Logopäde

Logopäde Logopäden LogopädieLogopäden sind speziell geschulte Menschen, die sich darauf spezialisiert haben, Personen mit Sprechbeschwerden oder Sprachfehlern dabei zu helfen, diese zu überkommen.

Zwar geht dem Dasein als Logopäden entweder ein Studium oder eine intensive Ausbildung voran, aber sie sind keine Ärzte im eigentliche Sinne. Das heißt unter anderem, dass es ihnen nicht gestattet ist Rezepte auszustellen und oder Eingriffe oder Bluttests und dergleichen durchzuführen. Da dies zur Ausübung ihrer Tätigkeit jedoch auch nicht nötig ist, tut es ihrer Wirkung keinen Abbruch.

Was genau sind Logopäden?

Logopäden sind spezielle geschulte Menschen, die sich mit dem gesprochenen Wort und vorallem mit der Richtigkeit dessen auseinandersetzen. Das heißt also, dass sie primär bei der Behandlung von Sprachfehlern zur Hilfe gezogen werden. Diese können angeboren sein, auf einen Unfall oder eine Operation zurückgehen oder psychologische Ursachen haben.

Besondere Anwendung finden die Dienste eines Logopäden in folgenden Fällen:

  • SES
    • Unter SES versteht man die sog. Sprachentwicklungsstörung.
    • Diese tritt meist mit dem Beginn der resten Sprechversuche von Kleinkindern auf.
    • Die möglichen Ursachen für die SES können zahlreich sein.
    • Bei einer Verzögerung der Sprachentwicklung von etwa einem halben Jahr, wird dem Kind eine logopädische Therapie empfohlen (Logopädie).
  • Dyslalie
    • Hierunter fallen Stottern, Stammeln und Lispeln.
    • Bei allen dreien kann ein Logopäde gut Abhilfe leisten.
  • Dysarthrie (auch als Dysarthropneumophonie bekannt)
    • Hierbei handelt es sich um eine Störung der Sprachfähigkeit durch eine Erkrankung des Gehirnes bzw. der Gehirnnerven.
    • Auch eine teilweise Lähmung der Gesichtsnerven kann ein Grund für diese Erkrankung sein.
    • Mögliche Ursachen für eine Dysarthrie können sein: Schlaganfälle, Parkinson, Schädel-Hirn-Traumata, Multiple Sklerose.
  • Anpassen der Stimmhöhe
    • Frauen, die unter einer zu tiefen Stimme oder Männer die unter einer zu hohen Stimme leiden, können die Hilfe eines Logopäden in Anspruch nehmen.
    • Die Logopädie vermittelt Techniken um die Höhe der Stimme an das Vorbild für das Geschlecht anzupassen.
    • Insbesondere Transsexuelle bedienen sich häufig der Hilfe eines Logopäden, um ihre Stimme ihrem neuen Geschlecht entsprechend anpassen zu können.
  • Unkontrollierte Lautstärke
    • Aufgrund einiger neurologischer oder psychologischer Erkrankungen kann es bisweilen dazu kommen, dass einige Betroffene nicht mehr in der Lage sind, die Lautstärke mit der sie Sprechen zu kontrollieren.
    • Sie sprechen also entweder zu laut oder zu leise oder wechseln dieses in extremeren Fällen auch häufig ab. Aber auch hier kann Logopädie entgegenwirken.

Logopäden sind also die Fachmänner Nummer eins, wenn es darum geht medizinisch oder psychologisch erworbene Sprachstörungen zu korrigieren oder zu heilen. Dabei spielen Alter und Geschlecht der Patienten keine Rolle.
In manchen Fällen übernimmt die Kasse die Behandlung bei einem Logopäden, dies muss aber nicht immer der Fall sein. Daher gilt es, sich vorher dahingehend zu informieren.

Wie behandelt ein Logopäde seine Patienten?

Die Behandlungsmethoden, derer sich ein Logopäde bedienen kann sind sehr zahlreich und individuell oftmals auch sehr verschieden.

Viele werden die Übung kennen, die es erfordert, dass der Patient mit einem Korken im Mund reden muss, ohne dabei unverständlich zu werden. Das hilft insbesondere Stotterern oder Lisplern dabei ihre Leiden zu vermindern.

Auch das Sprechen in Papiertrichter wird als Therapieform genutzt. Insbesondere bei Menschen, die danach trachten ihre Stimmen tiefer oder höher erscheinen zu lassen. Denn durch das Sprechen in einen Trichter sind sie imstande sich selbst zu hören und können dahingehend auf die Höhe ihrer Stimme Einfluss nehmen.
Aber auch Übungen zur Stärkung der Muskulatur der Zunge und des Kiefers können ggf. Formen der Therapie darstellen. Diese werden oftmals dann verwandt, wenn es darum geht Opfern von Schlaganfällen zu helfen. Da deren Gesichtsmuskulatur durch die vorhergehende Erkrankung in vielen Fällen immens geschwächt ist und wieder neu aufgebaut werden muss.

Dennoch gilt es zu bemerken, dass Logopäden primär dabei helfen, die Symptome einer Sprechstörung zu bekämpfen (Logopädie).

Die psychologischen oder medizinischen Ursachen für eine gestörte Sprache können von ihnen in aller Regel nicht beseitigt oder gar erst in Angriff genommen werden. Das ist Sache der behandelnden Ärzte bzw. des behandelnden Psychologen oder Psychiaters. Das schmälert ihre Rolle in der Wiederherstellung oder Neuerschaffung der Sprechfähigkeit des Individuums aber nicht.

Zudem gehören auch Sprechübungen, wie sie beispielsweise im Theater von Schauspielern benutzt werden zum Repertoire eines Logopäden.

Nicht zu Vergessen sind darüber hinaus die Atemübungen, die ein Logopäde mit seinen Patienten oftmals durchführt und sie einstudieren lässt. Es ist nämlich keine Seltenheit, dass Sprachstörungen durch eine falsche Atmung begründet sind oder dadurch verschlimmert werden. Zudem trägt die Stärkung des Zwerchfelles durch gezieltes Atmen dazu bei, den gesamten Sprechapparat fester und ebenso stärker zu machen.
Weitere möglich Behandlungsmethoden beinhalten das Aufnehmen der Stimme des Patienten, die ihm im Anschluss daran vorgespielt wird. Dies kann besonders bei Stotterern als schocktherapeutischer Ansatz genutzt werden und ihnen das Ausmaß ihrer Störung erst recht klar machen.

Behandlungen durch einen Logopäden sind zwar in der Regel erfolgreich, brauchen aber auch ihre Zeit. Kein seriöser Logopäde bietet Wunderkuren an, die einem dabei helfen nach zwei Tagen seine Sprachstörung loszuwerden. Der Prozess ist oft lang und Mühselig, aber wer durchhält und Disziplin zeigt, der wird am Ende meist dafür belohnt.

Welcher diagnostischer Mittel bedient sich ein Logopäde?

Anders als allgemeine Mediziner, Fachärzte oder Psychologen und Psychiater bedient sich ein Logopäde oftmals keiner diagnostischer Mittel, sonder macht seine therapeutischen Ansätze von der Diagnose medizinischen Fachpersonals abhängig.

Das liegt daran, da er als offizieller Nicht-Mediziner keinerlei Befugnisse hat Tests durchzuführen, die eine etwaige Ursache der Sprachstörung beleuchten könnten, außer es handelt sich dabei um Blickdiagnosen. Letztere sind aber für das Ausrichten einer effektiven und genauen logopädischen Therapie so gut wie niemals ausreichend oder aussagekräftig.

Der Logopäde kann also „nur“ mittels der für ihn gestellten Diagnose agieren und den Fortschritt des Patienten verfolgen und diesem ggf. empfehlen einen Arzt, insofern nötig, aufzusuchen, um etwaige medizinische Probleme, die der logopädischen Weiterbehandlung im Wege stehen, auszuschalten.

Woraus sollte ich bei der Wahl eines Logopäden achten?

Es ist wichtig sich im Vorhinein klarzumachen, was man sich vom besuch bei einem Logopäden verspricht und was nicht.

Überweisungen im klassischen Sinne kann man für den Logopäden nicht erhalten. Es sind eher Empfehlungen seitens des behandelnden Arztes oder des Psychologen. Diese empfehlen darüber hinaus auch oft Logopäden mit denen vorherige Patienten von ihnen bereits gute Erfahrungen sammeln konnten. Solche Ratschläge sollte man stets beherzigen.

Auch gilt es darauf zu achten, dass man mit dem Logopäden gut auskommt, da man wahrscheinlich sehr viel zeit miteinander verbringen wird. Sollte man sich also unsympathisch sein, werden die Sitzungen oft zäh und sind weniger von Erfolg gekrönt als bei einem vertrauenswürdigen und respektvollen Verhältnis zwischen Therapeut und Patient.

Auch der Ruf des Logopäden ist von äußerster Wichtigkeit. Logopäden werden nicht so streng überwacht wie bspw. Ärzte. Deshalb ist die Gefahr tendenziell höher auf ein schwarzes Schaf zu stoßen. Also ist es immer ein guter Tipp sich im Freundes- und Bekanntenkreis umzuhören oder sich Informationen im Netz zu beschaffen.

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