Welche Wechseljahresbeschwerden gibt es?

Wechseljahresbeschwerden oder auch Östrogenmangelsyndrom sind psychische und körperliche Beschwerden im Zusammenhang mit den Wechseljahren bzw. dem Klimakterium. Sie können sechs Monate bis drei Jahre dauern. Danach hat sich der Körper der Frau an das neue Hormonniveau gewöhnt. Die Behandlung ist schwierig. Möglich ist die Einnahme von Hormonpräparaten sowie die Selbsthilfe und Naturheilkundeverfahren.

Die Beschwerden

Bei Männern kommen keine Wechseljahresbeschwerden vor. Vorzeitige Wechseljahre bei Frauen gibt es im Zusammenhang mit einem Verlust der Eierstockfunktion. Sie werden wie die normalen Wechseljahresbeschwerden behandelt. In der PräMenopause treten ALS Beschwerden unregelmäßige und seltener, stärker oder schwächer werdende Menstruationen auf sowie Schmierblutungen vor der Monatsblutung.
In den Wechseljahren bis zur Menopause kommen Schweißausbrüche, Hitzewallungen, Herzrasen und Schwindel vor. Jucken und Trockenheit im Genitalbereich treten auf. Die betroffenen Frauen leiden unter depressiven Stimmungslagen, einer nachlassender Libido, Nervosität, Reizbarkeit und Schlaflosigkeit. In der Postmenopause kann die Trockenheit bestehen bleiben. Auch Gelenk- und Rückenbeschwerden kommen vor. Desgleichen kann ein Haarwuchs im Gesicht, der sogenannte Damenbart auftreten.

Krankheit

Nach dem 45. Lebensjahr wird der Spiegel des Gelbkörperhormons reduziert, da die Eisprünge häufiger ausbleiben. Jedoch finden immer noch Monatsblutungen statt. Die Schleimhaut wird teilweise durch ein Ungleichgewicht der Hormone Progesteron und Östrogen zu dick gebildet. Daraus ergeben sich stärkere Blutungen. In der Folgezeit wird die Produktion des Östrogens vermindert. Als Folge des Östrogenmangels treten die genannten Beschwerden auf.

Den Mangel an Östrogen erkennt der Arzt durch eine Untersuchung des Zellmaterials eines Scheidenabstrichs. Messungen der Hormonkonzentration sind nicht notwendig. Bei zusätzlichen Blutungen außerhalb der Menstruation werden Gebärmutterspiegelungen durchgeführt, um Tumore auszuschließen. Vom Kardiologen sind Herzrhythmusstörungen zu klären. Bei psychischen Beschwerden wird zu psychotherapeutischen Behandlungen geraten.

Therapie und Selbsthilfe

Wegen unerwarteter Ergebnisse einer Womens Health Studie aus dem Jahr 2002 wird eine Hormonersatztherapie immer seltener, wenige Jahre und nur bei Beschwerden bzw. vorzeitigen Wechseljahren durchgeführt. Dabei werden Östrogene mit Gestagenen kombiniert, da bei reiner Östrogenbehandlung der Gebärmutterschleimhautkrebs häufiger auftritt.

Die Hormone werden mittels Spritzen, Tabletten, Zäpfchen oder Pflaster dargereicht. Raucherinnen sowie Frauen mit starkem Übergewicht, Bluthochdruck, Gerinnungsstörungen, Krampfadern oder Lebererkrankungen werden nicht behandelt. Auch bei Vorerkrankungen mit Krebs, die empfindlich auf Hormone reagiert haben, werden Wechseljahresbeschwerden nicht mit Hormonen behandelt.

Die Frau sollte diesen Lebensabschnitt positiv gestalten, sich nach dem Zwiebelschalenprinzip und mit Unterwäsche aus natürlichem Material bekleiden. Auf den Speiseplan sollten Hülsenfrüchte, Haferflocken und Milchprodukte. Auch Ausdauersport und mehr Bewegung mildert die Beschwerden. Genussmittel sollten reduziert werden. Bewährt haben sich ebenfalls Wechselduschen, Bürstenmassagen, Wechselfußbäder, Moorsitzbäder, Saunabesuche, lauwarme Halbbäder und kühle Waschungen.

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