Humerus

Alles, was man über den Oberarmknochen wissen muss

als Humerus wird der Oberarmknochen eines Menschen bezeichnet. Dieser ist an seinem oberen Ende mit der Schulter und an seinem unteren Ende über das Ellenbogengelenk zusammen mit dem Unterarm verbunden. Die unterschiedlichen Muskeln, die sich am Oberarm befinden, sind sowohl für die Bewegungen im Ellenbogengelenk als auch im Schultergelenk zuständig. Im Folgenden erfährt der Leser weitere Fakten über den Humerus, sowie die Funktionen und die Anatomie des Oberarmknochens.

Was ist ein Humerus genau?

Wie schon erwähnt, ist der Humerus nichts anderes als der Oberarmknochen. Dieser ist ein gerader, langer Röhrenknochen, welcher sich in ein oberes Ende, das Mittelstück und auch ein unteres Ende gliedert.
Am oberen Ende zur Schulter hin, welches auch als proximales Ende bezeichnet wird, sitzt dabei ein kugeliger Kopf. Dieser ist dabei von einer dicken Knorpelschicht überzogen. Die Oberfläche eines Humeruskopfes ist gute viermal so groß wie die einer Gelenkpfanne in der Schulter. Aufgrund der Tatsache, dass eine Gelenkpfanne recht flach ist, ermöglichen darüber hinaus eine besonders große Beweglichkeit des Schultergelenks. Die Gelenkpfanne besitzt dabei den größten Umfang aller anderen Gelenk. Dieses erlaubt außerdem noch, den Arm in jegliche Richtungen bewegen zu können.
Genau unter dem Humeruskopf ist der Oberarmknochen dabei durch die sogenannte Einziehung von einem Hals abgegrenzt, unter welchem darüber hinaus zwei kräftige Höcker Sitzen. Dies sind die Ansatzstellen für die unterschiedlichen Muskeln.
Der Knochen wird am Übergang von dem proximalen Ende bis hin zum Schaft ganz deutlich schlanker. Diese Stelle bezeichnet man in der Medizin auch als Collum chirurgicum. Denn genau in diesem Bereich treten dabei auch die meisten Knochenbrüche auf. Der sogenannte Deltamuskel setzt an einer Außenseite des Humerusschaftes etwa in der Mitte an. Der dreieckige, große Muskel gehört dabei zur Schultermuskulatur und ist dabei etwa für das Heben eines Armes zuständig. Am Humerusschaft etwas weiter unten verläuft dabei der Radinal- oder auch Speichernerv in einer Furche. Dieser kann bei diversen Knochenbrüchen in dem Bereich auch leicht geschädigt werden.
Das untere Ende des Humerus hat eine dreieckige Form, wenn man diese im Querschnitt betrachtet. Die scharfen Kanten an den Seiten enden in zwei Höckern. Diese können am Ellenbogengelenk deutlichen sowohl außen als auch innen ertastet werden. Von einer vorderen Fläche entspringen dabei die Muskeln, die für das Beugen des Unterarmes zuständig sind. Auf der Rückseite des Humerus verläuft darüber hinaus eine Rinne für einen Ellennerv. Ein Schlag oder ein Stoß dabei an eben dieser Stelle löst eine Art stromschlagähnlichen Schmerz aus, welcher sich bis hin in den kleinen Finger ausstrahlt.

Funktionen & Aufgaben

Am Humerus gibt es ein oberes Ende. Dieses bildet dabei den Gelenkkopf des Schultergelenks. Auch ein unteres Ende ist verfügbar. Gemeinsam mit diesem ist der Oberarmknochen mit zwei Unterarmknochen verbunden, aber ebenso mit der Speiche und auch der Elle. Gemeinsam sind diese am Aufbau eines Ellenbogengelnks beteiligt.
Die ganz unterschiedlichen Muskeln, die an einem Humerus ansetzen, sind dabei für die unzähligen Bewegungen in einem Schultergelenk verantwortlich, so etwa der Deltamuskel, welcher zu der Schultermuskulatur gehört.
Am Oberarm bestehen darüber hinaus noch weitere Muskeln. Diese sind für Bewegungen im Schultergelenk, aber auch im Ellenbogengelenk zuständig. Zum Beispiel gehören dazu etwa der Armbeuger, der zweiköpfige Armmuskel, aber auch der dreiköpfige Armmuskel.

  • Das oberen Endes des Humerus bildet den Gelenkkopf eines Schultergelenks
  • Das untere Ende ist verbunden mit dem Unterarmknochen, der Elle und der Speiche
  • diese sind gemeinsam am Aufbau eines Ellenbogengelenks beteiligt
  • weitere Muskeln am Oberarm sind für Bewegungen im Schultergelenk zuständig, zum Beispiel der Armbeuger

 

Anatomie & Aufbau

Man unterscheidet im Großen und Ganze drei Abschnitte des Humerus:

  • das proximale Endstück

Der halbkugelförmige Oberarmgelenkkopf befindet sich dabei am proximalen Ende eines Humerus. Dieser steht gemeinsam mit dem Schulterblatt in einer gelenkigen Verbindung.
Unterhalb des Halses schließt sich dabei an den Gelenkkopf der Humerus an, welcher auch als Collum anatonicum bezeichnet wird. Am Übergang zu dem Humerusschaft liegt darüber hinaus noch der Collum chirurgicum. Hierbei handelt es sich um eine ganz besondere Stelle, die bruchgefährdet ist.
Unter dem Collum anatonicum befindet sich das Tuberculum majus humeri, aber auch das Tuberculum minus humeri. Das sind zwei kleine Knochenhöckerchen, welche dem Muskelansatz dienen. Diese setzen sich dabei in Leisten fort und zwischen ihnen bildet sich eine Rinne. In dieser Rinne verlaufen sogenannte Arterienäste.

  • Der Humerusschaft

Die Fläche eines Humerusschaftes ist in seinem mittleren Bereich aufgeraubt. Spiralig zieht sich dabei über seine hintere Fläche der sogenannte Sulcus nervi radialis. Das ist eine flache Rinne, in der noch der Nervus radialis und auch der Arteria profunda brachii eingebettet sind.

  • Das distale Endstück

Das Ende eines Humerus ist abgeplattet. Jeweils an den Seiten weist dieses Knochenvorsprünge auf. Dieser dient als Ansatz für die unzähligen Muskeln. Zwischen diesen liegt dabei eine Knorpelrolle. Diese Rolle verläuft dabei von der Vorder- bis hin zur Rückseite des Humerus und steht darüber hinaus mit der Elle in einer gelenkigen Verbindung. Unweit davon befindet sich der Capitulum humeri. Dieses bildet gemeinsam mit dem Radius einen Teil des Ellenbogengelenks.

Die Humeruskopffraktur

Hierbei handelt es sich um einen Bruch an dem sogenannten Kopf eines Oberarmknochens, also direkt am Humerus.
Die Humeruskopffraktur ist somit also eine knöcherne Verletzung, welche sich an dem Teil eines Oberarmknochens befindet, der nah am Körper hin liegt. Zu diesen Humerusfrakturen gehören vor allem die Oberarmfraktur, welches sich direkt unter dem Humeruskopf befindet, aber auch die Humerusfraktur selber.

Die Einteilung
Bei einer sogenannten Humeruskopffraktur kann dabei der Oberarmkopf an den unterschiedlichen Stellen in ganz viele Bruchstücke zerspringen. Dabei können allerdings nur Knochenvorsprünge abreißen. Es kommt dabei immer auch auf das Ausmaß einer Verletzung an, inwiefern Mediziner solch einen Oberarmkopfbruch in unterschiedliche Typen einteilen. Da gibt es zum Beispiel die Einteilung einer Humeruskopffraktur nach Neer. Diese richtet sich dabei nach einer Anzahl an Bruchstüclen und darüber hinaus noch dem Grad der Verschiebung.

  • Typ I

Hierbei handelt es sich um eine Humeruskopffraktur, die unverschoben ist und dabei liegt es unabhängig davon, in wie viele Stücke solch ein Knochen überhaupt zersprungen ist

  • Typ II

Hierbei handelt es sich um eine Fraktur mit einer Verschiebung, zwei Bruchstücke, welche sich in einem anatomischen Hals des Oberarmknochens befinden

  • Typ III

Auch das ist eine Fraktur mit Verschiebung und dazu zwei Bruchstücken oder auch Trümmerzonen mit ganz vielen kleinen Bruchstücken, welche sich in einem chirurgischen Hals des Oberarmknochens befinden

  • Typ IV

Hierbei handelt es sich um eine Fraktur mit Verschiebung, welche zwei bis vier Bruchstücke enthält. Dabei ist der größere Ansatzhöcker mitbeteiligt, welcher sich seitlich des Oberarmkopfs befindet

  • Typ V

Ebenfalls eine Fraktur mit Verschiebung, mit zwei bis vier Bruchstücken. Hierbei ist jedoch der kleinere Ansatzhöcker seitlich des Oberarmkopfs mitbeteiligt

  • Typ VI

Gemeinsam mit dem Oberarmkopfbruch ist darüber hinaus das Schultergelenk ausgerenkt, die sogenannte Luxationsfraktur

Häufigkeit einer Humeruskopffraktur
Solch einer Humeruskopffraktur tritt mit einem zunehmendem Alter öfter auf als in jungen Jahren. Vor allem fällt Ärzten solch ein Knochenbruch bei Menschen auf, die das 70. Lebensjahr bereits erreicht haben. Darüber hinaus sind auch noch Frauen öfter betroffen als es bei Männern der Fall ist. Dabei handelt es sich bei jedem zwanzigsten Knochenbruch um eine sogenannte proximale Humerusfraktur.

Krankeiten, Beschwerden & Störungen

Eigentlich gehört der Humerus zu einem wirklich stabilen Knochen und kann auch einigen Belastungen durchaus standhalten. Allerdings kann dieser auch bei einer plötzlichen und größeren Krafteinwirkung brechen. Dabei gehört eine der häufigsten Verletzungen die proximale Humerusfraktur dazu. Das ist ein sogenannter Bruch am körpernahen, oberen Bereich eines Knochens. Meistens betrifft dieser aber auch ältere Personen, welche auch an Osteoporose leiden. Durch diese Krankheit verliert die Knochensubstanz an Stabilität. Solch eine Verletzung wird darüber hinaus auch als Indikatorfraktur bezeichnet. Das bedeutet also, dass solch ein Bruch einen guten Hinweis auf diese Erkrankung Osteoporose liefert. Von solch einer proximalen Humerusfraktur sind meistens auch ältere Frauen betroffen. Der Arm wird dabei bei einem Sturz ganz instinktiv zum Abfangen dieses Falls ausgestreckt. Dabei wirkt die ganze Kraft eines Gewichts auf den Oberarmknochen ein. Häufig kommt es dabei zu einem Stauchungsbruch am sogenannten Collum chirurgicum. Doch auch an Knochenvorsprüngen und am Humeruskopf sind Frakturen nicht ganz unüblich. Neben der proximalen Humerusfraktur gibt es auch noch eine distale Humerusfraktur. Diese findet dabei an dem unteren Endes des Oberarmknochens statt. Dabei unterscheidet man zwischen den Anteilen des Ellbogengelenks und dem Humerus an sich in Bezug auf welche Stellen tatsächlich gebrochen sind. Als Humerusschaftfraktur wird der Schaft bezeichnet, wenn dieser von solch einem Bruch betroffen ist. Solch eine Humerusschaftfraktur wird durch eine heftige Gewalteinwirkung verursacht. Das passiert entweder durch einen Schlag oder auch einen Verkehrsunfall. Bei solch einer Art von Verletzungen sind oftmals auch Muskeln, Sehnen, Gefäße oder auch Nerven betroffen, welche am Knochen dabei ansetzen oder auch an diesem entlang verlaufen.
Handelt es sich jedoch um komplexe Beschädigungen am Humerus ist eine wirklich zeitnahe Versorgung besonders von Nöten. Torsions- und Trümmerbrüche müssen dabei auf jeden Fall chirurgisch behandelt werden, denn diese Brüche müssen fixiert und wieder eingerichtet werden.
Darüber hinaus zählt der sogenannte Tennisarm zu einer der häufigsten Erkrankungen, die am Oberarmknochen auftreten. Bei dem Tennisarm entzündet sich der Sehnenansatz der Streckmuskeln, welcher am Humerus liegt. Es gibt aber auch noch den sogenannten Golferellenbogen, welcher seltener vorkommt als der Tennisarm. Dieser entsteht dabei, wenn sich die Sehnen, welche am Beugemuskel liegen, sich entzünden. Diese äußern sich durchaus mit Schmerzen am Ellbogenbereich, welche darüber hinaus bis in den Ober- aber auch Unterarm ausstrahlen können. Sollte es soweit kommen, dass das obere Ende des Humerus aus einem Schultergelenk rutscht, bezeichnet man diesen Fall als Auskugeln der Schulter oder auch eine Schulterluxation. Oftmals passiert dieses Auskugeln bei Unfällen, aber auch beim Sport.

Welche Problem kann solch ein Humerus eigentlich verursachen?

Der sogenannte Humeruskopf ist dabei am Aufbau eines Schultergelenks beteiligt. Dieses Schultergelenk ist dabei am beweglichsten, aber gleichzeitig auch das am wenigsten gesicherte Gelenk eines Körpers. Die Gelenkkapsel ist dabei wie ein weiter, langer Sack geformt. Wenn Luft eindringt, lässt sie den Kopf des Humerus dabei um knapp 1,5 cm weit aus der sogenannten Gelenkpfanne gleiten. Im vorderen Bereich ist die Gelenkkapsel darüber hinaus auch noch sehr dünn. Dadurch kommt es insgesamt zu leichten Verrenkungen, welches das Gelenk nach vorne schieben.
Durch die Überlastung entsteht ein schmerzhafter Tennisarm. Diese Schmerzen setzen dabei an der Außenseite des Ellenbogens an, welche sich am unteren Ende des Humerus befinden. Diese sind dabei für die Streckung des Handgelenks verantwortlich.
Sollte allerdings die Beugemuskulatur eines Handgelenks überlastet sein, ist dabei die Innenseite eines Ellenbogens betroffen. Dabei spricht man also von einem Golferarm.
Dabei sind ältere Menschen mit Osteoporose besonders betroffen und schon bei einem leichten Sturz kann dabei der Kopf ihres Oberarmknochens leicht brechen. Im Schaftbereich zum Beispiel kann der Humerus ebenfalls an anderen Stellen brechen.
Des Weiteren ist eine häufige Sportverletzung im Bereich des Humerus die sogenannte Rotatorenmanschettenruptur. Dabei handelt es sich um einen Riss der Rotatorenmanschette, einer sogenannten Muskelgruppe in der Schulter.

Typische & häufige Erkrankungen

Im Folgenden befinden sich die typischen Erkrankungen an einem Humerus in einer kurzen Auflistung:

  • Tennisarm
  • Humeruskopffraktur
  • Humerusfraktur
  • Golferellenbogen
  • Ellenbogenbruch

 

Fragen & Antworten

 

Was ist eigentlich ein Humerus-Bruch?

Einfach bezeichnet wird der Humerus-Bruch als gebrochener Arm. Dabei gibt es unzählige Arten von Brüchen, die aufgrund von medizinischer Wissenschaft beschrieben werden. Doch all diese Wissenschaften beziehen sich dabei auf eine einzige Art von Knochenbruch.
Brüche am oberen Arm werden durch die Position auf einem Knochen eingestuft. Oftmals ist es so, dass der Bruch in einer Welle des Knochens auftritt und somit keine Chirurgie von Nöten ist.
Es gibt unterschiedliche Arten von Brüchen. Ein Humerusbruch, welcher nahe an einer Schulterverbindung liegt, wird auch als proximaler Bruch bezeichnet. Denn dieser liegt in der Nähe zur Mittellinie eines Körpers.
Des Weiteren gibt es auch noch den sogenannten Mittlerwelle Humerusbruch. Dieser ist ein Bruch, welcher an der Hauptwelle des Knochens auftritt und fernab von jedem Ende liegt. Dabei verdickt der Knochen an den Winkelstück- und Schulterverbindungen. Darüber hinaus gelten diese Humerusbrüche als die allgemeinste Art und erfordern deshalb auch keine Chirurgie.
Als letzte Art gibt es noch die distalen Brüche eines Humerus. Der Knochen läuft dabei nahe einer Winkelstückverbindung ein. Diese können Chirurgie erfordern, weil es durchaus kleine Fragmente oder auch Splitter des Knochens geben kann. Häufiger treten diese Form der Brüche bei Kindern als bei Erwachsenen auf.

Welche Arten von proximalen Humerusfrakturen bestehen überhaupt?

Es kann im Prinzip viele möglichen Arten von Frakturen geben. Dabei besteht die häufigste von ihnen aus zwei Bruchstücken und gehört darüber hinaus zur Fraktur des Oberarmhalses. Diese trennt dabei den Humeruskopf vom Schaft.
Es gibt allerdings noch eine weitere Art mit zwei Bruchstücken. Dies ist dabei der Bruch zwischen Tuberculum majus und dem Tuberculum minus. Das ist eine Art der Verletzung an der Rotatorenmanschette.
Handelt es sich dabei um kompliziertere Frakturen, bestehen diese aus drei oder auch vier Bruchstücken.
Sollte der Bruch aus vier Teilen bestehen, dann umfasst dieser den Kopf, den Tuberculum majus, den Tuberculum minus und die sogenannte Diaphyse. Dieser erfolgt darüber hinaus operativ mit einem Austausch des Knochen durch eine Prothese, was auch als Endoprothesenersatz bezeichnet wird.

Wie lange dauert die Heilung einer proximalen Humerusfraktur an?

Es spielt keine Rolle, in welchem Alter sich ein Erwachsener befindet. Eine proximale Humerusfraktur braucht etwa zwischen vier und achten Wochen, um vollkommen auszuheilen, sodass auch keinerlei weitere Unterstützungen mehr nötig sind, die extern erfolgen. Normalerweise wird eine ganz gute Muskelkraft in einem Zeitraum von etwa zwölf Wochen erreicht. Doch eine vollständige Genesung inklusive einer Knochenkonsolidierung erfolgt erst nach rund sechs Monaten oder sogar noch später.
Darüber hinaus können Kinder schneller genesen. Bei ihnen kann der Gipsverband schon nach etwa drei bis vier Wochen angenommen werden.

Bitte empfehlt diese Seite oder verlinkt uns:

Bitte bewerten Sie den Artikel

1 Stern2 Sterne3 Sterne4 Sterne5 Sterne (44 Stimmen, Durchschnitt: 4,89 von 5)
Loading...
Top