerfüllung und unter Bezugnahme des individuellen Gegenübers. Man nennt das kognitive Empathie. Kognitiv deshalb, weil sie auf eher bewusst und auf rationaler Ebene stattfindet.

Davon abzugrenzen ist die emotionale Empathie, diese ist synonym mit dem Mitgefühl und dem Mitleid. Sie fungiert völlig subjektiv, man fühlt was der Andere fühlt. Man teilt Freud und Leid.

Abgrenzen kann man den Begriff auch von Sympathie und Gefühlsansteckung. Sympathie meint ein Gefühl der Zuneigung zu jemanden. Die Gefühlsansteckung hat durchaus etwas mit Empathie gemein. Bei emotionaler Empathie, wie auch bei der Gefühlsansteckung teilt man die Gefühle anderer. Die Gefühlsansteckung ist deshalb etwas anderes, weil einem nicht bewusst ist, dass man die Gefühle anderer teilt. Eine Massenpanik wäre ein gutes Beispiel.

Hochsensibilität im Kontext zur Empathie

Unter diesem Begriff versteht man eine allgemein höhere Reizempfindlichkeit gegenüber äußerer Einflüsse. Daneben gibt es eine Reihe von Faktoren, die bei der überwiegenden Zahl von hochsensiblen Menschen eine Rolle spielen. Im Gegensatz zu anderen wissenschaftlich anerkannten Phänomenen der menschlichen Psyche hapert es bisher noch an der Definition, was man unter Hochsensibilität genau zu verstehen hat. Anders gesagt weiß man nicht genau wodurch Empathie biologisch betrachtet verursacht wird. Oft als physiologische Ursache in Betracht gezogen wird der Thalamus. Dieser könnte mehr neuronale Reize an das Bewusstsein senden, wodurch die Überempfindlichkeit zu Stande käme. Der Thalamus steuert das Bewusstsein und ist unteranderem dafür verantwortlich, wenn man hungrig oder müde ist oder sexuell erregt.

Interessant für den Bereich der Empathie ist die sogenannte psychosoziale Feinwahrnehmung. So werden die Befindlichkeiten und Motive einer Person schneller und tiefer wahrgenommen, als es beim Durchschnittsmensch der Fall ist.

Hochsensible Persönlichkeiten (HSP) haben außerdem einen ausgeprägten Sinn für Gerechtigkeit und kümmern sich meist gern um andere Menschen. Sie sind überaus soziale Menschen und deshalb nicht selten in entsprechenden Berufsfeldern anzutreffen. Ein ausgeprägter Gerechtigkeitssinn und der Drang sich um andere zu kümmern führt oft dazu, dass sie mehr tun als von ihnen erwartet wird und mehr als es für ihr eigenes Wohlbefinden gut ist.

Als Krankheit angesehen wird Hochsensibilität allgemein nicht.

Funktion & Aufgabe

Sinn für den Anderen

Wesentlich ist Empathie für den Umgang mit anderen Menschen. Ohne ein gewisses Einfühlungsvermögen, wäre ein gesellschaftliches Miteinander unmöglich. Von klein auf lernt man sich in Andere hineinzuversetzen und mitfühlend zu sein. Der Mensch als Herdentier ist ganz darauf angewiesen. Es ist hierbei egal ob es sich um kognitive oder emotionale Empathie handelt. Auf dem Wege der Diplomatie spielt kognitive Empathie eine wichtige Rolle. Hingegen dient das Mitgefühl dazu jemandem beizustehen, bedingungslos etwas für ihn zu tun.

  • Empathie schützt vor Schmerz und Gewalt
  • Mitgefühl spendet anderen Trost und Sicherheit
  • gerade in pluralistischen Gesellschaften ist Egoismus unangebracht
  • selbst in der Wirtschaft behandeln Partner einander so, dass es für beide Seiten den größten Nutzen hat

 

Wie Empathie funktioniert

In der Vergangenheit ging man in der Wissenschaft teilweise davon aus, dass Empathie nicht angeboren ist. Das ist falsch. Besäßen Tiere keine Empathie, würde es schlicht keine Tiere und somit auch keine Menschen geben, Stichwort Mutterinstinkte.

Trotzdem kommt es vereinzelt vor, dass Eltern ihre Kinder nicht beschützen können oder wollen. Beim Menschen geht das oft mit körperlicher und seelischer Misshandlung einher.
Das zuständige Empathie Gen NGF1-7A wird nicht ausgebildet. So können Menschen die scheinbar keine Empathie besitzen keinen Schmerz wahrnehmen. Wer also den eigenen Schmerz nicht wahrnehmen kann, kann zwangsläufig auch nicht die Schmerzen anderer empfinden.
Die Fähigkeit zur Empathie kann bei dissozialen Persönlichkeiten neu gewonnen werden.

Eine Studie im Broadmoor Hospital nahe London führte zu dem Ergebnis, dass die dort einsitzenden MörderInnen ihre Empathie erlangen konnten, nachdem sie Stücke von William Shakespeare gespielt hatten. Das Empathie Empfinden trat durch das Nachspielen von Leid und Schmerz in diesen Stücken ein. Auf einmal konnten diese MörderInnen nachvollziehen, wie sehr ihre Opfer gelitten haben. Einige der Verbrecher versuchten sich anschließend das Leben zu nehmen, doch führte die nun entfesselte Empathie zu einer dauerhaften Veränderung in der Persönlichkeit.

Empathie funktioniert also, wenn man selbst Empathie erfahren hat. Wenn man anderen Empathie vorlebt, löst es außerdem meist Unsicherheiten und Ängste und führt zu einem allgemein angenehmeren Umgangsklima.

  • Empathie ist angeboren
  • ohne sie wäre Überleben sehr schwierig
  • Menschen die von ihren Eltern sehr autoritär oder Gewalttätig behandelt wurden, entwickeln meist kein Mitgefühl
  • zuständig für dieses ist das Gen NGF1-7A
  • im Laufe einer Studie im Broadmoor Hospital gelang es Mördern zu Empathie zu verhelfen, in dem man sie Shakespeare Stücke spielen lies

Krankheiten & Beschwerden

Narzissmus

Narzissten stehen gerne im Mittelpunkt. Sie haben ein unrealistisch überhöhtes Bild von sich selbst und sind höchst manipulativ gegenüber ihrem Umfeld. Problematisch wird das, wenn ein Narzisst eine Beziehung führt. Das was er tun wird, ist den Partner nach und nach zu isolieren. Das fängt damit an, dass das Umfeld entsprechend manipuliert wird. Auch auf dem Partner wird permanent eingeredet und dieser wird, wenn er sich darauf einlässt, seinen Freunden entfremdet. Narzissten sind sehr gut dazu in der Lage andere klein wirken zu lassen. Narzissten sind ferner nicht dazu in der Lage Fehler einzugestehen. Insgeheim sind sie jedoch sehr unsicher und ängstlich, was sie nach außen verschleiern.

Manche Wissenschaftler halten unsere Gesellschaft für besonders narzisstisch oder Sprechen ihr eine gewisse Tendenz dahingehend zu. Besonders im Wettbewerbsdenken, wenn es darum geht immer der Beste zu sein und wenn in den sozialen Medien ja tatsächlich zuhauf ideale Selbstbilder verbreitet werden. Viele Menschen die scheinbar ein ausgewogenes und glückliches Leben führen posten ganz einfach alltägliche und negative Elemente ihres Lebens nicht.

  • Narzissten sind extrem besitzergreifend und herrisch
  • sie sind sehr selbstverliebt und haben einen überhöhten Blick auf sich
  • Fehler können sie nicht eingestehen, es sind immer andere daran Schuld
  • hinter der Fassade stecken sehr viel Angst und Unbehagen

Psychopathie

Psychopathen besitzen kein Mitgefühl. Man unterscheidet zwei Arten der Psychopathie, die interpersonell-affektive und die antisozial-deviante. Letztere unterscheidet sich von ersterer dadurch, dass sie im Laufe der Lebenszeit abnimmt und nicht unbedingt dauerhaft auftritt. Psychopathie ist außerdem von der dissozialen Persönlichkeitsstörung abzugrenzen. Zwar tragen Psychopathen im Kern dissoziale Verhaltensstörungen mit sich herum, der Unterschied zu dissozialen Persönlichkeiten, bzw. Soziopathen, liegt im Charakter einer solchen Person. Menschen mit einer dissozialen Persönlichkeitsstörung verhalten sich bloß entsprechend, während das Verhalten eines Psychopathen durch seinen Charakter bestimmt ist.

Dexter Morgan und Patrick Bateman sind zwei exemplarische Beispiele, für das Auftreten der interpersonellen-affektiven Variante eines Psychopathen. Sie sind oft Charmant und schaffen es leicht oberflächliche Beziehungen zu anderen Menschen aufzubauen. Hinter der Maske sind sie jedoch höchst manipulativ und dominant. Die einen Sitzen in den Führungsriegen von Unternehmen und Banken oder sind in sonstigen Risikoreichen Berufen anzutreffen, exemplarisch dafür wäre die Chirurgie. Mit ihrem rücksichtslosen Verhalten lösen sie Bankenkrisen aus und nehmen Wirtschaftskrisen in kauf. Da sie kein Schuldbewusstsein besitzen, macht es ihnen nichts aus hohe Geldsummen am Kapitalmarkt zu verzocken.

Die anderen werden kriminell und verwenden ihre aggressiven Energien anderweitig, sie landen früher oder später im Gefängnis. Nicht selten wegen schwerer Gewaltdelikte.

Symptome bei der interpersonell-affektiven Variante sind unteranderem:

  • übersteigertes Selbstwertgefühl
  • pathologisches Lügen
  • mangelndes Schuldbewusstsein
  • Mangel an Mitgefühl
  • es bestehen nur oberflächliche Gefühle
  • sie handeln verantwortungs- und rücksichtslos
  • sie sind im höchstem Maße manipulativ

Symptome bei der antisozialen-devianten Variante sind unteranderem:

  • ständige Langeweile
  • impulsives Verhalten
  • fehlen von realistischen Zielen
  • frühere Auffälligkeiten im Verhalten, meist schon in der Jugend kriminell
  • Herabsetzung der Mitmenschen

 

Dissoziale Persönlichkeitsstörung

Die dissoziale Persönlichkeitsstörung dient der Psychopathie als Grundelement, sie besteht jedoch auch außerhalb dieser als eigenständige Verhaltensauffälligkeit. Die Begriffe Soziopathie und antisoziale Persönlichkeitsstörung sind als synonym zu betrachten. Dissoziale Persönlichkeiten wurden oft Gewalttätig erzogen. Durch viel Schmerz und Leid und einem Mangel an Empathie, stellt sich bei ihnen diese Grundkompetenz sozialen Verhaltens gar nicht erst ein.

Symptome bei dissozialer Persönlichkeitsstörung:

  • Mangel an Empathie
  • Bindungsstörung
  • hohes Aggressionspotential
  • Mangel an Schuldgefühlen
  • verantwortungsloses Verhalten

Wie bei der Psychopathie sind Dysfunktionen im Gehirn also organische Ursache anzusehen.

Autismus

Traditionell wird zwischen verschiedene Formen von Autismus unterschieden. In jüngerer Zeit fasst man tendenziell alle Begriffe unter der Bezeichnung Autismus-Spektrum-Störung zusammen. Im Einzelfall stellt man nur den Grad der autistischen Störung fest. Mit dem frühkindlichen Autismus tritt die stärkste Art auf. Hochfunktionaler Autismus, atypischer Autismus und Asperger-Syndrom sind jeweils mildere Varianten, die mildeste das Asperger-Syndrom. Manche Autisten besitzen außerdem eine Inselbegabung. Während viele von ihnen eher minderbegabt sind, tritt in seltenen Fällen auch eine Hochbegabung zu Tage. Autisten verstehen Gefühle anderer Menschen nicht und haben es daher im Umgang mit ihnen besonders Schwer. Außerdem sind sie sehr an Gewohnheiten gebunden. Schon kleinste Veränderungen reichen aus, um sie nicht nur in Unruhe sondern wirklich in Rage zu versetzen. Auch fällt es Autisten schwer Mimik zu interpretieren und Beziehungsverhältnisse aufrecht zu erhalten. Oft haben sie keinerlei Freunde. In ihren Interessen sind sie auf weniges beschränkt.

  • Autismus hat viele Formen
  • entweder man fasst sie unter Autismus-Spektrum-Störung unter einen Begriff zusammen
  • oder man verwendet differenzierende Bezeichnungen, z.B. Asperger-Syndrom oder frühkindlicher Autismus

Fragen &Antworten zur Empathie

 

Heißt empathisch Empfinden gleich empathisch zu handeln?

Nein. Empathisches Handeln kann auf das Fühlen folgen. Empathisch zu handeln würde bedeuten etwas so zu tun, wie es für den Anderen von Vorteil ist. Empathische Wahrnehmung kann jedoch leicht ausgenutzt werden, um etwa andere Menschen zu manipulieren. Empathisch ist eine Handlung vor allem dann, wenn man keine Gegenleistung erwartet.

Warum unterscheidet überhaupt man zwischen kognitiver und emotionaler Empathie?

Emotionale Empathie stellt sich spontan ein, von Fall zu Fall. Das passiert ganz automatisch. Mutter-Kind-Bindungen sind das beste Beispiel. Bei der kognitiven Empathie macht man sich die Gefühle anderer bewusst zu eigen, das bedeutet nicht sie auszunutzen. Diese Form hilft auch auf andere einzugehen und ein guter Zuhörer zu sein.

Ich hatte eine schwierige Kindheit, macht mich das zum Psychopathen?

Jeder Mensch handhabt traumatische Erlebnisse auf andere Weise. Außerdem hängt es von der Art und der Schwere der Traumata ab. Psychopathen fallen oft schon in ihrer Kindheit und Jugend durch Normverstöße im Rahmen krimineller Handlungen auf. Abgeflachte oder andersartige Gefühle können auch auf andere Krankheiten der Psyche zurückgehen. Borderline Persönlichkeitsstörung, Depressionen oder narzisstische Störung wären weitere Störungen einer traumatisierten Kindheit. Eltern sind häufig äußerst gewalttätig und brutal, sind oft selbst dissozial veranlagt.

Unser Fazit zu Empathie

Empathie ist eine Lebensnotwendigkeit. Menschen sind tagtäglich mit ihr konfrontiert. Allerdings befinden sich in Führungspositionen von Konzernen nicht selten Psychopathen, die auf Grund ihrer emotionalen Kälte sehr häufig als exzellente Führungskräfte erkannt werden, ohne das dies wirklich der Fall wäre. Zur Empathie gesellt sich eine ganze Zahl an bekannten Störungen.

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