Herzinsuffizienz

Steckbrief: Herzinsuffizienz

  • Name(n): Herzinsuffizienz
  • Art der Krankheit: Herzkrankheit
  • Verbreitung: weltweit
  • Erste Erwähnung der Krankheit: Antike
  • Behandelbar: Ja
  • Art des Auslösers: Diverse
  • Wieviele Erkrankte: Circa 23 Millionen weltweit
  • Welchen Facharzt sollte man aufsuchen: Hausarzt; Kardiologe
  • ICD-10 Code(s): I11.0;I13.0; I50.0; I50.1; I50.9; R57.0

Herzinsuffizienz
HerzinsuffizienzHerzinsuffizienz bedeutet nicht etwa, dass das Herz komplett aufhört zu arbeiten. Vielmehr versteht man hierunter, dass die Pumpkraft des Herzens schwächer ALS normal ist. Bei Herzinsuffizienz fließt das Blut durch das Herz und den Körper mit einer langsameren Geschwindigkeit und der Druck im Herzen nimmt zu. Infolgedessen kann das Herz nicht genug Sauerstoff und Nährstoffe in die Organe transportieren. Die Herzkammern sind aus diesem Grund stärker mit Blut gefüllt und beginnen sich schließlich zu strecken. Hieraus ergibt sich, dass die Herzwände im Laufe der Zeit immer mehr geschwächt werden und schließlich nicht mehr effizient pumpen können.

Die Herzinsuffizienz hat auf etliche Organe einen negativen Einfluss. Beispielsweise treten in Folge dieser Erkrankung häufig Nierenprobleme oder Flüssigkeitseinlagerungen in der Lunge sowie den Extremitäten auf.

Eine Herzinsuffizienz ist auch unter den Begriffen Herzmuskelschwäche oder Herzschwäche bekannt. Es handelt sich um eine oftmals irreversible Funktionsstörung und Erkrankung des Herzens, bei dem es dem Herz (Cor) nicht mehr gelingt den Körper ausreichend mit Blut zu versorgen und ihm Sauerstoff zuzuführen. Dies beeinträchtigt auch die Organe, was drastische Folgen wie Atemnot, Wassereinlagerungen und allgemeine Schwäche haben kann. Die Herzinsuffizienz gehört zu den häufigsten Todesursachen in Deutschland.

Definition Herzinsuffizienz?

Herzinsuffizienz beschreibt einen Zustand des Herzens, in welchem dieses nicht mehr in der Lage ist, die Organe und das Gewebe des Körpers mit ausreichend Sauerstoff zu versorgen. Das Herzzeitvolumen ist hier deutlich herabgesetzt, das Blut benötigt folglich wesentlich länger für eine vollständige Zirkulation, als dies in einem normalen Kreislauf der Fall wäre. Hieraus resultiert wiederum, dass Wasser aus den kapillaren Blutgefäßen austritt, was zu Symptomen wie Kurzatmigkeit, Schwächegefühl oder zu Wassereinlagerungen in Organen und Extremitäten führt.

In einem funktionierenden Organismus pumpt die rechte Seite des Herzens Blut in die Lunge, während die linke Seite Blut in den restlichen Körper transportiert. Zunächst tritt dabei Blut über die Hohlvene in den rechten Vorhof ein und fließt dann in den zugehörigen Ventrikel. Von hier aus gelangt es in die Pulmonalarterie der Lunge und wird von dieser mit Sauerstoff versorgt. Anschließend kehrt das Blut über die Lungenvene zurüCK in den linken Vorhof des Herzens und wird hernach durch den linken Ventrikel in die anderen Organe des Körpers geleitet, welche über die roten Blutkörperchen Sauerstoff abgeben. Das Abfallprodukt dieses Metabolismus, das Kohlendioxid, wird über die Lunge aus dem Körper herausgefiltert. Schließlich kehrt das Blut zurück in den rechten Vorhof und der Zyklus beginnt von neuem.

Von Herzinsuffizienz spricht man ganz konkret, wenn dieser Kreislauf dadurch gestört ist, dass der linke Ventrikel das Blut nicht in den Körper pumpen kann und sich hernach Blut in den Gefäßen der Lunge staut. Rechtsseitiges Herzversagen tritt hingegen auf, wenn der rechte Ventrikel das Blut nicht in ausreichendem Maße in die Lunge transportieren kann. In einigen Fällen ist auch eine biventrikuläre Herzinsuffizienz möglich. Dann sind beide Ventrikel von einer Schwächung betroffen.


Was ist Herzinsuffizienz?

Der Begriff Herzinsuffizienz kann erschreckend sein, aber in Wirklichkeit bedeutet er lediglich, dass das Herz nicht so pumpt wie es sein müsste. Es handelt sich hierbei jedoch nicht um ein komplettes Versagen des Herzens.

Wenn der Herzmuskel schwach ist, kann Blut nicht effizient genug gepumpt werden, um Sauerstoff in alle Zellen zu transportieren. Manchmal wird das Herz erweitert und schwach. Andere Male kann es steif und verdickt sein. Im Laufe der Zeit kann das Herz nicht mit seiner Arbeitsbelastung mithalten. Wenn dies geschieht, gibt es nicht genug sauerstoffreiches Blut, welches das Gehirn und die Muskeln erreicht, und Flüssigkeit beginnt, in den Lungen und anderen Gewebeteilen zu stauen. Der Mangel an Sauerstoff verursacht die wichtigsten Symptome der Herzinsuffizienz wie Müdigkeit, Kurzatmigkeit und Schwierigkeiten bei der Durchführung von Aufgaben, die Anstrengung erfordern.

Das Herz besteht aus vier Kammern, durch welche Blut gepumpt wird. Sauerstoffreiches Blut gelangt von der Lunge zum linken Vorhof und dem linken Ventrikel gepumpt und durch die Aorta in den Rest des Körpers geleitet. Nachdem der Sauerstoff hier verbraucht wurde, kehrt das Blut in die rechte Herzhälfte zurück und wird wiederum in die Lunge geleitet.

Störungen dieses Systems durch Herzinsuffizienz können verschiedene Formen annehmen.

Die sogenannte systolische Herzinsuffizienz (linksseitig) bedeutet, dass das Herz auf der linken Seite, also im linken Ventrikel an Kraft verliert und das Blut nicht genügend in Umlauf bringen kann. Wenn dies geschieht, wird das Herz erweitert und schwach. Mittels eines Echokardiogramms kann die Stärke des Herzens über die sogenannte Ausstoßfraktion gemessen werden. Eine Ausstoßfraktion von mehr als 55% ist normal.

Der Begriff kongestive Herzinsuffizienz bezieht sich auf die Ansammlung von Flüssigkeit in den Gewebeteilen, welche wiederum von der linksseitigen Herzinsuffizienz hervorgerufen wird. Wasser kann sich beispielsweise in den Beinen ansammeln, was zu Schwellungen (Ödemen) führt. In der Lunge verursacht es die Lungenödem und im den Bauchraum die Aszites.

Als diastolische Herzinsuffizienz bezeichne mal die rechtsseitige Variante dieser Erkrankung. Sie ist dadurch gekennzeichnet, dass das Herz dicker und steifer wird. Wenn dies geschieht, kann der linke Ventrikel nicht mehr mit ausreichendem Blut gefüllt werden, und hernach nicht genug Blut in den Kreislauf pumpen, obgleich das Herz im Prinzip noch stark genug hierfür wäre. Wenn die Anzeichen und Symptome der Herzinsuffizienz vorhanden sind und die Ausstoßfraktionen größer als 50% sind, kann eine diastolische Herzinsuffizienz in Betracht gezogen werden. Das gilt besonders dann, wenn ein Echokardiogramm zeigt, dass der Herzmuskel verdickt ist.

Die Herzinsuffizienz beschreibt einen krankhaften (pathologischen) Zustand bei der das Herz, ein muskuläres Hohlorgan nicht mehr so funktionsträchtig ist wie ein gesundes Herz und unter einer verminderten Pumpfunktion leidet.

Im Normalzustand pumpt das Herz allein schon im Ruhestand das gesamte Blutvolumen des Körpers einmal pro Minute durch den gesamten Kreislauf und leistet damit Schwerstarbeit. Dies entspricht fünf Liter pro Minute, wobei sich diese Pumpleistung bei körperlicher Betätigung verfünffachen kann.Wenn das Herz es mit seinen rhythmischen Kontraktionen nicht mehr schafft das Körpergewebe mit Blut und Sauerstoff zu versorgen führt dies im schlimmsten Fall zu einer Unterversorgung. Das hat mitunter sogar lebensbedrohliche Folgen für die betroffene Person. In Deutschland leiden bei einem durchschnittlichem Lebensalter von 70 bis 80 Jahren beim Einsetzen der Erkrankung schätzungsweise rund 1,8 Millionen Menschen unter einer Herzinsuffizienz.

Jedoch muss man erwähnen, dass das Herzversagen wohl auch deshalb als eine der häufigsten Todesursachen genannt wird, weil das Herz letztlich bei jedem Verstorbenen zum Stillstand gekommen ist. Nicht immer konnte dabei die tatsächlich zum Tode führende Krankheit herausgefunden werden. Statistiken besagen, dass das Erkrankungsrisiko für Männer tendenziell größer ist als bei Frauen und diese oftmals in einem jüngeren Lebensalter als Frauen erkranken.

Eine Herzinsuffizienz entsteht, wenn das Herz nicht mehr ausreichend in der Lage ist, das Blut durch den Körper zu pumpen. In diesem Fall kommt es zu einem Rückstau des Blutes in die Lungen, Leber, Hände und Füße, was typischerweise im Rahmen einer Schwellung im Sinne von Ödemen sichtbar wird. Die betroffenen Patienten leiden unter einer zunehmend verminderten körperlichen Belastbarkeit (z.B. beim Treppensteigen) und Kurzatmigkeit. Neben den Beinödemen, können nächtliche Atemnot- oder Hustenattacken, nächtlicher Harndrang, eine bläuliche Hautfärbung sowie zusätzlich auftretende Herzrhythmusstörungen sein. Die Schwellung der Füße zum Beispiel bessert sich dabei im Liegen und verstärkt sich im Stehen. Sind die Lungen betroffen, kann es vor allem bei Belastung wie Treppensteigen oder flachem Liegen im Bett, zu Kurzatmigkeit und Husten kommen. Eine Herzinsuffizienz kann sich im Rahmen eines stattgefundenen Herzinfarktes, Bluthochdruck, verengten Herzkranzgefäßen, Infektionen oder angeborenen Herzfehlern entwickeln. Zu den häufigsten Ursachen der Herzinsuffizienz zählen insbesondere die Atherosklerose und die atherosklerotischen Folgeerkrankungen, sowie folgende unten aufgeführte Erkrankungen:
Koronare Herzkrankheit (Angina Pectoris) auf der Basis einer Atherosklerose (Gefäßverkalkung);
zu hoher Blutdruck (Hypertonie);
Herzinfarkt;
Myokarditis (Herzmuskelentzündung);
Herzklappenfehler (z. B. als Spätfolge des rheumatischen Fiebers);
Herzrhythmusstörungen.

Welche Ursachen gibt es?

In den meisten Fällen entwickelt sich eine Herzinsuffizienz aus anderen Herzerkrankungen beziehungsweise Schwächungen oder Beschädigungen des Herzens. Nur in wenigen Fällen handelt es sich bei der Insuffizienz um die primäre Erkrankung selbst.

In den meisten Fällen startet eine Herzinsuffizienz auf der linken Herzseite, also im linken Ventrikel der linken Herzkammer. Aber auch die rechte Herzseite oder das gesamte Herz können im Prinzip betroffen sein. Ursächlich sind in allen Fällen verschiedenste Beschädigungen des Herzens. Diese werden im Folgenden näher erläutert:

Koronare Herzerkrankungen und Herzinfarkt
Koronare Herzerkrankungen sind nicht nur die häufigste Form der Herzkrankheit, sondern auch die häufigste Ursache für Herzinsuffizienz. Es handelt sich dabei um eine zunehmende Verengung jener Arterien, die dem Herzen Blut zuführen. Gründe hierfür sind unter anderem Arteriosklerose, Fettablagerungen oder Gewebeveränderungen. Bei längerem Bestehen der Ablagerungen oder bei anderen dauerhaften Belastungen kann die Arterienwand schließlich reißen und es kommt zu einem Herzinfarkt. Die dabei entstehenden Blutgerinnsel können den Herzmuskel blockieren und hernach eine Schwächung der Pumpfähigkeit herbeiführen. Oftmals sind die hierbei entstehenden Schäden dauerhaft. Aus diesem Grund ist eine Herzinsuffizienz in den meisten Fällen als chronisch zu betrachten.

Hoher Blutdruck
Als Blutdruck wird die Kraft des Herzens bezeichnet, mit der das Blut durch die Arterien gepumpt wird. Ein hoher Blutdruck bedeutet hernach, dass das Herz sehr viel Energie aufwenden muss, um Blut zirkulieren zu lassen. Dadurch werden die Muskelfasern entsprechend “trainiert”. Im Gegensatz zu vielen anderen Muskelgruppen im Körper ist dies für das Herz jedoch eher ungesund. Die beanspruchten Muskeln beginnen durch die enorme Arbeit nämlich sich zu verdicken. Dies mündet schließlich in einer Trägheit oder sogar Versteifung des Herzens. Es ist dann nicht mehr in der Lage seiner natürlichen Pumpleistung nachzukommen.

Kardiomyopathie
Als Kardiomyopathie bezeichnet man eine Schädigung des Herzmuskels. Ursache hierfür können Krankheiten, Entzündungen und Infektionen, aber auch Drogen-, Medikamenten- und Alkoholmissbrauch sein.

Genetische Disposition
Genetische Faktoren spielen vor allem bei der Entstehung von Kardiomyopathien eine Rolle. Als Beispiele seien hier unter anderem die linksventrikuläre Kardiomyopathie oder die hypertrophische Kardiomyopathie genannt. Vor allem dann, wenn diese vererbbaren Krankheiten frühzeitig behandelt werden, ist eine Herzinsuffizienz vermeidbar.

Herzklappenfehler
Die Ventile des Herzens, die Herzklappen, sorgen normalerweise dafür, dass das Blut in die entsprechend vorgesehene Richtung durch das Herz fließt. Ist eine Herzklappe jedoch durch eine koronare Erkrankung oder einen Infarkt beschädigt, muss mehr Leistung aufgebracht werden, um genügend Blut transportieren zu können. Dadurch wird der Muskel beständig trainiert und verdickt schließlich. Dies wiederum bewirkt eine Insuffizienz des Herzens.

Wird ein Herzklappenfehler frühzeitig erkannt und das Problem entsprechend behoben, ist eine Insuffizienz jedoch vermeidbar.

Herzrhythmusstörungen
Ein abnormaler Herzrhythmus kann insgesamt dazu beitragen, dass das Herz schneller als normal schlägt. Dies führt zu einer Verdickung des Herzmuskels. Bei zu langsamen Herzschlägen ist es möglich, dass zu wenig Blut gepumpt wird. Beides führt in Dauer zu einer chronischen Herzinsuffizienz.

Myokarditis
Als Myokarditis wird eine Entzündung des Herzmuskels bezeichnet. Sie wird am häufigsten durch ein Virus verursacht und kann zu einer linksseitigen Herzinsuffizienz führen.

Angeborene Herzfehler
Es gibt eine Reihe verschiedener Herzfehler, bei denen die Herzklappen oder Herzkammern verformt oder nicht in ausreichendem Maße funktionstüchtig sind. Entsprechend müssen die gesunden Herzteile mehr Arbeit verrichten, um die Blutzirkulation zu gewährleisten. Dies wiederum führt zu den bereits als Ursache deklarierten Verdickungen des Herzens.

Chronische Erkrankungen
Theoretisch kommen alle Erkrankungen als Ursache für eine Herzinsuffizienz in Frage, die sich ungünstig auf das Gewebe und die Funktionstüchtigkeit des Herzens auswirken. Als Beispiele seien hier folgende Krankheiten genannt: Diabetes, Hyperthyreose (Schilddrüsenüberfunktion), Morbus Basedow, HIV oder Hämochromatose

Vireninfektion
Die bisher genannten Ursachen führen in der Regel zu einer chronischen Herzinsuffizienz. Hingegen verursachen Viren, die das Herz angreifen, eine akute, unvorhersehbare und spontan auftretende Herzinsuffizienz. Theoretisch kann eine solche auch durch bestimmte Medikamente oder allergische Reaktionen hervorgerufen werden. Die häufigste Ursache für die akute Verlaufsform sind jedoch aggressive Viren, die den Herzmuskel angreifen und schädigen.

Risikofaktoren

Es gibt eine Reihe von Risikofaktoren, die bekanntlich zu genannten Krankheiten und hernach zur Herzinsuffizienz führen können. Hierzu gehören alle Faktoren eines ungesunden Lebensstil: Rauchen, Fettleibigkeit und Bewegungsmangel.

Man kann hier zwischen den Ursachen für eine Links-und Rechtsherzinsuffizienz unterscheiden.


Bei der Linksherzinsuffizienz hat sich die Pumpfunktion der linken Herzventrikel bzw. Herzkammer vermindert. Die Linksherzinsuffizienz kann ganz akut auftreten oder zu einer schleichend-chronischen Erkrankung werden. Zu den wichtigsten Ursachen einer Linksinsuffizienz gehören die koronare Herzkrankheit (KHK), Herzklappenfehler und der Herzinfarkt. Weitere Ursachen sind toxischer (z.B. bei einer Blutvergiftung bzw. Sepsis) und medikamentöser Art (z.B. Im Rahmen einer Chemotherapie).
Ursachen einer Rechtsherzinsuffizienz
Bei einer Rechtsherzinsuffizienz liegt eine Schwächung des rechten Vorhofs und der rechten Herzkammer vor, was zu einer nicht ausreichenden Pumpleistung führt. Eine Rechtsherzinsuffizienz kann isoliert auftreten. Dies ist zum Beispiel der Fall bei einer Lungenerkrankung mit pulmonaler Hypertonie (Cor pulmonale). Auch bei Herzklappenfehlern (z.B. Pulmonalstenose) kann es zu einer Rechtsherzinsuffizienz kommen. Die Hauptursache einer Rechtsherzinsuffizienz ist jedoch meistens eine fortgeschrittene Schwächung der linken Herzhälfte (Linksherzinsuffizienz).

Hierbei kommt es zu einem Blutstau in der Lunge und der Lungendruck erhöht sich. Die Aufgabe der rechten Herzhälfte ist es nun noch kräftiger zu pumpen, um diese Schwäche auszugleichen und das Blut in die Lunge zu befördern. Diese dauerhafte Überlastung verdickt nicht nur die Muskelschicht der rechten Herzwand sondern sorgt auch für eine Schwächung der rechten Herzhälfte.
Überblick
Wie man sieht gibt es also zahlreichreiche Ursachen für das Auftreten einer Herzinsuffizienz.
Hier nochmal die wichtigsten Ursachen im Überblick:
Aterisoklerose (Arterienverkalkung)
Herzmuskelerkrankungen
Myokardentzündungen
Bluthochdruck
Herzrhytmusstörungen
Herklappenanomalien
Perikarderguss (Flüssigkeitsansammlung im Herzbeutel)
Tachykardie (Herzrasen)
Bradykardien (zu langsamer Herzschlag)
Schilddrüsenüberfunktion
Alkohol-und Drogenmissbrauch
Übermäßiger Nikotinkonsum
angeborene Herzfehler
Bewegungsmangel
Ungesunde Ernährung


Symptome & Anzeichen

Zum wichtigsten Symptom für Herzinsuffizienz gehört die Kurzatmigkeit (Dyspnoe). Dies bedeutet, dass bereits einfache Aktivitäten zur Atemlosigkeit führen. Betroffene können zudem Schwierigkeiten beim Atmen empfinden, wenn die liegen und haben daher einen unruhigen, oft unterbrochenen Schlaf. Beim Erwachen fühlen sie sich hernach ermüdet und schlapp.

Als weiteres Anzeichen ist anhaltender Husten sowie keuchendes Atmen anzusehen. Oftmals wird weißer bis rosiger Schleim ausgehustet. Dies resultiert aus der Flüssigkeitsansammlung in der Lunge.

Besonders bei der linksseitigen Herzinsuffizienz treten am gesamten Körper Ödeme, also Wassereinlagerungen auf. Schwellungen an den Knöcheln, Beinen, am Bauch oder eine Gewichtszunahme insgesamt sind bemerkbar.

Darüber hinaus empfinden Betroffene einer Herzinsuffizienz eine dauerhafte Müdigkeit. Alltägliche Aktivitäten können bereits als stark anstrengend wahrgenommen werden. Dieses Gefühl entsteht dadurch, dass der Körper das Blut nur noch in die lebenswichtigen Organe in ausreichendem Maße einpumpt. Die Muskeln und anderes Gewebe werden jedoch zweitrangig mit Sauerstoff versorgt.

Bei einer weiter fortgeschrittenen Herzinsuffizienz wird das Verdauungssystem nicht mehr in Gänze durchblutet. Aus diesem Grund können Übelkeit und Appetitlosigkeit eintreten.

Schließlich kann auch das Hirn von einer Sauerstoffunterversorgung betroffen sein. Es kommt hernach zu Verwirrung und einem beeinträchtigtem Denken. Gedächtnisverlust und Desorientierung sind ebenfalls möglich. Durch die Veränderung des Flüssigkeitshaushaltes im Blut, variiert zudem der Natriumspiegel, was ebenfalls drastische Einwirkungen auf den Geisteszustand einer Person haben kann.

Hin und wieder klagen Patienten zudem über eine erhöhte Herzfrequenz. Das Herz wird dann als pochend oder rasend wahrgenommen.

Die Herzinsuffizienz-Symptome können unterschiedlich sein, was davon abhängt ob eine Links- oder eine Rechtsherzinsuffizienz vorliegt.
Symptome bei einer Linksherzinsuffizienz
Atemnot (Dyspnoe)
Lungenstauung bzw. Lungenödem
beschleunigte Atmung (Tachypnoe)
Rasselgeräusche beim Atmen (Asthma cardiale)
Husten und Hustenreiz
Innere Unruhe
Niedriger Blutdruck
Der linke Teil des Herzens bzw. die linke Herzkammer ist der Teil, in den das frische Blut weitergeleitet wird, nachdem es in der Lunge mit Sauerstoff angereichert wurde. Hat sich die Leistungsfähigkeit dieser Herzhälfte verringert, wird das Blut in der Lunge nicht mehr ausreichend abgepumpt und es sammelt sich in Form einer Wassereinlagerung in der Lunge an (Stauungslunge).

Dies kann nicht nur zu Husten führen, sondern zu einer regelrechten Atemnot.
Zunächst tritt diese Atemnot (Dyspnoe) meist nur bei Belastung auf (Belastungs-Dyspnoe). Später jedoch kann es auch in Ruhephasen zu Beschwerden kommen, wobei sich besonders nachts Auffälligkeiten bemerkbar machen. Außerdem kann es zu einem Flüssigkeitsaustritt in das Gewebe kommen (Lungenödem).
Symptome bei einer Rechtsherzinsuffizienz
Gestaute und erweiterte Halsvenen
Zyanose (bläuliche Färbung der Haut oder Schleimhäute)
Aszites (Bauchwassersucht)
Nykturie (nächtliches Wasserlassen)
Ödeme
Verminderte Leistungsfähigkeit
Appetitlosigkeit
Völlegefühl
Verstopfung
Die rechte Seite des Herzens ist der Teil, in den die Vena cava superior (obere Hohlvene) und die Vena cava inferior (untere Hohlvene) münden und Blut, welches jetzt Arm an Sauerstoff ist, aus dem großen Kreislauf geleitet wird. Die Lungenarterien transportieren dieses Blut dann in den Lungenkreislauf, also den kleinen Kreislauf, zurück. Dort kann es dann in der Lunge (Pleura) mit frischem Sauerstoff angereichert werden.

Dieses Blut fließt weiter in die linke Herzhälfte und von dort strömt es über die Aortenklappe und Aorta in den Körperkreislauf zurück. Eine Rechtsherzinsuffizienz verläuft oftmals schleichend, denn zunächst ist das Herz in der Lage die Fehlfunktion auszugleichen. Erst im fortgeschrittenen Stadium zeigen machen sich Beschwerden bemerkbar. Diese fallen dem Betroffenen beispielsweise beim Sport auf. Zu den ersten Alarmzeichen gehören eine allgemeine Abgeschlagenheit und Müdigkeitserscheinungen.

Wenn die rechte Herzhälfte die zu erbringende Mehrleistung nicht mehr aufbringen kann, sorgt dies für einen Blutstau in den zuführenden Gefäßen, den vier Lungenvenen(Venae pulmonales) zurück. Durch diesen erhöhten Venendruck entstehen Wasseransammlungen (Ödeme) im Körper. Betroffen sind vor allem die Beine und der Bauch.


Diagnose & Krankheitsverlauf

Der erste Schritt bei der Diagnose einer Herzinsuffizienz ist eine ausführliche Anamnese sowie eine umfassende körperliche Untersuchung. Dabei wird der behandelte Arzt auch das eventuelle Vorhandensein von Risikofaktoren wie beispielsweise hoher Blutdruck, Diabetes oder koronare Herzerkrankungen überprüfen. Teil der ersten Untersuchung ist sich das Abhören der Lunge mit einem Stethoskop. Hier können bereits erste Anzeichen für einen Flüssigkeitsstau herausgehört werden. Ebenso ist es einem Facharzt leicht möglich beim Abhören abnormale Herzgeräusche oder Arrhythmien zu ermitteln. Neben der gründlichen Überprüfung der Halsvenen, werden zudem Ödeme, sofern diese vorhanden sind, an Bauch und Beinen überprüft.

Ist die erste Untersuchung abgeschlossen und ihre Ergebnisse weisen auf ein mögliches Vorliegen einer Herzinsuffizienz hin, dann stehen verschiedene Test zur Verfügung, um die eine endgültige verifizierbare Diagnose zu erstellen. Über die möglichen Tests wird im Folgenden ein kurzer Überblick gegeben:

Bluttest
Über einen Bluttest wird in der Regel ermittelt, ob diverse Erkrankungen der Leber, der Nieren oder der Schilddrüse vorliegen, die das Herz negativ beeinflussen könnten. Darüber hinaus wird hierdurch der Natriumspiegel im Körper überprüft, der vor allem bei einer linksseitigen Herzinsuffizienz gegenüber dem Normalwert erhöht ist.

Röntgen
In den meisten Fällen wird zur Abklärung einer Herzinsuffizienz eine Röntgenaufnahme des Thorax angefertigt, welche dem Arzt dabei hilft, den Zustand von Lunge und Herz zu erschließen. Bei einer Herzinsuffizienz kann das Herz vergrößert erscheinen. Zudem ist es möglich, dass sich Raumforderungen durch Flüssigkeitsstau in der Lunge abzeichnen. Ebenso können durch Röntgenaufnahmen aber auch andere Erkrankungen des Herzens diagnostiziert werden, die womöglich ähnliche Symptome wie eine Herzinsuffizienz hervorrufen.

EKG (Elektrokardiogramm)
Dieser Test zeichnet die Aktivität des Herzens mittels Elektroden auf, die an der Brust befestigt werden. Die elektrisch übermittelten Impulse werden schließlich als Wellen aufgezeichnet. In der Auswertung dieser, ist es einem Arzt leicht möglich, Herzrhythmusstörungen zu erkennen.

Echokardiogramm
Zu den wichtigsten Untersuchungen bei der Diagnoseerstellung gehört das Echokardiogramm. Es kommt im Wesentlichen genau dann zum Einsatz, wenn sich die Diagnose Herzinsuffizienz bereits erhärtet hat und hilft letztendlich dabei, zu unterscheiden, ob eine systolische oder eine diastolische Herzinsuffizienz vorliegt.

Das Echokardiogramm gibt nicht nur über die Größe und Form des Herzens Auskunft, sondern zeichnet ebenso auf, wie stark die Pumpleistung dieses Hohlorgans ist. Es hilft zudem dabei, Ventilprobleme, Anomalien oder frühere Herzinfarkte nachzuweisen, die für eine Herzinsuffizienz verantwortlich sein können.

Die Ejektionsfraktion (Auswurffraktion) wird während eines Echokardiogramms ebenfalls gemessen. Dies wäre auch mit einem Herzkatheder oder einem Herz-MRT möglich. Allerdings gestaltet sich ein Echokardiogramm wesentlich weniger aufwendig, als die eben genannten Methoden.

Kardialer CT-Scan und Herz-MRT
Bei der kardialen Computertomografie (CT) handelt es sich um eine komplexere Röntgenmaschine, die imstande ist, einen Querschnitt des Körpers abzubilden. Dadurch wird dem Arzt ein komplexeres Bild der Größe und Form von Herz und Lunge sowie eventueller Flüssigkeitseinlagerungen übermittelt. Ähnliches ist genauso mit einem Magnetresonanztomografen (MRT) möglich. Welche Methode zum Einsatz kommt, entscheidet der Arzt. Nur dann, wenn ein Test uneinheitliche Ergebnisse liefert, werden beide Untersuchungen durchgeführt.

Stresstest
Mit einem Stresstest misst ein Arzt vor allem, wie das Herz und die Blutgefäße auf Anstrengung des Patienten reagieren. Hierfür muss sich der Betroffene auf ein Laufband oder Fahrrad begeben, während er an ein EKG angeschlossen ist. Ist ein Patient, beispielsweise ob seines hohen Alters oder bei Problemen mit den Gelenken, nicht in der Lage für den Stresstest körperlich anstrengende Tätigkeiten auszuüben, kann ihm auch ein Medikament injiziert werden. Dieses simuliert hernach Anstrengung.

Es kann unter Umständen sinnvoll sein, dass der Patient während des Tests eine Maske trägt. Mit dieser wird vor allem gemessen, wieviel Sauerstoff aufgenommen und wieviel Kohlendioxid ausgestoßen wird. Dies lässt nunmehr Rückschlüsse auf den Funktionsumfang von Herz und Lunge zu.

Manchmal reicht ein EKG für die Diagnose nicht aus. Dann wird häufig zu einem bildgebendem Verfahren, unter anderem einem Stress-Echokardiogramm, gegriffen.

Koronarangiografie
Bei diesem Test wird ein dünner und flexibler Schlauch, der sogenannte Katheter, in ein Blutgefäß in der Leiste oder in den Arm eingeführt und durch die Aorta in die Koronararterien geleitet. Ein durch den Katheter injizierter Farbstoff macht die Arterien sowie das Herz schließlich auf einem Röntgenbild sichtbar. Mit diesem Test werden jene koronaren Herzerkrankungen identifiziert, die eine Verengung der Arterien zur Folge haben. Denn aus dieser entsteht nicht selten eine Herzinsuffizienz.

Die Koronarangiografie kann zudem ein Ventriculogramm beinhalten. Hier wird zusätzlich ermittelt, wie stark die Ventrikel und Herzklappen sind.

Myokardbiopsie
Bei diesem Test führt ein Arzt eine flexible Biopsienadel in die Hals- oder Leistenvenen ein und entnimmt anschließend eine winzige Probe vom Gewebe des Herzens. Hierdurch sollen Herzmuskelerkrankungen ermittelt werden, die sich auf bei den bildgebenden Verfahren nicht gezeigt haben.

Klassifizierung
Mithilfe der genannten Tests wurde festgestellt, ob eine Herzinsuffizienz vorliegt, auf welche Ursprungserkrankung sie zurückzuführen ist und welcher Teil des Herzens betroffen ist. Für eine wirksame Behandlung ist nun jedoch noch eine klare Klassifizierung der Herzinsuffizienz nötig. Dabei wird die Erkrankung in vier Stufen unterteilt. Zur ersten Stufe gehören jene Herzinsuffizienzen, die weitestgehend ohne Symptome verlaufen, also im Anfangsstadium vorliegen. Hier muss entschieden werden, wie hoch der Risikofaktor für eine chronische Insuffizienz beziehungsweise das Fortschreiten einer solchen ist. Eine rasche Behandlung erfolgt hernach nur, wenn sich ein Übertritt in die nächste Phase abzeichnet. Die zweite Stufe beschreibt eine Insuffizienz, welche sich dadurch auszeichnet, dass der Betroffene bei körperlicher Anstrengung schneller ermüdet, als dies normalerweise der Fall sein sollte. In der dritten Stufe werden jene Herzinsuffizienzen zusammengefasst, welche mit Atemschwierigkeiten bei Anstrengung einhergehen. Letztlich bezeichnet die vierte Stufe die gravierendste und fortgeschrittenste Form der Herzinsuffizienz: Bereits ohne körperliche Aktivität leidet der Patient unter schwerer Kurzatmigkeit oder Atemnot.

Die Diagnosestellung beginnt bereits beim Anamnesegespräch, bei der der Arzt dem Patienten Fragen zur Krankheitsgeschichte, Lebensweise und den aktuellen Beschwerden stellt.
Bei der anschließenden körperlichen Untersuchung achtet der Arzt auf Wasseransammlungen in den Beinen (Ödemen) und misst den Blutdruck und Puls. Auch das Abhören und Abklopfen des Brustkorbs sind wichtige Vorgänge, denn sie verschaffen dem Mediziner einen ersten Eindruck über die Leistung der Lunge, die Herzgröße, Herzrhythmus und Strömungsgeräuschen im Herzen.

Die Diagnostik ist wichtig für die Ergründung der Ursachen einer Herzinsuffizienz und den daraus resultierenden Folgeerscheinungen. Diese können reversibel (heilbar) sein, aber auch chronisch (dauerhaft schwerwiegend) sein.

Eine Herzinsuffizienz kann durch einen Hausarzt mittels Elektrokardiogramm (EKG) oder Belastungs-EKG erkannt werden. Für eine erweiterte Untersuchung sollte man jedoch einen Kardiologen (Facharzt für die Lehre des Herzen) aufsuchen. Eine ambulante oder klinische Behandlung in einer Fachklinik ist oftmals unerlässlich.

Zur weiteren Abklärung des Krankheitszustandes helfen dem Facharzt bildgebende Verfahren wie die Ultraschalldarstellung des Herzmuskels (Myokard), aber auch Untersuchungsmethoden wie die Herzkatheteruntersuchung oder Koronarangiographie (Röntgenuntersuchung der Koronararterien), die unter örtlicher Betäubung erfolgen.

Eine Kombination von verschiedenen Tests, wie körperliche Untersuchung, Echokardiographie, Röntgen Thorax, Computertomographie und nuklearmedizinischen Untersuchungen, werden zur Diagnosestellung der Herzinsuffizienz eingesetzt. Laboruntersuchungen werden weniger häufig dafür eingesetzt, diese umfassen direkte Untersuchungen den Herzfunktion über relativ spezifische Marker der Herzvorhöfe und Kammern, eine Urinanalyse zur Unterscheidung einer Nieren- von einer Herzinsuffizienz, sowie Bestimmungen von Elektrolyten. Ein neuer Bluttest, der die Konzentration von BNP (brain natriuretic peptide), ein Hormon das im linken Ventrikel (Herzkammer, die in den großen Kreislauf pumpt) gebildet wird, mißt kann bei der Diagnosestellung und Beurteilung des Schweregrades der Herzinsuffizienz behilflich sein und für die Therapiesteuerung eingesetzt werden.

Der Krankheitsverlauf einer Herzinsuffizienz verläuft je nach Ursache, Schwergrad der Symptomatik und Alter des Patienten unterschiedlich. In vielen Fällen entwickelt sich eine Herzinsuffizienz langsam über Jahre hinweg und bleibt zunächst oft unbemerkt. Obwohl es im Anfangsstadium kaum Beschwerden gibt, leidet der Patient im weiteren Verlauf vermehrt an Leistungseinschränkungen.

Die Herzinsuffizienz kann in der Regel in vier Stadien unterteilt werden:
Stadium 1: Normale körperliche Leistungsfähigkeit
Stadium 2:Leichtes Nachlassen der körperlichen Leistungsfähigkeit mit Beschwerden bei erhöhter Belastung
Stadium 3: Massivere Einschränkungen der körperlichen Leistungsfähigkeit mit Beschwerden bei körperlicher Belastung
Stadium 4: Beschwerden, die bereits bei Ruhe auftreten


Häufigkeit & Diagnosedaten

Herzinsuffizienz ist ein wichtiges Problem der öffentlichen Gesundheit mit einer aktuellen Prävalenz von über 23 Millionen Betroffenen weltweit. Von den 1970er bis 1990er Jahren wurde eine dramatische Zunahme der Prävalenz von Herzinsuffizienz beobachtet. Dabei sind vor allem Personen ab einem Alter von 65 Jahren betroffen. 80 % der Patienten aus dieser Altersgruppe versterben zudem an der Krankheit.

Regional unterscheiden sich die Fallzahlen von Herzinsuffizienz nur marginal. Es konnte jedoch beobachtet werden, dass vor allem Menschen aus den Industrienationen betroffen sind. Viele Ärzte sehen hierin allerdings keine Auswirkung einer bestimmten Lebensweise, sondern eher ein Anzeichen dafür, dass eine demografische Verschiebung stattfindet, also Menschen hier schlicht älter werden. Hierfür spricht auch der generelle Anstieg der Fallzahlen. Sicherlich wird dies jedoch auch von einem schlechten Lebenswandel gestützt.

Deutliche Unterschiede hinsichtlich des Geschlechts lassen sich bei Herzinsuffizienz allerdings nicht erkennen. Frauen und Männer sind in etwa gleich häufig betroffen. Ausschlaggebender Faktor ist bei beiden das Alter. Jüngere Menschen erkranken den meisten Studien zufolge eher selten an einer Herzinsuffizienz.


Komplikationen bei der Krankheit

Wer an Herzinsuffizienz leidet, kann einige gravierende körperliche Symptome entwickeln. Dies hängt vor allem vom allgemeinen Gesundheitszustand eines Patienten, sowie vom Alter und der Ausprägung der Insuffizienz ab.

Zu den häufigen Komplikationen gehören schwere Nierenschäden. Dies ergibt sich vor allem daraus, dass die Nieren nicht genügend mit sauerstoffhaltigem Blut versorgt werden und sich hernach eine Niereninsuffizienz entwickelt. Dadurch steigt schließlich die Salzkonzentration im Körper an. Andere Organe, hier sei nicht zuletzt das Gehirn genannt, können hierdurch stark geschädigt oder in ihrer Funktionalität beeinträchtigt werden. So kommt es beispielsweise nicht selten dazu, dass Patienten sich in einem Stadium der Verwirrung befinden, welches aus einer zu hohen Natriumkonzentration im Blut heraus resultiert.

Eine schwache Pumpleistung des Herzens führt in der Regel auch zur Stauung von Flüssigkeit. Dadurch kann das Herz geweitet und vergrößert werden, was sich wiederum negativ auf die Herzwände auswirkt. Eine erwartbare Komplikation stellen aus diesem Grund diverse Herzklappenprobleme dar. Aber auch Herzrhythmusprobleme (Arrhythmien) sind hernach nicht selten.

Besonders in Folge der linksseitigen Herzinsuffizienz treten oftmals Leberschäden auf. Durch Wassereinlagerungen und Ödeme wird dann starker Druck auf die Leber ausgeübt, der das sensible Lebergewebe verletzen kann. Das wiederum führt zur Narbenbildung und den sogenannten Fibrosen. Die Leber kann schließlich dieses Gewebe nicht mehr aktiv nutzen und wird hernach in ihrer Funktionsfähigkeit eingeschränkt.

Insgesamt gesehen, kann eine Herzinsuffizienz, obgleich es sich hierbei nicht um ein komplettes Herzversagen handelt, tödlich enden. Gerade, wenn mehrere Organe von den Nebenwirkungen betroffen sind und der Allgemeinzustand des Patienten rapide abnimmt, droht Lebensgefahr. Ältere Menschen sind hiervon ganz besonders betroffen.


Wann sollte man zum Arzt gehen?

Die Herzinsuffizienz ist eine ernste Angelegenheit, da sie selbst ein Symptom einer zugrundeliegenden Schädigung des Herzens darstellt. Aus diesem Grund sollte ein Arzt aufgesucht werden, wenn die typischen Symptome der Insuffizienz, also Kurzatmigkeit, andere Atembeschwerden und Müdigkeit auftreten. Hierbei gilt es, den eigenen Körper möglichst gut im Blick zu haben. Leistungssportler, die plötzlich bei der gewohnten Ausübung ihres Sports zunehmend Atemnot erleiden, sollten ebenso dringend zum Arzt gehen, wie Menschen, denen einfache Tätigkeiten plötzlich schwerer fallen als gewohnt.

Unverzüglich einen Arzt sollten Menschen aufsuchen, bei denen sich Ödeme, also Wassereinlagerungen, in Armen und Beinen zeigen. Das gilt genauso dann, wenn Blut im Sputum zu finden ist oder es zu weißlichem beziehungsweise rötlichem Auswurf kommt.

Behandlungsmethoden & Therapie

Bis auf wenige Fälle handelt es sich bei der Herzinsuffizienz um eine chronische Erkrankung, die eine lebenslange Therapie erfordert. Allerdings können mit der richtigen Behandlung, Anzeichen und Symptome der Herzinsuffizienz entscheidend verbessert und das Herz manchmal sogar gestärkt werden. Ohne Behandlung hingegen führt Herzinsuffizienz früher oder später zum Tod des Betroffenen.

Hin und wieder sind Ärzte in der Lage, eine Herzinsuffizienz dadurch zu korrigieren, dass sie die zugrunde liegende Ursache behandeln. Zum Beispiel kann die Reparatur einer Herzklappe oder die Kontrolle eines zu schnellen Herzrhythmus, die Herzinsuffizienz umkehren. In den meisten Fällen sind jedoch spezielle Medikamente oder Geräte vonnöten. Im Folgenden werden die gängigen Behandlungsmethoden näher beleuchtet:

ACE-Hemmer
Am häufigsten werden bei der Behandlung von systolischer (linksseitiger) Herzinsuffizienz sogenannte ACE-Hemmer eingesetzt. Es handelt sich dabei um Medikamente, welche die Arterien weiten sollen, um hernach den Blutdruck anzusenken und gleichzeitig den Blutfluss zu verbessern.

Betablocker
Die sogenannten Betablocker sorgen dafür, dass die Herzfrequenz verlangsamt und dadurch der Blutdruck abgesenkt wird. Diese Medikamente zeichnen sich oftmals auch dafür verantwortlich, dass sich ein abnormaler Herzrhythmus wieder normalisiert.

Angiotensin-II-Rezeptorblocker
Ein weiteres übliches Mittel sind Angiotensin-II-Rezeptorblocker. Diese haben eine ähnliche Wirkungsweise wie ACE-Hemmer und werden aus diesem Grund vor allem dann eingesetzt, wenn ACE-Hemmer nicht vertragen werden.

Diuretika
Diuretika dienen in erster Linie dazu, möglichst viel Wasser aus dem Körper heraus zus chwemmen. Dies ist vor allem dann angebracht, wenn es aufgrund einer Herzinsuffizienz zu Ödemen oder Wassereinlagerungen in der Lunge kommt.

Als typische Nebenwirkungen dieser Medikamente treten ein Mangel an Kalium und Magnesium auf. Ein Arzt wird daher diese Mittel in Kombination mit Ergänzungsmitteln verschreiben. Eine weitere Möglichkeit ist der Einsatz sogenannter Aldosteron-Antagonisten. Es handelt sich dabei um kaliumsparende Diuretika.

Implantierbare Kardioverter-Defibrillatoren

Besonders, wenn die Herzinsuffizienz bereits weit fortgeschritten ist und größere Schäden am Herzen vorliegen, reichen Medikamente zur Behandlung nicht mehr aus. Dann kommen diverse medizinische Geräte zum Einsatz. Hierzu gehören auch implantierbare Kardioverter-Defibrillatoren. Sie funktionieren ähnlich einem Herzschrittmacher, werden unter die Haut implantiert und mittels feiner Drähte mit dem Herzen verbunden. Wenn das Herz anfängt, in einem gefährlichen Rhythmus zu schlagen, oder wenn es gänzlich aufhört zu schlagen, wird das Herz automatisch geschockt. Der implantierte Defibrillator kann auch als Herzschrittmacher fungieren und das Herz beschleunigen, wenn es zu langsam geht.

Koronare Bypass-Operation
Sind sehr stark blockierte Arterien der Grund für eine Herzinsuffizienz, wird ein Arzt in der Regel eine koronare Bypass-Operation empfehlen. Bei diesem Verfahren wird eine Art Umgehungsstraße für die blockierten Blutgefäße gebaut. Hierdurch ist wieder ein normaler Fluss möglich.
Herzklappenreparatur und Herzklappenersatz
In einigen Fällen verursacht eine defekte Herzklappe, dass Blut nicht in die gewünschte Richtung gepumpt wird. Dann wird ein Chirurg in der Regel versuchen, die entsprechende Klappe durch eine sogenannte Valvuloplastik (Modifikation der Herzklappe) oder eine Annuloplastik (Einsetzen eines Klappenrings) wieder in Form zu bringen, so dass sie schließlich wieder ihrer normalen Funktion nachkommen kann. Bei großflächiger Beschädigung einer Herzklappe kann diese auch entfernt und durch eine künstliche Klappe ersetzt werden.

Die genannten Verfahren gingen bis vor wenigen Jahren stets mit einer kompletten Öffnung des Brustkorbes einher. Inzwischen sind jedoch zum großen Teil auch minimalinvasive Verfahren möglich, die wesentlich weniger risikoreich sind.

Künstliche Herzpumpe (VAD)
Bei der sogenannten Herzpumpe handelt es sich um eine Hilfsvorrichtung, die in den Bauch oder die Brust implantiert und mit dem geschwächten Herzen verbunden wird. Sie hilft hernach dem Herzen beim Pumpvorgang. Theoretisch können sie zur Unterstützung aller Herzbereiche eingesetzt werden. Am häufigsten werden sie jedoch mit dem linken Ventrikel verbunden.

Verwendung findet die Herzpumpe bei großflächigen Schäden, die zumeist irreparabel sind. In der Regel gilt sie lediglich als Übergangslösung. Sie soll folglich nur so lange im Körper des Patienten verbleiben bis ein Spenderherz eingesetzt werden kann. Nur in wenigen Fällen, beispielsweise dann, wenn Betroffene sehr stark geschwächt sind, stellen sie eine komplette Alternative zur Transplantation dar.

biventrikulärer Herzschrittmacher

Der Herzschrittmacher sendet zielgerichtete elektrische Impulse an die unteren Kammern des Herzens, so dass eine koordinierte Pumpfunktion garantiert wird. Dies ist vor allem sinnvoll, wenn Herzrhythmusstörungen der Auslöser einer Herzinsuffizienz sind.

Herztransplantation
Die Herztransplantation stellt einen drastischen chirurgischen Eingriff dar, der lediglich angewendet wird, wenn eine sehr schwere, lebensbedrohliche Insuffizienz vorliegt. Dabei wird das Herz komplett durch ein Spenderherz ausgetauscht.

In der Regel müssen Kandidaten sehr lange auf ein entsprechendes Spenderorgan warten. In der Zwischenzeit sind sie auf sehr starke Medikamente angewiesen. Zudem werden oft kombinierte Geräte, beispielsweise eine Herzpumpe und ein Schrittmacher, eingesetzt, um die Wartezeit zu überbrücken.

Palliativpflege

Obgleich es zur Behandlung von Herzinsuffizienz eine Reihe von Möglichkeiten gibt, sind diese in einigen Fällen nicht wirksam. Vor allem dann, wenn Patienten bereits in hohem Alter oder durch eine anderweitige Krankheit stark geschwächt sind, bleibt allein die Pflege in einem Hospiz oder daheim bei Angehörigen. In diesen Fällen können lediglich verschiedene Medikamente zum Einsatz kommen, um eventuelle Schmerzen zu vermeiden. Sinnvoll sind dann auch Psycho- und Sozialtherapie.

Um eine Herzinsuffizienz zu behandeln können zunächst Medikamente wie Nitrate, Betablocker oder ACE-Blocker zum Einsatz kommen, die das Herz entlasten. Auch Herzglykoside (Digitalispräparate) kräftigen das Herz. Je nach Ursache und Symptomatik kommen auch andere Mittel in Frage. So werden Wassereinlagerungen mit Diuretika (wasserlösende Mittel) behandelt und Herzrhythmusstörungen mit Antiarrhythmika. Bei schwerwiegenden Krankheiten wie einem Herzklappenfehler oder der koronaren Herzerkrankung ist ein chirurgischer Eingriff wie eine Bypass-Operation oder Herztransplantation oft lebensrettend. Eine Einpflanzung eines Drei-Kammer-Schrittmachers zur zeitgerechten Aktivierung der Vorhöfe oder ein implantierbarer Defibrillator können ebenfalls sinnvoll sein. Teil einer erfolgreichen Therapie sind oftmals auch Krankengymnastik unter ärztlicher Kontrolle, damit der strapazierte Herzmuskel wieder gestärkt werden kann.

Die Herzinsuffizienz ist in der Regel eine kontinuierlich voranschreitende Erkrankung. Allerdings gibt es auch akut auftretende Formen, z.B. nach schweren ausgedehenten Herzinfarkten. Eine Therapie wird mit dem Ziel der Stabilisierung und zur Behandlung der Begleitsymptome eingesetzt. Dies beinhaltet die Kontrolle der Salzaufnahme, Wasseraufnahme und Verzicht auf Alkohol und Rauchen. Die Regulation dieser Probleme kann auch bei der Kontrolle des Blutdruckes, der ein unabhängiger Risikofaktor bei der Herzinsuffizienz ist, behilflich sein.

Die chronische Unterversorgung aller Körperorgane durch die verminderte Pumpfunktion, insbesondere auch die beeinträchtigte Sauerstoffversorgung des Herzmuskels selbst, kann bei chronisch unbehandelter Herzinsuffizienz zum Tode führen. Bei fortgeschrittener Erkrankung ist die Lebenserwartung auch unter optimaler Therapie stark vermindert, etwa ein Drittel der betroffenen Patienten stirbt pro Jahr.


Vorbeugung – Impfung & Prävention

Die Prävention bildet noch immer das wichtigste Mittel im Kampf gegen die Herzinsuffizienz, welche in den meisten Fällen chronisch und nicht heilbar ist. Generell erfordert die Vorbeugung bei dieser Krankheit keine besonders ausgefallenen Maßnahmen. Um das Risiko einer Herzinsuffizienz möglichst niedrig zu halten, bedarf es lediglich einer gesunden Lebensführung. Das bedeutet in erster Linie das Rauchen aufzugeben beziehungsweise gar nicht erst damit zu beginnen. Auch Passivrauch sollte nach Möglichkeit vermieden werden. Denn Tabak gehört nach wie vor zu den schädlichsten Einflüssen, denen der Mensch in der heutigen Zeit ausgesetzt ist.

Darüber hinaus empfehlen Ärzte eine herzgesunde Ernährung. Dies bedeutet vor allem viel frisches Obst und Gemüse, Vollkornprodukte und lediglich fettarme oder fettfreie Milchprodukte zu konsumieren. Sehr salzige und zuckerhaltige Lebensmittel sowie fettreiches Fleisch sollten hingegen vermieden werden.

Nicht zuletzt ist es von entscheidender Wichtigkeit den Körper fit und aktiv zu halten. Hierfür muss natürlich kein Leistungssport betrieben werden. Es reicht vollkommen regelmäßig etwas für die eigene Fitness zu tun. Hierfür eignen sich leichte Sportarten genauso wie tägliche Spaziergänge.

Mehrere Studien konnten darüber hinaus belegen, dass Schlafmangel das Risiko an Herzinsuffizienz zu erkranken eklatant erhöhte. Auf regelmäßigen und ausreichenden Schlaf sollte daher unbedingt geachtet werden. Außerdem ist es von entscheidendem Vorteil nicht übermäßig viel Koffein zu konsumieren.

Neben einer gesunden Lebensweise und dem Verzicht bzw. der Reduktion des Konsum von Genussmitteln (Kaffee, Nikotin, Alkohol und sonstige Drogen) gibt es zahlreiche weitere Methoden zur Prävention einer Herzinsuffizienz. Da sich Übergewicht oft schädigend auf das Herz auswirkt kann es hilfreich sein -nach Rücksprache mit einem Arzt- eine Diät zu beginnen.

Je nach Alter und Krankengeschichte ist ein regelmäßiger Check-up beim Kardiologen empfehlenswert. Zur dauerhaften Lebensstilveränderung besteht die Möglichkeit einer sogenannten Herzschule, bei der Menschen in ärztlich–therapeutische Einrichtungen über den richtigen Umgang mit Herz-Kreislauf-Erkrankungen informiert werden.


Prognose zur Heilung

Herzinsuffizienz ist in den meisten Fällen eine fortschreitende chronische Erkrankung, die durch Phasen der Stabilität und nachfolgende Schübe gekennzeichnet ist. Der Verlauf kann jedoch bei jedem Menschen variieren. Ausschlaggebend sind dabei vor allen Dingen das Alter des Patienten, die Ursache für die Insuffizienz, weitere bestehende Krankheiten, inwieweit die Behandlung anschlägt und nicht zuletzt der bereits vorhandene Grad der Herzschädigung.

Insgesamt stehen dank der modernen Medizin die Chancen auf ein weitgehend normales Leben sehr günstig. Selbstverständlich ist es dann von größter Wichtigkeit, dass zum einen die Anweisungen des Arztes durch den Patienten penibel ausgeführt werden. Zum anderen sollte auf herzschädigende Einflüsse wie Rauchen und Alkohol verzichtet werden.


Maßnahmen für den Ernstfall

Herzinsuffizienz stellt eine sehr ernste Erkrankung dar. Es handelt sich um ein chronisches und zudem fortschreitendes Leiden, für welches es zwar eine Reihe von Behandlungsmöglichkeiten gibt, das aber dennoch als unheilbar einzustufen ist. In einigen Fällen kann das Herz schließlich so weit beschädigt sein, dass Therapiemaßnahmen schlicht erfolglos bleiben. Vor allem Kandidaten, die auf ein Spenderherz warten, müssen sich hernach die Frage danach stellen, was zu tun ist, wenn nicht rechtzeitig ein passendes Organ gefunden wird. Aber auch Menschen, für die keine Transplantation in Frage kommt, da sie beispielsweise für eine solche zu schwach wären, müssen hernach einige Vorkehrungen treffen.

Hierfür sei zunächst gesagt, dass es sinnvoll ist, sich in solchen Fällen an einen geschulten Psychologen oder einen Sozialtherapeuten zu wenden. Das gilt für Hospizpatienten genauso wie für Menschen, die von ihren Angehörigen gepflegt werden. Denn der Abschied vom Leben stellt oftmals für alle Beteiligten eine harte Prüfung und vor allem einen hohen emotionalen und psychischen Stress dar. Ein erfahrener Experte kann hier gezielt eingreifen und nicht nur über Ängste sprechen, sondern auch die nun folgenden schweren Entscheidungen mit dem Patienten gemeinsam treffen, beziehungsweise diesen in seinen nächsten schritten unterstützen.

So sollte beispielsweise über eine Patientenverfügung nachgedacht werden. In dieser können verschiedene Maßnahmen festgehalten werden, welche im Ernstfall getroffen werden sollen. Welche dies sein mögen, hängt selbstverständlich von jedem persönlich ab. Wichtig ist ganz grundlegend zu entscheiden, ob lebenserhaltende Maßnahmen getroffen werden sollen oder nicht. Diese Entscheidung kann prinzipiell auch von Angehörigen getroffen werden. Es hat sich allerdings gezeigt, dass diese oftmals mit der Situation überfordert sind und aus diesem Grund kaum in der Lage ein rationales Urteil zu fällen. Hier ist es auch möglich, dass gegen den mündlich ausgesprochenen Wunsch eines Patienten gehandelt wird. Eine entsprechende Patientenverfügung ist folglich für alle Beteiligten entlastend. Sie kann zudem festlegen, wer im Ernstfall die Entscheidungsgewalt trägt.

Menschen, die sich gegen lebenserhaltende Maßnahmen entscheiden, sollten darüber nachdenken, eventuell implantierte Geräte ausschalten zu lassen. So kann es beispielsweise sinnvoll sein einen Implantierbaren Kardioverter-Defibrillatoren entfernen zu lassen, damit dieser nicht beim Aussetzen des Herzens automatisch eine Reanimation beginnt.

Wer hingegen das eigene Leben möglichst verlängern die Möglichkeiten der Wiederbelebung und lebenserhaltenden Maßnahmen nutzen möchte, sollte, besonders, wenn er zuhause gepflegt wird, stets eine Medikamentenliste sowie einen Notfallpass bei sich tragen. Im Ernstfall erleichtert dies die Arbeit des Notarztes und kann unter Umständen lebensentscheidende Minuten sparen.

Am wichtigsten ist jedoch, ganz gleich für welche Maßnahme man sich entschieden hat, das restliche Leben möglichst zu genießen und Zeit mit Angehörigen und Freunden zu verbringen.


Alternative Behandlungsmethoden

Als alternativmedizinische Behandlungen kommen in Bezug auf Herzinsuffizienz lediglich Präventionsmaßnahmen in Frage. Denn diese Erkrankung ist in den meisten Fällen chronisch, fortschreitend und verlangt aus diesem Grund stets eine konventionelle Behandlung. Aus dem Bereich der Alternativmedizin sind jedoch alle Aspekte hilfreich, die einer Erhaltung der Herzgesundheit gereichen. Dazu gehören beispielsweise Methoden der Rauchentwöhnung. Zu nennen seien beispielsweise die Hypnotherapie oder Bachblütentherapie.

Schließlich kann die Alternativmedizin auch im Bereich der Palliativmedizin hilfreich eingesetzt werden. Hier geht es vor allem darum, dass verbleibende Leben der Betroffenen möglichst angenehm zu gestalten. Beispielsweise können Massagen, Aromatherapie oder auch Akupunktur helfen, Schmerzen in den Griff zu bekommen.

Welche Hausmittel können helfen?

Zur Behandlung von Herzinsuffizienz sind Hausmittel allein selbstverständlich nicht geeignet. Sie können hingegen im Bereich der Prävention gewinnbringend eingesetzt werden. Als wichtigste Maßnahme kann hier der richtige und ausreichende Schlaf genannt werden. Denn Studien zufolge gilt vor allem die dauerhafte Müdigkeit beziehungsweise Schlafmangel als Risikofaktor für eine Herzinsuffizienz.

Doch was ist eigentlich guter Schlaf? Experten zufolge kann die Schlafdauer von Mensch zu Mensch variieren. Im Normalfall beträgt eine erholsame Schlafzeit eines Erwachsenen zwischen 5 und 8 Stunden. Die persönliche richtige Zeit zu finden, kann allerdings ein wenig Übung und Selbstbeobachtung erfordern. Prinzipiell gilt dabei, dass der Körper sich genügend erholt hat, wenn er von allein wieder wach wird. Gerade für Menschen, die im Schichtbetrieb arbeiten oder einen sehr hektischen Alltag haben, ist dies oftmals nicht möglich, da die biologische Uhr des Körpers, also das Zeitgefühl, durcheinander gerät. Dann kann es durchaus sinnvoll sein, sich beispielsweise mit Licht wecken zu lassen. Unter anderem sogenannte Lichtwecker simulieren dann das Aufgehen der Sonne und gaukeln so dem Schlafenden ein natürliches Erwachen vor. Erste Tests haben solchen Weckern durchaus positive Wirkung zugesprochen.

Darüber hinaus gilt, dass zum Einschlafen möglichst kein Fernsehen geschaut oder Radio gehört werden sollte. Es bietet sich darüber hinaus an, keine Arbeit mit ins Bett zu nehmen. Das Herz ist der wichtigste Muskel im menschlichen Körper, umso wichtiger ist es ihn gut zu trainieren und zu unterstützen. Ausschlaggebend für ein gesundes Herz sind ausreichende und regelmäßige Bewegung an der frischen Luft und ein gesundheitsfördernder Lebenswandel.

Dazu gehören wenn möglich der Verzicht auf Alkohol und Nikotin. Auch Stress ist sehr schädigend für unsere Herzgefäße, weshalb Entschleunigung im Alltag sehr wichtig ist. In der Phytomedizin (Pflanzenheilkunde) gibt es zahlreiche Helfer, die unser Herz auf natürliche Weise stärken. Allen voran der Weißdorn, der die Durchblutung fördert und Goldrutenkraut mit seiner entwässernden Wirkung. Weitere pflanzliche Diuretika sind Birkenblätter, Brennnesselblätter, Spargelwurzel und Kürbiskerne. In Maßen kann auch Grüner Tee unterstützend wirken.

Heilkräuter & Heilpflanzen

Heilkräuter eigenen sich in erster Linie dazu, die Herzgesundheit zu unterstützen. Als Heilmittel gegen Herzinsuffizienz sind sie hingegen ungeeignet, da diese schwere Erkrankung stets eine konventionelle Therapie erfordert.

  • Weissdorn
  • Rose
  • Mistel
  • Lavendel
  • Herzgespann
  • Färberginster
  • Arnika
  • Angelika

Die genauen Daten zur Dosierung und zur Art der Anwendung sind der Packungsbeilage zu entnehmen oder mit dem zuständigen Heilpraktiker abzuklären.

Ätherische Öle

Für ätherische Öle gilt in gleichem Maße das, was bereits in Bezug auf Heilkräuter gesetzt sein sollte: Sie können sehr wohl eingesetzt werden, um präventiv die Herzgesundheit zu erhalten. Als Ersatz für eine konventionelle Therapie sind sie jedoch ungeeignet.

  • Angelika
  • Kampfer
  • Muskat
  • Lavendel
  • Rose
  • Estragon

Die genauen Daten zur Dosierung und zur Art der Anwendung sind der Packungsbeilage zu entnehmen oder mit dem zuständigen Heilpraktiker abzuklären.

Homöopathie & Globuli

  • Latrodectus mactans
  • Iberis amara
  • Helleborus niger
  • Adonis vernalis
  • Acidum benzoicum

Die genauen Daten zur Dosierung und zur Art der Anwendung sind der Packungsbeilage zu entnehmen oder mit dem zuständigen Heilpraktiker abzuklären.

Schüssler-Salze

Die genauen Daten zur Dosierung und zur Art der Anwendung sind der Packungsbeilage zu entnehmen oder mit dem zuständigen Heilpraktiker abzuklären.

Diät & Ernährung

Die richtige Ernährung bildet das Fundament bei der Prävention sowie der Behandlung von Herzinsuffizienz. Wer auf die richtigen Lebensmittel setzt, kann sein Herz leicht entlasten.

Eine wichtige Maßnahme bei der richtigen Ernährung, bildet die Reduktion der Salzzufuhr. Oftmals sind Speisen heute überwürzt und vor allem viel zu stark gesalzen. Das gilt insbesondere für Fertignahrung. Ein Übermaß an Salz wirkt sich jedoch sehr ungünstig auf den Wasserhaushalt des Körpers und hernach auf den Blutfluss aus. Ernährungsexperten raten daher Salz, wenn möglich durch andere Gewürze, beispielsweise angebratene Zwiebel, Knoblauch, Paprika oder Kerbel zu ersetzen. Aber Achtung: Fertige Gewürzmischungen enthalten oftmals ebenfalls viel Salz. Es lohnt sich aus diesem Grund, getrocknete Kräuter einzeln zu kaufen.

An den Verzicht auf große Salzmengen muss jedoch der Gaumen zunächst gewöhnt werden. Eine Umstellung lohnt sich aber in jedem Falle. Darüber hinaus sollte viel frisches Obst und Gemüse verzehrt werden. Diese enthalten zum einen nur wenig Salz und bieten zum anderen viele wichtige Vitamine und Spurenelemente.

Selbstverständlich wirkt sich aber auch ein Natriummangel negativ auf die Gesundheit aus. Aus diesem Grund bedarf es einiger Lebensmittel mit positiver Natriumqualität, die den Salzbedarf des Körpers decken sollen. Hülsenfrüchte, Geflügel, Reis oder Haferflocken gehören beispielsweise zu hierzu.

Fertiggerichte enthalten neben zu viel Salz häufig noch weitere Zusatzstoffe, die sich eher ungünstig auf die Gesundheit auswirken. Das können beispielsweise versteckte Zucker oder diverse Konservierungsmittel sein. Wer nicht auf diese Lebensmittel verzichten möchte, sollte daher unbedingt die Verpackung gründlich studieren und hernach entscheiden, ob nicht vielleicht lieber ein anderes Produkt gekauft werden sollte. Ansonsten gilt, dass frisch zubereitete Speisen zu bevorzugen sind.

Insgesamt sollte auf ein Normalgewicht geachtet werden. Übergewicht führt schließlich häufig zu diversen Krankheiten, die auch als Auslöser für eine Herzinsuffizienz in Frage kommen. Menschen, die bereits an Fettleibigkeit leiden und diese nicht selbstständig in den Griff bekommen, sollte unbedingt einen Ernährungsberater oder einen Diätologen zu Rate ziehen.


FAQ – Fragen & Antworten

Was ist Kurzatmigkeit?
Der Begriff “Kurzatmigkeit” ist den meisten Leuten bekannt. Viele wissen jedoch nicht, wann eine solche vorliegt beziehungsweise verwenden den Begriff enger, als dies in der Medizin üblich ist. Zunächst einmal sei gesagt, dass Kurzatmigkeit nicht mit dem normalen “Aus der Puste kommen” zu verwechseln ist. Gemeint ist viel mehr, dass eine Person dann unter Kurzatmigkeit leidet, wenn bei normaler Aktivität, die vormals problemlos ausgeübt werden konnte, plötzliche Atembeschwerden auftreten. Selbstverständlich können die Grenzen hier bei jedem Menschen anders liegen. Abhängig ist dies vor allem von der individuellen körperlichen Konstitution. Maßgeblich für Ärzte ist vor allem eine leichte Anstrengung, wie sie beispielsweise beim langsamen Gehen entsteht. Kann ein Patient bei gewöhnlicher Schrittgeschwindigkeit nicht mehr sprechen und muss nach Luft japsen, ist vermutlich eine Kurzatmigkeit gegeben.

Aus welchem Material besteht ein Herzklappenersatz
Ein Klappenersatz, auch künstliche Herzklappe genannt, kann sowohl mechanisch, als auch biologisch sein. Eine mechanische Klappe besteht zumeist aus einem Metallgerüst und einem Mantel aus Polyester. Sie hat, im Gegensatz zu biologischen Klappen eine besonders lange Haltbarkeit und wird daher vor allem bei jüngeren Patienten mit einer hohen Lebenserwartung eingesetzt. Gegenüber den biologischen Klappen besteht allerdings ein höheres Abstoßungsrisiko. Darüber hinaus erzeugen sie das sogenannte Prothesenklappen, also ein Geräusch, das beim Öffnen und Schließen erzeugt wird. Für manche Patienten kann dies äußerst störend sein.

Eine biologische Klappe besteht, wie der Name bereits vermuten lässt, aus Lebendmaterial. Es handelt sich dabei aber nicht etwa um Spenderorgane, sondern vielmehr um Nachzüchtungen von Klappenzellen. Das Zuchtgewebe kann dabei sowohl von Menschen als auch von Tieren, speziell Rindern oder Schweinen stammen. Hierfür werden einzelne Zellen zum Teilen angeregt und auf einem speziellen Gerüst kultiviert. Ebenso wie bei die mechanische Klappe, werden sie anschließend in einen Polyestermantel eingebettet. Der Vorteil der biologischen Klappen besteht hernach vor allen Dingen darin, dass sie vom menschlichen Körper wesentlich besser akzeptiert werden und es seltener zu Abstoßungsreaktionen kommt. Allerdings neigt dieser Ersatz zur Verkalkung. Gerade bei jüngeren Menschen kann dies bedeuten, dass nach einigen Jahren erneut eine Klappe eingesetzt werden muss.

Kann ich mich impfen lassen?
Da eine Herzinsuffizienz auch Ursache einer Grippe (Influenza) oder von Pneumokokken sein kann, raten viele Ärzte zu einer regelmäßigen Grippeimpfung. Gegen Pneumokokken, die durch Tröpfcheninfektion übertragen werden sollte man sich circa alle 5 Jahre impfen lassen. Eine Impfung schützt den Betroffenen nicht nur vor Infekten, sondern bewahrt ihn auch vor der Verschlechterung von kardiovaskulären Erkrankungen.

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