Parkinson

parkinsonParkinson ist die am häufigsten fortschreitende und insbesondere irreversible Krankheit des zentralen menschlichen Nervensystems in Deutschland; und zwar mehr als 300.000 Menschen leiden an den schweren Symptomen dieser Erkrankung.

Die nachfolgenden Informationen bieten dem interessierten Leser die wesentlichen Aspekte über die Ursachen, Symptome und Anzeichen, Diagnose und Krankheitsverlauf, Behandlung und Therapie von Parkinson plus auch Hinweise der Vorbeugung.

Krankheitsbild der Parkinson

Die Krankheit Parkinson ist eine Nervenerkrankung im Sinne des langsamen und fortschreitenden Verlustes der Nervenzellen durch das endgültige Absterben von dopaminproduzierenden Nervenzellen in der Region „substantia nigra“ im Mittelhirn. Das Absterben verwirklicht einen unmittelbaren Mangel von Dopamin und dadurch eine wesentliche Reduzierung von Basalganglien im menschlichen Körper.

Dadurch werden die vier Hauptsymptome von Parkinson verwirklicht:

  • Muskelstarre (Rigor)
  • Verlangsamung und Reduzierung der Bewegung (Bradykinese)
  • Muskelzittern (Tremor)
  • Haltungsinstabilität (posturale Instabilität)

Ursachen von Parkinson

Die Krankheit Parkinson gehört zu der klinischen Klassifizierung der neurodegenerative Erkrankung mit medizinischen Fokus auf das Absterben der Nervenzellen im menschlichen Mittelhirn. Die Ursachen für das Absterben der Nervenzellen im Mittelhirn sind gegenwärtig nicht medizinisch belegbar und umfassen daher nur Vermutungen.

Eine wesentliche Vermutung im Hinblick der Ursache von Parkinson umfasst die genetische Veranlagung. Demnach soll die genetische Veranlagung einen wesentlichen Einfluss hinsichtlich der Erkrankung von Parkinson haben, da in einer Familie stets mehrere Familienmitglieder an Parkinson erkranken.

Eine weitere Vermutung hinsichtlich der Ursache von Parkinson ist der vermehrte Kontakt von Umweltgifte, vor allem der Substanz MPTP (Methylphenyltetrahydropyridin). Nach klinischen Forschungen konnte festgestellt werden, dass diese Substanz unmittelbar eine Schädigung der Nervenzellen im Mittelhirn verwirklichen. Auch wird vermutet, dass das menschliche Entgiftungssystem der Nervenzellen bei der betroffenen Person defekt ist, dadurch entsteht eine Reduzierung der Reinigung von schädlichen Radikalen in den Nervenzellen.

Nach den neusten Erkenntnissen der heutigen Medizin wird angenommen, dass die Ursache von Parkinson eine Kombination aus genetischer Veranlagung sowie der vermehrten Kontaktaufnahme von unbekannten Umweltgiften darstellt.

Symptome und Krankheitsverlauf von Parkinson

Die Symptome von Parkinson werden nach insgesamt drei Klassifizierungen des Erkrankungsgrades eingeteilt; und zwar Symptome im Frühstadium, Symptome im mittleren / fortgeschrittenem Stadium und insbesondere die vier Hauptsymptome im Spätstadium.

Symptome im Frühstadium

Die Symptome im Frühstadium der Krankheit Parkinson mit einer deutlichen Erkennbarkeit entstehen erst bei einer Absterbe – Quote von über 50 Prozent des Dopamins produzierenden Nervenzellen im Mittelhirn.

Hierzu gehören vor allem:

  • Schmerzen in der Nacken- / Schultergürtel – Region
  • Muskelverspannungen im Schulter-/ Armbereich mit einseitigen Schwerpunkt der Verspannung
  • Unruhe
  • Schlafstörungen
  • Müdigkeit
  • Verstimmungen im Sinne einer Depression
  • Schweißausbrüche ohne körperliche Anstrengung

Am Ende des Frühstadiums der Erkrankung beginnen nun auch langsam die ersten Anzeichen der vier Hauptsymptome von Parkinson, insbesondere die typischen Bewegungsstörungen und das Zittern der Hände in einem Ruhestand. Die betroffenen Personen haben am Ende des Frühstadiums auch wesentliche Schwierigkeiten von feinmotorischen Tätigkeiten, wie zum Beispiel Schreiben oder Zuknöpfen der Hose. Auch die gesamte Mimik der betroffenen Person wird im Laufe des Frühstadiums immer weniger lebhaft. Es entsteht das typische Maskengesicht.

Symptome im mittleren / fortgeschrittenem Stadium

Im mittleren / fortgeschrittenem Stadium von Parkinson entsteht eine ständige Verstärkung der vier Hauptsymptome von Parkinson.

  • Steifheit in Muskulatur sowie Gelenken (Rigor)
  • Zittern der Hände im Ruhestand (Tremor)
  • Bewegungsstarre
  • Störungen von Stell- / Haltereflexen
  • Instabilität der Körperhaltung
  • Verlust der Kontrolle vom Speichelfluss
  • Reduzierung der Schluckbewegungen
  • Inkontinenz
  • Einschränkungen beim Sehen / Riechen

Symptome im Spätstadium

Im Spätstadium von Parkinson sind die vier Hauptsymptome der Krankheit komplett ausgebildet.

  • Muskelstarre (Rigor)
  • Verlangsamung der körperlichen Bewegungen (Bradykinese)
  • Muskelzittern (Tremor)
  • Haltungsinstabilität (Posturale Instabilität)

– Muskelstarre
Die Muskelstarre in Form der Steifheit und der Erstarrung der menschlichen Muskeln beginnt oftmals bereits am Ende des Frühstadiums der Erkrankung. Allerdings im Spätstadium der Erkrankung sind oftmals sämtliche Körpergliedmaßen betroffen, dadurch ist die Bewegung der betroffenen Personen sehr steif und ruckartig. Manchmal realisiert die Muskelstarre auch eine komplette Erstarrung des menschlichen Körpers in unterschiedlichen Zeitdauern. Diese komplette Erstarrung des Körpers kann im Spätstadium mehrmals täglich auftreten.
– Verlangsamung der körperlichen Bewegungen
Die Verlangsamung der körperlichen Bewegung ist vor allem gekennzeichnet durch einen deutlich langsameren Gang und große Unsicherheit beim Gehen und Laufen. Auch Koordinationsprobleme sowie häufiges Stolpern sind ein Kennzeichen der Verlangsamung der Bewegung. Insgesamt können Beine und Arme schwerer von der betroffenen Person bewegt werden. Auch Wortfindungsstörungen und eine Verlangsamung von Sprache sowie Denkvermögen sind ein typisches Kennzeichen.
– Muskelzittern
Auch das klassische Symptom des Muskelzitterns ist im Spätstadium vollkommen ausgebildet, so dass ein ständiges Zittern in den Händen und Füßen sowie dem Kieferbereich im Ruhezustand vorliegt.
– Haltungsinstabilität
Die Haltungsinstabilität im Spätstadium von Parkinson umfasst die vollkommene Reduzierung der normalen Stell- und Haltereflexe der betroffenen Person, dadurch entstehen vermehrt Stürze sowie eine Störung der Körperbalance.

Begleitsymptome von Parkinson

Die wesentlichen Symptome von Parkinson konzentrieren sich auf die vier Hauptsymptome, jedoch existieren daneben noch zahlreiche Begleitsymptome.

Hierzu gehören vor allem:

Diagnose von Parkinson

Die Krankheit Parkinson hat stets eine schleichende Entwicklung im Hinblick auf das Absterben der Nervenzellen im Mittelhirn und daraus resultierenden Anzeichen und Symptome im Frühstadium der Krankheit, denn erst bei einer Absterbe – Quote von über 50 Prozent sind langsam die Anzeichen und Symptome erkennbar sind.

Folglich ist das Erkennen der Erkrankung im Frühstadium eine komplizierte Angelegenheit und oftmals entstehen auch Fehldiagnosen. Dadurch entsteht stets ein zeitlicher Verlust zur Behandlung und Therapie von Parkinson. Leider existieren immer noch keine Blut- oder Labortest zur eindeutigen Klärung der Krankheit Parkinson, daher muss der Mediziner rechtzeitig die Anzeichen und Symptome in der Frühphase der Erkrankung richtig erkennen.

In der mittleren und späten Phase der Erkrankung sind die Anzeichen und Symptome bereits deutlich erkennbar; und zu diesem Zeitpunkt kann auch zur Zementierung des Befundes noch ein „L-Dopa-Test“ gemacht werden. Hierbei bekommt die betroffene Person das Medikament L-Dopa verabreicht, sofern die Substanz des Medikaments unmittelbar vom Körper aufgebraucht wird, kann Parkinson eindeutig bejaht werden.

Im Spätstadium können auch mittels der SPECT-Bildgebung (Single Photonen Emissions Computer Tomografie) eine eindeutige Diagnose auf der Basis der Messung der Aktivitäten des Mittelhirns erstellt werden.

Therapie und Behandlung von Parkinson

Die Krankheit Parkinson ist nicht heilbar, jedoch existieren zahlreiche medikamentöse und nicht-medikamentöse Therapieansätzen zur Linderung und Reduzierung der Symptome von Parkinson in sämtlichen Phasen der Erkrankung.

Therapie mit medikamentösen Schwerpunkt

Das Basismedikament einer Parkinson – Therapie ist stets Levodopa (L-Dopa) in einer Kombination mit Decarboxylase-Hemmern. Die Substanz Levodopa wird im Mittelhirn der erkrankten Person unmittelbar in Dopamin umgewandelt. Dadurch steigt der niedrige Dopaminspiegel der erkrankten Person; und die Symptome von Parkinson werden gelindert und reduziert.

Der Decarboxylase-Hemmer verstärkt die unmittelbare Umwandlung von Levodopa in Dopamin. Leider wird die Wirkung der Substanz Levodopa während der Erkrankung stark gemindert, daher erfolgt die zusätzliche Zunahme von Dopamin-Agonisten als Ersatz des Dopamins. Der wesentliche Vorteil der zusätzlichen Zunahme im direkten Vergleich zu Levodopa besteht darin, dass keine unmittelbare Umwandlung stattfindet und die Wirksamkeit der Dopamin-Agonisten auch in sämtlichen Phasen der Krankheit überwiegend erhalten bleibt.

Sofern die medikamentöse Behandlung keine effektive und effiziente Wirkung mehr verwirklicht, können auch operative Therapiemethoden genutzt werden. Insgesamt existieren zwei unterschiedliche Operationsmethoden. Bei der operativen Methode mit der Bezeichnung Stereotaxie wird die Schädeldecke geöffnet und eine Sonde ins Mittelgehirn unmittelbar eingeführt. Dadurch wird die erkrankte Region des Mittelhirns beruhigt und stillgelegt.

Eine weitere operative Methode ist die Tiefe Hirnstimulation (THS oder Hirnschrittmacher). Hierbei wird auch die Schädeldecke der betroffenen Person geöffnet. Aber die betroffenen Hirnregionen werden nicht vollkommen stillgelegt, sondern die Region wird mit elektrischen Impulsen nur blockiert.

Therapie mit nicht-medikamentösen Schwerpunkt

Oftmals werden neben den medikamentösen Therapien auch unterschiedliche nicht-medikamentöse Therapien zur Linderung und Reduzierung der Symptome. Hierbei gehören vor allem Physiotherapie und Ergotherapie sowie auch Stimm- und Sprechtherapie.

Vorbeugung von Parkinson

Wie bereits dargelegt, existieren bis zum heutigen Tag keine eindeutigen Ursachen für die Krankheit von Parkinson. Daher ist auch eine gezielte unmittelbare Vorbeugung nicht möglich. Allerdings ist eine gesunde Lebensweise sowie regelmäßige und körperliche Bewegung plus die geistigen Aktivitäten eine gute Grundlage zur Verhinderung von Parkinson oder der Reduzierung der Entwicklung der Erkrankung.

Auch eine regelmäßige medizinische Vorsorge bei einer genetischen Vorbelastung in der Familie ist eine gute Maßnahme der Vorbeugung. Des Weiteren sollten bestimmte Pestizide sowie eine Schwermetallbelastung stets vermieden werden.

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