Grundumsatz

als Grundumsatz bezeichnen wir die Menge an Kalorien, die ein Mensch pro Tag verbraucht und dabei in völliger Ruhe, nüchtern und innerhalb einer Umgebungstemperatur von 28°C befindet. Denn 28°C ist die Umgebungstemperatur, bei der der menschliche Körper keine zusätzliche Energie aufbringen muss, um die Körpertemperatur aufrecht zu erhalten. Grundsätzlich ist der Grundumsatz individuell. Es gibt jedoch einige Faktoren, wie zum Beispiel das Körpergewicht und die Körpergröße, welche den Grundumsatz beeinflussen können. In diesem Beitrag erfahren Sie, was der Grundumsatz genau ist und von welchen Faktoren er beeinflusst werden kann. Außerdem Gehen wir auf typische Störungen und häufig gestellte Fragen zum Grundumsatz ein.

 

Was ist der Grundumsatz?

Der Grundumsatz bezeichnet den Energieverbrauch des Menschen, welcher täglich zur Selbsterhaltung benötigt wird. Dieser Wert kann nur ermittelt werden, wenn sich der jeweilige Patient in völliger Ruhe befindet, vor mindestens zwölf Stunden die letzte Mahlzeit zu sich genommen hat und keine Energie aufbringen muss, um die Körpertemperatur aufrecht zu erhalten (Indifferenztemperatur). Der körpereigene Temperaturregulation sorgt dafür (in gesundem zustand), dass die Körperkerntemperatur einen Wert knapp unter 37°C nicht überschreitet. Bei Außentemperatur, um die 28°C, muss die Temperaturregulation nicht arbeiten und dementsprechend wird auch keine zusätzliche Energie dafür verbraucht.

Eine grobe Richtlinie besagt, dass jeder Körper etwa 22-24 kcal pro Kg Körpergewicht pro Tag verbraucht. Nach diesem Richtwert hätte Beispielsweise ein Mensch, mit einem Körpergewicht von 80Kg, einen Grundumsatz von 1760-1920 kcal. Natürlich handelt es sich hier nur um einen Richtwert, welcher, wie schon erwähnt, von einigen Faktoren abhängig ist. Alle Kalorien, welche über den Grundumsatz hinaus verbraucht werden, bezeichnen wir allgemein als Leistungsumsatz. Wenn man den Grundumsatz und den Leistungsumsatz addiert, bekommt man die gesamte Menge an verbrauchten Kalorien heraus – den Gesamtumsatz.

  • Täglicher Kalorienbedarf, der benötigt wird, um den Körper zu erhalten
  • Etwa 22-24 kcal pro Kg Körpergewicht pro Tag
  • Alle Tätigkeiten, die zusätzliche Energie kosten, gehören nicht mehr zum Grundumsatz, sondern zum Leistungsumsatz
  • Die Summe aus Grund- und Leistungsumsatz bezeichnet man als Gesamtumsatz

 

Welche Faktoren beeinflussen den Grundumsatz?

Der Grundumsatz ist ein sehr individueller Wert, der von Mensch zu Mensch sehr unterschiedlich ausfallen kann. Denn es gibt einige Faktoren, welche den Grundumsatz in hohem Maße beeinflussen können. Dazu zählt in erster Linie dass Alter, die Körpergröße und das Körpergewicht. Grundsätzlich sinkt mit steigendem Alter der Kalorienverbrauch, weshalb ältere Menschen meist einen etwas niedrigeren Grundumsatz aufweisen. Zudem bestimmt natürlich die Körpermasse, wie viele Kalorien benötigt werden, um diese zu erhalten. Je größer und schwerer ein Mensch ist, desto höher ist auch sein Grundumsatz.

Das Körpergewicht sollte differenziert betrachtet werden. Denn hier spielt es eine Rolle, wie viel Muskelmasse im Verhältnis zu Fett vorhanden ist. Denn Muskulatur ist eine sogenannte aktive Körpermasse, welche deutlich mehr Energie benötigt, als es zum Beispiel bei Körperfett der Fall ist. Wenn ein Mensch also sehr Muskulös ist, wird er einen deutlich höheren Energiebedarf haben, als ein Mensch mit dem selben Körpergewicht, welcher keine Muskulatur aufgebaut, sondern Fett eingelagert hat.

Weiterhin hat auch die Umgebungstemperatur einen Einfluss auf den Grundumsatz. Denn um sich selbst zu kühlen oder zu erwärmen, benötigt der Körper natürlich zusätzliche Energie. Um einen möglichst genauen Wert zu ermitteln, wird der Grundumsatz daher bei neutralen Temperaturen gemessen. Diese Temperatur entspricht einem Wert, bei dem der Körper weder Energie aufbringen muss, um sich zu kühlen, noch um sich selbst zu erwärmen.

Die Funktion und Aufgabe des Grundumsatzes

Der Grundumsatz, addiert mit dem Leistungsumsatz, ergibt dem Gesamtumsatz – Die Gesamtheit aller am Tag zugeführten Kalorien. Nimmt man nun so viel Nahrung zu sich, dass der Gesamtumsatz deutlich überstiegen wird, versucht der Körper, die überschüssige Energie einzuspeichern – Und zwar in Fettreserven. Diese speichert der Körper ab, um sie im Falle einer Nahrungsknappheit wieder verwerten zu können. Fetteinlagerungen sind also eigentlich eine sehr nützliche Körperfunktion, welche besonders in Zeiten der Nahrungsknappheit sehr hilfreich war. Übermäßige Fetteinlagerungen führen jedoch zu unangenehmen Begleiterscheinungen wie Bluthochdruck oder den Verschleiß der Gelenke.

Dieses Szenario kann sich natürlich auch umgekehrt abspielen. Denn führt man dem Körper deutlich weniger Energie, als der Grundumsatz verbraucht, muss der Körper Energie aus Körpereigenem Gewebe bilden. Dazu stehen dem menschlichen Organismus zwei verschiedene Gewebearten zur Verfügung, aus denen er Energie gewinnen kann – Körperfett und Muskulatur. Wünschenswert wäre es natürlich, wenn der Körper seine Energie in diesem Fall aus dem überschüssigen Körperfett gewinnen würde. So einfach ist es jedoch leider nicht. Denn die Energie, welche der Körper aus den Aminosäuren der Muskulatur gewinnen kann, steht schneller zu Verfügung und kann leichter gebildet werden. Zudem verbraucht zusätzlich Muskulatur auch zusätzliche Energie, was beim Körperfett nicht der Fall ist.

Daher wird der Körper im Großteil der Fälle versuchen, die nötige Energie aus der Muskulatur zu ziehen. Dieses Wissen machen sich zum Beispiel Kraftsportler und Bodybuilder zu Nutze. Denn wenn man möchte, dass der Körper die Energie aus dem Fett gewinnt, anstatt aus der Muskulatur, muss man dem Körper nur genügend Proteine zuführen – Proteine sind der Grundbaustein der Muskulatur. Dass signalisiert dem Organismus, dass keine Nahrungsknappheit besteht und er seine Energie getrost aus den gespeicherten Körperfetten gewinnen kann. Zudem muss man der Muskulatur signalisieren, dass sie „gebraucht“ wird. Dies kann man am besten durch intensives Training mit Gewichten umsetzen. Denn wenn die Muskulatur regelmäßig beansprucht wird, ist der Organismus geneigt, diese zu erhalten.

Weiterhin hat der menschliche Körper der Fähigkeit, in einen sogenannten Hungerstoffwechsel zu wechseln. Hier kann der Grundumsatz um bis zu 50% reduziert sein. Damit der Organismus in den Hungerstoffwechsel umschaltet, muss er mindestens drei Tage lang mit 500 kcal oder mehr unterversorgt gewesen sein. Dies ist eine lebensrettende Anpassungsreaktion des menschlichen Körpers. Auch dieses Wissen kann man sich, besonders in einer Diät, sinnvoll nutzbar machen. Man muss nur darauf achten, dass ein Kaloriendefizit von 500 kcal nicht überschritten wird. Dann wechselt der Körper nicht in den Hungerstoffwechsel und der Gesamtumsatz bleibt so hoch wie zuvor. Denn mit einem halbierten Gesamtumsatz, wird es sehr schwer werden, weiterhin Körperfett zu verlieren. Zudem ist eine derart starke Unterversorgung an Energie auch nicht gesund für den menschlichen Körper.

Die Grundlegende Funktion des Grundumsatzes ist es also, Richtlinien für eine optimale Ernährung zu geben. Durch den Grundumsatz, in Kombination mit dem Leistungsumsatz, wissen wir genau, wie viel Energie verbraucht wird und können unsere Ernährung entsprechend anpassen. Denn sowohl zu viel, als auch zu wenig Nahrung können sich negativ auf den menschlichen Organismus auswirken.

Krankheiten, Beschwerden und Störungen des Grundumsatzes

Störungen des Grundumsatzes gehen in der Regel mit einem verhältnismäßig niedrigen Grundumsatz einher. Da in diesem Fall deutlich weniger Kalorien benötigt werden als normalerweise, kann dies natürlich schnell zum Übergewicht und den damit verbundenen Folgen führen. Denn der Betroffene merkt zunächst nicht, dass er mehr Kalorien zu sich nimmt, als er verbraucht.

Es gibt jedoch die Möglichkeit, den Grundumsatz gezielt zu erhöhen. Denn der Grundumsatz ist wird nicht gänzlich durch die Genetik bestimmt, sondern lässt sich zum Teil auch über die Nahrung beeinflussen. Dazu sind scharfe Nahrungsmittel, welche den Stoff Capsaicin enthalten, hervorragend geeignet, da Capsaicin eine starke Stoffwechsel anregende Wirkung aufweist. Diesen Stoff findet man Beispielsweise in Lebensmitteln wie Cayennepfeffer, Curry oder auch in Chili. Tatsächlich lässt sich der Grundumsatz, durch die regelmäßige Einnahme von Capsaicin um bis zu 25% steigern.

Die Schilddrüsenunterfunktion (Hypothyreose), ist wohl die bekannteste und häufigste Erkrankung, welche mit einem zu niedrigen Grundumsatz einhergeht. Denn diese beeinflusst dass Hormonsystem und verlangsamt den Stoffwechsel. Natürlich gibt es auch andere Erkrankungen, welche auf das Hormonsystem einwirken und einen verminderten Grundumsatz bedingen können. Dass ist Beispielsweise auch häufig in der Menopause der Fall, obwohl diese natürlich keine Erkrankung darstellt.

In der Menopause führt ebenfalls der Veränderte Hormonspiegel zu einem niedrigeren Grundumsatz. Dies ist ein Problem, mit dem viele Frauen innerhalb der Menopause zu kämpfen haben.

Zusätzlich haben auch Stresshormone eine Wirkung auf den Grundumsatz. Denn diese verbrauchen zusätzliche Energie und erhöhen somit den Grundumsatz. Nicht nur stressige Situationen sorgen dafür, dass Stresshormone ausgeschüttet werden, sondern auch diverse Medikamente, welche eine Stresssituation im Körper auslösen.

Psychische Störungen wie etwa Depressionen, können sich dämpfend auf den Stoffwechsel auswirken. Auch Medikamente, die bei Depressionen eingesetzt werden, wie zum Beispiel Antidepressiva, können sich dämpfend auf den Stoffwechsel auswirken. Daher gehen Depressionen und deren Behandlung auch häufig mit einer leichten Gewichtszunahme einher.

Tumore stellen eine der Einzigen Erkrankungen dar, welche mit einem gesteigerten Grundumsatz einhergehen. Denn maligne Tumore(bösartige Geschwulst) sind immer „konsumierend“. Dass bedeutet sie bedienen sich einem Teil der Nahrungsenergie, um sich selbst erhalten und wachsen zu können. Daher weisen Patienten mit Tumorösen Erkrankungen auch häufig eine Abnahme an Körpergewicht auf.

Die stärkste mögliche Senkung des Grundumsatzes wird nicht durch eine Erkrankung ausgelöst, sondern durch den menschlichen Körper selbst. Denn wenn diesem über einen längeren Zeitraum nicht genügend Nährstoffe zugeführt werden, schaltet er in einen „Energiesparmodus“ und kann seinen Grundumsatz so auf natürliche Weise um etwa 50% reduzieren.

Häufige Fragen zum Grundumsatz

Worin unterscheidet sich der Grundumsatz von Ruheenergieverbrauch?

Grundsätzlich beschreiben der Ruheenergieverbrauch und der Grundumsatz den gleichen Umstand – den menschlichen Energieverbrauch während körperlicher und geistiger Ruhe. Der Unterschied der beiden Begrifflichkeiten liegt in den Umständen während der Messung.

Denn die Bedingungen für die Messung des Grundumsatzes, sind genau standardisiert. Denn die Messung erfolgt in jedem Fall am Morgen nach etwa 8 Stunden Schlaf. Die Umgebungstemperatur während des Schlafs muss neutral sein, sodass der Körper keine Energie für die Thermoregulation aufbringen muss. Die letzte Mahlzeit sollte etwa 12 Stunden zurückliegen.

Die Bedingungen, unter denen der Ruheenergieverbrauch gemessen wird, sind nicht ganz so streng. So muss die Messung nicht zwangsläufig direkt nach dem Aufstehen erfolgen, damit der Patient nicht stationär aufgenommen werden muss, sondern nach dem Aufstehen die jeweilige Einrichtung aufsuchen kann. Die zwischen der letzten Mahlzeit nicht zwangsläufig 12 Stunden liegen müssen, schließt die Messung auch den thermischen Effekt der Nahrung mit ein. Daher liegt der Ruheenergieverbrauch auch etwa 10% über dem Grundumsatz.

Was ist Energie?

Im Zusammenhang mit der Ernährung, wird Energie auch „Kalorien“ bezeichnet. Dies ist eine Einheit, welche die Menge an Energie beschreibt, die ein bestimmtes Nahrungsmittel dem menschlichen Körper liefern kann. Natürlich benötigt der Mensch, genauso wie jeder andere Organismus auch, Energie um sich selbst erhalten und diverse Funktionen und Prozesse durchführen zu können. Diese Energie bekommen wir aus den Makronährstoffen unserer Nahrung – Kohlenhydraten, Eiweiß und Fett. Diese Energiequellen kann der Körper verwerten und in Wärme oder andere energiehaltige Verbindungen umwandeln.

Wovon hängt der Energiebedarf eines Menschen ab?

Der Energiebedarf eines Menschen ist gleich der menge an Nahrungsenergie, welche für eine ausgeglichene Energiebilanz benötigt wird. Wenn die Zufuhr an Nahrungsenergie dem Energieverbrauch entspricht, kann die Energiebilanz als ausgeglichen bezeichnet werden.

Wie viel Energie verbraucht wird, ist jedoch von Mensch zu Mensch unterschiedlich und von vielen verschiedenen Faktoren abhängig. Besonders das Körpergewicht und das Verhältnis zwischen Muskulatur und Körperfett haben einen großen Einfluss auf den Grundumsatz. zudem spielt das Geschlecht, das Alter und der aktuelle Gesundheitszustand eine Rolle. Auch die Umgebungstemperatur und die körperliche Aktivität haben einen hohen Einfluss auf den Energiebedarf.

Dadurch kann der Energiebedarf von Menschen, welche dass selbe Körpergewicht aufweisen, sehr unterschiedlich ausfallen. Je nachdem, welcher Beruf ausgeübt wird und wie die Freizeit gestaltet wird, kann der Energiebedarf um bis zu 1900kcal schwanken.

Unser Fazit zum Grundumsatz

Der Grundumsatz ist also ein messbarer Wert, welcher den menschliche Energiebedarf in völliger körperlicher und geistiger Ruhe beschreibt. Besonders in der Sporternährung spielt dieser Wert eine bedeutende Rolle. Denn durch einen genau bestimmten Grundumsatz, können Sportler ihre Ernährung bis ins kleinste Detail optimieren. Jedoch hat der Grundumsatz auch eine Bedeutung für die Medizin. Denn einer zu hoher oder zu niedriger Grundumsatz kann ein Indiz für verschiedene Erkrankungen sein.

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