Röntgen

Röntgen hat die Medizin revolutioniert

 

Viele Untersuchungen zur Erkennung von Erkrankungen und zur Vorsorge beruhen auf einer Technik, die eine lange Tradition hat. Schon seit vielen Jahrzehnten bewährt sich das Röntgen in Kliniken und Arztpraxen auf der ganzen Welt. Außerdem ist das Prinzip des Röntgenverfahrens die Grundlage für viele derzeit moderne Techniken wie die Röntgenmammografie geworden.

 

Begriffsklärung Röntgen

 

Die Röntgentechnik ist ein bildgebender Prozess, bei dem der fachkundige Arzt oder die Röntgenassistenten abnorme Veränderungen im Organismus erkennen können.

 

– Mit dem Röntgen ist es möglich, in den Körper hinein zu schauen, ohne diesen eröffnen zu müssen. Dafür wird eine Röntgenröhre genutzt, aus der elektromagnetische Strahlen abgegeben werden. Diese Röntgenstrahlung ist besonders energiereich und kann daher lebendes Gewebe schädigen. Allerdings sind die Dosierungen der Röntgen- oder radioaktiven Strahlung so gering, dass keine unmittelbare Gefährdung besteht.

– Das Röntgen wird den radiologischen Technologien zugeordnet, innerhalb derer mehrere röntgenologische Verfahren angesiedelt sind. Dazu gehören beispielsweise:

 

  • Die herkömmliche Röntgentechnik
  • Die Computertomografie mit und ohne Kontrastmittel sowie die kardiale Computertomografie
  • Die Angiografie zur Darstellung der Lymph- und Blutgefäße
  • Doppel röntgen-Energie-Absorptiometrie

Beim Durchdringen des Gewebes werden die eintretenden Strahlen in unterschiedlich starker Intensität absorbiert beziehungsweise von den jeweiligen Strukturen aufgenommen. Dieser Effekt bewirkt, dass das abschließende Röntgenbild oder die Röntgenaufnahme ungleichmäßige helle und dunkle Stellen aufweist. Diese Abweichungen werden von den Medizinern angeschaut, um Rückschlüsse auf Erkrankungen, gewebliche Veränderungen oder Beschwerden zu ziehen,

 

Ursprung und Entwicklung des Röntgen

 

Die Geschichte des Röntgen ist relativ kurz. Die Bezeichnung Röntgen wurde nach dem Entdecker des Prinzips der Durchdringung des Körperinneren mit Röntgenstrahlen, Conrad Röntgen, gewählt. Im Jahre 1896 erkannte er durch Zufall diese Wirkung und etablierte sie als verlässliche Untersuchungsmethode. Die Differenzen, die in Geweben in Hinsicht auf eine variierende Dichte vorhanden sind, stellen die Voraussetzung für die unterschiedliche Strahlendurchlässigkeit dar.

 

Funktion, Wirkung und Ziele des Röntgen

 

Die von einer Elektronenröhre ausgesendeten Strahlen werden durch den Körper geleitet. Gegenüberliegend von der Elektronenröhre wird ein Röntgenfilm eingelegt. Dieser wird an den Stellen belichtet, an denen die elektromagnetischen Strahlen nicht durch das Gewebe abgeschwächt oder ungehindert hindurch gelangen können. Eine solche Röntgenaufnahme lässt sich in der Art und Weise deuten, dass:

 

  • Sogenannte röntgendichte Gewebe wie Knochen und Knorpel helle Areale erzeugen
  • Sogenannte röntgendurchlässige Bereiche wie Fett oder Körperhöhlen dunkle Zonen produzieren

– Feste Strukturen wie Knochen blockieren beziehungsweise reduzieren den Durchtritt der Röntgenstrahlen, sodass Knochen auf dem Röntgenbild immer weiß oder hell erscheinen. Moderne Röntgengeräte von heute bilden diese Schattierungen auch auf einem Röntgensensor ab. Von dort aus kann die Aufnahme digital bearbeitet werden, sodass diese an einem Computermonitor besichtigt werden kann.

 

– Mit einem Röntgengerät ist es kein Problem, Aufnahmen von allen Seiten des Körpers in zahlreichen Positionen herzustellen. Darüber hinaus können die Patientinnen und Patienten sitzen, liegen oder stehen. Oftmals wird die Röntgentechnik unter einer Operation eingesetzt, ohne dass die Patienten aufgeweckt werden. Mit dieser Maßnahme gewährleisten die Mediziner eine Verlaufskontrolle des chirurgischen Eingriffs.

 

Die Zielsetzung des Röntgen ist es, eine diagnostische, eine therapeutisch relevante und/oder eine Vorsorgeuntersuchung vorzunehmen, ohne Menschen dabei zu verletzen. Es muss gelingen, wenigstens eine grobe virtuelle Wiedergabe aller erdenklichen Körperzonen zu realisieren.

 

Durchführung und Wirkungsweise einer Röntgenuntersuchung

 

– Vor der Röntgenuntersuchung werden einzelne empfindliche Körperteile präventiv gegen das Eindringen von Röntgenstrahlen geschützt. Das geschieht durch das Abschirmen mit Bleischürzen. Danach wird das Röntgengerät so eingerichtet, dass es auf den darzustellenden Ausschnitt zeigt. Ein komplexes System aus Blenden wird so zentriert, dass die Röntgenstrahlen genau auf den ausgewählten Bereich gerichtet sind.

 

– Der Patient sollte sich nun nicht mehr bewegen und den Anweisungen der Röntgenassistentin folgen. Diese befindet sich zur Reduzierung der Strahlenbelastung außerhalb des Röntgenraumes. Niedrig dosierte ionisierende Röntgenstrahlen werden nur ganz kurzzeitig durch den Körper „geschickt“. Dabei wird der Patient nur über wenige Millisekunden hinweg der örtlich begrenzten Strahlung ausgesetzt. Bei mehreren Bildern ist die Strahlenbelastung natürlich höher.

 

– Je nachdem, welche diagnostischen Erhebungen der Arzt benötigt, können mehrere Aufnahmen aus unterschiedlichen Richtungen gefertigt werden.

 

– Die auf einer analogen Speicherfolie oder einer Metallplatte aufgefangenen Strahlen werden von der Röntgenassistentin ausgelesen. Das ist die Voraussetzung dafür, dass das eigentliche Röntgenbild erstellt werden kann. Gegenwärtig übernimmt diese Aufgabe ein digitaler Detektor, der ein digitales Röntgenbild erzeugt.

 

Röntgenreizbestrahlung hilft gegen

 

Die Röntgenreizbestrahlung ist eine Sonderform der Röntgenbestrahlung, die zu behandlungstechnischen Zwecken genutzt wird. Diese Anwendung ist indiziert bei:

 

  • Degenerative oder durch einen Abbau gekennzeichneten Auffälligkeiten der Gelenke (außer der Hüfte)
  • Chronischen beziehungsweise anhaltenden und wiederkehrenden Entzündungen der Sehnen
  • Chronischen Tendinopathien durch Fersensporn, den Tennisellenbogen und bei Verkalkungserscheinungen im Schulterbereich (Tendinopathien sind nicht-entzündliche, durch eine Fehl-oder Überbelastung sowie durch einen Verschleiß ausgelöste Beschwerdebilder)
  • Entzündungen der Schleimbeutel oder Bursitis
  • Gelenkhautentzündungen
  • Gewebeveränderungen, bei denen nach einem Unfall die Heilung beschleunigt werden soll

Bei der sogenannten Röntgenreizbestrahlung, auch als Röntgentiefentherapie, Orthovoltbehandlung oder Schmerzbestrahlung bekannt, kommt es zu einer Linderung von schmerzhaften Beschwerden sowie zu einem Abklingen von entzündlichen Vorgängen und eitrigen Wunden. Die Röntgenreizbestrahlung mit einer Dosierung von einem Gy ist eine altbewährte Vorgehensweise, die insgesamt nicht mehr als sechs Bestrahlungseinheiten umfasst.

 

Röntgen und seine Vorteile

 

  • Zeit sparend
  • Einfach ausführbar
  • Hoch aufgelöste Aufnahmen
  • Reduzierte Strahlendosis
  • Schnelle Befundauswertung ist möglich
  • Sofortbefunde können zeitnah erstellt werden

Je nachdem, welche Art des Röntgens angebracht ist, zeigen sich deutliche Vorteile und Nachteile. Das ist auch die Begründung dafür, warum die Radiologen alle Anwendungen in Hinsicht auf das Verhältnis von Nutzen, Risiken und Belastungen abwägen müssen.

 

Röntgen als wichtige Diagnosemethode 

 

Das Röntgen ist eine zentrale Untersuchungsmethode, mit der eine Vielzahl an Erkrankungen erkannt oder ausgeschlossen werden kann. Mit dem Röntgen ist es daher möglich, sowohl eine Differential- als auch eine Ausschlussdiagnostik zu betreiben. Darüber hinaus können bestehende Abweichungen von der Körpernorm erfasst werden. 

Gängig ist das Röntgen daher bei:

 

  • Verletzungen der Knochen
  • Erkrankungen des Skelettsystems
  • Verschlüssen in Blutgefäßen
  • Früherkennung von Brustkrebs
  • Einem Verdacht auf Fremdkörper
  • Entzündlichen Vorgängen
  • Verschleißauffälligkeiten wie Arthrose an Gelenken
  • Feststellung der Durchblutung des Herzens
  • Anomalien im Magen-Darm-Trakt, in der Blase, der Lunge, im Brustkorb oder in den Nieren
  • Krankhaften Veränderungen an Zähnen, dem Kiefer und dem Zahnfleisch
  • Osteoporose oder Knochenschwund
  • Verletzungen oder Erkrankungen der im Bauch liegenden Organe
  • Akutes Abdomen
  • Verdacht auf Harnsteinen
  • Tuberkulose, Lungenentzündung, Rissen im Lungenfell
  • Angeborene Fehlbildungen
  • Stoffwechselerkrankungen wie Gicht
  • Anhand dieser Aufstellung wird deutlich, wie flexibel der Einsatz des Röntgen ist.

Wissenswertes zum Thema Röntgen Kontrastmittel

 

  • Röntgenpositive Kontrastmittel 
  • Für die Darstellung des Verdauungstraktes (Dünndarm, Dickdarm, Magen, Speiseröhre) wie das vom Darm nicht resorbierbare oder nicht aufnehmbare Bariumsulfat
  • Wasserlösliche Substanzen mit Jod für die Aufzeichnung von Harnwegen, Nieren, Venen und Arterien
  • Schwere Edelgase wie Xenon in einer Konzentration von maximal 35 Prozent
  • Röntgennegative Kontrastmittel
  • Kohlenstoffdioxid für die Darstellung der Arterien
  • Luft für die Doppelkontrastdiagnostik des Dickdarms
  • Lösung aus Mannitol als wirksames Kontrastmittel für den Magen-Darm-Trakt

– Die sogenannten Kontrastmittel sind eine ideale Hilfe zur Verbesserung der Untersuchungsresultate. Die Wirkungsweise der Röntgen-Kontrastmittel basiert auf der Erhöhung der Dichte verschiedener Gewebearten. Daraus resultiert eine bessere Sichtbarmachung und eine deutlichere Kontrastierung zwischen Schwarz und Weiß.

 

– Bei den Kontrastmitteln sind unterschiedliche Verabreichungen üblich. Demnach können die zu untersuchenden Patientinnen und Patienten die Kontrastmittel oral oder den Mund aufnehmen. Andere Substanzen werden direkt mit einer Spritze in die Vene appliziert.

 

– Für manche Befunderhebungen ist es unerlässlich, dass die Kontraststoffe unmittelbar dorthin gebracht werden, wo die Röntgenstrahlen positioniert werden. Derartige Kontrastmittel können in die zu röntgenden Organgänge, in Hohlräume oder Gelenke eingespritzt werden. Vorteilhaft sind die Kontrastmittel daher auch beim Röntgen von Fisteln und der Gallenblase sowie den Gallenwegen.

 

Risiken und Nebenwirkungen des Röntgen

 

  • Strahlenbelastung bei zu häufigem Röntgen
  • Überempfindlichkeitsreaktionen auf Kontrastmittel
  • Herz-Kreislauf-Probleme
  • allergischer Schock
  • Thrombosen
  • Zusätzliche Belastung der Schilddrüse bei Überfunktion durch das im Kontrastmittel enthaltene Jod mit möglichem thyreotoxischem Schock
  • Entzündungen an der Einstichstelle für die Verabreichung des Kontrastmittels
  • Hautrötungen
  • Übelkeit

– In Abhängigkeit von den verlangten Untersuchungsstatus kann die Strahlenbelastung schwanken. Ein Röntgenausweise ist daher durchaus sinnvoll. In diesem Dokument werden alle röntgenologischen Untersuchungen registriert, sodass ein Überblick über die gesamte Strahlenbelastung gegeben ist.

 

– Die ionisierende Röntgenstrahlung hat auf lange Sicht hin einen karzinogenen Effekt. Das bedeutet, dass eine regelmäßige und übertriebene Röntgenanalyse des Körpers durchaus zur Bildung von Krebs beitragen kann.

 

Gegenanzeigen und Wechselwirkungen des Röntgen

 

  • Schwangerschaft (insbesondere in der ab der 2. bis 15. Schwangerschaftswoche)
  • Frauen im gebärfähigen Alter bei der Bestrahlung der Lendenwirbelsäule, der Hüfte und des Beckens
  • Jugendliche mit noch nicht geschlossenen Wachstumsfugen
  • Bestehenden Allergien gegen Röntgenkontrastmittel
  • Überfunktion der Schilddrüse
  • bei Kindern und Kleinkindern nur begrenzt

Neben den Gegenanzeigen spielen ebenso die qualitativen Unterschiede beim Röntgen eine wichtige Rolle. Erfahrungsgemäß ist es so, dass beispielsweise Aufnahmen vom Bauchraum in der Regel durch einen schlechten Kontrast charakterisiert sind. Die Ursache für die Beeinträchtigung liegt darin, dass die Bauchorgane fast einen gleichen Wassergehalt aufweisen. Dann sollte eine Computertomografie oder ein Ultraschalluntersuchung geplant werden.

 

Röntgen – Fachdisziplinen

 

– Nicht jeder Arzt hat in seiner Praxis eine solche technische Ausrüstung, mit der qualitativ hochwertige Röntgenaufnahmen erstellt werden können. Unter diesen Bedingungen können Fachärzte spezieller medizinischer Disziplinen oder Allgemeinmediziner ihre Patientinnen und Patienten an radiologische Ambulanzen oder Kliniken überweisen.

 

– In vielen Fällen beschränkt sich die Röntgentechnik nur auf die konventionellen Apparaturen, mit denen spezielle Aufnahmen nicht gemacht werden können, sodass eine Überweisung beispielsweise zum CT oder zur Mammografie unbedingt erforderlich ist.

 

Unser Fazit:

 

Trotz der teilweisen Gefährdung durch das Krebsrisiko, dass mit einer kontinuierlichen Röntgenbestrahlung einher geht, steht das frühzeitige Erkennen von Erkrankungen und physiologischen Auslösern im Vordergrund. Das Röntgen ist daher mit seinen Spezialverfahren meist die Untersuchung der ersten Wahl.

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