Autismus


Definition Autimus (ASS)

AutismusBei dem Begriff Autismus (aus dem griechischen „autos“ = selbst) handelt es sich um die Sammelbezeichnung für sehr tiefgreifende, neurologische Entwicklungsstörungen. Diese können bereits in den ersten drei Lebensjahren auftreten, sind aber zumeist erst zwei bis drei Jahre später diagnostizierbar.

Zu diesem Zeitpunkt ist der Autismus in aller Regel bereits vollständig ausgebildet. Autismus bezeichnet man oftmals auch als Autismus-Spektrum-Störung (ASS) oder als Störung der Informations- und Wahrnehmungsverarbeitung.

In letzter Zeit hat sich ASS als Oberbegriff für sämtliche Autismus-Erkrankungsformen eingebürgert. Autismus gilt als sehr schwerwiegende und noch weitgehend unerforschte Krankheit, die sämtliche Lebensbereiche des Betroffenen stark beeinflusst.


Steckbrief: Autismus

  • Name(n): Autismus; ASS
  • Art der Krankheit: Psychische Störung
  • Verbreitung: Weltweit
  • Erste Erwähnung der Krankheit: 18. Jahrhundert
  • Behandelbar: Nein
  • Art des Auslösers: Diverse
  • Wieviele Erkrankte: etwa 1
  • 1% der Weltbevölkerung
  • Welchen Facharzt sollte man aufsuchen: Kinderarzt; Psychologe; Neurologe
  • ICD-10 Code(s): ICD-10-GM-2017 – F00-F99 – F80-F89 – F84

Was ist Autismus?

Die Krankheit führt zu einer wesentlichen Beeinträchtigung der sozialen und kommunikativen Fähigkeiten des Betroffenen und zieht dadurch auch die Angehörigen des Erkrankten in starke Mitleidenschaft. In schweren Fällen ist es selbst für Familienangehörige nicht mehr möglich, mit dem Betroffenen zu kommunizieren, auch ist dessen Wahrnehmungsfähigkeit stark beeinträchtigt. Auf niemanden passt das Beispiel des Schneckenhauses besser, in das sich der Autist aufgrund seiner Krankheit geradezu einkapselt. Er lebt in einer eigenen, privaten Welt, daher zielen sämtliche Behandlungsbemühungen darauf ab, ihn aus seinem Schneckenhaus hervorzulocken. Es gibt sehr viele und unterschiedliche Symptome, die den Verdacht einer Autismus-Erkrankung nahelegen.

Einigermaßen sinnvoll zusammengefasst lassen sie sich in drei Typen aufteilen:

  • stereotypes und ritualisiertes Verhalten
  • schwere Beeinträchtigung von Sprache und Kommunikation
  • unzureichend ausgeformte soziale Fähigkeiten

Man unterscheidet zwischen Autismus bei Kindern, dem Asperger-Syndrom und dem atypischen Autismus. Das Asperger-Syndrom steht für die eher milde Form des Autismus, beim atypischen Autismus stellt man die Erkrankung dagegen erst nach dem dritten Lebensjahr fest. Die Grenzen zwischen diesen drei Ausprägungsformen sind jedoch fließend, zumal in neuester Zeit zunehmend leichtere Mischformen dieser Entwicklungsstörung zu diagnostizieren sind. Autismus kann oft auch in milder und kaum bemerkbarer Form auftreten, bei stärkerer Ausprägung dagegen sind die verbalen und non-verbalen Kommunikationsfähigkeiten derart eingeschränkt, dass es dem Betroffenen unmöglich ist, am „normalen“ gesellschaftlichen Leben teilzunehmen. Autismus ist bislang nicht heilbar, daher beschränkt sich die Behandlung auf die Anwendung unterschiedlichster Therapien. Diese haben allesamt das Ziel, die Symptome des Autismus, soweit möglich, zurückzudrängen und damit dem Betroffenen die Teilnahme am gesellschaftlichen Leben weitestgehend zu ermöglichen.


Welche Ursachen führen zu Autismus?

Bei Autismus handelt es sich um eine biologische und chemische Veränderung wichtiger Gehirnfunktionen. Wodurch diese ausgelöst werden, konnte bislang trotz intensiver, wissenschaftlicher Forschung noch nicht ermittelt werden.

Es wird vermutet, dass eine Kombination verschiedener Faktoren die Entstehung dieser Krankheit begünstigt. Unter den ebenso zahlreichen wie unterschiedlichen, möglichen Verursachern von Autismus zählt die Forschung derzeit Veränderungen im Verdauungstrakt, eine Quecksilbervergiftung, allergische Reaktionen auf bestimmte Impfungen, oder auch die unzureichende Fähigkeit des Körpers, Vitamine zu verarbeiten.

Schon alleine aufgrund der Unterschiedlichkeit dieser vermuteten Faktoren lässt sich ersehen, dass die Autismus-Forschung erst am Anfang steht. Die allermeisten dieser Verdachtsmomente begründen sich letztlich auf unbewiesener oder unbeweisbarer Spekulation. Viele dieser Faktoren dürften daher von der Wissenschaft in naher Zukunft von jedem Verdacht reingewaschen werden. Allerdings scheint ziemlich sicher zu sein, dass auch genetische Faktoren als Ursache für eine Autismus-Erkrankung infrage kommen. Sollte beispielsweise ein eineiiger Zwilling an Autismus erkranken, so ist die Wahrscheinlichkeit, dass auch der zweite Zwilling daran erkrankt, deutlich höher als bei zweieiigen Zwillingen oder anderen Geschwistern.

Sollte ein Familienmitglied autistisch bedingte Sprachprobleme haben, so betrifft dies oftmals auch andere Familienmitglieder. Selbiges gilt auch für mutierte Chromosomen, die ebenfalls zu den verursachenden Autismus-Faktoren gezählt werden: wenn sie auftreten, dann gehäuft und oftmals innerhalb einer Familie, in der bereits ein Mitglied an Autismus erkrankt ist. Seltsam und bislang unerklärlich für die Wissenschaft ist nicht zuletzt auch, dass Autismus vier Mal eher beim männlichen als beim weiblichen Geschlecht auftritt. Aber in einem ist sich die Forschung absolut einig: Erziehung, Lebensstil, Ernährung, Rasse, Familieneinkommen oder gar die Religionszugehörigkeit haben nicht den geringsten Einfluss auf die Entstehungswahrscheinlichkeit von Autismus.

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