Magenband

Das Magenband zur Gewichtsreduktion

Behandlung Magenband

Ein Übergewicht welches die Gesundheit des Patienten gefährdet wird ALS Adipositas bezeichnet.

Es handelt sich dabei um eine chronische Erkrankung, welche eine eingeschränkte Lebensqualität und ein hohes Risiko für Folgeerkrankungen nach sich zieht.

Als eine der bekanntesten chirurgischen Verfahren zur Behandlung von Adipositas hilft das sogenannte Magenband dabei extremes Übergewicht zu reduzieren.

In diesem Ratgeber informieren wir Sie umfassend zum Thema Magenband. 

Was ist ein Magenband?

Helfen bei starkem Übergewicht andere, konventionelle Maßnahme zur Gewichtsreduktion nicht mehr, besteht die Möglichkeit ein Magenband einsetzen zu lassen. Diese Form der Adipositaschirurgie erfolgt mit Hilfe eines invasiven und restriktiven Eingriffes.

Beim Magenband handelt es sich um einen Schlauch aus Silikon, in der Operation wird dieses über den oberen Teil des Magens gelegt. Dadurch wird des Magen in einen kleinen Vormagen, den so genannten Pouch und den großen Restmagen unterteilt.

Der Pouch besitzt in etwa die Größe eines Tischtennisballs mit einem Volumen von 20 bis 30 Millilitern. Bei der Nahrungsaufnahme sorgt dies für ein deutlich schnelleres Sättigungsgefühl, sodass diese Methode beim Abnehmen helfen kann.

Vor allem ist das Magenband dazu geeignet, die krankhafte Adipositas zu behandeln, wird aber nur dann genutzt, wenn bereits diverse Diäten und konventionelle Methoden nicht gefruchtet haben. Das Magenband gehört zu den vier standardisierten Verfahren der Adipositaschirurgie, häufig findet eine Kombination der Standardverfahren statt.

Da Magenbänder auf lange Sicht deutliche Komplikationen nach sich ziehen können, werden sie nach einer gewissen Zeit häufig wieder entfernt. Bei der Explantation wird anschließend meist ein zweites Verfahren wie zum Beispiel die Schlauchmagenplastik genutzt. Auch dieser Schritt hat eine Verkleinerung des Magens zum Ziel, jedoch müssen hier anders als beim Magenband einzelne Stücke des Magens entfernt werden.

Generell sind mit einem Magenband gute Abnehmerfolge von etwa 16 Prozent vom ursprünglichen Gewicht möglich, aufgrund der hohen Komplikationsrate verliert diese Art der Adipositaschirurgie jedoch an Bedeutung.

Ursprung und Entwicklung

Adipositas ist gerade in heutiger Zeit ein Problem, immer mehr Menschen sind fettleibig, in Studien wird davon ausgegangen, dass aktuell rund jeder dritte Mensch auf der Welt übergewichtig bzw. fettleibig ist.

Die Geschichte des Magenbandes hat ihren Ursprung im Jahre 1980. Der auch als Vater der Adipositaschirurgie bezeichnete US-Amerikaner Dr. Mason hat hier die vertikale Gastroplastik entwickelt. Die Vertical banded Gastroplasty (VBG) wie sie im englischen heißt, ist eine rein restriktive Operation die eine kleine Magentasche, den Pouch zum Ergebnis hat.

Die Ärzte Kuzmak und Forsell haben in den Jahren 1983 bis 1985 das verstellbare Magenband entwickelt (engl. adjustable gastric band). Hier kommt ein locker um den Mageneingang gelegtes Kunststoffband zum Einsatz.

An der Innenseite des Magenbandes ist ein Ballon befestigt, welcher durch Punktion eines Reservoirs äußerlich gefüllt und entleert werden kann. Je nach Füllgrad resultiert daraus eine mehr oder weniger starke Restriktion. Aufgrund der hohen Komplikationsraten werden diese OPs heute nur noch selten durchgeführt.

Funktion, Wirkung & Ziele – Behandlungsmethoden und Therapiemöglichkeiten

Die grundlegenden Ziele beim Einsatz eines Magenbandes sind eine Gewichtsabnahme und die Verminderung des Hungergefühls des Patienten. Durch ein Magenband soll der Eingang des Magens verengt werden, ebenso wie der Durchmesser des Magens reduziert werden soll. Durch das Magenband wird eine übermäßige Aufnahme von Nahrung verhindert, sodass der Patient so eine Unterstützung beim Abnehmen erhält.

Der Einsatz und die Wirkungsweise des Magenbandes

Der Einsatz eines Magenbandes erfolgt in einer Operation, der sogenannten Laparoskopie. Hierbei handelt es sich um ein minimal-invasives Verfahren aus dem Bereich der Chirurgie. Dabei ist eine stationäre Aufnahme des Patienten in der Regel nicht notwendig, wenn keine Kontraindikationen vorliegen, kann eine solche OP häufig ambulant stattfinden.

Vor der Operation findet in jedem Fall zwingend ein Beratungs- und Aufklärungsgespräch zwischen Arzt und Patienten statt. Bevor die OP tatsächlich startet, zeichnet der Arzt die notwendigen Schnitte auf und der Patient wird anschließend in eine Narkose gesetzt.

Behandlung MagenbandIst der Patient ausreichend sediert wird mit Hilfe eines optischen Instruments der Eingriff durchgeführt. Hierbei wird ein Magenband aus Silikon um den Magenfundus gelegt, die Öffnung wird durch eingegebene Flüssigkeit angepasst und kann später so variiert werden.

Je mehr Flüssigkeit in das Magenband gefüllt wird, desto stärker wird der Magen eingeschnürt und verengt. Bei Abnahme von Flüssigkeit weitet sich der Innendurchmesser wieder und mehr Nahrungsaufnahme ist möglich. Für spätere Veränderungen und Anpassungen wird ein Zugang in Form einer Portkammer angelegt, dieser kann in der Wand des Bauches platziert werden, oder aber auch vor dem Brustbein.

Das Magenband kann in einer weiteren Operation wieder vollständig entfernt werden, wobei dies in vielen Fällen nach einer gewissen Zeit sogar absolut notwendig ist.

Innerhalb von etwa 10 Jahren wird eine solche Explantation in der Hälfte aller Fälle sogar zwingend notwendig. Gründe dafür können das Verrutschen des Magenbandes oder auch ein Leck im Schlauchsystem sein. In vielen Fällen wird nach der Entfernung des Magenbandes ein sogenannter Schlauchmagen angelegt. Hier werden große Teile des Magens (80-90 Prozent) entfernt und die Reste mit laparoskopischen Nähten zu einem geschlossenen System umgewandelt.

  • Aufklärungsgespräch mit dem Arzt
  • meist ambulante Aufnahme, bei Kontraindikationen auch stationär möglich
  • erforderlichen Schnitte werden angezeichnet
  • Patient wird in Narkose versetzt
  • Durchführung der Laparoskopie mit Hilfe eines optischen Instruments
  • Silikonband wird um den Magenfundus am Mageneingang gelegt
  • eine Portkammer als Zugang wird angelegt
  • Explantation möglich, zum Teil nach einer gewissen Zeit notwendig

Wo gegen hilft ein Magenband?

Ein Magenband wird dann eingesetzt, wenn der Patient nach allen konventionellen Verfahren, Diäten und anderen Abnehmmethoden keinen ausreichenden Erfolg verzeichnen kann.

Das Magenband kommt dann bei krankhafter Adipositas zum Einsatz, wenn über sechs bis zwölf Monate andere Maßnahmen keinen Erfolg gebracht haben. Welche Ziele mit einem Magenband angestrebt werden zeigt die nachfolgende Übersicht.

  • Verengter Mageneingang und Schaffung eines kleinen Vormagens (Pouch)
  • Durch frühzeitige Dehnung des Vormagens bekommt das Gehirn ein Sättigungssignal
  • Schnelleres Sättigungsgefühl unterdrückt Hunger
  • Weniger Hunger bedeutet geringere Nahrungsaufnahme und folglich eine Gewichtsabnahme

Diagnose & Untersuchungsmethoden

Bevor es zu einem Einsatz eines Magenbandes kommt, ist es zwingend notwendig einen Abnehmerfolg durch nicht-operative Maßnahmen eine Gewichtsreduktion zu erreichen. Stellt der behandelnde Arzt fest, dass dies nicht gelingt und eine krankhafte Adipositas vorliegt, ist der Einsatz eines Magenbandes möglich.

Liegen die folgenden Voraussetzungen vor kann sich der Arzt im Gespräch mit dem Patienten auf eine Operation und den Einsatz eines Magenbandes verständigen.

  • konservative Maßnahmen über 6-12 Monate führen zu keinem Erfolg
  • mögliche Maßnahmen zur konventionellen Behandlung sind Ernährungsberatung, Bewegungstraining oder Verhaltenstherapie
  • Alter zwischen 18 und 65 Jahren, in Ausnahmefällen können Patienten jünger oder älter sein
  • ein Body-Mass-Index (BMI) von ≥ 40 kg/m² bzw. Adipositas Grad III
  • bei anderen Erkrankungen wie Diabetes mellitus, Bluthochdruck oder Schlafapnoe Magenband bereits ab BMI von 35 kg/m²

Risiken und Nebenwirkungen

Auch wenn es sich bei einer Magenband-OP um einen weniger komplizierten Eingriff handelt, bestehen hier die klassischen Gefahren einer Operation. Gerade da es sich meist um stark übergewichtige Menschen handelt, besteht hier oftmals schon alleine aufgrund des Übergewichts ein erhöhtes Operationsrisiko.

Generell stellt bei einem Magenband jedoch nicht die OP das größte Risiko dar, sondern das Magenband und seine Folgen selbst sind die wesentlichen Risiken. Nach nur einigen Monaten oder Jahren kann es bei Magenband-Patienten häufig zu Komplikationen kommen. Die mehr oder weniger schwerwiegenden Risiken einer Magenband-OP sind nachfolgend aufgelistet.

Grundlegende OP-Risiken

Blutungen, Verletzungen der Organe, Infektionen, Wundheilungsstörungen oder Narkose-Probleme können bei jeder OP auftreten.

Verschiebungen

Das Magenband kann sich in etwa 5,5 Prozent aller Fälle im Laufe der Zeit verschieben, man spricht dann von Bandslippage.

Volumenzunahme des Vormagens

Der Pouch kann sich allmählich durch Aufdehnung vergrößern. Die sogenannte Pouch Dilatation tritt bei etwa 5,5 Prozent der Fälle auf.

Leck

Lecks können sowohl am Magenband selbst Probleme verursachen, aber auch Lecks im Verbindungsschlauch zum Port mit Austritt von Flüssigkeit verursachen Beschwerden. Dies ist in etwa 3,6 Prozent der Magenband-Patienten der Fall.

Aufdehnung

In etwa 3 Prozent aller Fälle kommt es zu einer Aufdehnung der Speiseröhre vor dem Magenband. Hier spricht man von der sogenannten Ösophagusdilatation.

Schwerwiegende Komplikationen

In sehr seltenen Fällen kann es zu bestimmten schwerwiegenden Komplikationen kommen. Stößt man zum Beispiel mit dem Magenband durch die Magenwand wird von einer Magenperforation gesprochen. Infektionen der Portkammer mit Krankheitserregern können ebenso zu schwerwiegenden Komplikationen führen.

Revisions-OP

Eine erneute Operation die in rund 30 bis 50 Prozent der Magenband-Patienten notwendig ist, birgt eigene Risiken. Durch Verklebungen und Vernarbungen die häufig bei diesen Eingriffen entstehen, kann es bei der Revisions-OP zu schweren Komplikationen kommen.

Gegenanzeigen und Wechselwirkungen

Nicht alle Menschen, selbst wenn sie die oben genannten Voraussetzungen für eine solche OP erfüllen, sollten sich tatsächlich einer solchen Magenband-Operation unterziehen. Für folgende Personengruppen ist ein Magenband nicht geeignet.

  • körperliche und psychische Krankheiten können generell gegen Adipositas-OPs Sprechen
  • Personen mit Voroperationen am Magen
  • Menschen mit Fehlbildungen am Magen oder Magengeschwüren
  • Patienten mit unbehandelten Essstörungen wie Binge Eating oder Bulimie
  • Patienten mit dauerhafter Einnahme von gerinnungshemmenden Medikamenten
  • Schwangere

Wer setzt ein Magenband ein?

Bei einer Magenband-OP handelt es sich um einen minimalinvasiven Eingriff. Dieser wird meist in Form einer Bauchspiegelung vorgenommen, die sogenannte Laparoskopie. Für den Einsatz des Magenbandes ist eine chirurgische Ausbildung notwendig, meist handelt es sich hier um auf den Magen spezialisierte Fachärzte bzw. Chirurgen.

Unser Fazit:

Das Magenband stellt eine operative Möglichkeit zur Gewichtsabnahme bei stark adipösen Patienten dar. Der Einsatz selbst ist mit keinen größeren Komplikationen verbunden und in einer ambulanten OP möglich.

Mit einem Magenband sind gute Ergebnisse der Gewichtsreduktion möglich, im Verlaufe der Zeit treten jedoch vergleichsweise häufig Komplikationen auf, sodass eine Extraktion in Kombination mit einer weiteren Operation notwendig ist. Heute wird die Magenband-OP aufgrund der häufig auftretenden Folgen daher nur noch selten durchgeführt.

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