Kommunikation

Kommunikation ist auf rein definitorischer Ebene das Aussenden und Empfangen von Informationen durch Sende und Empfänger. Dabei werden Informationen in vielen verschiedenen Formen wie zum Beispiel Schall, Gesten und Berührungen ausgesendet.

Beim Menschen hat sich zusätzlich zu den in der Natur häufig vorkommenden Kommunikationswegen noch eine Fähigkeit zum Nutzen differenzierter Sprache hinzu entwickelt. Dies ist in dieser Form dem Menschen vorenthalten und bildet die Hauptsäule unserer Kommunikation.


Was ist Kommunikation?

Kommunikation herrscht immer dann vor, wenn eine Information durch einen Sender übertragen wird. Dabei ist die Kommunikation zwischen zwei Menschen, Mensch und Tier, zwei Tieren, zwei Bäumen oder gar zwei Maschinen nicht der einzige Weg. Vielmehr können auch Gruppenkommunikation und eine einseitige Kommunikation stattfinden.
Bei der einseitigen Kommunikation wird eine Information entweder fehlerhaft versendet und deshalb nicht vom Empfänger wahrgenommen oder verstanden, oder aber auch aufgrund des Unvermögens des Empfängers nicht aufgenommen und verstanden.

Kommunikation bedeutet immer einen Austausch von Mitteln, um Information darzustellen. Auf dem direkten Wege passiert dies bei Tieren mit Berührungen, Lautbildung, optischen Reizen und Gerüchen. Bei Pflanzen spielen vor allem Hormone eine wesentliche Rolle.

Damit Kommunikation nicht nur ein Austausch von Reizen bleibt, die frei interpretiert werden, ist es nötig, dass Sender und Empfänger über die selben Möglichkeiten verfügen, die durch einen Übertragungsweg codierte Information zu decodieren. Dabei ist ein Wissen über die Bedeutung des Codes wichtig. Dennoch kann zwischen Sender und Empfänger eine Kommunikation über mehrere Übertragungswege (beispielsweise Berührung durch und Sender und sprachliche Antwort durch Empfänger) problemlos stattfinden.
Dies liegt daran, dass sich viele Dinge, die kommuniziert werden sollen, durch einige verschiedene Arten darstellen lassen. So sind Hunde nicht nur aufs Bellen beschränkt, sondern drücken sich auch durch Körperhaltung, das Suchen von Nähe und ihren Blick aus.

Weiterhin spricht man auch bei Objekten, die Objekte beeinflussen, von Kommunikation. So haben Sterne und Planeten gravitative Einflüsse aufeinander – sie kommunizieren durch Wechselwirkungen. Diese weitreichende Definition der Kommunikation lässt sich dabei auf das Definieren von Sender und Empfänger zurückführen.
Für das Weitere soll aber dennoch vor allem die menschliche Kommunikation betrachtet werden.


Kommunikation beim Menschen

Beim Menschen hat die Kommunikation durch Sprachbildung eine andere Ebene erreicht, ALS bei allen anderen Lebewesen. Zwar gibt es keine Lebewesen, die nicht kommunizieren – und sei es mit reinen Reizen durch ihre Umwelt – aber der Mensch hat es durch Sprache geschafft, auch komplexe Informationen, sein Denken, sein Fühlen und sein Handeln in ein Lautsystem zu verpacken, das weiter entwickelt ist, als alles Vergleichbare in der Natur.
Bei der verbalen Kommunikation kommt beim Menschen also Sprache zum Einsatz. Die wohl wichtigste Komponente hierbei ist das Gesprochene an sich. Sprechen Sender und Empfänger die gleiche Sprache, ist die Informationsübertragung ohne Probleme möglich.
Gleichzeitig stecken aber in der Art des Sprechens und des Zuhörens noch weitere Informationen. So lassen sich aufgrund von Stimmlage und Reaktionen im Gesicht des Gegenübers dessen Gefühle und Gedanken zum Gesagten schon deuten.
Diese Informationen, die mit dem Gesprochenen übertragen werden, werden je nach Kultur, Intelligenz, eigener Laune und anderen Faktoren unterschiedlich gewertet. Es handelt sich hierbei vor allem um erlerntes Verhalten, das, genau wie Sprache, räumliche Grenzen, sowie Übergänge, Unterarten und Gemeinsamkeiten kennt. Passen zwei Arten der Kommunikationsübertragung, die gleichzeitig auftreten (zum Beispiel Sprache und Mimik) nicht zueinander, kann dies zu Verwirrung führen.
Die nonverbale Kommunikation – also alle Kommunikation des Menschen ohne das Nutzen von gesprochenen Lauten – ist entsprechend stark ausgeprägt. Vor allem kommt uns hier zu Gute, dass wir unsere Sprachen nicht nur in Lauten darzustellen wissen. Wir können sie auch verbildlichen, verschriftlichen und abstrahieren.
Zusätzlich verfügen wir neben der Sprache noch über ein paar weitere Möglichkeiten, mit anderen zu kommunizieren:

  • Berührungen
  • Darstellung von Gefühlen über Mimik und Gestik
  • Mimik und Gestik im Allgemeinen
  • Unterbewusst mit Gerüchen

Die Tatsache, dass es so viele verschiedene Kommunikationswege beim Menschen gibt, veranlasste den Kommunikationswissenschaftler Paul Watzlawick zu der Aussage, man könne nicht nicht kommunizieren.
Man geht davon aus, dass jede Wahrnehmung durch einen anderen schon eine Form von Kommunikation darstellt, weil es unmöglich ist, nicht irgendeine interpretierbare Mimik, Gestik o.ä. zu besitzen.


Kommunikation mit der Umwelt

Neben der Kommunikation zwischen Sendern und Empfängern gibt es auch die Kommunikation eines Individuums mit seiner Umwelt. Diese besteht darin, dass es Umweltreize aufnimmt und verarbeitet und sich entsprechend dazu verhält. Dabei müssen Umwelt und Individuum nicht zwingend die gleichen Kommunikationswege verwenden, weil das Individuum ohnehin nur Reize aufnimmt, für die es empfänglich ist und es ja nicht mit der Umwelt als Ganzes über etwas Bestimmtes kommunizieren kann.
Dennoch versorgt die Umwelt ein Individuum durchgehend mit Informationen, die das Individuum auch berücksichtigt. So schwimmen Photosynthese betreibende Bakterien vor allem in Richtung Licht und viele Tiere schrecken bei Geräuschen auf.
Dadurch, dass die Umwelt ebenfalls über viele Wege kommuniziert, können bestimmte Sinne besser ausgebildet werden als andere – vor allem, wenn Sinne verloren Gehen. So können Informationen über die Beschaffenheit der Welt von zum Beispiel blinden Personen über andere Sinne – Tast- und Hörsinn – wahrgenommen werden. Einschränkungen können durch Sensibilisierung in diesem Bereich überbrückt werden.
Die Kommunikation mit der Umwelt findet dabei meist unterbewusst statt, insofern sich ein Individuum seine Umwelt nicht genau nach bestimmten Reizen untersucht. Sie erfolgt bei einfachen Lebensformen instinktiv und bei höher entwickelten Tieren auch mit Hilfe von Reflexion und Urteil über die Welt.


Funktion & Aufgabe von Kommunikation

Im Allgeinen erfüllt die Kommunikation die Aufgabe, Informationen für Individuen verfügbar und versendbar zu machen. Ohne Kommunikation wäre jedes Lebewesen – und auch jeder Computer o.ä. – isoliert in seiner Umwelt.
Isolation ist dabei etwas, was bedeuten würde, dass kein Austausch mehr stattfindet. Lernprozesse zu reflektieren und zu vermitteln, Herdenbildung, Schwarmbildung, sich um Nachwuchs zu kümmern und zusammen zu arbeiten wären damit unmöglich.
Kommunikation erfüllt also primär den Zweck, vor allem Lebewesen eine Möglichkeit zu geben, sich auszudrücken, verstanden zu werden und mit anderen zu interagieren. Gleichzeitig wird dabei immer mit der Umwelt kommuniziert, von der viele Informationen bezogen werden.
Beim Menschen ist die Kommunikation, allem voran die verbale Kommunikation, der wichtigste Bestandteil unserer Gesellschaftsbildung. Denn gerade die Sprache ist in unseren Gesellschaften notwendig für:

  • Das Vermitteln von Wissen
  • Das Erziehen von Nachwuchs
  • Das Ausdrücken von Bedürfnissen und Gefühlen
  • Das Arbeiten miteinander
  • Das Lösen von Konflikten
  • Das Festhalten von Informationen für die Nachwelt
  • Das Interpretieren von Dingen

Beim Menschen ist davon auszugehen, dass er ohne Sprache seine Entwicklung nicht hätte begehen können. Denn primär die Wissensvermittlung und die daraus resultierende Weiterentwicklung von Kulturtechniken hat uns befähigt, immer besser darin zu werden, die Umwelt zu manipulieren und unsere Gesellschaften mit modernen Mitteln aufzubauen.

Sprache beim Kind

Schon im Mutterbauch nehmen Kinder Sprache wahr und lernen, Teile davon einzuordnen. Wo sich ein Kind im Mutterbauch aufgehalten hat und was gehört hat, hat dabei entscheidenden Einfluss darauf, welche Sprache es später schnell lernen kann.
Generell sind aber alle Menschen sprachbegabt in dem Sinne, als dass sie Sprachen erlernen können. Dafür stehen uns bestimmte Hirnareale zur Verfügung, die aber gerade im Kindesalter besonders flexibel sind. Kinder können Sprachen deshalb schneller lernen als Erwachsene.
Dabei ist aber auch zu beachten, dass eine frühkindliche Prägung gravierende Auswirkungen auf das Sprachvermögen des Kinden – in Ausdruck, Wortwahl und Wahrnehmung von Sprache – haben kann.


Krankheiten & Beschwerden, die mit der Fähigkeit zur Kommunikation zusammenhängen

Allgemein sind Einschränkungen der Sinne – Blindheit, Taubheit, usw. – immer eine Einschränkung, wenn es darum geht, zu kommunizieren. Die Unfähigkeit, über einen Kommunikationskanal Informationen zu beziehen, ist dabei problematisch.
Beim Menschen sind vor allem Einschränkungen im Bereich der Sprachbildung und der Sprachverarbeitung als Kommunikationsproblem zu nennen. Das bloße Fehlinterpretieren oder Unverständnis von gesagten Dingen ist dabei keine Krankheit. Diese Dinge sind meist auf unterschiedliche Codierungsweisen von Sender und Empfänger, auf Abgelenktheit, Unwille und viele andere, individuelle Faktoren zurückzuführen.

Beschädigung der Lautbildung

Alle Sprache des Menschen, die über Laute ausgedrückt wird, beginnt in der Bildung im Kehlkopf. Hier werden die Stimmbänder mittels Luftströmen zum Schwingen gebracht und erzeugen vorerst nur Laute. Diese werden mit Hilfe von Zähnen, Lippen und Zunge zu den Sprachlauten ausgebildet, die man erlernt hat und anwendet.
Einschränkungen des Kehlkopfes können unter anderem erfolgen durch:

  • Krebs
  • Entzündungen
  • Verletzungen
  • Lähmungen

Eine Lautbildung ist dann nicht mehr, oder nur noch eingeschränkt und unter Anstrengungen, möglich. Da Sprachfähigkeit das primäre Mittel der menschlichen Kommunikation ist, ist dies besonders gravierend. Lässt sich der Kehlkopf nicht mehr funktional wieder herstellen, muss auf andere Mittel, wie zum Beispiel einen Sprachcomputer, zurückgegriffen werden.
Auch andere Schäden im Mundraum an Zähnen, Lippen und Zunge können die Lautbildung entsprechend rein mechanisch behindern. Fehlende Zähne und eine verletzte Zunge sind dabei die größte Behinderung. Je nach Sprache ist dies aber mehr weniger gravierend und man bleibt meist dennoch zu verstehen.

Andere Faktoren, die die Kommunikation einschränken

Häufig ist vor allem das Stottern. Es handelt sich hierbei um einen nicht willentlich herbeigeführten Prozess, der Betroffene unflüssig sprechen lässt. Das Stottern kann von einem Logopäden behandelt werden. Gleiches gilt auch für andere Sprachfehler wie das Poltern, oder einen falschen Einsatz der Zunge, der zu Klicklauten beim Sprechen oder dem Lispeln führen kann.
Sprachstörungen dieser Art sind meist schon in der Kindheit festzustellen und bringen unter Umständen erhebliche psychische Belastungen mit sich. Deshalb sollten sie früh behandelt werden.
Eine Reihe anderer Zustände, die das Sprechen und Kommunizieren einschränken, sind:

  • Mutismus – Psychologisch bedingtes Schweigen bei völlig intaktem Lautbildungsapparat
  • Diverse psychische Leiden, die mit einer Einschränkung der Wahrnehmung einhergehen und somit das Kommunizieren erschweren oder unnachvolliehbar gestalten
  • Aphasie – Beschädigung der Hirnareale, die für Spracherkennung und Sprachbildung zuständig sind
  • Locked-in-Syndrom – Völlige Unfähigkeit, den eigenen Körper zu Bewegungen zu veranlassen

Die Aphasie tritt hierbei vor allem bei Schlaganfallpatienten auf. Sie kann aber auch als rein psychologisches Symptom bei anderen Krankheiten auftreten. Wird die zugrundeliegende Krankheit geheilt, kann auch eine dadurch bedingte Aphasie wieder verschwinden.
Das Locked-in-Syndrom ist ein Zustand, in dem ein Patient bei vollem Bewusstsein ist. Er kann hören, sehen, einige Reize wahrnehmen und denken. Aber aufgrund des Unvermögens, Reize an seinen Körper auszusenden, sind die Bewegungsmöglichkeiten zumeist auf leichte Augenbewegungen beschränkt.

Insgesamt gibt es also eine Reihe von Faktoren, die die Kommunikation erschweren oder verhindern:

  • Sprachstörungen
  • Psychische Krankheiten
  • Beschädigung des Kehlkopfes
  • Beschädigung von Zähnen, Zunge und Lippen
  • Locked-in-Syndrom
  • Aphasie durch Beschädigung im Gehirn oder Krankheit
  • Lähmungen

Fragen & Antworten zur Kommunikation

Ist Kommunikation Interpretationssache?

Größtenteils trifft dies beim Menschen zu. Beim Aussenden von Informationen mögen wir zwar ein klares Bild davon haben, was wir vermitteln wollen. Aber dieses kommt ja nicht ungefiltert und uninterpretiert beim Empfänger an.

Kann man Kommunikation verlernen?
Komplett wohl nicht. Aber wer wenig kommuniziert und sich auf weniger Reize von außen einlässt, ist schlechter darin, diese zu verarbeiten und aus ihnen die richtigen Informationen zu gewinnen. Dies hat vor allem soziale Konsequenzen.

Kann man durch Ignorieren Kommunikation unterbinden?
Nein. Denn auch das Ignorieren einer Person stellt eine Form der Kommunikation dar. Man teilt ja die Information, dass man mit jemandem nichts zu tun haben möchte. Allein dies ist ja schon durch Verhalten und Mimik erkennbar.

Unser Fazit zur Kommunikation

Die Kommunikation und die Fähigkeit dazu sind zentrale Aspekte unseres Menschseins. Wer diese Fähigkeit auf einem oder mehreren Kanälen verliert, hat erhebliche Einbußen in der Lebensqualität zu befürchten, weil der soziale und kulturelle Austausch für uns so wichtig sind.
Kommunikation kann auch trainieren, um die verschiedenen Formen besser interpretieren und anwenden zu können.

Bitte empfehlt diese Seite oder verlinkt uns:

Bitte bewerten Sie den Artikel

1 Star2 Stars3 Stars4 Stars5 Stars (63 Stimmen, Durchschnitt: 4,32 von 5)
Loading...
Top