Geschlechtsumwandlung

Geschlechtsumwandlung

Behandlung Geschlechtsumwandlung

Eine Kreuzung, die in die Richtungen Mann, Frau und Transgender zeigt
Shutterstock / mantinov

Immer wieder werden Menschen geboren, deren Geschlecht anhand der äußeren Merkmale nicht eindeutig zugeordnet werden kann.

Immer wieder gibt es Menschen, die zwar dem Augenschein nach eindeutig männlich oder weiblich geboren sind, sich aber im falschen Körper fühlen.

Sind die moderne Hormontherapie und die Chirurgie die geeigneten Mittel der Wahl, zu einer Eindeutigkeit zu verhelfen, die der Zerrissenheit eine Lösung anbieten kann?

In diesem Ratgeber informieren wir Sie umfassend zum Thema Geschlechtsumwandlung.

Was genau ist eine Geschlechtsumwandlung?

Geschlechtsumwandlung vom geborenen Mann zur Frau oder umgekehrt – Welche Methoden und Möglichkeiten bietet die moderne Medizin?
Operative Korrekturen zur eindeutigen Geschlechtsbestimmung wurden bereits in den 60er Jahren des vorigen Jahrhunderts an Kleinkindern mit nicht eindeutiger Geschlechtszuordnung vorgenommen.

Die vermeintlich überflüssigen Geschlechtsattribute wurden entfernt, um eindeutig ein männliches bzw. weibliches Menschenkind einer klaren Persönlichkeitsentwicklung den Weg zu ebnen. In den folgenden Jahren/Jahrzehnten traten allerdings häufig bei diesen operierten Personen erhebliche psychische und auch körperliche Probleme zutage. Die Geschlechtsidentifikation scheint demnach eben nicht einfach durch einen operativen Eingriff zu klären zu sein.In diesem Zusammenhang traten dann immer öfter Menschen an die Öffentlichkeit, deren Problematik sich weitaus komplexer darstellte und es bis heute auch noch immer ist.

Es sind Menschen, deren primäre Geschlechtsmerkmale zwar eindeutig männlich bzw. weiblich sind, die sich aber in einem falschen Körper fühlen.

Die Mediziner, Psychologen und Psychiater sind an dieser Stelle herausgefordert und mit ethischen Fragen konfrontiert, diesen Menschen in ihrer großen Not einen Weg zu ebnen, der ihren Bedürfnissen bestmöglich gerecht wird.

Standen die Fachleute den Möglichkeiten, durch Hormonbehandlung und gezielten operativen Maßnahmen zur Geschlechtsumwandlung zunächst überwiegend positiv gegenüber, wird in den letzten Jahren die Diskussion über die Möglichkeiten zur Geschlechtsangleichung/-umwandlung in weiten Kreisen kontrovers geführt. Die Kontroversen gehen so weit, dass die Befürworter bereits schon bei der Empfindung einer Person, in einem falschen Körper zu leben, die gegengeschlechtlichen Pronomen in der Anrede sowie die Angleichung der direkten Anrede samt Titel fordert.

Demgegenüber stehen die Kritiker, die den Betroffenen vor massiven körperlichen Veränderungen erst eine eingehende psychologische Analyse und Betreuung angedeihen lassen zu wollen. Für sie handelt es sich bei dem Wunsch nach chirurgischem Eingriff, für viele bereits schon bei der Hormonbehandlung zur Einleitung und Unterstützung des Geschlechtsumwandlungsprozesses, um ein therapiebedürftiges Begehren, das der psychischen Verfassung des Betroffenen letztlich nicht gerecht und ihm auf keinen Fall wirklich dienlich sein würde.

Fakt ist, dass die Durchführung einer Geschlechtsumwandlung respektive einer Geschlechtsangleichung immer zunächst eine eingehende medizinische wie auch psychologische Begutachtung der körperlichen wie auch der psychischen Verfassung des Betroffenen erfordert. Erst nach oft jahrelanger Vorbereitung wird mit einer Hormonbehandlung begonnen, die die Geschlechtsmerkmale in die Richtung des gewünschten Geschlechts beeinflusst.

Ursprung & Entwicklung zur Ausarbeitung von Methoden zur Geschlechtsumwandlung

Trotz der genetischen Anlage des natürlichen Geschlecht kommt es immer wieder zu Fehlentwicklungen des Fötus, die nicht zu einer eindeutigen Geschlechtsanlage weiblich oder männlich führen.

Es gibt Forschungen darüber, ob in einigen Fällen die Anlagen zum weiblichen oder männlichen Geschlecht in bestimmten Gehirnarealen, die mit der Selbstidentifikation verbunden sind, bereits ausgebildet werden, wenn der entsprechende Entwicklungszyklus der physischen Geschlechtsmerkmale noch gar nicht eingetreten ist.

In diesen Fällen ist für die Befürworter der Geschlechtsumwandlung die Grundlage für die medizinischen Eingriffe bereits gegeben. Das Leid der betroffenen Menschen ist enorm und führt zu dem verständlichen Wunsch, eindeutig als Mann oder als Frau leben können.

Funktion, Wirkung & Ziele – Behandlungen & Therapien

Betroffene Menschen leiden teilweise extrem unter ihrem Zustand. Sie fühlen sich im Gegengeschlecht zuhause und nicht in dem, das ihre Körpermerkmale ausweisen. In vielen, nicht in allen Fällen, wird von den Betroffenen eine völlige Geschlechtsumwandlung mit allen der Chirurgie möglichen Mitteln angestrebt.

Durchführung & Wirkungsweise

Der Prozess der Geschlechtsumwandlung bzw. der Geschlechtsangleichung ist lang. War es in der Vergangenheit durchaus möglich bereits im Kindesalter geschlechtsentscheidende operative Maßnahmen durchzuführen, wird in den letzten Jahren davon abgesehen und das Erreichen des Erwachsenenalters abgewartet. Die ab den 60er Jahren durchgeführten Geschlechtsangleichungen haben für die Betroffenen nicht zu den vorgesehenen und gewünschten Ergebnissen geführt. Eine teilweise extreme Verwirrung über ihr eigenes Geschlecht war die Folge.

Nachdem der betroffene Mensch erstmals Wünsche über eine Geschlechtsangleichung geäußert hat, wird der Arzt zunächst eine psychologische Begutachtung anfordern. Die psychologische Betreuung der betroffenen Person ist enorm wichtig, denn die innerpsychischen Prozesse wirken sich höchst emotional aus und häufig werden Suizidabsichten geäußert und es kommt tatsächlich auch immer wieder zu Suizidversuchen.

Behandlung Geschlechtsumwandlung

Portrait einer jungen Transsexuellen mit pinken Haaren
Shutterstock / Amazingmikael

Viele Menschen sind in ihrer Geschlechtsidentifikation derart verunsichert, dass sie äußerst sensibel und höchstlabil reagieren können.

Ergibt sich in den psychotherapeutischen Sitzungen, dass der nächste Schritt eingeleitet werden sollte, werden dem Patienten/der Patientin die entsprechenden Hormonbehandlungen des Gegengeschlechts verabreicht.

In dieser Phase ist ebenfalls eine intensive psychologische Betreuung unabdingbar. Die hormonellen Veränderungen des Organismus wirken sich auch optisch und akustisch aus.

Die Stimmlage verändert sich von weiblich zu männlich und umgekehrt, wenn die Umwandlung zum weiblichen Geschlecht angestrebt wird. Die Brüste bilden sich zurück bzw. bilden sich aus.

Die Körperbehaarung verändert sich entsprechend dem angestrebten Geschlecht. Demzufolge kann mit Reaktionen des sozialen Umfeldes gerechnet werden, die nicht immer im erwünschten oder auch erträumten Sinne ausfallen.

Im letzten Schritt, meist nach vielen Jahren, werden die operativen Maßnahmen zur Geschlechtsumwandlung durchgeführt. Dabei werden bei der Umwandlung vom Mann zur Frau die Hoden entfernt. Der Penis wird entfernt und in den Körper wird im Bereich des Damms, wo sich zuvor die Hoden befanden eine Körperhöhle hergestellt und die Haut des ehemaligen Penis zur Vagina umfunktioniert.

Bei einem als Frau geborenen Menschen werden die Eierstöcke und die Gebärmutter entfernt. Waren die Brüste durch die Hormongaben nicht weit genug zurück gebildet, werden auch die Brüste entfernt. Ein Penis und Hoden werden mit den Mitteln der Plastischen Chirurgie aufgebaut.
Diese operativen Maßnahmen sind endgültig und nicht mehr rückgängig zu machen.

Hilft gegen

  • Identifikationsprobleme mit dem Geschlecht, in dem die Person geboren ist
  • die daraus resultierenden innerpsychischen Konflikte
  • eventuelle soziale Ausgrenzung

Bei den Betroffenen besteht eine starke Abneigung gegen das angeborene Geschlecht. Sie identifizieren sich mit dem Gegengeschlecht, in dem sie sich zuhause fühlen und entsprechend wählen sie auch ihre Bekleidung und ihre Interessen. Sie leben in der Welt des Gegengeschlechts, befinden sich jedoch in einem äußerst unerwünschten körperlich sichtbaren Geschlecht.

Das führt zu immensen psychischen Konflikten. Ihr Verhalten und Begehren nach dem Leben im Körper des Gegengeschlechts findet im familiären, sozialen wie auch im beruflichen Umfeld häufig wenig Verständnis. Die daraus resultierenden Konflikte im äußeren Leben verstärken die inneren Konflikte um vieles mehr.

Fördert & stärkt

  • angestrebt ist die Erreichung der Selbstakzeptanz im erwünschten Körper
  • Auflösung der beschriebenen innerpsychischen Konflikten
  • Annahme durch das soziale Umfeld nachdem die Identifikationsprobleme keine Basis mehr haben

Mit der hormonellen und chirurgischen Geschlechtsangleichung soll erreicht werden, dass der teilweise extreme Selbsthass und der Hass auf den eigenen Körper mit den höchst unerwünschten Geschlechtsmerkmalen beendet werden kann. Die Selbstakzeptanz und damit ein ausgeglichenes Lebensgefühl soll die Stärkung der Persönlichkeit hervorbringen und ein von Geschlechtsidentifikationsfragen ungestörtes Leben ermöglichen. Damit soll auch im sozialen Umfeld eine hohe Akzeptanz der Person und Persönlichkeit im nun erwünschten Geschlecht mit der gesamten Fülle des veränderten Lebensausdruck im anderen Geschlecht herbei geführt werden.

Diagnose & Untersuchungsmethoden

Grundlage für die Diagnose, die zur Geschlechtsangleichung führen soll, ist zunächst die Konsultation eines Arztes bzw. eines Psychotherapeutischen Psychotherapeuten oder Psychiaters. Die hilfesuchende Person beschreibt ihre Problematik, ihre Konfliktsituation und ihren Wunsch nach Geschlechtsangleichung. Wie bereits erwähnt wird in den letzten Jahren dieser Wunsch vor Vollendung des 18. Lebensjahres zunächst bis dahin zurück gestellt.

Allerdings werden bereits in diesem frühen Stadium und jungen Lebensalter bereits psychologische und gegebenenfalls auch psychotherapeutische Gespräche vorgeschlagen und angestrebt. In der gemeinsamen Arbeit von Richard P. Fitzgibbons, Philip M. Sutton und Dale O’Leary wird auf der Homepage des „Deutsches Institut für Jugend und Gesellschaft“ herausgestellt, von welch überragender Bedeutung und wie maßgeblich die häusliche Situation für die Geschlechtsidentifikation eine Kindes und Jugendlichen offenbar ist.

In diesem Beitrag wird eindrücklich erläutert, dass die aus psychologischer Sicht gesunde und den Normen entsprechende Identifikation mit dem gleichgeschlechtlichen Elternteil bei einem stark verunsicherten Kind signifikant gestört sein kann und daher in der Folge zu einer Ablehnung des eigenen Geschlechts und zu dem Wunsch nach Geschlechtsumwandlung führen kann.

Behandlung Geschlechtsumwandlung

Ein Portrait, dass eine Person sowohl als Mann als auch als Frau zeigt
Shutterstock / visivastudio

Besonders bei als Männer geborene Menschen, die sich die Geschlechtsangleichung zur Frau wünschen, wird die Frage aufgeworfen, ob es sich hierbei um eine psychische Störung handelt, bei der die Fantasie penetriert zu werden, masochistische Tendenzen und insbesondere die Tendenz zum Selbsthass und Selbstablehnung der Beweggrund zum Wunsch nach Geschlechtsumwandlung sein könnte.

Die Bedeutung einer umfassenden psychotherapeutischen Begleitung wird in diesem Beitrag deutlich herausgestellt. Außerdem kommen hier auch transsexuelle Wissenschaftler, die nach ihrer erfolgreichen erwünschten Geschlechtsangleichung ihre wissenschaftliche Arbeit diesem Themengebiet widmen zu Wort.

Es wird gerade auch von ihnen zum Ausdruck gebracht, dass das Konfliktpotenzial nach der Geschlechtsangleichung durchaus nicht unbedingt und wie erwartet/erhofft aufgelöst sein wird.

Kritiker der Geschlechtsangleichung betonen sehr deutlich, dass es sich aus ihrer Sicht hier nicht um einen Menschen handelt, der aus genetischen Gründen in einem Körper geboren ist, der mit dem psychisch empfundenen Geschlecht nicht übereinstimmt, sondern um eine psychische Störung. „Schlussendlich kamen Paul McHugh und seine Kollegen zu der Überzeugung, dass die Operationen keine Behandlung, sondern ein Mitwirken an psychischen Störungen darstelle. An der Johns Hopkins Universität wurde das Operationsprogramm eingestellt.“

Dem stehen die zahlreichen Leidensgeschichten von Menschen gegenüber, die sich subjektiv in einem falschen Körper geboren empfinden. Die Befürworter der Geschlechtsangleichung streben insbesondere an, dass ein Mensch, der z. B. in einem männlichen Körper geboren ist und sich ganz und gar als Frau fühlt, auch mit allen Attributen und Pronomen einer Frau anzusprechen und zu behandeln ist, lange bevor die medizinsch/chirurgischen Maßnahmen vollzogen sind.

Die völlige gesellschaftliche Akzeptanz eines Menschen in seinem Wunsch nach Geschlechtsangleichung wird bereits ab der ersten öffentlichen Aussprache seiner Position angestrebt. Es wird sogar eine gesetzliche Regelung angestrebt, nach der diesem Wunsch unmittelbar Folge geleistet werden soll. Dazu gehört auch die Anpassung bzw. Korrektur der Angabe des Geschlechts selbst in der ursprünglichen Geburtsurkunde.

Eine eindeutige Diagnose zu welchem Geschlecht nun ein Mensch gehört ist durch die Komplexität des Themas nicht einfach auf die genetische Konditionierung festzulegen. Die psychischen Befindlichkeiten und Konflikte spielen hier eine herausragende Rolle, die in vielen Fällen die körperlichen bzw. genetischen Gegebenheiten in den Hintergrund treten lassen. So werden nach vielen Jahren psychologischer Begleitung schließlich auf eindringlichen Wunsch der Betroffenen die angestrebten Maßnahmen zur Geschlechtsumwandlung eingeleitet.

In der Hoffnung, dass das erfüllte Begehren dem Leid tatsächlich ein Ende setzen wird. Immer wieder treten Menschen mit erfolgreich abgeschlossener Geschlechtsangleichung in den Blickpunkt der Öffentlichkeit und berichten darüber, wie positiv sich ihr Leben in dem gefühlten Geschlecht gestaltet.

  • körperliche Inaugenscheinnahme durch einen Arzt
  • psychologische Gutachten eines Psychologischen Psychotherapeuten oder eines Psychiaters
  • Intensive, oft jahrelange psychotherapeutische Begleitung

Risiken & Nebenwirkungen

  • sämtliche Risiken, die zwei derart umfangreiche Operationen bergen können
  • Unverträglichkeit der Hormonbehandlung
  • Lebenslange Unfruchtbarkeit
  • Die operativen Eingriffe können nicht mehr rückgängig gemacht werden
  • Die innerpsychischen Konflikte sind durch die Geschlechtsangleichung nicht gelöst
  • Die Akzeptanz im familiären, sozialen und beruflichen Umfeld tritt nicht im ersehnten Umfang ein

Die Geschlechtsangleichung ist endgültig und kann nicht mehr rückgängig gemacht werden. Das Risiko ist klar definiert: Der Mensch nach einer Geschlechtsangleichung wird unfruchtbar sein und nie ein eigenes Kind zeugen oder empfangen und gebären können. Die Reproduktionsorgane werden unwiderruflich entfernt.

Auch wenn das Gefühl sicher bei der betroffenen Person Erleichterung sein mag, endlich im ersehnten Körper leben zu können, bleibt ein Restbewußtsein, dass Gedanken und Gefühle beinhalten könnte, dennoch nicht eine „richtige“ Frau bzw. ein „richtiger“ Mann zu sein. Irgendwo könnte dennoch mitschwingen, evtl. doch „nur“ das Produkt eines Chirurgen und einer Hormonbehandlung zu sein.

Das psychische Konfliktpotenzial könnte sich demnach durch die Geschlechtsangleichung nur verlagert haben. Auch wenn das in gewissem Umfang zu Widerspruch aufrufen und nicht so empfunden werden mag, sollten Betroffene sich über diese Möglichkeit nicht einfach hinwegsetzen. Das sexuelle Empfinden und die persönliche Identifikation stehen bei dieser Betrachtung auf jeden Fall außenvor.

Die Nebenwirkungen werden häufig unterschätzt. Jede Frau, deren Eierstöcke und Gebärmutter entfernt werden, weiß darüber, wie schwerwiegend die hormonell bedingten Beschwerden nach einer solchen Operation sind. Sie muss ihr Leben lang unter Begleitung ihres Arztes ihren Hormonspiegel im Blick behalten. Ihre Stimmungen, Befindlichkeiten und körperlichen Zustände werden stark davon beeinflusst und damit auch ihr Wohlgefühl.

Das gilt in der Umkehrung auch für einen Mann, allerdings natürlich in anderer Weise. Bei einer Geschlechtsumwandlung werden dem bisher von männlichen bzw. weiblichen Hormonen dominierten Körper Testosteron, Östrogen und weitere Hormone in ganz anderer Menge zugeführt, als die bisherige Hormonbalance ausgemacht hat. Die damit einhergehenden Beschwerden können nur unter strenger ärztlicher Kontrolle minimiert bleiben. Erst wenn sicher gestellt ist, dass die Hormonbehandlung auch wirklich vertragen wird, kann der Arzt auf Wunsch die weiteren chirurgischen Maßnahmen befürworten.

Ein weiterer Punkt sind die postoperativen Schmerzen, die nach Aussage von Betroffenen erheblich sein müssen.

Wie bei jeder Operation geht es allerdings auch hier nicht nur um postoperative Schmerzen, sondern wie jede andere Operation birgt auch die operative Geschlechtsangleichung ein entsprechendes Risiko. Auch bleibende körperliche Probleme können nicht ausgeschlossen werden. Allerdings hat sich in der Praxis gezeigt, dass nur ca. die Hälfte der Betroffenen auch tatsächlich die letzten operativen Eingriffe durchführen lässt.

Gegenanzeigen & Wechselwirkungen

  • Dringlichkeit der Geschlechtsangleichung kann nicht in hohem Maße festgestellt werden
  • Körperliche Reaktionen auf die Hormonbehandlung zeigen die Notwendigkeit der Beendigung der Hormanbehandlung an
  • Psychologisches Gutachten zeigt eine psychische Störung an, die durch die Geschlechtsangleichung verstärkt werden könnte

Es besteht die unabdingbare Notwendigkeit vor den hormonellen und operativen Maßnahmen zur Geschlechtsangleichung eine differenzierte psychologische Einschätzung der psychischen Notwendigkeit und Dringlichkeit eines derartig tiefen Einschnittes sowohl in die innerpsychischen, hormonellen als auch körperlichen Strukturen eines Menschen zu befürworten und durchzuführen.

Wird bei der psychologischen Begutachtung festgestellt, dass die Dringlichkeit nicht der erforderlichen Intensität für so schwerwiegende Schritte entspricht, wird jeder verantwortungsbewusste Arzt eine Gegenanzeige attestieren. Das trifft ebenfalls auf die körperlichen Reaktionen während der Hormonbehandlung zu. Werden die den Körper so massiv verändernden Hormongaben nicht vertragen, wird der Arzt die Behandlung nicht verantworten können und beenden müssen.

Insbesondere wenn der begleitende Psychotherapeut bzw. Psychiater hinter dem Begehren nach einer Geschlechtsangleichung eine psychische Störung feststellt, die im weiteren Prozess der Geschlechtsangleichung die psychologischen Probleme noch verstärken könnte, wird aus medizinischen und psychologischen Gründen von einer weiteren Forcierung abgesehen werden müssen. Im Vorfeld der Untersuchungen, die zu einer Geschlechtsumwandlung führen sollen müssen ebenfalls internistische, vielleicht auch somatische, auf jeden Fall jedoch auch endokrinologische Untersuchungen durchgeführt werden.

An wen kann sich gewandt werden, wenn eine Geschlechtsangleichung angestrebt wird?

Hier eine Auswahl möglicher Kontaktpersonen, Informationsplattformen und Kliniken, an denen Geschlechtsangleichungen vorgenommen werden:

  • Hausarzt
  • Internist des Vertrauens
  • Gynäkologe/Androloge des Vertrauens
  • Psychologe des Vertrauens
  • Deutsche Gesellschaft für Transidentität und Intersexualität e.V., Köln
  • HELIOS Klinikum Emil von Behring GmbH, Berlin
  • Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf, Hamburg
  • Agaplesion Markus Krankenhaus, Frankfurt
  • Kliniken Essen-Mitte Evang. Huyssens-Stiftung/Knappschaft GmbH, Essen
  • Universitätsklinikum Tübingen

Wer sich zunächst erst informieren möchte, kann sich auf dieses Thema spezialisierten Internetplattformen unverbindlich informieren. Eine weitere Möglichkeit besteht darin, sich an Kliniken, an denen Geschlechtsumwandlung vorgenommen wird, zu wenden, um nähere Informationen zu erhalten. Hilfreich sind auch Selbsthilfegruppen und darüber der Kontakt mit Menschen, die bereits im Prozess der Umwandlung sind oder ihn erfolgreich abgeschlossen haben.

Ist die Entscheidung zur Einleitung der Geschlechtsangleichung gefallen, sollte zunächst der Arzt, Internist oder auch Psychologe des Vertrauens aufgesucht und um ein erstes Gespräch gebeten werden. Er wird die notwendigen weiteren Untersuchungen und Schritte einleiten. Nachdem dem gegebenenfalls hinzugezogenen Arzt alle notwendigen Untersuchungsergebnisse vorliegen, können die weiteren Schritt geplant werden. Im Vordergrund steht dabei immer die psychologische Untersuchung und die darauf folgenden Gesprächszyklen.

Denn es ist davon auszugehen, dass es sich dabei um einen jahrelangen immer wieder zu überprüfenden Prozess mit einer Vielzahl an psychotherapeutischen Gesprächen handelt, bei dem sich im Verlauf herauskristallisieren wird, in welchem Umfang die Umwandlung tatsächlich durchgeführt werden soll. Nur ca. 50% der Betroffenen wählen letztendlich die operative Geschlechtsangleichung. Die anderen Personen finden auf diesem langen Weg den für sie ganz individuell richtigen Umfang an angleichenden Maßnahmen. Bei den Fragen, die während des Prozesses auftreten, stehen Hilfsorganisationen und Selbsthilfegruppen zusätzlich zu den begleitenden Ärzten und Psychologen mit einer Fülle an unterstützenden Antworten bereit.

Unser Fazit

Die Situation eines Menschen, der mit einer nicht klaren Geschlechtsidentität konfrontiert ist, ist für einen Nichtbetroffenen kaum nachzuvollziehen. Dabei ist es einerlei, ob sich der Mensch durch eine angeborene Fehlentwicklung der Genitalien in einem Zwischenbereich des biologisch eindeutigen Geschlechts befindet oder ob dieser Mensch zwar eine biologisch eindeutige Geschlechtszugehörigkeit anzeigt, sich aber in einem falschen Körper lebend fühlt und daher eine Geschlechtsangleichung an des Gegengeschlecht sein innigster Wunsch ist.

Behandlung Geschlechtsumwandlung

Ein Gender-neutrales Badezimmer mit der Aufschrift „Für Menschen“
Shutterstock / John Arehart

Die moderne Medizin macht eine Geschlechtsangleichung mit Hilfe von plastischer Chirurgie und spezieller Hormonbehandlung in jedem Fall möglich. Ob tatsächlich die Indikation für einen derart schwerwiegenden Eingriff, der sich sowohl körperlich als auch psychisch stark auswirken wird, gegeben ist, bedarf eines langen Erkenntnisprozesses.

Die dazugehörigen medizinischen Untersuchungen bei Einnahme von Hormonpräparaten muss ebenfalls unter strenger Aufsicht eines Arztes, der sich auf das Thema Geschlechtsumwandlung spezialisiert hat, stattfinden.

Der gesamte Umwandlungsprozess wird erst nach Jahren hervorbringen, in welchem Umfang die Maßnahmen tatsächlich durchgeführt werden sollen.

Im Vordergrund muss dabei immer das höchstmögliche Wohlergehen des Menschen stehen, der sich der Geschlechtsumwandlung unterziehen möchte. Dabei ist insbesondere sein psychologisches Gleichgewicht immer im Fokus zu behalten. Denn der bisher bereits durchlebte Konflikt und die Schwierigkeiten, die der Prozess der Geschlechtsumwandlung mit sich bringt, trägt in jedem Fall genügend Potenzial in sich, um unerwünschte und unvorhersehbare Reaktionen bis hin zum Suizidversuch auszulösen. Ein hohes Maß an Sensibilität ist also unabdingbar.

Dazu kommt, dass die operativen Eingriffe niemals mehr rückgängig gemacht werden können. Darüber muss absolute Klarheit bestehen. Viele Transsexuelle bzw. Transgender finden für sich ganz individuell das optimale Umwandlungsmaß an das ersehnte Geschlecht. Oft werden in dem langen psychologisch begleiteten Prozess die nicht rückgängig zu machenden chirurgischen Eingriffe zur Veränderung des biologischen Geschlechts dann schon nicht mehr als notwendig angesehen.

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