Thrombose

Thrombosen sind Blutgerinnsel in Adern und Venen.

Sie können durch unterschiedlichste Ursachen auftreten und teilweise verheerende Symptome und langfristige Folgeschäden auslösen.

Eine frühe Erkennung ist natürlich wichtig, aber auch vorbeugen ist wichtig. Gerade in Situationen, die ein hohes Risiko beinhalten, ist eine konsequente Vorbeugung empfehlenswert.

Was ist eine Thrombose?

Unter der Bezeichnung Thrombose versteht man ein Blutgerinnsel innerhalb der Blutgefäße, also den Adern und Venen im Körper. Je nach dem wo das Gerinnsel auftaucht können so unterschiedliche Symptome auftreten. Eine Thrombose gilt heute zu den so genannten „Zivilisationskrankheiten“ und ist die häufigste Gefäßerkrankung in der westlichen Welt. Langes Sitzen, fettes Essen und Übergewicht können eine Thrombose begünstigen. Sie wird allerdings nicht ausschließlich durch zivilisationsbedingte Faktoren ausgelöst.

Die Blutgerinnsel können nur entstehen, weil das Blut gerinnen kann. Blutgerinnung ist zwar wichtig für die Wundheilung, ist das Blutgefäß aber unverletzt, kann ein Gerinnsel schwere Schäden verursachen. Am häufigsten kommen Thrombosen in tiefen Venen vor, beispielsweise in den Beinen oder im Becken. Manchmal entwickeln sie sich auch in den oberflächlichen Venen, dort handelt es sich dann um Krampfadern, die meist ungefährlich sind. Diese führen zu einer Durchblutungsstörung der betroffenen Organe oder Körperbereiche, so dass es hier zu einem Mangel an Sauserstoff kommt.

Ursachen einer Thrombose

Jede Störung des Blutstromes kann zu der Bildung von Blutgerinseln führen. Diese Blutgerinnsel können wiederum dann ein Blutgefäß zur Gänze oder teilweise verstopfen. Etwa die Hälfte aller Thrombosefälle wird durch eine erbliche oder krankheitsbedingte Blutgerinnungsstörung, auch APC Resistenz genannt, ausgelöst.

Aber auch eine partielle Verlangsamung des Blutstromes kann eine Thrombose verursachen. Dies kann zum Beispiel passieren durch eine längere Ruhigstellung, insbesondere der Beine. Risikosituationen sind hier zum Beispiel Heilphasen nach einer OP, einer Geburt oder lange Reisen im Sitzen, beispielsweise in Zug, Flugzeug oder Auto.

Eine weitere Ursache einer Thrombose kann eine Veränderung in der Blutzusammensetzung sein. Gerade in sehr heißen Sommern kann die Aufnahme von zu wenig Wasser, als Dehydrieren auch zu Thrombosen führen. Veränderungen an der Gefäßwand können aber auch durch Verletzungen und Entzündungen oder auch durch Ablagerungen entstehen. Diese Veränderungen können auch eine Thrombose auslösen.

Risikofaktoren sind hier die Einnahme von Östrogenen, aber auch Rauchen oder Infektionen. All diese Dinge erhöhen das Risiko eines Blutgerinnsels immens. Auch regelmäßiges fettes Essen kann zu Einlagerungen an den Gefäßwänden führen. Diese Rückstände und Ablagerungen wiederum erhöhen natürlich das Risiko eines Blutgerinnsels.

Symptome und Anzeichen bei Thrombosen

Bei einer Thrombose können sehr unterschiedliche Symptome ausgelöst werden, ganz davon abhängig welches Organ oder welches Körperteil betroffen ist. Leider macht eine Thrombose zu Beginn oft noch gar keine Beschwerden. Daher wird sie leicht übersehen. Das kann natürlich gefährlich werden, denn ohne eine rasche Therapie kann eine Thrombose auch bleibenden Schaden auslösen. Sogar eine Embolie droht.

Darum ist es, besonders wenn ein Thromboserisiko besteht, wichtig alle möglichen Anzeichen unbedingt ernst zu nehmen und umgehend mit einem Arzt zu besprechen. Auch Vorbeugung ist besonders wichtig.

Folgende Symptome können bei einer Thrombose in den Beinen auftreten

 

  • Spannungsgefühl und Schwere im betroffenen Körperteil
  • Der betroffene Teil des Körpers schwillt an
  • Die Haut des betroffenen Körperteils fühlt sich wärmer an
  • Die Haut des betroffenen Abschnitts verfärbt sich rötlich bis bläulich und glänzt
  • Es kann zu Schmerzen, die Muskelkater ähneln, kommen
Die Thrombose schnell erkennen
Bei der Beinvenen-Thrombose treten die Beschwerden meistens unterhalb der verstopften Stelle auf. Diese Beschwerden verschlimmern sich dann häufig im Stehen und Sitzen. Im Liegen oder wenn das Bein hoch gelagert wird, werden die Symptome wieder besser.

Sichtbare Venen:Wenn Blut über die verstopfte tiefe Vene nicht mehr richtig abfließen kann, sucht es sich Umwege. Das Blut fliesst dann verstärkt durch oberflächlich gelegene Venen. Sie können als „Warnvenen“ unter der Haut hervorscheinen, nach außen treten und sind deutlich zu sehen. Die entzündete Ader ist dann meistens dick, hart und schmerzend und kann deutlich unter der Haut ertastet werden.

Wie äußert sich eine Venenentzündung in den Organen

Nicht nur die Extremitäten können von einer Thrombose betroffen sein. An fast jeder Stelle des Körpers kann eine Thrombose entstehen, deshalb sind zahlreiche weitere Beschwerden denkbar. Sie können in diesem Beitrag nicht alle näher beschrieben werden, denn das würde den Umfang sprengen.

Nur ein paar Beispiele:

  • Bei einer Thrombose in der Pfortader kann sich Bauchwasser ansammeln, der Bauchumfang vergrößert sich dadurch
  • Sind die Lebervenen verstopft, droht ein Leberversagen. Mögliche Symptome sind Gelbsucht, Zittern, Bewusstseinsstörungen
  • Blutgerinnsel in der Milz können zu einer Vergrößerung des Organs führen, Blutungen im Bauchraum kommen vor
  • Eine Nierenvenen-Thrombose kann sich durch Blut im Urin und Flankenschmerzen bemerkbar machen
  • Sind Venen im Gehirn betroffen, können verschiedene und unterschiedliche schwere Symptome auftreten. Dazu gehören Krampfanfälle, Kopfschmerzen, Lähmungen oder sogar Wesensveränderungen

Diagnose und Krankheitsverlauf einer Thrombose

Wenn sich die Symptome einer Beinvenenthrombose bemerkbar machen, muss umgehend ein Art aufgesucht werden.
Unbedingt Ruhe bewahren, aber die Beschwerden unbedingt ernst nehmen!

Bei Schmerzen und Schwellung lagern Sie das Bein am besten hoch. Sie sollten sich nicht anstrengen. Dann sollte schnellstmöglich ein Angst aufgesucht werden.
Bei der Anamnese wird der Arzt sich nach den genauen Beschwerden und der Krankengeschichte erkundigen. Vorherige Thromboseerkrankungen oder auch Thrombosen in der Familie sind hier relevant. Auch gängige Risikofaktoren wie längere Reisen, Bettlägerigkeit oder Operation in letzter Zeit müssen dem Arzt bekannt sein.

Wird eine Beinvenenthrombose vermutet gibt es verschiede Diagnosemethoden, die Ärzte anwenden können, um einen Thrombus festzustellen und zu finden.

Ultraschalluntersuchungen

Bei einem Thromboseverdacht in den Beinvenen, kann der Arzt die Blutgefäße sehr gut mit Hilfe eines äußerlichen Ultraschalls untersuchen. Dazu wird Ultraschallsonde außen auf der Haut aufgesetzt und der betroffene Bereich so untersucht. Diese Untersuchung ist ungefährlich und nicht invasiv, es besteht für den Patienten also kein Risiko. Während der Untersuchung mit dem Ultraschallgerät übt der Arzt mit dem Kopf des Ultraschallgerätes etwas Druck auf das Bein aus und damit auf das darunter liegende Blutgefäß. Diesen Vorgang nennt man Kompressionssonografie. Der Arzt erkennt einen Thrombus in der Vene, da sich diese Venen nicht so leicht zusammendrücken lassen, wie gesunde Venen.

Laboruntersuchung: D-Dimer-Test

Eine weitere Diagnosemethode ist in einer Blutprobe sogenannte D-Dimere bestimmen. Sie sind Abbauprodukte des Gerinnungsstoffes Fibrin im Blut. Befindet sich ein Thrombus in der Vene finden sich diese Abbauprodukte verstärkt im Blut. Der Körper bemüht sich, natürlich unerwünschte Gerinnsel schnellstens wieder aufzulösen und so Fibrin abzubauen.

Weitere Diagnoseverfahren

Je nach Ort und Art der Thrombose können oder müssen auch andere Diagnoseverfahren eingesetzt werden, um den Patienten zu untersuchen.
Beispielsweise die Röntgen-Phlebografie, dabei werden Röntgenaufnahmen des betroffenen Bereiches gemacht, nachdem der Arzt ein Kontrastmittel in die Vene gespritzt hat. Dadurch werden die Beinvenen in ihrem Verlauf sichtbar und ein Blutstau oder ein Blutgerinnsel ist deutlich zu sehen.
Weitere bildgebende Verfahren sind zum einen das Magnet-Resonanz-Tomografie (MRT) oder die Computertomografie (CT). Beide Verfahren sind vor allem geeignet, die Blutgerinnsel in den Beckenvenen, in Organen oder der Hohlvene sichtbar zu machen.

Behandlung und Therapie einer Thrombose

Eine Thrombose wird häufig mit gerinnungshemmenden Medikamenten behandelt. Bei Arm- und Beinvenenthrombosen wird außerdem häufig ein Kompressionsstrumpf verschrieben.

Die Behandlung des Blutgerinnsels selbst ist abhängig von der Größe, dem Alter und der Ansiedlung der Thrombose. Die höchste Priorität hat jedoch in jedem Fall zu verhindert, dass es zu einer Vergrößerung des Thrombus kommt. Dies kann unter anderem durch Heparin und andere Blutverdünnungsmitteln erreicht werden oder auch durch die Vergabe von Medikamenten. Im Anfangsstadium, also innerhalb der ersten sechs bis zehn Tage kann es noch gelingen, dadurch den Blutfluss wieder zu regulieren und die Verstopfung durch die Thrombose zu beseitigen.

Bei schwereren oder älteren Gefäßerkrankungen kommt man allerdings häufig nicht um eine Operation herum. Eine Möglichkeit der Behandlung ist eine Thrombektomie, bei der das Gerinnsel aus dem Gefäß entfernt wird. Eine weitere Behandlungsmöglichkeit ist der  Bypass, bei dem die verstopfte Stelle des Blutgefässes überbrückt wird, um auf diese Art wieder einen normalen Blutlauf zu ermöglichen. Da auch nach einer Operation oder anderen erfolgreichen Behandlung eine weitergehende Thrombosegefährdung besteht, wird nach einer Thrombosebehandlung eine langfristige medikamentöse Behandlung mit blutverdünnenden Mitteln nötig. Auch das Tragen von Thrombosestrümpfen und regelmäßige Bewegung wird empfohlen.

Der Worst Case: Besonders schwere Venenthrombose

In seltenen Fällen, bei einer schweren Venenthrombose, kann es vorkommen, dass sich plötzlich alle Venen eines Beins auf einmal verschließen. Dadurch kann das Blut natürlich gar nicht mehr abfließen. Die betroffene Gliedmaße schwillt an und schmerzt heftig.

Diese extreme Schwellung drückt schließlich auch die Arterien ab, so dass kein Blut mehr in die Gliedmaße fließen kann. Die Sauerstoffversorgung des Gewebes gerät dadurch ins Stocken. Ohne schnelle Behandlung kann das Bein absterben. Dieser sehr gefährliche Notfall muss dann sofort in einer Operation entfernt werden.

Vorbeugung und Hausmittel gegen Thrombosen

Thrombose vorbeugen durch Bewegung

Regelmäßige Bewegung ist wichtig, um den Blutfluss im Körper aktiv zu halten. Es gibt einige Sportarten, die sich besonders eignen einer Thrombose vorzubeugen.

Dazu zählen alle Bewegungsarten im Wasser, dabei sollte das Wasser aber nicht zu warm sein. Eine Beckentemperatur von 28 Grad ist empfehlenswert.

Weitere gute Sportarten zur Thrombosevorbeugung sind Radfahren, Laufen und Walken, aber auch Golfen, Tanzen und Skilanglauf. Wichtig ist, dass der Kreislauf angeregt wird.

Vermieden werden sollten allerdings Sportarten die hetfige, schnelle Bewegungen verlangen, wie Fussball oder Volleyball. Auch Sportarten mit hohem Verletztungsrisiko wie Eishockey sind nicht zu empfehlen.

Auch unsportliche Personen sollten auf Bewegung setzten und zumindest regelmäßig Spazieren gehen oder wandern.

Geheimtipp: Venenübungen
Um die Gefäße gesund zu halten und einer Thrombose vorzubeugen, können einfache Venenübungen gemacht werden. Diese Übungen verhindern das Versacken des Blutes in die Beine verhindern. Bei langem Sitzen, etwa im Büro oder auf Reisen und bei eingeschränkter Gehfähgkeit können diese Venenübungen sehr effektiv sein.

Wechselduschen und Wassertreten
Wechselduschen zwischen kaltem und warmem Wasser regen den Blutkreislauf und den Blutfluss an. Der Temperaturunterschied zwischen dem kalten und warmen Wasser sollte bei circa zwanzig Grad liegen. Das kalte Wasser sollte also eine Temperatur von zehn bis sechzehn Grad haben und beim Warmwasser bei 38 Grad liegen. Die Anwendungen sollte immer mit einem kalten Wasserguss beendet werden. Auch das kneippsche Wassertreten hilft gegen Thrombose.

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