Arterie

Arterie, die Schlagader des Lebens

 

Das Herz-Kreislauf System vorsorgt unseren Körper ständig mit Blut und dadurch mit Nährstoffen. Unser Herz pumpt Blut durch den Körper und die Lunge und bringt dadurch Nährstoffe, wie zum Beispiel Sauerstoff bis in die einzelnen Zellen. Von winzig kleinen Blutgefäßen, die später zu großen Venen zusammenlaufen, wird nährstoffarmes Blut wieder Richtung Herz transportiert. Unsere Lunge funktioniert dabei umgekehrt. Von ihr wird sauerstoffreiches Blut Richtung Herz gepumpt. Welche Rolle Arterien in unserem Blutkreislauf spielen, wird im Folgendem genauer erklärt.

Was ist eine Arterie?

 

Eine Arterie, auch Schlagader genannt, ist ein Blutgefäß. Das bedeutet, dass sie ein Kanal ist, durch den unser Blut durch den ganzen Organismus befördert wird. Man unterscheidet bei unseren Blutgefäßen zwischen Arterien und Venen, wobei es sich bei den Arterien um die Blutgefäße handelt, die vom Herzen wegführen. Meist transportieren sie sauerstoffreiches hellrotes Blut, aber es gibt auch eine Ausnahme. Die Lungenarterie transportiert sauerstoffarmes dunkelrotes Blut zur Lunge, um dort in den Lungenkapillaren mit Sauerstoff angereichert zu werden. Im Normalfall befinden sich ständig 20 Prozent unseres Blutes in unseren Arterien.

Unsere Arterien werden wiederum in elastische und muskuläre Arterien unterteilt. Die großen Arterien, die sich nahe beim Herzen befinden, sind elastisch. Sie müssen dem Druck, der durch das Ausstoßen des Blutstromes aus dem Herzen verursacht wird, nachgeben können um nicht zu platzen. Die kleinen Arterien, die sich weiter entfernt vom Herzen befinden, können durch muskuläre Kontraktion den Blutdruck aufrecht erhalten. Denn in den peripheren Körpergegenden wäre der Blutdruck ansonsten nicht konstant spürbar.

 

Funktionen und Aufgaben

 

Die Aufgaben sind vielfältig. Sie reichen vom bloßem Transport bis zu lebensnotwendiger Versorgung einzelner Zellen, aber auch beim Blutdruck spielen Arterien eine Rolle. Um die Funktionen klar darzustellen, muss man die verschiedenartigen Arterien einzeln anschauen.

 

Die Lungenarterie ist dafür da Kohlenstoffdioxid (CO2) in die Lungenkapillaren zu transportieren, damit es dort weiter durch die Bronchien und die Luftröhre aus dem Körper hinaus transportiert werden kann.

 

Die Aorta, die größte Körperarterie, ist dafür da, Sauerstoff in die vielen Verzweigungen der kleineren Arterien zu schicken und durch ihre Elastizität den Blutfluss aus dem Herzen konstant zu halten. Eine herznahe Arterie, die über viele elastische Fasern verfügt, kann eine größere Menge an Blut aufnehmen, als ein starres Gefäß es könnte. Dies ist notwendig, da aus dem Herzen das Blut nicht kontinuierlich herausfließt, sondern in regelmäßigen Stößen ausgeworfen wird. Zwischen den Herzschlägen, zieht sich die ausgedehnte Arterie wieder auf ihre originale Größe zusammen und stößt somit das Blut weiter in die herzferneren Arterien.

 

Muskuläre Arterien halten den Blutdruck in herzfernen Körperregionen aufrecht. Periphere Arterien, die über viel glatte Muskulatur verfügen, können den Blutfluss selbst regulieren und werden über das vegetative Nervensystem gesteuert. Die kleinsten Arterien, die Arteriolen, dienen als Zufluss zu den Kapillaren, wo der Sauerstoff-Kohlenstoffdiozid Austausch erfolgt. Außerdem können sie sich, da auch sie zu den muskulären Arterien zählen, zusammenziehen und dadurch sowohl Blutdruck, als auch Gefäßwiderstand steigern. Dies ist zum Beispiel bei großen Verletzungen in den Extremitäten notwendig um die zentrale Blutversorgung weiterhin zu sichern und ein Verbluten zu verhindern.

 

Sogenannte Sperrarterien können den Blutzufluss durch starke Kontraktionen sogar komplett unterbinden. Solche Gefäße sind in den Bronchien, im Penis und der Klitoris zu finden. Im Penis gibt es außerdem Rankarterien, die stark geschlängelt liegen, um sich bei Bedarf verlängern zu können. Generell sind alle Arterien außerdem dazu da allerlei weitere Nährstoffe und Vitamine, abgesehen von Sauerstoff, zu transportieren.

 

  • Transport von u.a. Nährstoffen
  • Versorgung der Zellen
  • Konstanz des Blutflusses
  • Aufrechterhaltung des Blutdrucks
  • Lebensschützende Maßnahmen bei Verletzungen

Anatomie und Aufbau

 

Wenn man sich eine Arterie im Querschnitt vorstellt, erkennt man, dass ihre Wand aus drei verschiedenen Schichten besteht.

 

Ganz innen, also am nächsten zum Blut befindet sich eine nicht spezifische Zellschicht. Sie wird Endothel genannt. Diese Zellschicht dient als Barriere zum Stoffaustausch zwischen Blut und der Gefäßwand. Die Intima, bestehend aus Endothel und Membrana elastica steuert die Prozesse der Blutgerinnung, indem sie diese hemmt oder aktiviert und nimmt dadurch Einfluss auf die Fließfähigkeit des Blutes.

 

Die mittlere Schicht wird Media genannt und ist bei Arterien weitaus mehr ausgeprägt als bei Venen. Sie besteht aus elastischen Fasern oder glatter Muskulatur.

 

Natürlich gibt es auch Zwischentypen, die Bindegewebe und Muskelgewebe in der Media enthalten, je nach Lage im Körper in verschiedenen Anteilen. Periphere Blutgefäße und solche, die nahe an wichtigen Organen liegen enthalten die meiste glatte Muskulatur. Dadurch kann die Blutversorgung dieser Organe separat durch das vegetative Nervensystem reguliert werden.

 

Die äußerste Schicht einer Arterie wird Adventitia genannt, besteht aus Bindegewebe und ermöglicht durch ihre Struktur eine Verankerung des Blutgefäßes im umliegenden Gewebe. Weitere Funktionen der Adventitia sind versorgender Natur durch Nerven und kleinen Blutgefäßen, die sie enthält. Die kleinen Blutgefäße sind sozusagen die Arterien, die die Arterie ernähren. Sie werden Vasa vasorum genannt.

 

Die Membrana elastica ist vor allem bei elastischen Schlagadern stark ausgebildet, die in der Regel die großen Blutgefäße sind. Sie bezeichnet die elastischen Fasern in der Gefäßwand. Es gibt die Membrana elastica interna und die Membrana elastica externa. Die Membrana elastica interna sitzt am äußeren Rand der Intima und grenzt diese von der Media ab. Die Membrana elastica externa sitzt wiederum am äußeren Rand der Media und bildet die Grenze zur Adventitia.

 

Die Aorta

 

Unsere größte Körperarterie wird Aorta oder Halsschlagader genannt. Sie wird in ihrer Form unterschieden. Es gibt die aufsteigende Aorta, den Aortenbogen und die absteigende Aorta, wobei das Herz zuerst in die aufsteigende Aorta mündet, welche dann einen Bogen macht und zur absteigenden Aorta wird, die den Großteil des Blutes nach unten in den Körper transportiert. Die ersten Verzweigungen in der Aorta bilden die Herzkranzgefäße, die einen Teil des Blutes gleich zurück in den Herzmuskel leiten um diesen mit Nährstoffen zu versorgen. Im Aortenbogen entspringen die gemeinsame Halsschlagader und die Unterschlüsselbein-Schlagader. Die Halsschlagader versorgt im Wesentlichen Hals und Kopf, wobei sie sich am seitlichen Hals wiederum spaltet in ein Gefäß, das das Gehirn und ein Gefäß, das Gesicht und Hals versorgt. Die Unterschlüsselbein-Schlagader versorgt Schulter und Arm. Ihr größter Ast ist für den Oberarm zuständig, während dieser sich in den Ellenbeuge abermals in Speichenschlagader und Ellenschlagader teilt. Die Aorta endet im Becken, wo sie sich in die linke und die rechte Beckenschlagader teilt, welche für die Versorgung der Beine zuständig sind.

 

Krankheiten, Beschwerden & Störungen

Arteriosklerose

 

Die am häufigsten mit Schlagadern assoziierte Krankheit heißt Arteriosklerose. Sie wird durch Zigarettenkonsum, falsche Ernährung und Stress begünstigt. Es handelt sich dabei um Ablagerungen in den Arterien, die den Durchmesser der Arterie mindern und dadurch den Blutdruck erhöhen. Weiters kann Arteriosklerose zu Herzinfarkt führen, wenn sich diese Ablagerungen von der Gefäßwand lösen und Herzkranzgefäße verstopfen, die den Herzmuskel mit Sauerstoff versorgen. Dadurch stirbt im schlimmsten Fall ein Teil des Herzens ab, was zum Tod führen kann.

 

Arterielle Durchblutungsstörungen in Füßen und Beinen

 

Arteriosklerose kann aber auch in den Beinen und den Füßen zu Durchblutungsstörungen führen. Die Betroffenen leiden an starken Schmerzen bei zu langem Gehen, sodass sie nach einiger Zeit zum Stehenbleiben gezwungen werden. Die Ablagerungen an den Gefäßwänden verringern die Menge an Blut, die fließen kann und führt so zu einer Unterversorgung der Muskeln in den Extremitäten.

 

Arterielle Hypertonie

 

Eine recht häufige Erkrankung, die in Verbindung mit den Arterien steht, ist der arterielle Bluthochdruck. Die Ursachen sind verschiedenster Art und meist nicht zur Gänze geklärt. Mögliche Ursachen sind Vererbung, Zigarettenkonsum, Verkalkung des Gefäßsystems, Erkrankungen der Nieren, Drogenkonsum, Übergewicht oder hormonelle Störungen. Den Bluthochdruck an sich spürt der Patient nicht wirklich, aber erkennbar kann er durch morgendliche Kopfschmerzen, Übelkeit, Nasenbluten, Schwächezustände, Atemnot, Seh- und Schlafstörungen werden. Den morgendlichen Kopfschmerzen kann oftmals durch Erhöhung der Kopfposition im Schlaf abgeholfen werden. Von Hypertonie spricht man, wenn der systolische Wert über 140 mmHg und der diastolische Wert über 90 mmHg liegt. In der Schulmedizin werden Betroffenen meist Blutverdünner oder Betablocker verschrieben. Arterielle Hypertonie wird in eine primäre und eine sekundäre Form unterteilt. Primäre Hypertonie wird durch Vererbung oder andere körper- oder lebensstileigene Faktoren verursacht. Die sekundäre Form dagegen gilt als Folgeerscheinung anderer Erkrankungen. Vorgebeugt kann dem Bluthochdruck durch gesunde Ernährung, Verzicht auf Alkohol und Nikotin und viel Bewegung werden.

 

Arterielle Verschlusskrankheit

 

Die arterielle Verschlusskrankheit wird umgangssprachlich häufig als Schaufensterkrankheit bezeichnet. Die Betroffenen zeichnen sich nämlich dadurch aus, dass sie beim Gehen nach kurzer Zeit solche Schmerzen entwickeln, dass sie zum Stehenbleiben gezwungen werden. Für einen Passanten mag der Patient, dadurch wie ein Bummler aussehen, der die Waren in den Schaufenstern besonders gerne betrachtet. Das Raucherbein ist eine recht bekannte Form dieser Krankheit.

 

Vereinfach kann man sagen, dass sich der häufigste Verlauf dieser Krankheit wie folgend ereignet. Am Anfang des Problems steht Arteriosklerose, die nach und nach zu arterieller Durchblutungsstörung führt und schließlich zur Verschlusskrankheit wird.
Findet ein solcher Verschluss im Hirn statt, sprechen wir von einem Schlaganfall. Im Herzen nennen wir es Herzinfarkt. Wenn der Verschluss im Bein vor sich geht und durch Rauchen verursacht wurde, sprechen wir vom Raucherbein. Aber auch Diabetes mellitus, Bluthochdruck, entzündliche Gefäßkrankheiten oder Fettstoffwechselstörungen können zur arteriellen Verschlusskrankheit führen.

 

Bemerkbar macht sich diese Krankheit durch stechende Schmerzen, einen langsamen Puls, Gefühlsstörungen in der betroffenen Region, bis hin zu Muskelschwäche oder gar Lähmungen. Im Falle eines Verschlusses in den Extremitäten, was häufiger in den Beinen als den Armen auftritt, kann eine Amputation erforderlich werden. Problematisch ist allerdings, dass die Krankheit meist erst sehr spät erkannt wird, da sie anfangs nicht schmerzt. Selbst wenn die Schmerzen in den Waden bereits vorhanden sind und die Betroffenen zum Arzt gehen, kann es passieren, dass durch eine Fehldiagnose an ein orthopädisches Problem gedacht wird, anstatt an einen Gefäßverschluss.

 

Am sichersten ist es also die Risikofaktoren für diese Krankheit durch einen gesunden Lebensstil niedrig zu halten. Gesunde Ernährung, Verzicht auf Nikotin und viel Bewegung können hier behilflich sein. Aber auch, wenn die Krankheit bereits ausgebrochen ist, kann Ausdauersport wesentlich zur Heilung beitragen. Durch viel Bewegung bilden sich nämlich neue Arteriolen in Muskelnähe, die weder verkalkt noch verstopft sind und die Nährstoffversorgung der Beine neu aufbauen können. Also trotz Schmerzen ist es ratsam spazieren zu gehen oder wirklich mit regelmäßigem Ausdauersport zu starten, denn es wird zur Heilung beitragen.

 

Weitere häufige Erkrankungen

 

  • Periphere arterielle Verschlusskrankheit
  • Arterielle Stenose
  • Thrombose
  • Embolie
  • Aneurysma

Fragen & Antworten

 

Was sind Arterien?
Als Arterien werden alle Blutgefäße bezeichnet, die vom Herzen wegführen.

Was unterscheidet eine Arterie von einer Vene?
Arterien sind dickwandiger und in ihnen fließt das Blut aufgrund des Drucks, der vom Herzschlag ausgeht. Venen dagegen werden durch die umliegenden Muskeln stimuliert und haben Venenklappen, die die Fließrichtung des Blutes vorgeben. Arterien haben eine viel ausgeprägtere Media als Venen und führen vom Herzen weg, während Venen zum Herzen hinführen.

Wie kann man seine Arterien gesund halten?
Durch gesunde Ernährung, reichlich Bewegung und Nichtrauchen werden Arterien in der Regel gesund gehalten.

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