Quecksilber – Risiko für Mensch und Umwelt?

Quecksilber (flüssiges Silber) und auch hydrargyrum (Hg) genannt, ist ein natürlich vorkommendes Element, welches weltweit verbreitet ist. Es ist zudem ein Bestandteil von Steinkohle und wird häufig zu den Übergangsmetallen gezählt.

Quecksilber ist das einzige Metall, welches unter normalen Bedingungen und den entsprechenden Temperaturen flüssig ist. Ein weiteres Erkennungszeichen sind die linsenförmigen Tropfen. Diese bilden sich durch die starke Kohäsion. Quecksilber ist für Menschen, Tiere und Pflanzen giftig.

Es wurde wissenschaftlich nachgewiesen, dass dieses doch auch praktische Metall, im flüssigen Zustand schädliche Auswirkungen auf die Gesundheit von Menschen, Tiere und auch auf die Natur hat. Daher wurden besonders in der Medizintechnik, gewisse medizinische Hilfsmittel vom Markt genommen. Ein besonderes Merkmal dabei ist, dass Quecksilber bereits bei Zimmertemperatur verdampft.

Eigenschaften von Quecksilber

Quecksilber bildet mit einer Vielzahl von Metallen Legierungen die sogenannten Amalgame und ist das einzige Metall, welches bei der Raumtemperatur in der Gasphase einatomig vorliegt. Quecksilber ist zwar dazu in der Lage, Strom zu leiten, allerdings im Vergleich zu anderen Metallen eher mäßig.

Ursprung

Das Quecksilber stammt aus natürlichen Quellen und wird auch durch diverse Umwelteinflüsse erzeugt. Quecksilber kann zum Beispiel aus Waldbrände und auch durch Vulkanausbrüche freigesetzt werden. Auch der Mensch selbst, setzt Quecksilber frei. Dieses geschieht zum Beispiel bei der Kohlenverbrennung für die Energiezufuhr. Durch diverse Umweltereignisse gelangt das Quecksilber in die Atmosphäre und besiedelt die Böden und Gewässer. Dieses ist ein Prozess aus der globalen Kohlenverbrennung und der frühzeitigen Industrie.

Einsatzgebiete

Das Quecksilber wurde durch die praktischen und unvergleichlichen Eigenschaften, besonders im Bereich der Medizin, der Zahnmedizin und auch deren Hilfsmittel angewendet. Besonders bekannt sind die Amalgamfüllungen (Zahnfüllungen) und die Thermometer, welche Quecksilber enthielten. Allerdings sind die Einsatzgebiete von Quecksilber eingeschränkt worden. Denn die positiven, jedoch auch gleichfalls die negativen und gesundheitsschädlichen Auswirkung, konnten durch intensive Studien belegt werden.

Quecksilberhaltige Produktbeispiele:

  • Thermometer/Barometer
  • Amalgam (Zahnfüllungen)
  • Desinfektions- und Beizmittel
  • Kosmetik
  • Pharmazeutika
  • Energiesparlampen

Quecksilber in der Natur

Wasserlebewesen sind am meisten von Quecksilber betroffen. Besonders Raubfische sind teilweise stark mit Quecksilber belastet. Die Umweltbelastung mit Quecksilber ist gebietsweise relativ hoch, was sich besonders in Gewässern bemerkbar macht. Durch die Quecksilberbelastung kann es zu vermehrten Verhaltensänderungen der Tiere kommen, was auf eine Schädigung des Nervensystems der Wasserlebewesen zurückzuführen ist. Für Mensch und Tiere ist Quecksilber gleichermaßen giftig und eine vorhandene Quecksilberbelastung kann sich in diversen Krankheitssymptomen äußern.

Quecksilberbelastung

Im Prinzip ist die allgemeine Quecksilberbelastung für die Menschen in Deutschland so gering, dass es keine negativen Auswirkungen auf den Gesundheitszustand hat. Dieses erwiesen Untersuchungen des Umweltbundesamts (UBA). Bei nahezu jedem Menschen, kann ein gewisser Anteil an Quecksilber im Blut und Urin zwar nachgewiesen werden, jedoch hält sich dieses meist in einem vertretbaren Rahmen. Eine besondere Quelle, bei denen sich Quecksilber im Organismus befinden kann, sind die (zerbrochenen) Amalgamfüllungen und auch defekte Energiesparlampen und Quecksilberthermometer, können Quecksilber freisetzen, was sich auf den Menschen übertragen kann.

Die größte Quecksilberbelastung steckt im Fisch, welcher als Nahrungsmittel dient. Nimmt ein Fisch im Gewässer zum Beispiel das gefährliche Methylquecksilber (organisches Quecksilber) auf, kann dieses durch eine eventuelle Nahrungsaufnahme zum Menschen gelangen. Dieses gilt besonders für Raubfischarten.

Gefährdete Personengruppen:

  • Verzehr von Thunfisch und sonstigen Raubfisch-Arten (während der Schwangerschaft)
  • Viel Verzehr von Fisch (besonders Hecht)

Quecksilbervergiftung

Anzumerken ist, dass das metallische Quecksilber im Vergleich zu eingeatmeten Dämpfen, relativ ungefährlich ist. Die eingeatmeten Dämpfe sind jedoch stark toxisch und können schwerwiegende Gesundheitsschäden mit sich bringen. Das stark toxische Quecksilber, kann eine Methylierung von Quecksilber durch Methyltransferasen bewirken. Dabei schädigt sich der Organismus selbst und baut ein Gift auf. Quecksilber zerstört zudem Proteine, was mitunter besonders zu einer Schädigung des zentralen Nervensystems (ZNS) führen kann. Je nach aufgenommener Quecksilber-Menge, sind akute und auch chronische Quecksilbervergiftungen möglich.

Eine Quecksilbervergiftung nennt man fachsprachlich auch Merkurialismus. Eine akute Vergiftung entsteht durch direkt aufgenommene Dämpfe. Dieses kann durch verdunstetes Quecksilber entstehen. Bereits bei einer mäßigen Raumtemperatur, tritt bei Quecksilber ein Verdunstungsvorgang ein. Eine chronisch verlaufende Vergiftung, entsteht durch die Aufnahme von geringeren Mengen Quecksilber und über einen längeren Zeitraum. Dieses nennt man auch Minamata-Krankheit.

Symptome einer akuten Vergiftung:

Sammlungspunkte:

  • Zähne, Zahnwurzeln, Kieferknochen
  • Gehirn (Psellismus mercurialis)
  • Nervenbahnen
  • Innere Organe
  • Rückenmark
  • Muttermilch
  • Blut
  • Urin und Stuhl

Bei einer akuten Vergiftung muss sofort ein Arzt konsultiert werden, denn es handelt sich um eine ernsthafte Notfallsituation. Die Langzeitfolgen sind oft Leber- und Nierenschäden. Um die Vergiftung einzudämmen und Gegenmaßnahmen einzuleiten, muss die Behandlung so früh wie möglich begonnen werden. Auch bei
einem Verdacht auf eine chronische Quecksilbervergiftung, muss ein Arzt konsultiert werden. Eine chronische Quecksilbervergiftung verläuft oft unbewusst, da möglicherweise der Kontakt mit Quecksilber nicht erkannt worden ist. Es reicht zum Beispiel aus, wenn das Quecksilber unabsichtlich verschüttet worden ist, denn dieses kann sehr lange Zeit im Raum verweilen. Auch ein defekter Quecksilberthermometer kann ein mögliches Indiz sein.

Die Therapie einer Quecksilbervergiftung wird mit einem Antidot (Gegengift) und unter ärztlicher Aufsicht durchgeführt. Dabei wird zudem vermehrt Dimercaptopropansulfonsäure und Dimercaptobernsteinsäure eingesetzt. Diese beiden Substanzen, binden das schädliche Hg-Anatom und tragen daher wesentlich zur Behandlung einer bereits bestehenden Vergiftung bei.

Entsorgung von Quecksilber

Sollten sich quecksilberhaltige Produkte im Haushalt befinden, muss besonders darauf geachtet werden, dass das Produkt nicht defekt ist und auch nach Gebrauch gewissenhaft entsorgt wird. Denn die freigesetzten Dämpfe von Quecksilber, besitzen eine lange Verweildauer und können somit permanent von Mensch und Tier aufgenommen werden. Dieses geschieht dabei völlig unbewusst und macht sich möglicherweise erst durch eine Quecksilbervergiftung bemerkbar.

Sollte zum Beispiel ein Quecksilberthermometer oder eine Energiesparlampe zerbrochen sein, so können dadurch schnell die schädlichen Gifte entweichen.

Entsorgungshinweise:

  • Raum lüften
  • Schutzhandschuhe tragen
  • Quecksilberreste mit einem Papier aufnehmen, Pulver mit einem Klebeband aufnehmen
  • Schraubdeckelglas anwenden
  • verschlossenes Glas zur Verkaufsstelle bringen

Sollte jedoch nicht ausgeschlossen werden können, dass jegliche schädliche Stoffe entsorgt sind, so empfiehlt sich eine Anlaufstelle ausfindig zu machen und eine Reinigung unter Schutzmaßnahmen und durch eine Fachperson durchführen zu lassen.

Eingrenzung der Einsatzgebiete

Am Tag der Apotheke (09. 10.2007) wurden über einen kurzen Zeitraum von wenigen Wochen, von Privathaushalten über 1 Millionen Quecksilberthermometer eingesammelt und durch digitale Thermometer ersetzt. Dieses war ein Ansporn, die quecksilberhaltigen Thermometer durch umweltfreundlichere Geräte einzutauschen.

In Norwegen wurde das Quecksilber bereits schon im Jahr 2008 generell verboten. In Schweden wurde der Einsatz von Quecksilber im Jahr 2009 zudem generell untersagt. Dieses sollte auch ein Anreiz für andere Länder sein, dieses Verbot gleich zu tun. Jedoch schon bereits seit früheren Zeiten, wurde das Thema um die Anwendung von Quecksilber angegangen und es wurden globale Einschränkungen in der Verwendung vorgenommen.

Das Quecksilber ist besonders bei der Entsorgung als „gefährlich“ zu behandeln und auch in Sicherheitsbereichen zu lagern. Nicht nur bei der Verwendung, sondern auch besonders bei der Entsorgung von quecksilberhaltigen Produkten, wurden innerhalb Deutschland und auch weltweit strenge Richtlinien auferlegt.

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