Schilddrüsenüberfunktion


Was versteht man unter einer Schilddrüsenüberfunktion?

Eine Schilddrüsenüberfunktion oder Hyperthyreose äußert sich in einer Überproduktion der Schildrüsenhormone Triiodthyronin und Thyroxin.

Durch diese übermäßige Produktion der Schilddrüse wird der Metabolismus des Körpers angeregt und beschleunigt. Die daraus resultierenden Folgen können sich mitunter in plötzlichem Herzrasen, Schwitzen, Nervosität oder Gereiztheit äußern. Auch ein plötzlicher Gewichtsverlust ohne Dazutun des Betroffenen ist ein Anzeichen für eine Hyperthyreose.

Eine Behandlung ist beispielweise im Vergleich zu einer Schilddrüsenunterfunktion (Hypothyreose) etwas komplizierter und kann im Zweifelsfalle auch eine Operation nötig machen.
Gründe für eine Schilddrüsenüberfunktion können zahlreicher Natur sein. Die Erkrankung per se ist allgemeinhin ebenfalls als „aggressiver“ einzuordnen als ihr Counterpart die o.g. Hypothyreose.
Alles in allem aber ist auch eine Hyperthyreose mithilfe der modernen Schulmedizin gut in den Griff zu bekommen, insofern sie rechtzeitig diagnostiziert wird.


Schilddrüsenunterfunktion / Schilddrüsenüberfunktion

Was kann eine Schilddrüsenüberfunktion verursachen?

Es gibt eine ganze Reihe etwaiger Ursachen für eine Hyperthyreose. Darunter Morbus Basedow, Schilddrüsenadenom oder weitere allgemeine oder spezifische Vorerkrankungen der Schilddrüse.
Die Schilddrüse ist eine wie ein Schmetterling geformte Drüse direkt unter dem Adamsapfel und trotz ihrer Kleinheit und ihres geringen Gewichtes ist sie maßgeblich an der Regulierung des Metabolismus beteiligt. Auch an der Regulierung der Körpertemperatur ist sie beteiligt. Das macht sie zu einem regelrechten „Power House“ des Körpers, aber ebenso besonders anfällig.

Die Schilddrüse kann sich leicht überarbeiten. Ist dies der Fall empfängt sie manche Informationen, die der Körper ihr sendet, falsch oder interpretiert sie vielmehr falsch. Das führt dazu, dass sie gewisse Stoffe in zu hohen Konzentrationen ausschüttet oder gewisse Aspekte des Organismus überreguliert.
Oftmals ist sie nicht mehr imstande dieses Verhalten zu revidieren und verbleibt also in einem konstanten Modus der Überproduktion. Auch das Ergebnis dieser Überproduktion mag schwanken, bleibt aber dennoch stets zu hoch. Das führt unweigerlich zu Problemen mit dem Rest des Organismus, der mit der zu hohen Konzentration an Schilddrüsenhormonen nicht umgehen kann und sie falsch lagert und / oder benutzt, was wiederum zu schweren gesundheitlichen Beeinträchtigungen führen kann, insofern kein Arzt rechtzeitig interveniert.


Welche Symptome weisen auf eine Überproduktion der Schilddrüse hin?

Unglücklicherweise imitiert eine Hyperthyreose viele Symptome anderer Krankheiten, wodurch es bisweilen schwierig für den Arzt sein kann, die Schilddrüsenüberfunktion rechtzeitig als solche zu erkennen und eine nötige und passende Behandlung einzuleiten.

Häufige Anzeichen einer Schilddrüsenüberfunktion sind beispielsweise:

  • Plötzlicher teils rapider Gewichtsverlust (dies tritt meist unabhängig von Appetit und Nahrungsaufnahme auf)
  • Erhöhte Herzfrequenz oder Tachycardia (meist mehr als 100 Schläge die Minute)
  • Irregulärer Herzschlag oder Herzrhythmusstörungen
  • Schweres Herzklopfen
  • Steigerung des Appetits und Hungergefühls
  • Nervosität, Gereiztheit, Angstzustände
  • Leichtes Zittern in Händen und Fingern
  • Starkes und von der Temperatur unabhängiges Schwitzen
  • Merkliche Veränderungen in Menge und Intensität der Periode
  • Erhöhte Empfindlichkeit gegenüber Hitze
  • Veränderter Stuhlgang (meist erhöhte Frequenz)
  • Geschwollene Schilddrüse oder Kropf
  • Müdigkeit
  • Muskelschwäche
  • Schlafstörungen trotz ständiger Müdigkeit
  • Dünnere und empfindlichere Haut
  • Ausdünnen und Brüchigkeit des Haares

Je älter der Betroffene desto schwächer ausgeprägt sind oftmals die Symptome. Das macht eine Diagnose bisweilen beinahe unmöglich. Zudem maskieren beispielsweise Beta Blocker, die in der Regel gegen hohen Blutdruck verschrieben werden, beinahe alle Anzeichen einer Hyperthyreose. Das kann eine Feststellung der Krankheit durch den Arzt zusätzlich erschweren.

Je jünger aber der Patient ist, desto klarer lassen sich die Symptome oft wahrnehmen und zuordnen.
Ein eher seltenes Symptom einer Schilddrüsenüberfunktion ist die sog. „Endokrine Orbitopathie“. Dies bezeichnet ein Augenleiden, dass häufig in der Verbindung oder als Symptom einer Hyperthyreose auftreten kann. Besonders häufig tritt es unter Rauchern auf.

Es äußert sich dadurch, dass die Augäpfel des Betroffenen etwas aus den Augenhöhlen gedrückt werden, da die dahinterliegenden Muskeln stark anschwellen. Ist dieser Fall eingetreten, fällt es dem Patienten oft schwer oder ist ihm gar unmöglich zu blinzeln. Dies wiederum führt zu einem Austrocknen des Auges, insbesondere der Iris und der Pupille, was sehr schmerzhaft sein kann. Dennoch ist dies Ein Symptom, das oftmals auch unbehandelt verschwindet. Man sollte sich jedoch auf seine sporadische Wiederkehr einstellen.

Mögliche Anzeichen für eine endokrine Orbitopathie können weiterdings sein:

  • Hervortretende Augäpfel
  • Gerötete und geschwollene Augen
  • Starkes Tränen einer oder beider Augen
  • Starker Schmerz und Unwohlsein
  • Lichtempfindlichkeit
  • Verschwommene Sicht
  • Entzündungen am oder im Auge
  • Eingeschränkte Bewegungsfähigkeit des Auges

Wie wird eine Hyperthyreose diagnostiziert und wie verläuft die Krankheit?

Zunächst wird der behandelnde Arzt versuchen die oben genannten Symptome festzustellen. Meist beginnt er damit zu beobachten, ob die Hände und Finger des Patienten zittern oder nicht. Denn ein Tremor ist in der Regel eine solide Basis, um eine Schilddrüsenüberfunktion annehmen zu können.

Auch eine nähere Untersuchung der Augen oder natürlich des Halses können den Arzt schnell auf die richtige Spur lenken.

Hat der Arzt einen Verdacht auf eine Hyperthyreose wird er meist einen Bluttest anleiten. Dieser dient primär dazu, die Menge an im Blut vorhandenen Thyroxin zu bestimmen. Ist nämliche zu stark erhöht oder überhaupt nicht existent, kann man von einer überproduzierenden Schilddrüse ausgehen. – Die reine Feststellung, dass die Schilddrüse überaktiv ist reicht jedoch meist nicht aus. Es werden weitere Tests durchgeführt, um dem Grund für besagte erhöhte Produktion nachzugehen.

Diese können beispielsweise sein:

  1. Radiojodtest: Hierbei wird dem Patienten zwecks Prüfung der Schilddrüse ein radioaktives Jodisotop, meist 131Jod oder 123Jod, verabreicht und anschließend eine Schilddrüsenmessung durchgeführt. – Dies funktioniert dadurch, dass Jod sich in der Regel in der Schilddrüse ansammelt. Nun wird der Patient über einen Zeitraum von 24 Stunden in regelmäßigen Abständen getestet. Dabei betrachtet man wieviel Jod die Schilddrüse absorbiert hat. Ein hoher Verbrauch des Jodisotops indiziert, dass die Schilddrüse überproduziert.Diese Form der Diagnostik ist trotz der Verwendung radioaktiver Stoffe nicht gefährlich und wird regulär zur Identifizierung von Schilddrüsenleiden eingesetzt.
  2. Schilddrüsenscan: Hierbei wird die Schilddrüse des Patienten, nachdem ebenfalls eine radioaktives Isotop eingegeben wurde, gescant. Imgrunde unterscheided sich dieser Test kaum von oben genanntem. Er ist lediglich schneller und damit weniger anstrengend für Arzt und Patienten.Der Verlauf der Krankheit ist anhand der bereits erwähnten Symptome zu verstehen. Nämliche treten in abwechselnder Stärke und Dauer auf und intensivieren sich mit voranschreitender Zeit immer mehr und können, insofern sie nicht fachgerecht entdeckt und behandelt werden, schwerste Folgen nach sich ziehen. Schockanfälle, Koma und Tod sind bei unbehandelter Hyperthyreose nicht auszuschließen.

Wie wird eine Hyperthyreose behandelt?

Es gibt viele Ansätze, wie eine überaktive Schilddrüse behandelt werden kann. Sie reichen von medikamentgestützten Therapieformen hin bis zu operativen Lösungen.

  • Radioaktives Jodit: Hierbei wird dem patienten ein Medikament verschrieben, das radioaktives Jod enthält. Dieses sammelt sich in der Schilddrüse an und bringt selbige zum Schrumpfen. Durch dieses Prozess vermindert sich ihre Tätigkeit und ihr Output normalisiert sich. Einige Patienten lebten über 60 Jahre mit diesem Medikament, es ist also anzunehmen, dass es sicher ist.
  • Beta Blocker: Normalerweise ein Medikament gegen hohen Blutdruck, können Beta Blocker auch bei Leiden an der Schilddrüse eingesetzt werden. Sie bekämpfen zwar nicht die Ursache, aber einige Symptome wie Herzrasen und Aussetzer im Herzschlag werden damit reduziert. Sie werden eher verschrieben, damit der Patient sich besser fühlt, während er sich auf eine Operation vorbereitet. Diese ist nämlich auch eine Option der Behandlung.
  • Operation: Schwangeren oder Personen, die hohe Unerträglichkeiten gegenüber der zur Verfügung stehenden Medikamente haben, wird oft zu einer OP geraten. Dabei wird die Schilddrüse oder Teile der Schilddrüse entfernt, um die Überproduktion ein und für alle Mal zu beenden. Diese Therapiemaßnahme jedoch kann bisweilen schwere Nebenwirkungen haben. So kann der Chirurg die Stimmbänder verletzen, sodass der patient seine Stimme Dauerhaft verliert. Des Weiteren muss der Operierte Zeit seines Lebens künstliches Thyroxin einnehmen, da ihm seine Schilddrüse nun komplett fehlt.

Gibt es eine Prophylaxe?

Leider gibt es kaum Prophylaxemöglichkeiten, außer allgemeinen Hilfestellungen, wie auf seine Ernährung zu achten, Sport zu treiben und nicht zu Rauchen. Eine Hyperthyreose kann leider jeden treffen.

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