Adipositas

AdipositasAdipositas ist allseits bekannt, hat viele meist unschöne Namen und wird nach und nach in immer mehr Ländern der Welt zur Volkskrankheit Nummer eins.

Da Lebensmittel heutzutage immerzu und darüber hinaus in großen Mengen verfügbar und sie zumeist mit Zucker oder anderen stark kalorienhaltigen Zusätzen vermischt sind, fällt es vielen Menschen schwer ihre Nahrungsmittelaufnahme zu regulieren. Dieser Fakt in Kombination mit oft zu wenig Bewegung führen daher oftmals zu einer Adipositas.

Was genau ist eine Adipositas

Wie bereits eingänglich erwähnt, handelt es sich bei einer Adipositas um eine durch gesteigerten Lebensmittelkonsum und zu wenig sportlicher Aktivität hervorgerufene Krankheit. Manchmal auch als Fettleibigkeit oder Obesitas bezeichnet, ist sie ein täglicher Anblick an vielen Orten der Welt.

Durch Einlagerungen von in zu großen Mengen aufgenommenem Fett und Zucker im Körper, dehnt dieser sich aus.
Fett im Körper ist aber im Grunde nichts schlimmes und sogar empfehlenswert zu haben. Es kommt nur darauf an, die richtige Menge zu finden. Darum unterscheidet man auch ganz klar Fettleibigkeit von leichtem Übergewicht. Adipositas ist die extremste Stufe von Übergewicht und sollte nicht auf die leichte Schulter genommen werden. Die Risiken, die diese Krankheit birgt und mit sich bringt können enorm belastend für die Betroffenen und deren Umfeld sein.

Gründe für eine Adipositas sind unzählbar. Sie reichen von rein medizinischen, über erbliche, bis hin zu psychologischen Faktoren und können oftmals nur schwer determiniert werden.

Das ändert allerdings wenig daran, wie eine Fettleibigkeit behandelt wird. Anders als bei anderen Erkrankungen ist es bei einer Adipositas nicht so wichtig die Ursache zu heilen, sondern die Symptome zu bekämpfen, sprich das Fett selbst und das Verhalten, das zur Verfettung geführt hat.

Sicherlich ist es auch ratsam im Laufe der Therapie den Grund des Problems zu erforschen, das Hauptaugenmerk allerdings liegt zunächst darauf, den Pfunden den Kampf anzusagen.

Es gehört viel Stärke des Willen und Disziplin dazu, sich von seiner Adipositas loszulösen, da essen für viele Betroffene eine Art Sucht ist. Daher kann es für Fettleibige und deren Umfeld oftmals sehr empfehlenswert sein, wenn sie externe Beratung oder Hilfe in Anspruch nehmen, um dieses Übel effektiver und gezielter bekämpfen zu können.

Welche Ursachen liegen einer Fettleibigkeit zugrunde?

Wie bereits erwähnt, können die Gründe für eine Adipositas vielfältiger Natur sein. Das heißt, dass sie entweder medizinisch, psychologisch oder erblich bedingt sind.

Medizinische Ursachen einer Adipositas können diverse Unter- oder Fehlfunktionen von Organen oder Drüsen sein. Besonders Leiden an der Schilddrüse verursachen in vielen fällen starke Gewichtszunahmen.

Auch diverse Suchterkrankungen steigern die Chancen adipös zu werden. Beispielsweise können Alkoholiker durch die erhöhte Aufnahme von Kalorien (die meisten Alkoholika sind reich an nämlichen) schnell überfetten. Vorallem dann, wenn es sich um sog. „funktionale Alkoholiker“ handelt, die neben ihrer Trunksucht noch regelmäßig normal essen.

Eine weitere Suchterkrankung ist die sog. „Fresssucht“. Also eine Abhängigkeit von Nahrungsmitteln. Oftmals sog. Comfort-Food, ergo Süßigkeiten, Süßgebäck Fast Food und stark verzuckerte Limonaden.

Psychologische Gründe für eine Fettsucht sind teilweise fließend mit den medizinischen. Insbesondere sind Süchte meist das Resultat eines Zusammenspiels aus Medizin und Psychologie.

Beispielsweise können Impulskontrollstörungen eine große Rolle im Entwickeln einer Adipositas spielen. Da hiervon betroffene Personen oftmals nicht in der Lage sind zu kontrollieren, wieviele und welche Nahrungsmittel sie aufnehmen – daher kommt es bei ihnen zum sog. „Binge-Eating“.

Auch diffuse Schönheitsideale können ein Grund für extreme Gewichtszunahme sein. Sog. „Feeder“ sehen extreme Adipositas als besonders erstrebenswert an und geben darum alles dafür diesen Zustand zu erreichen.

Erziehung oder Prägungen aus der frühen Kindheit hinterlassen oftmals unterbewusst spezielle Tendenzen. Wer mit viel Fast Food aufgewachsen ist, wird auch im Erwachsenenalter dazu neigen, oftmals Hamburger und Co. statt gesünderer Alternativen zu wählen.

Überhaupt stellt das Überangebot an Nahrung und Fast Food Produkten ein nur schwer zu kalkulierendes Risiko für ohnehin schon durch Übergewicht gefährdete Personen dar. Aber auch manche Zusätze in vermeintlich „gesunden“ Lebensmitteln sind alles andere als das und befördern eine Gewichtszunahme immens. Darum ist es wichtig beim Einkauf die Etiketten der Waren einem prüfenden Blick zu unterziehen.

Eine weitere und zugleich eine der wichtigsten und häufigsten Ursachen für eine Fettleibigkeit, ist Bewegungsmangel. – Die meisten Menschen bewegen sich schlicht und einfach nicht genug. Oftmals üben sie sitzende Tätigkeiten aus und pflegen auch in ihrer Freizeit einen eher ruhigeren Lebensstil. Das führt nicht zur Degeneration der Muskeln und der Knochen, sondern auch zu starker Gewichtszunahme.

Obwohl es oft behauptet wird, ist es tatsächlich bei den wenigstens Menschen der Fall, dass eine Adipositas erblich bedingt ist. Ein langsamer Metabolismus kann zwar vererbbar sein, dennoch liegt es zuletzt am Individuum selbst, einzusehen, dass man darum seine Nahrungsaufnahme regulieren muss. Erbliche Faktoren können Fettleibigkeit begünstigen, aber niemals der Auslöser oder der Grund dafür sein.

Welche Symptome und Anzeichen weisen auf eine Adipositas hin?

Es mag simpel klingen, aber das wohl ausschlaggebendste Symptom einer Adipositas ist die Tatsache, dass der Betroffene stark übergewichtig, oder eben fett ist.

Es gibt nicht viele Krankheiten bei denen die Zeichen einer Erkrankung so klar für jeden zu sehen sind wie bei einer Adipositas. Die Ursachen, wie im vorhergehenden Abschnitt erwähnt, können die verschiedensten Gründe haben, die Symptome jedoch sind immer die gleichen.

Natürlich aber ist Fettleibigkeit nicht das einzige Symptom. Durch das starke Übergewicht werden eine ganz Reihe von Folgekrankheiten ausgelöst, die also als Symptome gedeutet werden könnten.

Dazu gehören:

  • Gelenkverschleiß
    – Durch die immensen zusätzlichen Belastungen, denen die Gelenke aufgrund des überhöhten Gewichtes ausgesetzt sind, können diese sich rapide abnutzen. Übergewicht kann die Gelenke der Betroffenen binnen einiger weniger Jahre dergestalt überstrapazieren, dass sie weit vor ihrer Zeit ihre Funktionstüchtigkeit verlieren und operativ ersetzt werden müssen oder den Erkrankten bewegungsunfähig zurücklassen. Besonders betroffen sind hierbei Hüft- und Kniegelenke.
  • Verstopfung der Gefäße
    – Gefäße können sich leicht mit dem überschüssig aufgenommenem Fett zusetzen und damit den Blutfluss erschweren oder verlangsamen. Das führt zu Herzproblemen und dazu, dass die kleinsten Bewegungen die Betroffenen so stark anstrengen, dass sie sie kaum mehr ausführen können. Darüber hinaus werden Herzanfälle und dergleichen durch verstopfte Blutbahnen wahrscheinlicher.
  • Verzögerte Wundheilung
    – Durch das oben genannte Problem des zu langsamen Blutflusses oder der Pumpüberlastung des Herzens ist der Körper oftmals nicht in der Lage offene Wunden schnell zu heilen, da diese Kapazitäten alle zum Überleben gebraucht werden. – Das kann zur Folge haben, dass kleine Schnitte oder Aufschürfungen Wochen oder Monate brauchen, um abzuheilen, die bei nicht-adipösen Menschen eine Sache von wenigen Tagen gewesen wären. In besonders schweren Fällen findet überhaupt keine Wundheilung mehr statt und der Patient muss konstant Verbände tragen, um Infektionen zu vermeiden.

Dies sind nur einige wenige der zahlreichen möglichen Symptome einer Adipositas.

Wie wird Fettleibigkeit diagnostiziert und wie verläuft sie?

Fettleibigkeit zu diagnostizieren ist oftmals nicht schwer. Es genügend zumeist ein einfach Blick auf den Patienten um zu sehen, dass er stark übergewichtig ist.

Es gilt hier allerdings zu beachten, dass starkes Übergewicht und Adipositas nicht simultan verwendet werden sollten. – Adipositas ist vielmehr als die Endstufe zu stark erhöhten Übergewichtes zu verstehen.
Daher wird der behandelnde Arzt zu diagnostischen Zwecken meist den sog. BMI (Body Mass Index) des Patienten prüfen. Dieser verrät, wie das Übergewicht des Betroffenen einzuordnen ist.

Die Erstellung eines BMIs kann einfach von zuhause aus durchgeführt werden.

Man bedient sich dabei folgender Formel:
BMI = x KG / (y M * y M) / (x=Körpergewicht in KG; y=Größe in M)
Also bei einer Person mit 1,80 m Größe und 80 kg Gewicht wäre die Rechnung wie folgt:
BMI = 80 / (1,80 * 1,80) = 24,69

Zur weiteren Übersicht:

  • Normalgewicht: 18,5-24,9
  • Übergewicht: 25-29,9
  • Adipositas Grad I: 30-34.9
  • Adipositas Grad II: 35-39.9
  • Adipositas Grad III: 40 oder mehr

Mit dieser einfachen Formel kann man also bereits zuhause für sich ermitteln, ob man zu viel Gewicht auf die Waage bringt.

Des Weiteren beschäftigt sich die Diagnostik mit den ursprünglichen Ursachen, die, wie o.g., medizinischer, psychischer oder erblicher Natur sein können.

Der Verlauf der Krankheit ist meist ähnlich und besteht größtenteils aus einer stetigen Gewichtszunahme des Betroffenen bis er ein kritisches Niveau erreicht hat, das zusätzliche gesundheitliche Schäden bedingt.

Wie wird eine Adipositas behandelt?

Es gibt drei Behandlungsansätze:
1. Operativ
2. Diätiv
3. Medikamentös

Die Ansätze können auch teilweise parallel verwendet werden.

Bei einer operativen Behandlung wird dem Patienten zumeist ein Magenband eingesetzt, das ihn daran hindert zu große Mengen Nahrung auf einmal aufzunehmen. Das Risiko dieser OP kann mitunter recht hoch sein und der Erfolg ist nur bedingt garantiert, da der Magen so weit gedehnt werden kann, dass er wieder, trotz Operation, zu alter „Hochform“ zurückfindet.

Hierbei wird man von einem Diätologen oder Ernährungsberater dahingehend unterrichtet, wie man sich ernähren sollte. Die ist die auf lange Sicht effektivste Methode.

Bei dieser Methode werden dem Patienten Medikamente verschrieben, die sein Vorhaben, Gewicht zu verlieren, unterstützend begleiten. Sie stellen aber keinen Ersatz für eine Ernährungsumstellung dar!

Wie ist einer Adipositas vorzubeugen?

Am effektivsten kann man einer späteren Fettleibigkeit vorbeugen, wenn man schon Kindern beibringt, was gut ist und was nicht. Das beinhaltet Nahrung, sowie Getränke. Denn frühe Prägungen auf zuckerhaltige Limonaden usw. bleibt meist ein Leben lang erhalten.

Darum ist es wichtig präventiv durch Früherziehung Einfluss auszuwirken.

Auch Kampagnen zur Volksaufklärung können, wie sich in anderen Ländern gezeigt hat, sehr vielversprechend sein und dem Menschen effektiv klarmachen, wodurch ihr Übergewicht ausgelöst wurde und was sie tun können, um es loszuwerden.

Auch sportliche Früherziehung und ebenso sportliche Aktivität im Erwachsenenalter sind wahre „Wunderkuren“ gegen Fettleibigkeit.

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