Koronarangiographie

Röntgenuntersuchung an den Herzgefäßen

Behandlung Koronarangiographie

3D Modell des Herzen samt seiner Gefäße
Shutterstock / phenyx7776

Bei der Koronarangiographie handelt es sich um eine invasive Untersuchungsmethode der Herzgefäße.

Dies kann entweder zu diagnostischen oder zu therapeutischen Zwecken erfolgen.

Dabei wird die Koronarangiographie besonders häufig zur Diagnostik von arteriosclerotischen Veränderungen der Herzkranzgefäße eingesetzt.

Es handelt sich also um eine spezielle Röntgenuntersuchung, die die Arterien des Herzens abbildet.

In diesem Ratgeber informieren wir Sie umfassend zum Thema Koronarangiographie .

Was ist eine Koronarangiographie?

Die Koronarangiographie wird eingesetzt, um die Herzkranzgefäße bildlich darstellen zu können. Die sogenannten Koronararterien, welche häufig ALS Herzkranzgefäße bezeichnet werden, sind dafür zuständig, den Herzmuskel dauerhaft mit ausreichend Sauerstoff zu versorgen. Wenn die Herzkranzgefäße einen verkleinerten Innenraum und somit auch eine verminderte Durchlässigkeit für Blut, kann es beim Menschen zu schwerwiegenden Problemen kommen.

Bei der Koronarangiographie geht es darum, festzustellen, ob der Innenraum der Koronaraterien, durch arteriosclerotische Veränderungen, verkleinert ist.

Dazu nutzt die Koronarangiographie sowohl Kontrastmittel, als auch Röntgenstrahlen. Dadurch können die verkleinerten Stellen sogar in Echtzeit erkannt und sehr präzise behandelt werden. Außerdem können die Auswirkungen und dass Ausmaß der Verengungen sehr genau dargestellt werden.

Die Koronarangiographie erfolgt durch einen Linksherzkatheter und ist somit ein direkter Eingriff in das Herz-Kreislauf System. Die Aussagekraft der Koronarangiographie wird als hoch bis sehr hoch eingeschätzt. Daher zählt sich auch zu den aussagekräftigsten Untersuchungsmethoden bei Herzinfarkten. Weiterhin gilt die Koronarangiographie als Routineeingriff und kann sowohl ambulant, als auch stationär erfolgen. Zudem kann eine Koronarangiographie auch als Notfallmaßnahme, bei verdacht auf einen Herzinfarkt durchgeführt werden.

Ursprung und Entwicklung

Die Koronarangiographie wurde Anfang des 20. Jahrhunderts entwickelt und es war Werner Forßman, welcher die erste Koronarangiographie publizierte und durch ein Röntgenbild dokumentierte. Wenige Jahre später konnte er zudem beweisen, dass Kontrastmittel im menschlichen Herzen völlig ohne Gefahr angewendet werden können.

Früher wurden die Koronarangiographien noch durch Film- oder Videomaterial dokumentiert. Heutzutage greifen wir dazu natürlich auf digitale Speichermedien zurüCK.

Funktion, Wirkung und Ziele

Die Koronarangiographie ist eine besonders häufig angewandte Behandlungs- und Untersuchungsmethode. Durch die bisher gesammelten Erfahrungswerte ist der Ablauf einer Koronarangiographie klar definiert. Dadurch zählt die Koronarangiographie zu den Routineeingriffen und kann je nach Bedarf auch wiederholt.

Dabei kann sie sowohl zur Vorbeugung von schweren Herzerkrankungen, als auch für die Behandlung von akuten koronaren Herzerkrankungen eingesetzt werden. Grundlegend funktioniert die Koronarangiographie immer gleich, durch standardisierte Abläufe und ärztliche Richtlinien.

Grundsätzlich kann man die Koronarangiographie auch als dass sichtbar machen der Koronararterien bezeichnen. Denn dass Ziel ist es, den behandelnden ärzten ein Bild von dem Zustand und der Durchlässigkeit der Herzkranzgefäße zu verschaffen. Dadurch können genaue Diagnosen erstellt und eine geeignete Therapie eingeleitet werden.

Zusätzlich kann die Koronarangiographie auch mit einer therapeutischen Zielstellung eingesetzt werden. Denn durch die Koronarangiographie können auch Maßnahmen ergriffen werden, um das verminderte Lumen der Herzkranzgefäße zu erweitern.

Durchführung und Wirkungsweise

Der Beginn einer Koronarangiographie st in der Regel bei allen Patienten gleich. Dazu setzt der Arzt mit dem Skalpell einen kleinen Schnitt an der linken Leistenarterie, was entweder in Teil- oder Vollnarkose geschieht.

Behandlung Koronarangiographie

Die Koronarangiographie
Shutterstock / kalewa

An dieser Stelle kann der Linksherzkatheter eingeführt werden. Dies geschieht natürlich sehr langsam und unter Röntgenkontrolle, bis der Katheter in der Aorta descendens angekommen ist.
Sobald der Katheter die gewünschte Position erreicht hat, wird das Kontrastmittel appliziert. Nun verteilt sich das Kontrastmittel durch die Strömung des Blutes und ist relativ schnell in den Koronararterien angekommen.

Genau an diesem Punkt bekommt man bei der Koronarangiographie die ausschlaggebenden Informationen, welche durch mehrere Röntgenaufnahmen dokumentiert werden.
Wichtig ist, dass mehrere Röntgenbilder innerhalb kürzester Zeit angefertigt werden. Denn dadurch können auch Unterschiede festgestellt werden, welche sich nur unmittelbar vor oder nach dem Herzschlag zeigen.

Zur Therapie von koronaren Herzerkrankungen kann über den Linksherzkatheter auch ein aufblasbarer Ballon oder ein feines Geflecht aus Draht, welches als Stent bezeichnet wird, in die Koronararterien eingeführt werden. Dadurch werden die Gefäße geweitet und die Durchblutung an den verengten Stellen ist wieder gewährleistet.

Eine Koronarangiographie hilft bei:

Die Koronarangiographie ist sinnvoll:

  • Bei Verdacht auf morphologische Veränderungen der Herzkranzgefäße
  • Bei verdacht auf Verengung der Herzkranzgefäße
  • Bei akuten Koronarsyndromen
  • Bei schwerer Angina Pectoris
  • Bei chronischer Herzinsuffizienz
  • Als therapeutische Maßnahme bei verengten Herzkranzgefäßen

Eine Koronarangiographie ist immer dann sinnvoll, wenn morphologische Veränderungen der Herzkranzgefäße oder Stenosen zu vermuten sind. Das trifft zum Beispiel auf Patienten zu, die ein akutes Koronarsyndrom entwickelt haben. Auch bei einer schweren Angina Pectoris ist eine Koronarangiographie durchaus sinnvoll. Außerdem wird sie durchgeführt, wenn ein Patient Symptome einer chronischen Herzinsuffizienz zeigt.

Außerdem kann die Koronarangiographie sinnvoll eingesetzt werden, wenn bei einem Patienten Verengungen der Herzkranzgefäße festgestellt werden können. Denn, wie schon erwähnt, dient die Koronarangiographie auch dazu, die Koronararterien wieder zu erweitern.

Wogegen ist die Koronarangiographie wirksam

  • Dient in erster Linie therapeutischen Zwecken
  • Vorbeugung und Früherkennung von koronaren Herzerkrankungen
  • Therapie gegen Verengte koronare Gefäße

In erster Linie dient die Koronarangiographie zu diagnostischen Zwecken. Denn durch sie können sich die Ärzte ein genaues Bild von den Koronararterien ihrer Patienten machen. So kann die Koronarangiographie auch zur Vorbeugung und Früherkennung von koronaren Herzerkrankungen eingesetzt werden. Außerdem dient die Koronarangiographie als wirkungsvolle Therapie gegen Verengungen der koronaren Gefäße.

Diagnose & Untersuchungsmethoden

  • Diagnostik funktioniert immer gleich
  • Diagnose von akuten Koronarsyndromen
  • Diagnose von stenosierten koronaren Herzerkrankungen

Diagnostik funktioniert die Koronarangiographie immer gleich. Über den Linksherzkatheter wird ein Kontrastmittel appliziert, durch dass sich die Herzkranzgefäße im Röntgenbild zeigen. So kann der behandelnde Arzt Erkrankungen im Bereich der Herzkranzgefäße erkennen.

Zum Beispiel kann ein akutes Koronarsyndrom oder eine stenosierte koronare Herzerkrankungen durch die Koronarangiographie diagnostiziert werden.

Risiken und Nebenwirkungen

  • Unverträglichkeiten mit dem Kontrastmittel
  • Asystolie oder Kammerflimmern
  • Schlaganfälle durch eingeschleppte Thromben
  • Hämatome, Nachblutungen und Infektionen
  • Strahlenbelastung

Auch wenn ide Koronarangiographie grundsätzlich unter die Routineeingriffe fällt, ist sie trotzdem noch ein direkter Eingriff in das menschliche Herz-Kreislauf System. Daher sollten die möglichen Risiken einer solchen Behandlung nicht unterschätzt werden.

Denn häufig kommt es zu Unverträglichkeiten mit dem Kontrastmittel. Außerdem können während der Behandlung Verletzungen der Gefäße entstehen und im schlimmsten Fall kann es zu kardialen Komplikationen kommen, wie zum Beispiel eine Asystolie oder das Kammerflimmern.

Neben den genannten, häufiger auftretenden Komplikationen, gibt es auch noch diverse, weniger häufige und unspezifische Risiken bei der Koronarangiographie. Dazu zählen zum Beispiel Schlaganfälle, ausgelöst durch eingeschleppte Thromben. Außerdem kann es zu Hämatomen, Nachblutungen und Infektionen kommen

Auch die Belastung, welche durch die ionisierenden Röntgenstrahlen ausgelöst wird, sollte nicht unterschätzt werden. Denn diese stellt, sowohl für den Patienten, als auch für die behandelnden Ärzte eine Gefahr dar. Diese kann zwar durch eine Schürze und Handschuhe aus Blei vermindert werden, jedoch ist immer ein gewisses Maß an Strahlenbelastung vorhanden, durch die sogenannte Streustrahlung.

Wer führt die Koronarangiographie durch?

  • Ausschließlich der Kardiologe
  • Unterstützung durch Assistenzärzte und Pflegepersonal

Die Koronarangiographie zählt zu den kardiologischen Untersuchung- und Behandlungsmethoden und wird ausschließlich von einem Kardiologen durchgeführt. Dieser wird in der Regel von Assistenzärzten und/oder dem Pflegepersonal unterstützt

Fazit:

Die Koronarangiographie ist eine sehr wichtige Untersuchungs- und Behandlungsmethode aus der Kardiologie. Grundlegend geht es darum, die Herzkranzgefäße über das Röntgenbild sichtbar zu machen. Dabei ist die diagnostische Aussagekraft der Koronarangiographie sehr hoch. Außerdem halten sich die Risiken bei diesem Eingriff in Grenzen. Obwohl hier natürlich auch gewisse Risiken gegeben sind, was allerdings bei jedem operativen Eingriff der Fall ist. Fest steht, dass der medizinische Nutzen der Koronarangiographie größer ist, als die möglichen Risiken und Nebenwirkungen.

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