Knochendichtemessung

Früherkennung von Knochenschwund

Behandlung Knochendichtemessung

Die Bezeichnung Knochendichtemessung, gelegentlich auch Osteodensitometrie bezieht sich auf verschiedene medizinisch-technische Verfahren zur Einschätzung des Risikos für Knochenfrakturen und Osteoporose.

Je nach Messverfahren können die Knochenfestigkeit sowie die Knochenstruktur festgestellt werden.

Die Ergebnisse werden aus der Dichte beziehungsweise dem Kalksalzgehalt des untersuchten Knochens abgeleitet.

In diesem Ratgeber informieren wir Sie umfassend zum Thema Knochendichtemessung. 

Was ist eine Knochendichtemessung?

In diesem Artikel soll die Knochendichtemessung, die eines von mehreren Verfahren zur Diagnostik von Osteropose und anderen Knochenstoffwechselstörungen ist, erläutert werden. Osteoporose, auch unter dem Namen Knochenschwund bekannt, ist eine Alterserkrankung der Knochen, die sie anfällig für Frakturen und Brüche macht.

Sie zählt zu den am häufigsten vorkommenden Zivilisationskrankheiten der westlichen Welt. Die Krankheit bewirkt eine Abnahme der Knochendichte infolge eines Abbaus von Knochengewebe. Betroffen sind hauptsächlich Männer über 50 Jahre, Frauen in den Wechseljahren, Raucher und Alkoholiker sowie Menschen, die unter Mangelernährung(Vitamin D – Mangel) leiden – bundesweit sind das etwa acht Millionen Menschen.

Die Knochendichtemessung beruht auf der Annahme, dass die Knochendichte mit dem Knochenschwund korreliert und dass die Knochenmasse durch moderne Techniken positiv beeinflusst werden kann. Bei der Knochendichtemessung handelt es sich um eine strahlungsarme Röntgenmethode, die innerhalb weniger Minuten einen sogenannten T-Wert sowie einen Z-Wert ermittelt.

Ersterer gibt an, wie weit die ermittelte Knochendichte vom Durchschnittswert gesunder 30-jähriger Menschen abweicht. Zweiter setzt das Ergebnis mit den Durchschnittswerten aus der entsprechenden Altersgruppe ins Verhältnis. Die Methode ist preiseffizient, schnell und zuverlässig.

Anfallende Kosten für die Behandlung trägt die gesetzliche Krankenkasse, selbst für Patienten,bei denen wegen eines deutlich erhöhten Osteoporose-Risikos eine Behandlung geplant vielleicht notwendig sein wird. Für Privatpatienten und Selbstzahler ergeben sich pro Messung Kosten in Höhe von mindestens 18 bis 32 €. Bundesweit sind etwa 800
Messplätze in Arztpraxen und Krankenhäusern verfügbar.

Ursprung und Entwicklung

Die Notwendigkeit, die Knochenmasse und deren Mineralgehalt messen zu können, hat seit
nunmehr einem halben Jahrhundert zur Entwicklung präziser und großflächig anwendbarer Methoden geführt und damit die Diagnose der Osteoporose und die Erfassung ihres Verlaufs ermöglicht.

Früher, ALS außer der Verwendung von Flour keine medikamentösen Behandlungen für Osteoporose zur Verfügung standen, konnte diese erst in einem sehr fortgeschrittenen Stadium diagnostiziert werden. Aus dem Wunsch heraus, die Erkrankung frühzeitig zu erkennen, wurde 1960 die Single-Photon Absorptiometry (SPA) als strahlungsarme Methode entwickelt. Allerdings dauerte es noch bis in die 1980-iger Jahre, bis die Apparatur breit kommerzialisiert wurde.

Funktion, Wirkung und Ziele

Die Knochendichtemessung wird durchgeführt, um Knochenschwund frühzeitig zu diagnostizieren. Außerdem ermöglicht das Verfahren Erkenntnisse über den Krankheitsverlauf, wofür jedoch regelmäßige Untersuchungen notwendig sind. Zusätzlich kann jeweils das individuelle Risiko für Knochenfrakturen eingeschätzt werden.

Eine Behandlung wird unter folgenden Umständen empfohlen:

  • Verdacht auf Osteoporose aufgrund eines niedrigtraumatischen Knochenbruches außerhalb der Wirbelsäule
  • Wirbelbrüche verschiedener Ausprägung, die andernfalls unerklärlich sind
  • Wenn Person an Krankheiten, mit denen erhöhtes Osteoporoserisiko einhergeht, leiden
  • Bei Behandlungen mit Kortison-Tabletten, Marcumar, Heparin oder Antiepileptika, die die Dauer von 6 Monaten pro Jahr übersteigen
  • Altersabhängige Abnahme der Körpergröße
  • Gelenkerkrankungen mit eingeschränkter Beweglichkeit
  • Chronische Erkrankungen und Operationen im gastrointestinalen Bereich
  • Rückenschmerzen unklaren Ursprungs
  • Transplantierte Patienten

Durchführung und Wirkungsweise

Bei der Knochendichtemessung kommt meistens die Dual-Röntgen-Absorptiometrie, im Folgenden DXA, zum Einsatz. Es handelt sich dabei um ein röntgendiagnostisches Verfahren zur Feststellung der Knochenzusammensetzung.

Dabei kommen zwei energetisch leicht unterschiedliche Röntgenquellen zum Einsatz. Das bietet gegenüber dem herkömmlichen Röntgenverfahren den Vorteil, dass zwischen verschiedenen Materialien sehr genau unterschieden werden kann. Am besten eignen sich das Hüftgelenk oder die Lendenwirbelsäule für die Messung, weil diese Knochen die aussagekräftigsten Resultate erwarten lassen.

Behandlung Knochendichtemessung Aus der Menge der Strahlung, die durch den Knochen gelangt, kann die Knochendichte indirekt über den Kalzium- und Hydroxylappatit-Gehalt errechnet werden.

Wichtig ist jedoch zu beachten, dass die DXA keine Dichtewerte im physikalischen Sinne liefert, sondern lediglich die Flächendichte (die auf eine Fläche projizierte Masse, Einheit: kg/m²° bestimmt.

Die Prozedur nimmt ungefähr 30 Minuten in Anspruch.

Allerdings gibt es auch dezidierte Geräte, bei denen die Untersuchung am Computertopographen ausgeführt wird. Auf Basis von Röntgenstrahlung werden bei der quantitativen Computertomographie Bilder erzeugt, welche die Dichte der untersuchten Knochen anzeigen.

Zudem kann die die Knochengeometrie im Querschnitt erfasst werden und in dreidimensionalen Graphiken dargestellt werden. Die Kombination aus Materialeigenschaften und Materialverteilung erlauben die Berechnung der mechanischen Parameter des Knochens. Für Arm- und Beinknochen wird die periphere quantitative Computertomographie angewendet.

Diese Methode ist deutlich präziser als das DXA-Verfahren.Es ist ebenfalls möglich, vermittels spezieller Ultraschallgeräte, die die Reflektionen von Schallwellen im Körpergewebe messen können, auf die Knochendichte zu schließen(Sonographie). Allerdings ist die Nützlichkeit und Zuverlässigkeit dieses Verfahrens noch umstritten.

Hilft gegen

Durch Knochendichtemessung können folgende Erkrankungen und Beschwerden
frühzeitig erkannt werden:

  • Osteoporose
  • Knochenschmerzen
  • Knochenbruch
  • Morbus Paget
  • Hyperthyreose
  • Risiken und Nebenwirkungen
  • Strahlenbelastung

Risiken und Nebenwirkungen

Mit Ausnahme der Sonographie basieren alle Methoden der Knochendichtemessung auf Röntgeneinstrahlung. Je nach Verfahren ist die Belastung für den menschlichen Körper hier verschieden hoch.

Bei der DXA-Methode liegt die Strahlenbelastung beispielsweise bei ca. ein bis sechs Mikrosievert (µSv), was um ein Vielfaches geringer ist als der Wert, der bei einer Computertomographie zustande kommt.

Dort kann, abhängig von der zu untersuchenden Körperregion, die Strahleneinwirkung Werte von bis zu fünf Millisievert (mSv) erreichen. Nachweislich steigt das Krebsrisiko jedoch erst bei einem Wert von mindestens 100 mSv.

Beide Verfahren sind demnach als sicher und für die Gesundheit unproblematisch einzustufen, vorausgesetzt dass keine Vorbelastung durch Strahlung besteht. Trotzdem sollten Schwangere die Behandlung aus diesem Grund vermeiden. Die Behandlung ist völlig schmerzfrei. In der Regel gibt es keine Nebenwirkungen.

Wer führt Knochendichtemessungen durch?

Knochendichtemessungen werden prinzipiell in Krankenhäusern mit radiologischer oder mit
nuklearmedizinischer Abteilung oder auch in speziellen Diagnose-Instituten vorgenommen. Die Untersuchung erfolgt durch einen Radiotechnologen/einer Radiotechnologin. Der Befund wir von einem Facharzt/einer Fachärztin für Radiologie oder Nuklearmedizin ausgestellt.

Fazit

Knochendichtemessungen sind bisher das einzige Verfahren, um Osteoporose zu diagnostizieren sowie um die Therapieerfolge bei der Behandlung zu dokumentieren. Zwar sollten wegen der unumgänglichen Strahlenbelastung unnötig häufige sollten wegen der unumgänglichen Strahlenbelastung unnötig häufige Untersuchungen vermieden werden. Aufgrund des geringen Risikos sind jährliche Routineuntersuchungen jedoch ratsam,wenn entsprechende Symptome auftreten.

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