Rotatorenmanschette

Rotatorenmanschette ist ein elementares Funktionselement

Der Begriff Rotatorenmanschette erscheint auf den ersten Blick etwas technisch. Das ist aber nicht so, denn eine Rotatorenmanschette bezeichnet ein wichtige physiologische (funktionale) Komponente des menschlichen Körpers. In der Praxis ist die Formulierung Rotatorenmanschette eher im Terminus geschulter Mediziner zu finden. Der Grund dafür sind verschiedene Erkrankungen, die mit einer Rotatorenmanschette in Verbindung stehen. Eine sehr bedeutende Beeinträchtigung ist beispielsweise die sogenannte Rotatorenmanschettenruptur.

Was ist eine Rotatorenmanschette?

Die Rotatorenmanschette befindet sich am Oberarm. Eine anderes Synonym für die Rotatorenmanschette, das für mehr Klarheit sorgt, ist Muskel-Sehnen-Kappe. Die anatomische Beschaffenheit (Anatomie ist die Lehre von Bau) kann so beschrieben werden, dass die Rotatorenmanschette direkt an den Schultern sitzt. Diese Muskeln, von denen es insgesamt vier gibt, stellen gemeinsam mit dem Schulterblatt und Oberarmkopf eine Einheit dar. Das muskuläre Gewebe der Rotatorenmanschette schließt das Schultergelenk fast komplett (kappenförmig) ein. Die auf beiden Seiten des Rückens angelegten Rotatorenmanschette verläuft unterhalb des knöchernen Schulterblattes.

Funktionen und Aufgaben der Rotatorenmanschette

Die Rotatorenmanschette ist für verschiedene Funktionen verantwortlich. Dieser Komplex aus mehreren Muskeln trägt dazu bei, dass das Schultergelenk in sich zusammengehalten wird. Das Schultergelenk ist ein bewegliches System aus dem Oberarmknochenkopf, der in der Gelenkpfanne des Schulterblattes gleitet und Muskulatur.

Charakteristisch für die Schulterblattgelenkpfanne ist deren extrem flache Form. Die Gelenkpfanne ist der konkave Gelenkteil, der in seiner Form einer Pfanne ähnlich ist. In die Gelenkpfanne passt das kugelige Gegenstück, der Gelenkkopf hinein. Demnach verfügt die Gelenkpfanne über eine Fläche, die das Gegenstück zur Gelenkkopffläche darstellt. Die Gelenkpfanne bestimmt über die Art der Bewegung eines Gelenks. Diese wird durch zusätzlich Weichteile wie Muskeln, Bänder und Sehnen beeinflusst.

Da die Gelenkpfanne am Oberarmknochenkopf im Unterschied zu vielen anderen gelenkigen Verbindungen des Körpers sehr flach ist, ergibt sich erstaunlicher Bewegungsradius. Dieser gibt verschiedene Beugerichtungen und -ebenen frei. Darüber hinaus sind mannigfaltige Drehachsen zu beobachten. Eine solche Flexibilität ist unter Umständen nicht immer von Vorteil. Auf diesen Aspekt wird jedoch im Punkt „Krankheiten und Störungen“ der Rotatorenmanschette intensiver eingegangen.

Die Rotatorenmanschette übernimmt zunächst eine eher passive Mission, indem sie die Sehnen lediglich lenkt. Des Weiteren gilt die Rotatorenmanschette als aktives Detail, das in hohem Maße am Drehen des Armes nach außen oder nach innen beteiligt ist. Die Rotatorenmanschette dirigiert darüber hinaus die lange Sehne des Bizeps.

Zusammenfassend kann gesagt werden, dass der Rotatorenmanschette folgende Aufgaben zuteil werden:

  • Gewährleistung der Stabilität des Oberarmgelenks (Anspannung der Schultergelenkkapsel)
  • Unterstützung eines breiten Bewegungsspielraums des Schultergelenks
  • Sicherung und Schutz des Schultergelenkes
  • Haltgebung und Führung des Oberarmkopfes in der Gelenkpfanne
  • Zentrierung des Oberarmkopfes in der Gelenkpfanne

Fällt die Rotatorenmanschette aus oder ist sie beeinträchtigt, dann macht sich das sofort am Schultergelenk bemerkbar. Ein reibungsloses Zusammenspiel aller Muskeln der Rotatorenmanschette ist daher die Voraussetzung, damit eine Beweglichkeit des Schultergelenks gegeben ist und an dieser Position keine Folgeschäden auftreten.

Anatomie und Aufbau einer Rotatorenmanschette

Die Muskel-Sehnen-Kappe ist ein natürlicher Bestandteil des Schultergelenks (Ligamentum transversum humeri) und der Schulterblätter. Sie ist im Gegensatz zu diesen Segmenten aus weichem Gewebe aufgebaut. Dabei handelt es sich um Muskelgewebe. Die Rotatorenmanschette ist eine Gruppe aus Muskeln, die der Schulter und den Oberarmen gemeinsam mit dem Schultergelenk und dem Schulterblatt ihre Beweglichkeit verleihen.

Unterschieden werden die vier Abschnitte der Rotatorenmanschette in folgende Strukturen:

  • vorderer Muskel oder Musculus subscapularis
  • oberer Schultergrätenmuskel oder Musculus supraspinals
  • hinterer oberer Muskel oder Musculus infaspinatu
  • hinterer unterer Muskel oder Musculus teres minor

Bei der anatomischen Untersuchung eines Menschen werden die Rotatorenmanschetten nicht sofort sichtbar, denn diese Passagen liegen unter dem Deltamuskel. Der Deltamuskel (Musculus deltoideus) ist ein enorm großflächiger und äußerst kräftiger Muskel.

  • Musculus infraspinatus (Untergrätenmuskel)
    Er ermöglicht das nach außen Drehen des Oberarmes (Außenrotation).
    Wird der Arm gesenkt, dann trägt dieser relativ starke Muskel zur Abduktion bei. Kommt es zu einem Heben des Oberarmes, bewirkt der Musculus infraspinatus eine Adduktion.
  • ​​​​​​​Musculus supraspinatus (Obergrätenmuskel) ist zuständig für die Außenbewegung und die Adduktion des Oberarmes Wird der Oberarm bis zu einem bestimmten Winkel an die Körperseite angelegt, dann tritt der Musculus supraspinates als Agonist in Aktion.
    ​​​​​​Der Musculus supraspinatus hält die Schultergelenkkapsel unter Spannung. Der Musculus supraspinalis arbeitet eng mit den anderen Rotatorenmanschettenmuskeln zusammen.
  • ​​​​​​​Musculus teres minor (kleiner runder Armmuskel) übernimmt die Retroversion, die Adduktion und die Außenrotation des Oberarmes
  • ​​​​​​​Musculus subscapularis Unterschulterblattmuskel bewirkt die Innenrotation des Oberarmes. Wird der Arm gehoben, ist der Musculus subscapularis zuständig für die Adduktion. Außerdem sorgt der Muskel für die Beibehaltung der Spannung der Schultergelenkkapsel.

Vier Muskeln – vier morphologische (bauliche) Eigenheiten

Der Musculus infraspinatus ist ein dorsaler (rückseitig, zum Rücken hin zeigend) Muskel, der an der Fossa infraspinata oder Scapula (Schulterblattgrube) der zum Rücken hin gerichteten Seite des Schulterblattes angewachsen ist.
Der Musculus infraspinatus ist ein Part der Rotatorenmanschette, der direkt an einem Knochenvorsprung des Oberarmknochens ansetzt. Der knöcherne Vorsprung am Oberarmknochen wird auch als Tuberculum majus bezeichnet.
Der Musculus subscapularis ist ein Segment der ventralen (zur Vorderseite des Körpers, eines Organs oder eines Körperteils) verlaufenden Schultermuskeln. Der Musculus subscapularis lässt sich bis zur Fossa subscapularis (Vertiefung des Knochens) im Schulterblatt zurück verfolgen. Dieser zur Rotatorenmanschette gehörige Muskel beginnt am Tuberculum minus des Oberarmknochenknochens.
Der Musculus teres minor beginnt am seitlich gelegenen Randbereich des Schulterblattes (Margo lateralis. Der eigentliche Ansatz der Musculus teres minor befindet sich am Oberarm, am Tuberculum majus. Charakteristisch für den Musculus teres minor ist dessen Faserverlauf. Ausgehend von kranial (aus der Richtung des Schädels) zeigen die Muskelfasern nach lateral (abgewandt oder weg von der Körpermitte, seitlich).
Der Musculus supraspinatus geht von der Fossa supraspinata aus. Die Fossa supraspinata ist die kranial (zum Kopf hin oder nach oben) zur Spina scapulae gerichtete Scapula. Der Musculus supranspinatus entspringt im oberen Bereich des Humerus (Oberarmknochen). Einzelne Sehnen des Musculus supraspinatus verlaufen bis in das Schultergelenk hinein.

Anatomische Merkmale von Muskelgewebe

Das morphologische Fundament aller an der Rotatorenmanschette beteiligen Muskeln ist das Muskelgewebe oder das muskuläre Gewebe. Histologisch (Histologie ist die Lehre von den Geweben) und zytologisch (Zytologie ist die Lehre von den Zellen) betrachtet, kann ein Muskelgewebe in grobe und feine Bausteine aufgeteilt werden.

Grobe Bestandteile des Muskelgewebes sind:

  • Muskelfasern (sind einzelne Muskelzellen, die von einer bindegewebigen Hülle oder Endomysium umgeben sind)
  • Muskelfaserbündel (bestehen aus mehreren Muskelfasern, die jede für sich ebenfalls von Bindegewebe umschlossen sind. Da die bindegewebige Ummantelung zwischen den einzelnen Muskelfaserbündeln liegt, wird diese als Perimysium bezeichnet.
  • Ein kompletter Muskel basiert auf einer unterschiedlichen Menge an Muskelfaserbündeln. Diese werden vom Epimysium umschlossen.

Innerhalb der Muskeln sind Nerven und Blutgefäße (Arterien, Venen und Kapillaren) eingebettet. Sie versorgen die Muskeln mit Nährstoffen und Sauerstoff. Diese Aufgabe wird  durch die Zuführung von sauerstoff- und nährstoffreichem Blut über die Arterien, den Austausch von Sauerstoff und Kohlendioxid sowie von Nährstoffen und Stoffwechselendprodukten zwischen Zellen und Kapillaren sowie den Abtransport von Kohlendioxid und Abbausubstanzen aus den Muskel durch die Venen mit sauerstoffarmem Blut erfüllt.

Feine Bestandteile des Muskelgewebes sind:

Als sehr winzige, in Längsrichtung in den Muskelfasern vorkommende Strukturen sind die Myofibrillen erkennbar. Die mikroskopisch zu betrachtenden Mikrofibrillen sind maximal einen Mikrometer groß. Die Myofibrillen sind verschiedenfarbig und bestehen aus Einzelabschnitten, den Sarkomeren. In den Muskelfasern existieren keine Strukturen mehr, die kleiner als die Sarkomere sind. Aufgebaut sind die Sarkomere aus den Mysin- und den Aktinfilamenten. Ohne Myosin und Aktin könnten die Muskeln nicht kontrahieren.

Krankheiten, Beschwerden und Störungen in Verbindung mit der Rotatorenmanschette

Die Rotorenmanschette ist wegen ihrer speziellen anatomischen Konstruktion und der permanenten Beanspruchung ein Körpersegment, das vielen Menschen immer wieder Beschwerden verursacht. Dieses Organ gilt daher in Medizinerkreisen als äußerst prädestiniert für Verschleißerkrankungen und für Abnutzungserscheinungen. Die Symptome oder Krankheitszeichen machen sich meist als teilweise schmerzhafte oder die Bewegungsfähigkeit einschränkende Auffälligkeiten bemerkbar. Typische Erkrankungen im Zusammenhang mit der Rotatorenmanschette sind Entzündungen und Verletzungen.

Warum kommt es häufig zu pathologische Abnormitäten der Rotorenmanschette?

Die Rotatorenmanschette ist ein Komplex aus mehreren Muskeln, die dem Schultergelenk einen außerordentlich umfangreichen Spielraum verleihen. Unter dieser Voraussetzung ist es nicht auszuschließen, dass die Stabilität der Rotatorenmanschette und damit des gesamten Schultergelenks in mehr oder weniger großem Umfang verloren Gehen kann. Durch eine Fehlbelastung oder durch eine Überbeanspruchung sowie durch eine unzureichende Kräftigung der Rotatorenmanschette können diverse Krankheitsbilder nicht ausgeschlossen werden.

Welchen Erkrankungen unterliegt die Rotatorenmanschette vorrangig?

Zunächst fühlen sich zahlreiche Patientinnen und Patienten, zu denen vor allen Dingen auch trainierte Leistungssportler gehören, von schmerzhaften Beschwerden geplagt. Diese Kombination aus mehreren Schmerzarten bezieht sich entweder auf einzeln und unabhängig voneinander erscheinende oder auf die in Einheit mit dem Impingement-Syndrom auftretenden Beeinträchtigungen.
Nennenswert sind entzündliche und durch das Einwirken ungünstiger äußerer Faktoren bedingte Prozesse beziehungsweise Verletzungen. Liegt eine Entzündung der Rotatorenmanschette vor, dann leiden die Betroffen unter generellen Entzündungszeichen wie einer Rötung, einer Schwellung, einer Überwärmung, einer Reduzierung der Beweglichkeit und einer erhöhten Schmerzhaftigkeit des Schultergelenks.
Bereits bei diesen Anzeichen ist es ratsam, einen Orthopäden zu konsultieren.

Was hat es mit dem Impingement-Syndrom auf sich?

Hinter dem Impingement- oder Engesyndrom verbergen sich krankhafte Veränderungen, die durch den reduzierten Abstand zwischen dem Humeruskopf des Oberarms und dem Schulterblatt (Acromion) hervorgerufen werden. Infolge einer Vergrößerung des Schleimbeutels kommt es zu einer wachsenden Einengung dieser Areale.

Das Impingement-Syndrom ist eine chronische (dauerhaft anhaltend, schleichend beginnend) Erkrankung, die meist durch eine Entzündung der Sehne und des Schleimbeutels (Bursitis subacrominalis) eingeleitet wird.
Das Impingement-Syndrom des Schultergelenks wird durch den fortschreitenden Abbau und die zunehmende mechanische Reizung der Schleimbeutel und der Sehnen verursacht.
Im unbehandelten Verlauf kommt es dabei zu einem Aneinanderschlagen des Schulterdaches und des Schultergelenkkopfes. In Anbetracht der Tatsache, dass die Gelenkpfanne, die Rotatorenmanschette und der Oberarmkopf auf einem relativ begrenzten Raum eingebunden sind, sollte es nicht verwundern, dass eine vorzeitige Degeneration (Abnutzung) oder ein ein Auskugeln der Gelenke (Luxation) durchaus schnell eintreten kann.
Die Einengung, die dabei vor sich geht, betrifft ebenfalls die Bänder und die Sehnen, sodass die Schmerzen infolge dessen noch forciert werden. Ohne Therapie kommt es bei der Mehrheit der Betroffenen zu massiven Entzündungen und zu einem Einriss (Ruptur) der Rotatorenmanschette. Die Rotatorenmanschette hat dann ihre Funktionsfähigkeit verloren. Begünstigend auf die Ausprägung eines Impingement-Syndrom wirken sich Kalkablagerungen in den Sehnen und eine Beeinträchtigung der Form des Schulterdaches aus.
Das Impingement-Syndrom betrifft hauptsächlich sportlich aktive Menschen, die eine Sportart betreiben, bei der die Bewegungsabfolgen meist über den Kopf erfolgen. Auch in einigen Berufszweigen müssen ständig Bewegungsmuster über die Schultern umgesetzt werden, bei der es auf ein Agieren über den Kopf hinweg ankommt. Typische Auslöser für das Impingement-Syndrom sind daher Handlungen wie das Schwimmen, das Bodybuilding, das Hand– und das Volleyballspiel sowie das Speerwerfen. Des Weiteren sind Maler, Bauarbeiter (Putzer) und partiell Mechaniker von diesem Syndrom betroffen.

Was ist eine Tendinitis calcarea?

Eine weitere Erkrankung der Rotatorenmanschette ist die Tendinitis calcarea.
Dieser Terminus beschreibt einen entzündlichen Vorgang (Endung -itis bedeutet Entzündung), der sehr schmerzhaft sein kann. Als auslösender Faktor ist hierbei eine fortschreitende Verkalkung des Gelenks mit einhergehender Reizung der umliegenden Gelenkkomponenten zu beachten.
Die Kalkschulter oder Tendinitis calcarea oder die Sehnenverkalkung ergibt sich aus Kalkablagerungen im Gewebe einer Sehne. Daraus resultieren unweigerlich Schmerzen. Die Sehnenverkalkung betrifft ausschließlich die Sehnenfasern und die Knochen (fibroossäre Veränderung). Klassische Anzeichen sind zunehmend fortschreitende (progredient) Schmerzen. Diese sind besonders intensiv, wenn der Arm gehoben wird.
Die Symptome bei Tendinitis calcarea nehmen plötzlich oder akut zu, wenn die Kalkansammlungen in das Schultergelenk einbrechen. Eine Behandlung der Kalkschulter ist nach einer eingehenden Differentialdiagnostik mit Krankengymnastik und einer örtlich eingespritzten (injizierten) oder über den Mund ausgeführten oral Verabreichung eines Nichtsteroidalen Antirheumatikums umsetzbar.
Fruchtet eine konservative Therapie nicht, dann entscheiden sich die Mediziner für eine operative Methode. Bewährt haben sich in diesem Bezug die orthopädische Stoßwellbehandlung, die Aspiration der Kalkherde unter lokaler Betäubung oder unter Vollnarkose und die Arthroskopie zur unmittelbaren Abtragung der Kalkdepots.

Typische und häufige Erkrankungen einer Rotatorenmanschette

 

  • Rotorenmanschettenruptur
  • primäres Impingement-Syndrom
  • sekundäres Impingement-Syndrom&
  • Entzündungen der Rotatorenmanschette
  • Schmerzsyndrome
  • Mikroverletzungen oder Tendinitis calcarea (Entzündung der Sehne mit kalkigen Einlagerungen)

Auslösende Faktoren für diese krankhaften Beeinträchtigungen sind:

  • Einengung mit Schädigungen der Sehnen (Platzmangel)
  • Verschleiß oder Abnutzung (Degeneration)
  • Unfälle, Stürze, Verletzungen

Fragen und Antworten zum Thema Rotatorenmanschette

 

Welche Begriffe sind bei einer Arztkonsultation für einen medizinischen Laien häufig unklar?

Nach einem Arztbesuch bestehen oftmals Missverständnisse und Ängste, weil Patienten diverse Fachausdrücke nicht richtig deuten können. Aus diesem Grund können die Leser diese kleine Auswahl von medizinischen Termini gern als Hilfe ansehen.

  • Adduktion = Heranziehen einer Extremität an den Körper
  • Abduktion = Abspreizen oder Wegführen einer Extremität vom Körper
  • Extremität = Arm oder Bein
  • Retroversion = Bewegung eine Armes oder Beines nach hinten (dorsal)
  • Agonistist = Aktionist oder der Part, der eine Handlung ausführt
  • Syndrom = Komplex aus mehreren Symptomen oder Krankheitsanzeichen
  • Musculus teres minor = kleiner Muskel mit rundem Querschnitt
  • Musculus teres major =großer Muskel mit rundem Querschnitt
  • Endomysium = inneren liegendes Bindegewebe (endo heißt innen)
  • Perimysium = einen Zwischenraum auskleidendes Bindegwebe (peri bedeutet zwischen)
  • Epimysium = außen liegend, obenauf
  • oral = bedeutet durch den Mund
  • Myofibrille myo = Muskel, fibrille wird für Faser verwendet
  • Diagnose = Feststellung oder Erkennung einer Erkrankung
  • Analgesie = Ausschalten der Schmerzwahrnehmung
  • Differentialdiagnostik = Untersuchungen zur Abgrenzung von Erkrankungen mit ähnlichen Symptomen
  • Aspiration = Absaugen
  • Filament = Verbindung in Form eines Faden

Was ist eine Rotatorenmanschettenruptur?

Ein Riss der Rotatorenmanschette ist in der Orthopädie eine des Öfteren zu diagnostizierende Erkrankung.

Die Diagnose dieses Krankheitsbildes kann von erfahrenen Orthopäden und von Chirurgen mit Spezialisierung auf krankhafte Schulterveränderungen meist rasch gestellt werden. Eine Rotatorenmanschettenruptur liegt dann vor, wenn die den zum Oberarmgelenk zugehörigen Oberarmkopf umgebende Sehnenhülle verletzt oder beschädigt ist. Bei einer Zerreißung der Rotatorenmanschette jedoch nicht alle Muskelsehnen geschädigt. Die Mehrheit der Risse befindet sich an der Sehne (Supraspinatussehne) des Obergrätenmuskels. In Ausnahmefällen kann es gleichzeitig mit der Rotatorenmanschettenruptur zu einer Läsion der Schultergelenkbänder (Pulleyverletzung) und der Bizepssehne kommen (LBS-Läsion).

Welche Symptome sind bei der Rotatorenmanschettenruptur interessant?

Die Krankheitszeichen, die auf eine Ruptur der Rotatorenmanschette hinweisen, sind relativ eindeutig. Gerade die von den Betroffenen subjektiv wahrgenommenen Symptome sind bei der Diagnosestellung bedeutsam. Nennenswert sind beispielsweise Störungen der Funktionalität, Schmerzen unter Druck und bei Bewegung und/oder Schwellungen. Diese Beschwerden sind meist eindeutige Hinweise auf eine Rotatorenmanschettenruptur.

Zu Beginn der Befunderhebung steht eine eingehende Befragung der Patienten, um eine Krankengeschichte (Anamnese) zu erhalten.

Damit die Patientinnen und Patienten eine Ruptur der Rotatorenmanschette selbst erkennen können, sollen an dieser Stelle besonders signifikante Krankheitsanzeichen aufgeführt werden:

  • im Anfangsstadium keine Symptome
  • später kurzzeitige Symptome
  • „schnappende“ Funktion des Schultergelenks
  • durch Verschleiß bedingte Rotatorenmanschettenrisse verlaufen anfangs
  • schmerzfrei
  • merklich sind Schulterschmerzen seitlich und vorn am Schulterblatt
  • Schulterschmerzen (meist in der Nacht) strahlen in den Ober- oder den Unterarm aus
  • Schmerzverstärkung bei Drehbewegung, Belastung und Abspreizung des Armes bei Gegenkraft
  • Ruheschmerz, Reduzierung der Kraft im Arm
  • Patienten können nachts nicht auf der Schulter liegen

Ist noch keine klare Krankheitserkennung möglich, werden bildgebende Verfahren wie das Röntgen und die Magnetresonanztomografie hinzugezogen. Mit diesen Technologien lassen sich Veränderungen an den Weichteilen und an den knöchernen sowie den knorpeligen Strukturen genau wahrnehmen.

Wie wird die Rotatorenmanschettenruptur behandelt?

In der Gegenwart haben die Fachmediziner eine Vielzahl an fortschrittlichen Möglichkeiten in ihrem Repertoire, um eine Rotatorenmanschettenruptur zu heilen.
In Abhängigkeit von den Ergebnissen der Diagnostik und dem Zustand der Patienten können mehrere Therapiearten indiziert (begründet) sein:

Eine degenerative oder eine durch Abnutzung ausgelöste Ruptur wird zuerst meist mit Schmerzmitteln (Analgesie) und mit professioneller Krankengymnastik behoben.
Eine durch einen Unfall herbeigeführte Ruptur wird mit einem operativen Eingriff gelindert. Die gerissene Sehne wird während der Operation zusammengenäht, sodass eine ausreichende Zentrierung und Stabilisierung des Schultergelenkes realisiert werden kann.
Nicht jede Rotatorenmanschettenruptur sieht gleich aus. In der Praxis gibt es neben den Teilsehnenrupturen die sogenannten kleinen kompletten Risse und die großen kompletten Rupturen. Je nach Ursache sind auch die Massenrupturen nicht selten. Auch daraus ergeben sich variierende Lösungen für die Behandlungen.
Die konservative Behandlung mit Medikamenten und Physiotherapie kann durch eine regelmäßige Kontrolle des Krankheitsverlaufs und durch bedarfsgerechte physikalische Maßnahmen erweitert werden. Eine chirurgische Indikationen (Behandlungsbegründung) ist dann vorhanden, wenn die Schmerzen und die Einschränkungen der Beweglichkeit einen hohen Grad erreicht haben. Werden insbesondere bei Leistungssportlern und in einigen Berufszweigen hohe Anforderungen an die Beweglichkeit der Schultern gestellt, dann kann eine Operation ebenfalls als sinnvoll erachtet werden.
Wurde bereits vor einem halben Jahr eine Therapie durchgeführt und erweist sich ein Riss der Rotatorenmanschette mit den entsprechenden Beschwerden als therapieresistent, dann ist eine chirurgische Behebung des Ursache unumgänglich.
Die Operation wird in aller Regel so geplant, dass die Patienten und Patientinnen nur mit einem schlüssellochchirurgischen Verfahren rechnen müssen. Dabei verwenden die Operateure ein Arthroskop, das sie über winzige Hauteinschnitte an das Operationsgebiet heranführen.

Wie kommt es zu einer Rotatorenmanschettenruptur?

Traumata

beziehungsweise körperliche Verletzungen der Rotatorenmanschette sind in der Regel eine Folge von abrupten Kräfteeinwirkungen. So kann es beispielsweise passieren, dass sich Personen plötzlich auf dem Boden abstützen müssen, um mit den Armen den Aufprall während eines Sturzes zu vermeiden. Das Heben und Tragen und schweren Lasten bei Menschen mit bereits vorliegenden Verschleißerscheinungen im Schultergelenk ist gleichfalls eine gängige Ursache für Rotatorenmanschettenruptur.

Verschleißintensive Sportarten, die sich sehr ungünstig auf eine intakte Rotatorenmanschette auswirken, sind:

  • Basketball, Badminton und Volleyball
  • Golf, Kampfsport und Kunstturnen
  • Tennis und Handball

Der Riss der Rotatorenmanschette kann ebenso von einer anhaltenden mechanischen Beeinflussung (wie monotone Aktivitäten) der Schulter stammen. Unter diesen Umständen verschleißen die Sehnen noch schneller, weil sich das Impingement-Syndrom manifestiert hat. Vielen Erkrankungen der Rotatorenmanschette kann durch ein regelmäßiges gezieltes Schulter-Muskel-Training und das Vermeiden einer anhaltenden Belastung der Schultergelenke vorgebeugt werden.

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