Phlebologie

Phlebologie behandlung

Krampfadern, Venenentzündungen und Thrombosen gehören zu den bekanntesten und häufigsten Venenleiden.

In der Phlebologie befasst man sich speziell mit Venenerkrankungen. Somit weist das medizinische Teilgebiet seine ganz eigenen Verfahren und Methoden auf, um gute Diagnosen stellen und Venenleiden optimal behandeln zu können.

In diesem Ratgeber erläutern wir alles, was wissenswert zu dem Thema Phlebologie ist.

Was ist die Phlebologie?

Die Phlebologie leitet sich aus dem Griechischen ab. Dabei setzt sich die Begrifflichkeit aus „phlebós“ (Blutgefäß, Blutader oder auch Vene) und „logie“ (Lehre) zusammen. Somit wird die Phlebologie auch ALS Venenlehre betitelt, was sehr passend ist. Die Hauptaufgabe liegt darin, Venenleiden zu erforschen und optimal zu behandeln. Im Fokus liegen natürlich die klassischen Krampfadern, welche die häufigste alle Venenleiden darstellen.

Die Aufgaben liegen speziell bei Untersuchungen, Präventionen, Behandlungen sowie Rehabilitation in puncto Venenleiden. In Deutschland stellt die Phlebologie sogar eine eigene Facharztrichtung dar. Somit sind die behandelnden Ärzte Phlebologen. Diesen Titel erwerben Ärzte, sobald sie nach der Facharztausbildung die passende Weiterbildung absolviert haben. An sich können Dermatologen, Chirurgen, Allgemeinmediziner und Fachärzte für Innere Medizin diese Weiterbildung antreten. Im Vorfeld müssen sie allerdings eine zweijährige Praxiserfahrung besitzen, um zur Weiterbildung zugelassen zu werden. Sobald man die passende ausbildungsberechtigte Institution gefunden hat, dauert die Weiterbildung in etwa 1,5 Jahre.

Doch was umgreift die Weiterbildung zum Phlebologen?

Die teilnehmenden Ärzte lernen, welche Behandlungen bei welchen Venenerkrankungen eingesetzt werden. Zudem werden sie mit den phlebologischen Geräten vertraut gemacht.

Achtung: Die Angiologie sollte nicht mit der Phlebologie gleichgesetzt werden. Sie beschäftigt sich nämlich zudem mit arteriellen Erkrankungen sowie mit Lympherkrankungen.

Behandlungen & Therapien

Es gibt etliche Venenleiden, die im medizinischen Teilgebiet Phlebologie Bedeutung finden. Die häufigste Form sind die Krampfadern, aber auch Thrombosen, Besenreißer, Venenentzündungen sowie Veneninsuffizienzen schließen sich an. Oftmals schwellen Füße und Beine an oder liegen gar offen. Aber auch Schmerzen sowie nässelnde Wunden können Folgen dieser Erkrankungen sein.

Oftmals kann eine Nichtbehandlung von Venenleiden dazu führen, dass sich diese verschlimmern und weitere Krankheiten hervorrufen. Aber auch behandelte Krankheiten können zu einem späteren Zeitraum zu Neuerkrankungen führen. Somit kann einer Veneninsuffizienz oftmals eine Thrombose vorausgehen. Wird ein Beinvenenleiden nicht behandelt, so kann beispielsweise eine Thrombose entstehen.

Achtung: Die Veneninsuffizienz ist eine eher harmlosere Folge einer venösem Thrombose. In manchen Fällen können lebensgefährliche Konsequenzen eintreten!

Doch warum kann eine Thrombose so gefährlich werden?

Oftmals entstehen Thrombosen durch Gefäßschäden oder auch durch einen verlangsamten Blutstrom. Somit kann sich ein Blutpfropf bilden. Sobald sich dieser löst, kann in vielen Fällen eine tödliche Lungenembolie die Folge sein. Somit ist die rechtzeige Behandlung mehr als wichtig!

Venengerinnsel vorbeugen!

Um einem Venengerinnsel optimal vorbeugen zu können, greift man in der Phlebologie oftmals auf Kompressionstherapien zurüCK. Dabei handelt es sich um eine konservative Therapie bei einer physikalischen Kompression. An sich wird sie für fast alle Venenleiden als Basistherapie eingesetzt. Operative Eingriffe können auch oftmals mit einer Kompressionstherapie begleitet werden. Kompressionsverbände sowie Kompressionsstrümpfe zählen zu diesen Therapieformen. Der Blutfluss wird somit in den Venen aufrecht erhalten, indem er beschleunigt wird.

Die medikamentöse Behandlung

Einige Erkrankungen können auch mit Medikamenten behandelt werden. Hierzu zählt beispielsweise eine Krampfaderverödung. Dafür wendet man die medikamentöse Sklerotherapie an. Auf diese Weise können Gefäßstrukturen geschlossen werden, indem man einen gewollten Sklerus oder auch Thrombus durch 27-prozentige Kochsalzlösung erreicht, welche intravasal appliziert wird. Vorteilhaft ist es, dass ein ungewollter Thrombus kontrolliert medizinisch ausgelöst werden kann und somit keine Gefahren mit sich bringt.

Weitere wichtige medikamentöse Mittel sind schmerzstillende Analgetika, venenkräftigende Venentonika, gerinnungshemmende Antikoagulantia und sowie entzündungshemmende Antiphlogistika.

Die operative Behandlung

Operative Eingriffe können sehr unterschiedlich sein und kommen je auf die Erkrankung und auf den Schweregrad dieser an. Die gängigsten Eingriffe sind das Stripping, die Perforantenligatur und die Phlebextraktion. Durch kleine Einstiche kann man Krampfadern mit der mikroskopischen Phlebextraktion Stück für Stück herausoperieren. Bei einer Perforantenligatur hingegen werden die Verbindungen zwischen den Oberflächen und den Tiefen der Vene unterbunden. Dies geschieht in den meisten Fällen mit dem sogenannten Stripping. Lange und gerade Krampfadern werden mit einem Stahldraht aus dem Körper gezogen. Dies geschieht an einem Stück.

Auch thermische Verfahren erlangen inzwischen in der Phlebologie an Bedeutung. Vor allem das aderverödende Laserverfahren ist sehr beliebt und hilfreich.

Diagnose & Untersuchungsmethoden

Bevor die richtige Therapieform gewählt werden kann, muss erst einmal die Diagnose gestellt werden. In diesem Abschnitt zeigen wir die wichtigsten Untersuchungs- sowie Diagnoseverfahren auf und erläutern sie.

Die Doppler-Sonographie

Die oberflächlichen Venenklappen werden bei dieser Methode untersucht, indem der Phlebologe eine Ultraschalluntersuchung durchführt. Somit kann die Fließgeschwindigkeit in den Venen ermittelt werden.

Wissenswert: Die Doppler-Sonographie gilt bei jeder Venenerkrankung als Standardmethode in der Diagnostik!

Oftmals kann der behandelnde Arzt auch Varizen entdecken. Dies sind oberflächliche Venen, welche eine pathologische Erweiterung aufweisen. Diese deuten auf einen Thrombus hin.

Die Photophlethysmographie

Bei der Methodik wird die Blutfüllung des Unterschenkels gemessen. Diese findet äußerlich statt, sodass es nicht notwendig ist, diesen vorher zu öffnen, um ein genaues Bild zu erhalten.

Der Phlebologe erkennt somit das Ausmaß der Schädigung. Somit können die Konsequenzen auf das gesamte Venensystem eingeschätzt werden.

Die Phlebodynamometrie

Mit dieser Methode misst man den Venendruck bei einer Belastung dieser. Während der Druck gemessen wird, läuft der Patient oder macht alternativ Kniebeugen. Gemessen wird an der Fußrückvene mit Hilfe eines Druckwandlers. Somit kann die Funktionstüchtigkeit der Venenklappen bestimmt werden. Ebenso lassen sich Auswirkungen von Varizen erahnen.

Die Venenverschlussphlethysmographie

Um die Venenfunktion deutlich näher bestimmen zu können, greift man auf dieses Verfahren zurück. Dabei legt man dem Patienten eine Blutdruckmanschette um den Oberschenkel. Dort befinden sich Silikonringe, welche eine Widerstandflüssigkeit aufweisen. Somit kann das Blut die Vene nicht verlassen. Durch Lösen der Manschette wird das angestaute Blut im Anschluss wieder abgelassen. Umso schneller es abfließen kann, umso unwahrscheinlicher werden Verstopfungen.

Die farbkodierte Duplexsonographie

Mit Hilfe einer Ultraschalluntersuchungen wird die Venenwand belastungslos dargestellt. Somit können Venenverkalkungen sowie –Entzündungen frühzeitig erkannt werden. Auch weitere mögliche Erkrankungen sowie Schwerstkomplikationen können mit einem guten Blick bereits erkannt werden.

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