Angiographie

Die Angiographie stellt Gefäße dar

Behandlung Angiographie

Blut– und Lymphgefäße durchziehen den Körper wie ein System von Straßen, auf denen Sauerstoff, Nahrung, Krankheitsabwehr und Abfälle transportiert werden.

Ihr Lumen (Inneres) ist mit Endothelzellen ausgekleidet, die durch Stickstoffmonoxid Gefäßtonus und Blutfluss regulieren.

Doch wenn Risikofaktoren wie Überernährung mit einer großen Menge tierischer Fette, Feinstaubbelastung, Stress oder Diabetes die Werte von Blutzucker, Blutfetten, Blutdruck und Cholesterin in die Höhe treiben, schränken oxidativer Stress und Entzündungen die Endothelfunktion ein.

Was ist Angiographie?

Im Laufe des Lebens lagern sich zunehmend Plaques in den Wänden der Blutgefäße ein, die undurchlässiger und rigider werden. Nicht nur der Lebensstil, insbesondere das Rauchen, sondern auch Geschlecht und genetische Disposition spielen eine Rolle. Wie der Herzinfarkt ist die Arteriosklerose eine androtropische Erkrankung (sie betrifft vorwiegend Männer und Jungen).

Durchblutungsstörungen wie das Restless-Leg-Syndrom und die Schaufensterkrankheit sind die Folge. Es können sich Blutplättchen, Fibrin und Venenkalk zu einem Thrombus anstauen und sekundäre Varikosen (Krampfadern) oder durch eine Verschleppung Embolien verursachen.

Wenn der Blutfluss behindert wird und die Ischämie kritisch lange anhält, wird Gewebe nicht mehr mit Sauerstoff versorgt und stirbt (Infarkt). Herz-Kreislauf-Erkrankungen, mitunter Komplikationen der Arteriosklerose, bringen in den westlichen Industrienationen viele Menschen um. Weit verbreitet sind die Gefäßerkrankungen Diabetes, Koronare Herzkrankheit und Makuladegeneration des Auges.

Eine geschwächte Gefäßwand birgt auch die Gefahr von Aneurysmen. Diese Aussackungen werden meist nur durch Zufall entdeckt, weil sie diffuse Symptome verursachen. Doch eine Ruptur kann sich in lebensgefährlichen Blutungen auswirken.

Am deutlichsten zeichnen sich Arterien, Venen, Kapillaren und Lymphgefäße auf dem Angiogramm ab, wenn zuvor ein Kontrastmittel injeziert wurde. Diese Intervention erfolgt mittels Mandrin oder bei größeren Kathetern mittels Seldinger-Technik. Üblicherweise werden Röntgenbilder mit und ohne Kontrastmittel verglichen (digitale Subtraktionsangiografie).

Soll der Kopf untersucht werden, kann im Rahmen der Time-of-Flight bzw. TOF-Angiographie, die frisch einströmendes Blut registriert, auf die invasive Punktion verzichtet werden, die nicht von allen Patienten vertragen wird. Angio-Magnetresonanztomografie ist generell ohne Kontrastmittel möglich, beantwortet aber nicht alle Fragestellungen.

Ursprung und Entwicklung der Angiographie

Im eigentlichen Sinn auch zur Angiographie zählt die Sonographie, auch bekannt ALS Ultraschall. Diese begann mit der militärischen Notwendigkeit im Ersten Weltkrieg, Unterseeboote im Meer zu orten. Diese Methode, mit Quarzkristallen Ultraschallwellen im Wasser zu erzeugen, zerstörte Lebewesen, die in die Quere gerieten, war also für medizinische Zwecke ungeeignet.

Mitte des 20. Jahrhunderts gelang es einem österreichischen Neurologen erstmalig, Ultraschall zur Diagnose eines Hirnventrikels einzusetzen. Der Patient badete im Wasser, während der Ultraschall den Kopf passierte. Später entwickelten englischsprachige Wissenschaftler die Methode weiter zum sogenannten Compound (Verbindung, Mischung).

Indem die Ultraschallsonde um den ebenfalls im Wasser sitzenden Patienten herumwanderte, erstellte sie schichtbare Einzelschnittbilder, welche die räumliche Struktur des Untersuchungsobjekts darstellten (Tomogramme).

Gegenüber projezierten Röntgenbildern weist die Tomografie den Vorteil auf, das sie weitgehend überlagerungsfrei ist. Ab 1959 erfolgten die ersten Blutstrommessungen dank der Bewegungsdarstellung des Dopplereffekts.

Die Erfindung der Ortskodierung innerhalb eines rotierbaren Gradientenfeldes ermöglichte es, zweidimensionale Abbilder zu errechnen. Aus dieser Idee entwickelte sich die Magnetresonanztomografie zu einem der wichtigsten bildgebenden Verfahren in der medizinischen Diagnostik und der nativen Angiografie.

Funktion, Wirkung & Ziele der Angiographie – Behandlungen & Therapien

Wenn sich im Rahmen einer klinischen Untersuchung Fragen bezüglich des Gefäßstatus stellen, kann ein Angiogramm die Aufklärung der Sachverhalte fördern. Zur Darstellung der Hirngefäße bietet die Röntgen-Angiographie zur Zeit die qualitativ aufschlussreichsten Ergebnisse.

Nach einer Dissertation von Jörg-Peter Klötzer aus dem Jahr 2006 konnte die präoperative Angiografie Anomalien, die später während der Operation befunden wurden, in der Vorausschau richtig nachweisen. Nur in einem Fall bestätigte sich ein Verdacht aufgrund des Angiogramms nicht vollständig, wies aber Korrelationen auf.

Die Punktion erfolgt häufig in:

  • Aorta (Hauptschlagader)
  • Thorax und Abdomen
  • (extra- und intracranielle hirnversorgenden) Hals-Kopf-Gefäße
  • Extremitäten

Durchführung & Wirkungsweise der Röntgen-Angiologie:

Behandlung Angiographie

Gemäß den hygienischen Richtlinien wird die Einstichstelle an der Leiste oder in der Armbeuge gegebenenfalls enthaart, sterilisiert, desinfiziert und keimfrei abgedeckt.

Sobald die örtliche Betäubung wirkt, spürt der Patient kaum und später nur durch ein Wärmegefühl, wie der Katheter in die Arterie gesteckt und an den Zielort im Gefäßnetz geschoben wird.

Hier entlädt die Sonde das Kontrastmittel in den Blutstrom. In kurzen Abständen wird nun eine Bildserie gefertigt. Zudem wird üblicherweise ein Bild des Gefäßsystems ohne Kontrastmittel erstellt, das sogenannte Leerbild.

Dieses wird nun digital von den Vollbildern subtrahiert. Störende Elemente wie überlagernde Knochen können so eliminiert werden.

Die Angiografie hilft gegen

  • Unkenntnis behandlungsrelevanter Tatsachen
  • Überraschungen beim Operieren

Präoperativ verschaffen sich Chirurgen anhand der Angiografie Kenntnis von den Gefäßen in den betroffenden Körperregionen. Zum einen vor geplanten Wahlterminen, aber auch bei spontanen operationspflichtigen Notfällen, zum Beispiel einer Hirnmasseblutung.

Die Angiografie fördert und stärkt

  • das Erkennen von gefährlichen Anomalien der Gefäße
  • die digitale Archivierung von Gefäßzuständen und Blutströmen
  • die chronologische Dokumentation von Veränderungen der Gefäße

Diagnose und Untersuchungsmethoden zur Angiographie

Die Angiografie dient der Bildgebung im Rahmen der Diagnose von gefäßverändernden Erkrankungen. Darunter fallen einige der häufigsten Todesursachen in Deutschland sowie weit verbreitete Volkskrankheiten.

Diese Methoden können im Vorfeld einer Angiografie angewendet werden:

  • den Pulsschlag abhören mit einem Stetoskop
  • Blutdruckmessung
  • EKG
  • Sauerstoffsättigung des Blutes bestimmen
  • Extremitäten auf Nervenstörungen wie Ameisenkribbeln oder Taubheit testen
  • Messung der Glukose im Blut und der Zuckertoleranz

Risiken und Nebenwirkungen der Angiographie

  • Hämatome und Nachblutungen durch die Punktion
  • Gefässverschluss und Embolie durch die Katheterführung
  • allergische Reaktionen oder Nierenschädigung wegen einer Kontrastmittelunverträglichkeit
  • Zur Angiografie mit Reliefdarstellung der Schleimhäute von Speiseröhre, Dünn- und Dickdarm und Magen wird das nicht resorbierbare Bariumsulfat in einer Kombinationsmischung geschluckt. Dieser Wirkstoff kann bei Verunreinigung mit löslichem Bariumcarbonat tödlich wirken.
  • Iodhaltige Mittel bergen das Risiko die Schilddrüse zu einer übermäßigen Produktion von Hormonen anzuregen. Als Alternative zu diesen ermöglicht gasförmiges Kohlenstoffdioxid Angiografie trotz Schilddrüsenüberfunktion auf Kosten der Röntgendichte.

Die Toleranz gegenüber Nebenwirkungen dieser Arzneimittel wägt ihre diagnostizische Kraft ab, die weniger ins Gewicht fällt als die heilende Wirkung von Medizinprodukten.

Gegenanzeigen und Wechselwirkungen der Angiographie

Wer behandelt angiographisch?

Fazit zur Angiographie:

Stenosen (Einengungen), Verschlüsse, Dissektionen, Kurzschlussverbindungen (Shunts) und Wanderweiterungen von Gefäßen auf die Spur zu kommen ist das Ziel der Angiografie. Sie dient angesichts klinischer Fragestellungen vor einer Operation der Diagnose von Anomalien, aber auch um den genauen Verlauf des Gefäßsystems und die Form einzelner Kapillaren, Arterien und Venen zu beurteilen.

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