Angiologie

Die Lehre der Gefäße

Behandlung Angiologie

Die Angiologie beschäftigt sich mit GefäßErkrankungen und gehört zum Fachbereich der inneren Medizin.

Sie befasst sich also mit Erkrankungen der Venen, Arterien und Lymphgefäße.

Dieser junge medizinische Zweig erforscht Krankheitsbilder und entwickelt medizinische Maßnahmen für diese.

In diesem Ratgeber informieren wir Sie umfassend zum Thema Angiologie. 

Was genau ist die Angiolgie?

Angiologie bedeutet übersetzt „Gefäß“ und –logie. Die Angiologie befasst sich in diesem Sinne mit der Entstehung, Epidemiologie, Diagnose, Therapie, Rehabilitation und Prävention von Gefäßerkrankungen. Dazu gehören Erkrankungen der Venen, der Arterien, der Lymphgefäße und Gefäßmissbildungen.

Die Angiologie ist daher medizinisch spezialisiert und arbeitet zudem in enger Kooperation mit anderen medizinischen Fachbereichen. Die Arteriosklerose (Venenverkalkung) und Varikose (Krampfadern) sind zum Beispiel Volkskrankheit und können der Phlebologie, Dermatologie und auch der Angiologie angehören.

Die Venen, Arterien und Lymphgefäße können jedoch vielfältig erkranken und somit ist die Angiologie ein Spezialgebiet und der Inneren Medizin angegliedert.

Die Angiologie ist bezüglich diversen GefäßKrankheiten medizinisch spezialisiert und auch einer entsprechenden Planung der Therapie. Die GefäßChirurgie ist jedoch ein Teilbereich der Chirurgie und gehört daher nicht der Angiologie an.

Allerdings kann aufgrund einer Diagnose der Angiologie, eine Überweisung in jegliche Fachbereiche erfolgen. Ein Kardiologe befasst sich mit Erkrankungen der Koronargefäße, wohingegen die Neurologie und die Neurochirurgie auf dem Gebiet des zentralen Nervensystems und der dahingehenden Gefäßerkrankungen spezialisiert ist.

Ursprung & Entstehung:

Der jüngste Zweig der Medizin, die Angiologie, wurde von Professor Max Ratschow(1904-1963) begründet. Professor Max Ratschow war ebenso Klinikdirektor in der weltweit ersten angiologischen Klinik in Darmstadt. Erst 1992 wurde die Angiologie ALS eigenständiger Teilbereich der Inneren Medizin angegliedert.

Funktion, Wirkung & Ziele, Behandlung & Therapien

Die Angiologie ist ein Teilbereich der Inneren Medizin mit spezialisierten Schwerpunktaufgaben im Bereich der Gefäßkrankheiten.

Erkrankungen der Arterien:

Eine der häufigsten arteriellen Erkrankungen ist die Arteriosklerose (Venenverkalkung) der Beinarterien, ebenso auch Erkrankungen der Arterien am Hals. Verkalkungen an Arterien im Halsbereich, können sich neurologisch bemerkbar machen und das Schlaganfallrisiko deutlich erhöhen.

Die Angiologie befasst sich intensiv mit diesen Krankheitsbildern und der medizinischen Maßnahmen. Ebenso gehören Erkrankungen der Darmarterien, der Bauchschlagader und auch Erkrankungen der Nierenarterien zum Aufgabengebiet der Angiologie.

Erkrankungen der Venen:

Die häufigste Erkrankung der Venen sind die sogenannten Krampfadern (Varikose). Um die lebensbedrohlichen Lungenembolien zu vermeiden, ist hierfür besonders die Thrombosediagnostik von großer Bedeutung. Erkrankungen der Venen können relativ weitreichend sein und werden in der Angiologie intensiv und speziell diagnostiziert und medizinisch therapiert.

Erkrankungen der Lymphgefäße:

Erkrankungen der Lymphgefäße sind oft erblich bedingt oder beruhen auf einer Nichtanlage der Lymphbahnen. Dieses kann somit zu einem primären Lymphödem führen. Eine sekundäres Lymphödem ist jedoch oft eine Folgeerkrankung einer anderweitigen Krankheit. Die Angiologie befasst sich hierbei mit einer umfassenden Diagnostikerstellung und der geeigneten therapeutischen Vorgehensweise.

Die Angiologie ist zudem für die medizinische Bewertung von Angiodysplasien spezialisiert. Angiodysplasien sind Gefäßmissbildungen der Venen, Arterien und Lymphgefäße.

Durchführung & Wirkungsweise:

Je nach vorangegangener Diagnostik und der Begutachtung der Beschwerden, wird eine allgemeine körperliche Untersuchung durchgeführt.

Behandlung AngiologieDabei wird der allgemeine Gesundheitszustand des Patienten festgestellt.

Bei den meisten Krankheitsbeschwerden, welche die Angiologie betreffen, wird daraufhin eine Ultraschalluntersuchung nötig sein. Die sogenannte Sonografie ermöglicht eine aufschlussreiche Diagnose.

In manchen Krankheitsfällen sind zudem noch weiterführende Verfahren per Röntgenaufnahme notwendig. Dazu können spezielle diagnostische Verfahrenstechniken zum Einsatz kommen, welche aufgrund der bereits bestehenden Befunde durchgeführt werden.

Die Angiologie zielt darauf ab, die bereits bestehenden Krankheitsbeschwerden zu mindern und zu heilen, ebenso auch Folgeerkrankungen vorzubeugen.

Die geeignete Rehabilitationsmaßnahme zu wählen, diese gegebenenfalls einzuleiten und auch durchzuführen, sind ebenfalls Aufgabengebiete der Angiologie.

Therapiemethoden:

  • allgemeine Maßnahmen ( zum Beispiel; Bettruhe, Sauerstoffgabe, Ernährungsumstellung)
  • medikamentöse Therapie
  • Physiotherapie
  • invasive Verfahren (zum Beispiel; Krampfaderverödung)
  • gefäßchirurgische Maßnahmen

Hilft gegen/wird angewendet bei:

Erkrankungen der Venen:

  • primäre Varikose (Krampfaderleiden)
  • chronische venöse Insuffizienz
  • Thrombose (Venenthrombose)
  • Ulcus cruris (Unterschenkelgeschwür)
  • postthrombotisches Syndrom (erworbener Venenschaden)
  • Thrombophlebitis(Entzündungen und Gerinnselbildung der oberflächlichen Hautvenen)

Erkrankungen der Arterien:

  • Arteria carotis communis (Engstellen der Halsschlagader)
  • Arterielle Verschlusskrankheit der Becken und Beinarterien (AVK)
  • Aorta (Brust- und Bauchschlagader
  • Kniekehlenarterien
  • (Arteria mesenterica superior (Engstellen der Nierenarterien)
  • Arteria mesenterica inferior (Engstellen der Eingeweidearterien)
  • arterielle Engstellen der Arme und des Schultergürtels
  • Akrozyanose (Blaufärbung der Extremitäten)
  • Erythromelalgie (Gefäßregulationsstörung)
  • Raynaund-Syndrom (Spasmen der Blutgefäße)
  • Malum perforans (Hornautschwiele an der Fußsohle; diabetisches Fußsyndrom)

Erkrankungen der Lymphgefäße:

  • primäres und sekundäres Lymphödem
  • Lymphangitis (Entzündung der Lymphbahnen von Haut und Unterhautfettgewebe)
  • Erysipel (bakterielle Infektion der oberen Hautschichten)
  • Elefantiasis (massives Lymphödem)

Gefäßmissbildungen:

  • Angiodysplasien (Gefäßmissbildungen von Venen, Arterien und Lymphgefäße)

Fördert & stärkt:

  • innere Organe
  • Immunsystem
  • Lebensqualität

Eine angiologische Behandlung kann sich positiv auf den allgemeinen Gesundheitszustand auswirken und auch lebensbedrohliche Erkrankungen verhindern. Zudem kann eine zeitnahe Behandlung eventuelle Folgeerkrankungen vorbeugen.

Diagnose & Untersuchungsmethoden:

Die entsprechende Untersuchungsmethode ist von Krankheitsfall zu Krankheitsfall unterschiedlich. Je nach Krankheitsbeschwerden, wird das entsprechende medizinische Verfahren angewendet und teilweise auch kombiniert.

Ultraschalluntersuchungen:

  • Doppler-Sonografie und Duplex-Sonografie

Röntgenuntersuchungen:

  • Angiografie (Darstellung der Gefäße)
  • Phlebografie (Darstellung des venösen Gefäßsystems)
  • Varikografie (Angiografie der Krampfadern)

Weitere spezielle angiologische Untersuchungsmethoden:

  • Plethysmografie (Messverfahren eines Organs; Volumenmessung)
  • Kapillarmikroskopie (Aufbau der kapillaren der Haut)
  • Lichtreflexionsrheografie (Messverfahren der Blutfüllung der Beinvenen)

Nach einer erfolgreichen Diagnoseerstellung wird die geeignete medizinische Therapiemaßnahme gewählt.

Risiken & Nebenwirkungen:

  • Strahlenbelastung (durch Röntgenaufnahmen)
  • Medikamentenunverträglichkeit
  • medikamententypische Nebenwirkungen
  • Verschlechterung der Krankheitssymptome trotz Therapie
  • Komplikationen während des Therapieverlaufs

Die Therapiemethoden gliedern sich in diverse medizinische Maßnahmen, welche auch mit Risiken und Nebenwirkungen verbunden sein können.

Durch die vielfältigen Therapiemöglichkeiten können unterschiedliche Risiken bestehen und unterschiedliche Nebenwirkungen auftreten. Diese sind jedoch vom allgemeinen Gesundheitszustand und auch von der erforderlichen Therapiemaßnahme abhängig. Jegliche Risiken und Nebenwirkungen werden mit dem Patienten ausführlich besprochen, ebenso auch die Erfolgsaussichten bezüglich einer bevorstehenden medizinischen Behandlung.

Gegenanzeigen & Wechselwirkungen:

Gegenanzeigen und Wechselwirkungen können besonders in Verbindung mit einer medikamentösen Therapie auftreten. Ebenso sind Gegenanzeigen und Wechselwirkungen von der Diagnose abhängig. Die medizinische Berücksichtigung anderer Erkrankungen ist besonders wichtig, um die Therapiemaßnahmen und die medikamentöse Therapie darauf abzustimmen.

Wer behandelt im Bereich der Angiologie?

Im Bereich der Angiologie sind hauptsächlich fachspezialisierte Ärzte der Inneren Medizin beschäftigt, welche die medizinische Diagnose erstellen und auch die dementsprechende medizinische Behandlung vorgeben. Spezialisierte Klinikfachkräfte, Pflegekräfte und medizintechnische Assistenten können ebenso am Behandlungsgeschehen beteiligt sein.

Unser Fazit:

Die Angiologie ist der neueste Zweig der Inneren Medizin und entwickelte sich zu einem wichtigen medizinischen Teilbereich. Die Angiologie ist ein Kooperationspartner für jegliche medizinischen Fachabteilungen und umschließt einen bedeutenden Aufgabenbereich der modernen Medizin.

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