Narzissmus

Steckbrief: Narzissmus

  • Name(n): Narzissmus
  • Art der Krankheit: psychisch
  • Verbreitung: weltweit
  • Erste Erwähnung der Krankheit: Antike
  • Behandelbar: therapeutisch Psychiater
  • Art des Auslösers: Vernachlässigung in Kindheit Perfektionismus Selbstwertgefühle etc.
  • Wieviele Erkrankte: 1% der Bevölkerung
  • Welchen Facharzt sollte man aufsuchen: Psychiater
  • ICD-10 Code(s):F60-F69

Eine Persönlichkeitsstörung

Menschen die an ausgeprägter Arroganz, Egoismus oder Selbstsüchtigkeit leiden sowie sich selbst gegenüber anderen Menschen rücksichtslos benehmen, können an einer Persönlichkeitsstörung leiden. In vielen Fällen wird dabei Narzissmus diagnostiziert.

Narzissmus ist eine schwerwiegende Persönlichkeitsstörung, die auf jeden Fall klinisch behandelt werden sollte. In der Regel wird Narzissmus als übersteigerte Selbstliebe bezeichnet. Allerdings ist es relativ schwer einen Betroffenen zu einer Therapie zu zwingen, da dieser davon ausgeht, dass er / sie selbst an keiner Krankheit leidet und keiner Therapie bedarf.

Schon in der Antike war diese Persönlichkeitsstörung bekannt. Erst dadurch entstand der bekannte Narziss – Mythos der griechischen Mythologie. In seinen Metamorphosen erzählt Ovid von einem Jüngling. Dieser verschmäht die Liebe einer Frau und wird dafür von den Göttern mit einer unstillbaren Selbstliebe bestraft.

Nachdem er sein Spiegelbild im Wasser einer Quelle erblickt, verliebt er sich unsterblich in sein eigenes Spiegelbild. Doch da er das Objekt seiner Liebe nicht erreichen kann, verwandelt er sich nach seinem Tod in eine Blume – die Narzisse.

Das Thema dieses Mythos hat eindeutig das Thema der Hybris, also der Selbstüberhebung, und der Strafe zum Thema. Für die Betroffenen und ihre Umgebung allerdings ist diese Persönlichkeitsstörung eine sehr störende und unangenehme psychische Erkrankung.

Definition Narzissmus

Umgangssprachlich wird unter einem Narzissten ein Mensch verstanden der an ausgeprägter Arroganz, Rücksichtslosigkeit gegenüber seinen Mitmenschen, Arroganz und Selbstsüchtigkeit leidet.

Der Narzissmus als psychische Erkrankung dagegen ist eine tiefgreifende Persönlichkeitsstörung. Bei den Betroffenen besteht ein mangelndes Selbstwertgefühl sowie eine sehr starke Empfindlichkeit gegenüber Kritik.

Diese auffälligen Merkmale wechseln sich in der Regel mit übersteigerter Eitelkeit, einer auffälligen Selbstbewunderung sowie einem übertriebenem Selbstbewusstsein ab. Dieses wird in der Regel nach außen hin präsentiert und dient dazu, das geringe Selbstwertgefühl des Betroffenen nah außen hin zu kompensieren. Auch das Einfühlen in andere Situationen bzw. in andere Menschen fällt Narzissten schwer.

Was ist Narzissmus?

Auffällig ist die Neigung der Narzissten dazu sich selbst als großartig zu präsentieren. Insbesondre neigen sie zu außergewöhnlichen Aktivitäten, treten statusbewusst auf und protzen mit ihren beruflichen Leistungen. In der Regel werden die eigenen Leistungen dabei maßlos überschätzt und besser dargestellt als sie in der Realität sind. Lügen gehört dabei immer dazu, mit dem Ziel Anerkennung und Zuwendung von Mitmenschen zu erhalten. Genau spielt die eigene Willensdurchsetzung mit Lügen im Vordergrund. Da viel zu geringes Einfühlungsvermögen vorhanden ist, werden gerne Leistungen anderer Menschen zerstört oder ausgebeutet. In der Regel ist das Motiv Neid. Sie benehmen sich so wie sie selbst von anderen nicht behandelt werden wollen.

Welche Ursachen gibt es?

Häufig liegen die Ursachen von Narzissmus in der Kindheit. Viel zu häufig treten Fälle auf in denen die Betroffenen in der Kindheit zu wenig beachtet oder ganz vernachlässigt wurden. Auch schulische Ereignisse spielen dabei eine Rolle. Wessen erfolge in der Schule zu wenig beachtet wurden, neigt später viel häufiger zu Narzissmus als andere Menschen. Dabei wird das geringe Selbstwertgefühl durch den Perfektionismus und die Illusionen der unbegrenzten Talente die sie scheinbar an den Tag legen. In ihrer Wahrnehmung kreist alles um sie selbst. Andere Menschen spielen dabei keine Rolle.

Mangel an elterlicher Fürsorge, Aufmerksamkeit und Zuwendung sind die häufigsten
Ursachen für Narzissmus. Genauso spielt der Mangel an Liebe, Interesse, Zärtlichkeit und Verständnis die Eltern gegenüber ihren Kindern an den Tag legen sollten eine wichtige Rolle bei der Entwicklung von Narzissmus. Aber auch bei übermäßiger Fürsorge, Liebe und Aufmerksamkeit, können Kinder zum Narzissmus leiden. Vor alle, wenn sie in allen Lagen des Lebens verwöhnt werden. Abhängig von der Disposition des Kindes wirken sich beide Verhaltensweisen negativ auf die Psyche des Kindes aus. Je nach Veranlagung und den Entwicklungsgrad der Erziehungsberechtigten und insbesondere der Mutter können sich die Kinder verschieden entwickeln.

Wichtig ist dabei, dass vor allem das Selbstwertgefühl und die Individualität des Kindes stabil entwickeln. Aus diesem Grund sollten Kinder immer in ihren Bedürfnissen unterstützt werden. Wird das unterlassen, so kann das negative Folgen für die Psyche haben. Sieht ein Kind sich dazu gezwungen die eigenen Bedürfnisse zu unterbinden oder der eigenen Außenwelt anzupassen bzw. kann die eigenen Bedürfnisse nicht vollwertig ausleben, kann auch das zu einer narzisstischen Persönlichkeit führen.

In diesem Fall kann das Kind keinen Zugang zu seinen Gefühlen und Bedürfnissen finden. Das Kind muss sich an der eigenen Umwelt orientieren, um die gewünschten Aufmerksamkeiten zu erhalten. Erhält das Kind aber echtes, vollwertiges Interesse von seiner Umwelt, kannnn es eine nachhaltige Akzeptanz verspüren und sich selbst leichter in die eigene Umwelt hineinleben, da es sich akzeptiert sieht.

Ursachen können sein:

  • mangelnde Aufmerksamkeit
  • keine Akzeptanz von der Außenwelt
  • Mangel an elterlicher Fürsorge und Aufmerksamkeit
  • keine gerechte Belohnung für gute Leistungen
  • Nichtbeachtung

Symptome und Anzeichen

Von Narzissmus betroffene Menschen haben in der Regel eine übertriebene Vorstellung von sich selbst und vor allem von dem wie wichtig sie selbst sind. Dabei erwarten sie ständig von anderen Menschen, dass sie sie bewundern und loben sollen. Die Perspektive andere Menschen können sie jedoch nur beschränkt oder überhaupt nicht wahrnehmen. Meistens beginnt die Störung im Jugendalter, häufig auch schon in der Kindheit. In einzelnen Fällen sind auch Menschen im jungen Erwachsenenalter betroffen. Mindestens fünf der nachfolgenden Kriterien müssen erfüllt sein, um Narzissmus zu diagnostizieren:

  • eigene Wichtigkeit steht im Vordergrund. Leistungen und/oder Talente werden maßlos übertrieben. Die Betroffenen erwarten Leistungen, die von anderen als überlegen anerkannt werden
  • eingenommen von der eigenen Macht, Brillanz, ihrem Erfolg, Schönheit, etc. leben stark in der Phantasie
  • glauben besonders und einzigartig zu sein; denken nur von hochgestellten Persönlichkeiten verstanden zu werden oder nur mit diesen Kontakt pflegen zu können
  • benötigen exzessive Bewunderung
  • gehen davon aus, dass auf ihre Erwartungen automatisch eingegangen werden müssen
  • behandeln andere Menschen ausbeuterisch, nutzen andere Menschen aus, um eigene Ziele zu erreichen
  • zeigen kein Einfühlungsvermögen, können Gefühle oder Bedürfnisse anderer Menschen nicht erkennen / akzeptieren
  • sind neidisch auf andere Menschen / glauben andere Menschen seien neidisch auf sie
  • zeigen sich hochmütig und arrogant (Verhaltensweisen und Ansichten)

Diagnose und Krankheitsverlauf

Um Narzissmus zu erkennen, bedarf es zum Einen eines sehr guten Psychologen, um genau zu erkennen, ob es sich dabei tatsächlich um Narzissmus handelt oder der Betroffene einfach nur einer wenig ausgeprägte Persönlichkeitsstörung unterliegt oder einfach nur von Natur aus arrogant und sehr selbstbewusst. Es muss jedem eindeutig vor Augen geführt werden, dass ein von Narzissmus betroffene Mensch niemals aus eigenem Antrieb heraus erkennen würde, dass er an einer Persönlichkeitsstörung leidet. Auch ist es für einen am Narzissmus leidenden Menschen aus ersichtlichen Gründen unvorstellbar, dass derjenige psychisch krank sei.

Erkannt werden kann Narzissmus nur von außenstehenden Menschen. Und es lässt sich selbstverständlich nicht genau sagen, ob der Betroffene sich dem Willen eines anderen Menschen fügen und sich an einen Psychiater wenden würde.

In der Regel entwickelt sich die Persönlichkeitsstörung bereits im Kindesalter. Eltern die einen Verdacht auf Narzissmus bei ihrem Sprössling haben, sollten sich am besten an einen Psychiater wenden. Eltern sollten insbesondere darauf achten, dass das Kind alle dafür tun wird, um die Liebe der Eltern zu erhalten. Das Kind möchte den Eltern gefallen, denn es möchte Liebebe und Zuwendung. Das brauchen Kinder, um zu überleben. Denn das Kind ist von seinen Eltern abhängig. Wird das nicht erfüllt, so muss es sein eigenes Ich auf andere Art und Weise aufbaun, welches der Wahrheit nicht entspricht. Das Kind erfindet unbewusst eine gestellte Fassade und versteckt sich hinter einer Maske. Dieses erschaffene und falsche Selbst kann als Überlebensmechanismus angesehen werden. Das Kind geht diesen Schritt ungewollt an.

Im Erwachsenenalter sind diese Menschen meistens nicht dazu in der Lage Gefühle anderer Menschen wahrzunehmen oder zu erwidern. Denn breits als Kind hat diese Person gelernt, Gefühle die nicht erwünscht sind zu verleugnen, da diese nicht angemessen sind. Häufig sind das Gefühle die von Aggression, Schmerz oder Lust. Diese werden so weit aus dem Bewusstsein verbannt, bis diese nicht mehr wahrnehmbar sind. Um die Liebe der Eltern zu sichern, verbirgt das Kind eigenen Gefühle und behält oder lässt nur die zu die erlaubt oder gefragt sind.

Häufigkeit und Diagnosedaten

Die Häufigkeit des Narzissmus in der Gesamtbevölkerung liegt bei etwa 0, 5 bis 2, 5 Prozent. Insgesamt werden Persönlichkeitsstörungen in drei verschiedene Kategorien eingeteilt:

  • Persönlichkeitsstörungen mit sonderbaren und exzentrischen Verhaltensweisen (paranoide, schisozide und schizotypische Persönlichkeitsstörung)
  • Persönlichkeitsstörungen mit dramatischem, emotionalem und launenhaften Verhalten (antisozial, Borderline-, die histrionische und narzisstische Störung)
  • Persönlichkeitsstörungen mit ängstlichem und vermeidendem Verhalten (unsichere, dependente, zwanghafte Störung)
  • passiv-aggressive Persönlichkeitsstörung ist bislang umstritten und wird in der Regel nur selten gestellt

In vielen Fällen wird die Persönlichkeitsstörung nicht erkannt oder aber die Betroffenen wenden sich nicht an einen Arzt. Aus diesem Grund kann nur sehr schwer gesagt werden, wie häufig Persönlichkeitsstörungen und vor allem der Narzissmus eintrifft. Studien sind genauso rar. Schätzungen nach erkranken etwa fünf bis zehn Prozent der Gesamtbevölkerung mindestens ein Mal im Leben an Persönlichkeitsstörungen.

Menschen die häufig an psychiatrischen Erkrankungen leiden, erkranken auch häufiger an Persönlichkeitsstörungen. Etwa 30 bis 50 Prozent sind davon betroffen. Einige Krankheiten treten häufiger bei Männern ein, andere häufiger bei Frauen. Sind Menschen bereits an anderen psychischen Krankheiten erkrankt, so treten bei diesen häufig zusätzlich Persönlichkeitsstörungen auf. Dazu gehören zum Beispiel Alkoholkonsum und Drogenmissbrauch. Depressionen, Angstzustände, psychosomatische Erkrankungen oder Essstörungen werden häufig in Zusammenhang mit Persönlichkeitsstörungen beobachtet.

Komplikationen bei der Krankheit

Das Krankheitsbild Narzissmus kann von vielerlei Komplikationen begleitet werden. Störungsbilder treten in der Regel in Form von sexueller Promiskuität oder sexueller Hemmung auf. Auch Alkoholismus, Drogenabhängigkeit oder ein sozial – parasitäres Verhalten können als Komplikationen angesehen werden. In der Regel hängt das mit der Unfähigkeit der Betroffenen zusammen, sozial – menschliches Verhalten zu entwickeln bzw. sich in andere Menschen einzufühlen. In schweren Fällen kann Narzissmus die Betroffenen zu einer narzisstischen Suizidität verleiten. Auch Parasuizidität ist häufig anzutreffen. Narzissten sind sehr häufig in Situationen die von Stress und Regression von starkem aggressivem Verhalten geprägt. Manchen entwickeln zudem paranoides Verhalten die von kurzen psychotischen Episoden gefolgt werden können.
Um Komplikationen zu vermeiden, bedarf jeder Betroffene einer psychoanalytischen Übertragungsfokussierten Psychotherapie, die versucht die Betroffenen an ein normales Leben zu gewöhnen.

Komplikationen können sein:

  • sexuelle Promiskuität
  • sexuelle Hemmung
  • Alkoholismus
  • Drogenabhängigkeit
  • sozial – parasitäres Verhalten
  • Suizidgefährdung
  • Parasuizidität
  • Aggressivität

Wann sollte man zum Arzt gehen?

Wie bereits besprochen sind Betroffene von Narzissmus, insbesondere Menschen mit besonders stark ausgeprägten Symptomen, nicht in der Lage Narzissmus zu erkennen. Deshalb wird sich ein Betroffener nie an einen Psychiater oder anderen Arzt wenden. Die Symptome können nur von Mitmenschen erkannt werden. Sollten Mitmenschen, insbesondere sind dabei Familienmitglieder, Freunde und Verwandte angesprochen, deutlich ausgeprägtes narzisstisches Verhalten bei einem ihrer Mitmenschen bemerken, sollten sich diese vorsichtig an die Betroffenen herantasten. Jeder muss auf seine eigene Art und Weise herausfinden, wie mit dem jeweiligen Menschen verfahren werden sollte. Ein Psychiater sollte auf jeden Fall besucht werden.

Ist man sich nicht sicher, ob der/die Betroffene/r tatsächlich an Narzissmus leidet, sollte man zuerst das Gespräch mit einem Psychiater suchen, um herauszufinden, ob die betroffene Person tatsächlich an Narzissmus leidet. Erst dann kann man entscheiden welche Schritte unternommen werden können.

In der Regel entwickelt sich Narzissmus schon bei Kindern oder Jugendlichen. Für Eltern die Verdacht auf Narzissmus bei ihren Sprösslingen haben, sollte es daher kein Problem sein sich mit diesen an einen Psychiater zu wenden.

Behandlungsmethoden und Therapie

Therapeutische Möglichkeiten für Menschen mit Narzissmus sind leider nur begrenzt. Um mit einer Therapie zu beginnen, müssen sehr detaillierte und umfangreiche Untersuchungen von Experten durchgeführt werden. Um die Komplexität des Krankheitsbilds zu erstellen, sollte zudem ein Gutachten erstellt werden. Auf Grund vieler Ursachen ist eine vollständige Heilung nur bedingt möglich. Von Erfolg bei Narzissten kann man erst dann sprechen, wenn sich das Verhalten gegenüber seinen Mitmenschen ändert und der Betroffene sich seines Verhaltens gegenüber seinen Mitmenschen bewusster wird.

Zuerst muss es fertiggebracht werden den Betroffenen zu einer Therapie zu überreden. Die Betroffenen erwarten selbstverständlich eine der besten Behandlungen, denn ihnen geht es in den meisten Fällen nicht um eine Heilung von einer Krankheit sondern um die Bewältigung ihrer Probleme. Denn Narzissten haben keine Probleme mit ihrer eigenen Persönlichkeitsstörung! Diese nehmen sie nicht wahr. Die Beratung von einem Therapeuten wird in der Regel nur angenommen, um seinen Lebensstil zu verbessern bzw. ein noch besserer Narzisst zu werden.

Viele Therapeuten lehnen es meistens ab einen Narzissten zu behandeln, da dies in der Regel häufig von schlechten Erfahrungen zusammenhängt. Denn Narzissten nehmen immer an alle besser zu wissen. Meistens meint der Betroffene über das gleiche Wissen zu verfügen wie der Therapeut. Viele Narzissten versuchen den Therapeuten zu unterwerfen, abzuwerten und zu dominieren. Aus diesem Grund sollten Therapeuten gegenüber narzisstischen Patienten nicht als Fachmänner auftreten sondern diese auf Augenhöhe behandeln.

Damit ein Narzisst eine Therapie auch tatsächlich annimmt, muss ein hoher Leidensdruck vorhanden sein. Das bedeutet, dass der Betroffene von familiären Problemen wie Scheidung, oder Ähnlichem geplagt sein muss. Dazu können zum Beispiel auch berufliche oder private Niederlagen beitragen. Dem Betroffenen muss direkt vor Augen stehen, dass derjenige sich in eine Therapie begeben muss.

Vorbeugung und Prävention

Menschen die zu einem narzisstischen Verhalten neigen, können kaum Narzissmus vorbeugen. Am besten ist es an dieser Stelle allen Eltern zu raten, mehr Zeit mit ihren Kindern zu verbringen, diesen Liebe und Zuneigung zu schenken – den Kindern einfach eine glückliche Kindheit zu schenken. Aber auch zu viel des Guten kann schlecht sein. Zu viel Aufmerksamkeit oder Verwöhnung fördert den Narzissmus genauso wie Mangel an Aufmerksamkeit. Zeigen sie ihren Kindern also, dass sie diese lieben und brauchen. Vernachlässigt werden sollten Kinder nie! Aber wichtig ist ein ausgeglichenes Maß.

Menschen die in erwachsenem Alter von Narzissmus betroffen werden, können leider keinerlei Vorbeugungsmaßnahmen treffen. Hier sind vielmehr die Mitmenschen gefragt. Diese sollten sich immer darum bemühen ihre Mitmenschen menschlich zu behandeln und nicht aus der Gesellschaft auszuschließen. Andernfalls könnte sich das entwickelte Maß an Selbstüberhebung jeden von uns treffen. Nicht mehr die Narzissten sind mehr die vernachlässigten Opfer der Gesellschaft sondern alle anderen degradieren zu den Opfern der Narzissten. Viele Menschen leiden an langjährigen Einwirkungen durch Narzissten, die versuchen ihren Mitmenschen das Leben zu erschweren. In vielen Fällen werden dann gewöhnliche Menschen selbst ein Fall für den Psychiater.

Prognose zur Heilung

Wie bereits erklärt ist eine Heilung praktisch unmöglich. Narzissten lassen sich nur in äußersten Notfällen zu Therapien überreden. Auch ist es es schwer ohne psychologisches Fachwissen einzuschätzen, ob die jeweilige Person tatsächlich unter Narzissmus leidet.

Sollte sich dennoch die Gelegenheit für eine Therapie ergeben, ist es relativ unwahrscheinlich, dass sich der Patient darüber einig wird, dass er tatsächlich der Therapie bedarf. Das bedeutet also, dass eine Person die psychologische Hilfe in Anspruch nimmt, sich darüber im Klaren bzw. sich bewusst werden sollte was auf sie zukommt. Zudem sollte der Betroffene auf jeden Fall eine klare Vorstellung von seinen Zielen bei der Therapie haben. Bei Narzissten ist dies auszuschließen, da diese von sich aus gesehen keiner Hilfe bedürfen, denn sie finden an ihrem eigenem Verhalten nichts auszusetzen. Ihr Ziel ist möglicherweise eine Verbesserung ihrer Lebensqualität bei einer eingetroffenen Krise zu bewältigen. Auf keinen Fall kommt es den Betroffenen auf eine Heilung ihrer Persönlichkeitsstörung an!

Da Narzissten auch nicht mit sich reden lassen, und dem Therapeuten auf jeden Fall zu beweisen versuchen, sie wüssten selbst viel besser über das eigentlich Fachgebiet bescheid, kann leider von keiner erfolgreichen Therapie gesprochen werden. Inwieweit eine Therapie erfolgreich abgeschlossen werden kann, hängt von jedem Einzelnen selbst ab.

Formen des Narzissmus

Gesunder Narzissmus
Nicht nur krankhafter Narzissmus ist anzutreffen. Auch gesunder Narzissmus ist in vielen Fällen anzutreffen. Denn die Grundeigenschaften des Narzissmus sind keineswegs schädlich. Im richtigen Maße sind alle Eigenschaften nicht nur gesund sondern auch förderlich. Auf keine Fall sollte aber übertrieben werden! Jeder Mensch sollte ein gesundes Maß an Selbstliebe besitzen. Respektlosigkeit gegenüber anderen Menschen gehört jedoch nicht dazu.

Jeder Mensch sollte in der Lage sein sich selbst positiv darzustellen oder sich selbst positiv einzuschätzen. Die eigenen Bedürfnisse und Wünsche sollten auf keinen Fall zurückgestellt werden. Um eine stabile Persönlichkeiten auszubilden, sollte jeder Selbstbeachtung, Selbstbewusstsein und Selbstvertrauen besitzen. Auf keinen Fall sollte aber damit übertrieben werden.

Menschen mit stabilem Selbstwertgefühl behalten auch in Zeiten von Lebenskrisen, Kritik oder Niederlagen ihr Selbstwertgefühl. Menschen mit positivem Narzissmus strahlen nach außen hin eine positive Harmonie aus. Sie wirken ausgeglichen und ruhig. Diese Menschen strahlen zudem Festigkeit, Wärme und Verbindlichkeit aus und stehen immer zu ihren Überzeugungen. Das Nehmen und Geben fällt ihnen nicht schwer. Anderen Menschen treten diese tolerant und verständnisvoll gegenüber. Zudem zeichnet sie ein gesundes und verständnisvolles Auftreten aus. Überheblichkeit gehört bei ihnen nicht dazu. Sie sind stolz auf ihre Leistungen und freuen sich immer wieder auf ihre Erfolge.

Selbstbewusstsein, Durchsetzungsvermögen und Ehrgeiz sind nicht die einzigen Merkmale, die Narzissmus entsprechen. Selbstverwirklichung und das Streben nach Anerkennung sind menschliche Bedürfnisse, die jeder Mensch in irgendeiner Form empfinden kann. Von den Mitmenschen wird dieses allerdings immer sehr schnell mit Egoismus und Arroganz gleichgestellt. Dabei muss jedoch immer sehr stark differenziert werden, um herauszufinden worum es sich beim Narzissmus handelt. Ist diese Energie nicht vorhanden, kann das menschliche Leben nicht funktionieren. Gesunder Narzissmus bildet also in erster Linie die Grundlage für Leistungsfähigkeit, Widerstandskraft, Entwicklung, Kreativität und vieles andere.

Krankhafter Narzissmus
Im Gegensatz zum positivem Narzissmus zeichnet sich krankhafter Narzissmus durch folgende Eigenschaften aus: Die Betroffenen sich sehr Ich – bezogen. Sie wenden sich in der Regel nur sich selbst zu. Andere Menschen spielen für sie keine Rolle. Die eigenen Wünsche und Bedürfnisse stehen eindeutig im Vordergrund. Sie nehmen lieber, als dass sie geben. Empathie für andere bringen sie am besten überhaupt keine. Sie selbst wollen am besten immer im Mittelpunkt des Geschehens stehen. Das schwache Selbstgefühl das sie haben, bedarf immer wieder einer Bestätigung von außen. Ist diese Zufuhr nicht da, sind Probleme in zwischenmenschlichen Bereichen vorprogrammiert. Narzissten beachten andere Menschen wenig bis überhaupt nicht, vernachlässigen andere und stellen sich selbst in den Mittelpunkt. Der Eigennutz steigt dabei über das Gemeinwohl. Lieben sie jemanden, so geschieht das in erster Linie, um selbst geliebt zu werden.

Negativer Narzissmus ist immer ein Auslöser für Hass, Eifersucht, Neid, Streit und vielerlei Arten von Kränkungen. Die schlimmsten Folgen können Gewalt oder Verbrechen sein. Negativer Narzissmus steht normalen zwischenmenschlichen Beziehungen immer im Weg: Familie, Beziehung, Ehe, Freundschaften, Berufsleben. Unangenehme Auseinandersetzungen, Konflikte, Straftaten und Feindschaften sind immer mit Narzissmus verbunden.

Auf keinen Fall sollte man vergessen, dass jeder Mensch narzisstische Züge trägt. Treten diese aber in übertriebener Form auf, kann daraus auf eine krankhafte Form geschlossen werden. Leidet der Betroffene ständig an den Folgen seines Narzissmus, wie zum Beispiel die Ausgrenzung von anderen Menschen, oder aber das Umfeld leidet am Narzissmus des Betroffenen, so wird die Persönlichkeitsstörung zu einem ernsthaften Problem.

Der Ausprägungsgrad kann folgendermaßen aussehen:

  • natürlicher und gesunder Narzissmus in sehr selbstbewussten Menschen
  • situationsbezogene, narzisstische Reaktionen bei normalen Menschen
  • narzisstische, ausgewachsene Persönlichkeitsstörung, krankhafte Form
  • bösartiger Narzissmus, extrem krankhafte Form

Mythos
Es scheint, dass die narzisstische Persönlichkeitsstörung schon in der Antike verbreitet war. Nicht umsonst entstand im antiken Griechenland der Mythos des Narziss. Die Bezeichnung Narzissmus leitet sich vom Namen Narziss ab. Die 3000 Jahre alte Geschichte erzählt von einem Jüngling namens Narziss, des Sohnes Flussgottes Kephissos und der Nymphe Leiriope. Dieser verliebte sich in sein eigenes Spiegelbild.

Die Mutter des Narziss suchte den Wahrsager Teiresias auf und befragte ihn, ob ihrem Sohn ein langes Leben beschieden sei. Diese gab ihr zu verstehen, dass dieser so lange leben werde, bis er sein eigenes Spiegelbild kennen lernen würde.Er war unberührbar und hartherzig. Niemanden ließ er an sich heran und blieb immer hartherzig. Die Bergnymphe Echo war besonders in ihn ihn verliebt. Doch auch diese wurde von Narziss grob fortgetrieben. Sie versteckte sich in den Wäldern und lebte dort einsam und menschenscheu ohne Nahrung bis sie dort ihren Tod fand.

Als Narziss sich eines Tages über eine Quelle beugte, um daraus zu trinken, erblickte er dort sein Spiegelbild. Entzückt über das Gesehene, konnte er nicht erkennen, dass es sich dabei um sein eigenes Spiegelbild handelte. Er verliebte sich in sein eigenes Spiegelbild. Um sein Ebenbild zu erreichen beugte er sich immer weiter in einen See bis er schließlich in diesem ertrank.

Narziss liebte also nicht sich selbst sondern nur sein eigenes Ebenbild. ER war genauso wie alle vom Narzissmus betroffenen nicht dazu in der Lage eine Verbindung zwischen seinem Bild und sich selbst festzustellen.

Auf Grund seiner Schönheit wurde der Jüngling immer wieder von Frauen und Männern bewundert. Doch diese wies er grob ab.

Alternative Behandlungsmethoden

Von alternativen Behandlungsmethoden beim Narzissmus zu sprechen ist leider fast überflüssig. Die einzig relevante Methode Narzissmus einzudämmen ist nur eine psychologische Behandlung. Doch auch diese kann in den meisten Fällen nicht erfolgreich abgeschlossen werden.
Logischerweise können weder Hausmittel, noch Ernährung dazu führen Narzissmus einzudämmen. Auch Homöopathische Mittel können keine Verbesserung herbeiführen, denn diese berufen sich auf den Glauben des Menschen auf die Heilwirkung. Narzissten sind jedoch davon überzeugt, dass sie gesund sind und keinerlei Hilfe bedürfen.

Welche Hausmittel können helfen?

Wie bereits erwähnt gibt es leider keine Hausmittel die der Eindämmung des Narzissmus helfen würde.

Heilkräuter und Heilpflanzen

Heilkräuter und Heilpflanzen können dem Narzissmus nicht entgegenwirken. Beruhigungstees können in manchen Fällen gegen Aggressionen oder gegen aufbrausende Gefühle helfen. Dazu gehören: Baldrian, Hopfen, Lavendel, Melisse, Passionsblume, Sternanis. Daraus können bequem Tees gekocht und nach Bedarf eingenommen werden.

In anderen Fällen kann zu Beruhigungsdragees gegriffen werden. Am besten man verwendet immer natürlich Heilpflanzen. Die Wirkung von pharmazeutischen Medikamenten ist sehr umstritten und führt in der Regel nicht zu einem idealen Ergebnis.

Ätherische Öle

Auch ätherische Öle können nur im Falle einer Aggressionsbewältigung eingesetzt werden. Dazu gehören zum Beispiel, Pfefferminz – und Lavendelöl. Im Grunde genommen können aber auch Ätherisch Öle nicht gegen Narzissmus eingesetzt werden.

Homöopathie und Globuli

Homöopathische Mittel können nicht gegen Narzissmus eingesetzt werden. Diese Mittel beruhen auf dem Glauben des Betroffenen, dass das Medikament tatsächlich gegen das jeweilige Leiden hilft. Da Narzissten nicht davon ausgehen, dass sie krank sind oder an einer Persönlichkeitsstörung leiden, können solche Mittel keinen Erfolg erzielen.

Schüssler – Salze

Auch Schüssler – Salze zählen zu homöopathischen Mittel. Deshalb ist nicht davon auszugehen, dass Narzissten zu diesen greifen würden. Auch ein Erfolgsergebnis wäre nicht zu erwarten.

Diät und Ernährung

Diät und Ernährung wirken sich in keiner Weise auf die Bewältigung einer Persönlichkeitsstörung aus.

FAQ – Fragen und Antworten

Ist Narzissmus heilbar?
Nein, leider ist Narzissmus an sich nicht heilbar. Sollte sich der Betroffene zu einer Therapie entschließen und sollte diese mit Erfolg beendet werden, kann der Narzissmus eingedämmt werden. In erster Linie spielt dabei eine Bewusstseinswerdung eine wichtige Rolle. Dem Betroffenen sollte auf jeden Fall klar werden, dass sein Umgang mit anderen Menschen sein Gegenüber verletzt. Der Umgang mit anderen Menschen sollte auf jeden Fall im Mittelpunkt der Therapie stehen.

Ich bin das Opfer eines Narzissten, wie soll ich vorgehen?
So blöd es sich anhört, sollte man diese Person am besten meiden. Ist das nicht möglich, sollte man sich auf jeden Fall an einen Psychiater wenden. Mit diesem sollten weitere Schritte besprochen werden.

Anhand welcher Merkmale kann ich einen Narzissten erkennen?
Folgende Punkte sind notwendig, um einen Narzissten zu erkennen:

  • Entwertung anderer Menschen
  • Mangelnde Empathie
  • Übersteigerte Empfindlichkeit
  • Übertriebene Exzentrik

Welche Formen des Narzissmus gibt es?
Es gibt verschiedene Formen des Narzissmus. Dazu gehören zum Beispiel:
normaler narzisstischer Mensch
charakterloser Narzisst
amouröser Narzisst
kompensatorischer Narzisst
Fanatischer Narzisst

Wann kann man von einer narzisstischen Persönlichkeit sprechen?
Ist das Bedürfnis nach Aufmerksamkeit, Zuwendung, Anerkennung und Bewunderung in einer übertrieben krankhafter Weise vorhanden, so kann man von Narzissmus sprechen. Krankhafter Narzissmus ist eine ernsthafte Persönlichkeitsstörung. Die Ursachen für Narzissmus hängen in der Regel mit der Kindheit der Betroffenen zusammen. Sollten diese in der Kindheit zu wenig Liebe und Aufmerksamkeit von den Eltern erhalten haben, so versuchen sie im Nachhinein diesen Mangel auszugleichen, indem sie sich selbst als besser hinstellen als andere Menschen.

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