HPV

Auch bekannt ALS:

HPVDNA
Bezeichnung: Humanes Papillom Virus
Ähnliche Tests: HIVAntikörper, Pap Smear


Auf einen Blick

Warum wird HPV untersucht?

Das humane Papillomvirus (HPV) wird zum Screenung einer HPV-Infektion bestimmt. Manche HPV-Typen stehen in Verbindung mit dem Zervixkarzinom (Gebärmutterhalskrebs).

Wann sollte man HPV untersuchen lassen?
Bei sexueller Aktivität, Symptomen einer HPV-Infektion (genitale Warzen), bei auffälligem PAP-Abstrich bei der gynäkologischen Krebsvorsorgeuntersuchung.

Aus welchem Probenmaterial wird HPV bestimmt?
Aus Abstrichen von verdächtigen Schleimhautarealen (z. B. Vaginal-, Zervix-, Anal-, Penis-, Urethral- und Laryngealabstrichen)


Das Probenmaterial

Was wird untersucht?

Der HPV-Test sucht nach Hinweisen auf eine HPV-Infektion mit Hochrisikotypen des humanen Papillomavirus. HPV umfasst eine Gruppe von Viren, die Haut und Schleimhäute infizieren und mittlerweile in mehr als 80 humanpathogene Typen eingeteilt werden. Sie weisen einen ausgeprägten Tropismus für Epithelzellen auf und können Haut- und Genitalwarzen verursachen (auch Kondylome genannt). Normalerweise sind HPV-Infektionen bei jungen Männern und Frauen von kurzer Dauer und relativ ungefährlich. Je früher allerdings Sexualverkehr erfolgt, desto größer ist die Gefahr einer Ansteckung, da bei jungen Mädchen das wesentlich anfälligere Zylinderepithel noch nicht durch Plattenepithel ersetzt wurde.

Einige HPV-Typen (u.a. HPV-16, HPV-18, HPV-31, HPV-33 und HPV-45) werden als Hochrisikotypen eingestuft. Sie verursachen nicht unbedingt sichtbare Warzen, persistieren jedoch und sind mit dem Zervixkarzinom und anderen Genitaltumoren assoziiert. Traditionell wurde die HPV-Infektion durch abnorme Zellveränderungen im  PAP-Abstrich festgestellt. Der PAP-Abstrich ist eine Untersuchung, die zur gynäkologischen Krebsvorsorge sowie bei Verdacht auf Zervixkarzinom (Gebärmutterhalskrebs) eingesetzt wird. Die „Normalität“ der zervikalen Zellen im PAP-Abstrich wird unter dem Mikroskop bestimmt. Geringe Zellveränderungen im Abstrich können eine HPV-Infektion anzeigen; es gibt jedoch keine klare Unterscheidung zwischen geringen und schweren Zellveränderungen.

Bei anormalen Veränderungen im PAP-Abstrich (meist PAP-3D) wird eine PCR-Untersuchung auf HPV durchgeführt, um High-Risk-Typen nachzuweisen. Sind diese vorhanden, werden weitere Diagnostiken (z. B. eine Konisation) durchgeführt.
Eine serologische Untersuchung ist aufgrund der lokalen Infektion der Papillomaviren nicht möglich.

Wie wird das Probenmaterial für die Untersuchung gewonnen?
Eine Zellprobe wird während einer gynäkologischen Untersuchung aus dem zervikalen Bereich mittels Abstrich entnommen. Biopsie-Material kann auch für die Untersuchung verwendet werden. Zur DNA-Testung muss das Material in flüssigen Transportmedien verschickt werden.


Der Test

Bei Frauen unter 30 Jahren werden der PAP-Abstrich und die gynäkologische Untersuchung als erste diagnostische Mittel beim zervikalen Tumor-Screening eingesetzt. Falls in einem Abstrich abnorme Zellveränderungen vorliegen, die auf eine Hochrisikotypen-HPV-Infektion hinweisen, kann ein HPV-DNA-Test zur weiteren Untersuchung und Typisierung durchgeführt werden.

Eine Untersuchung auf HPV ist sinnvoll bei regelmäßiger sexueller Aktivität sowie verdächtigen Läsionen im Genitalbereich bei der Patientin und deren Sexualpartner. Seit 2006 existiert eine Impfung gegen die HPV-Typen 6, 11, 16 und 18, die seit März 2007 von der Ständigen Impfkommission (STIKO) für 12- bis 17-jährige Mädchen empfohlen wird. Die drei erforderlichen Impfungen sollten vor dem ersten Geschlechtsverkehr abgeschlossen sein. Diverse Studien weisen auf eine sehr hohe Effektivität in der Prävention sowohl von zervikalen als auch vaginalen und analen Neoplasien hin. Genaue Daten und Informationen zu Impfungen im höheren Lebensalter oder bei Frauen, die bereits mit HPV infiziert sind, liegen noch nicht vor.

Bei einer gynäkologischen Untersuchung kann ein Arzt Warzen oder andere Läsionen durch visuelle Inspektion finden, die weitere Untersuchungen nötig machen. Andere unsichtbare Warzen im genitalen Gewebe können durch auftragen von Essigsäure auf  verdächtige Bereiche sichtbar gemacht werden. Diese Reaktion führt bei der Kolposkopie zu einer weißlichen Verfärbung im befallenen Gebiet.

Man kann auch eine kleine Gewebeprobe (Biopsie) aus dem Muttermund (Zervix) entnehmen und unter dem Mikroskop untersuchen. Ergibt ein PAP-Abstrich oder eine Biopsie einen verdächtigen Befund (PAP-3D), sollte eine HPV-Typisierung zur Risikoeinschätzung erfolgen.

Wann wird der Test angefordert?

Indikationen zur HPV-Testung:

  • Frauen im Rahmen des Krebsfrüherkennungs-Screenings zusätzlich zur Zytologie;
  • Patientinnen mit unklaren zytologischen Befunden;
  • Patientinnen mit leicht- und mittelgradigen Krebsvorstufen (Präkanzerosen);
  • Patientinnen nach Behandlung von Zervixkarzinomen und Dysplasien;
  • sexuell aktive Frauen mit wechselnden Partnern;
  • bei Verdacht auf HPV-Infektion (Kondylombildung) und bei Infektion des Sexualpartners;
  • bei Verdacht auf laryngeale Warzen (z. B. bei Heiserkeit).

Die Anzahl der Untersuchungen sollte auf individueller Basis von Patient und Arzt festgelegt werden.
Siehe Screening: zervikale Tumoren im Alter von 18-29, 30-49 und 50 Jahren und älter.

Was bedeutet das Testergebnis?
Geringgradige Veränderungen im PAP-Abstrich weisen auf eine wahrscheinliche Infektion mit HPV hin und machen weitere Untersuchungen notwendig. Gegenwärtig existieren zwei unterschiedliche molekulargenetische Untersuchungen, die HPV nachweisen können. Die Floureszenz-in-situ-Hybridisierung (FISH) weist HPV-DNA nach, ohne eine Typisierung vorzunehmen. Der HPV-Test Hybrid Capture® differenziert dagegen in High- und Low-Risk-Typen:

  • Low-Risk-Viren: HPV 6 und 11; Hauptverursacher gutartiger genitaler Warzen, niedriges Risiko einer Tumorentwicklung.
  • High-Risk-Viren: HPV 16, 18, 31, 33, 35, 45, 51, 52, 58 und 59.
  • Über 99 % der Zervixkarzinome sind mit HPV assoziiert; HPV 16 und 18 verursachen ca. 70 % der Zervixkarzinome.

Sind beide Tests negativ, ist eine Hochrisikotypen-Infektion sehr unwahrscheinlich. Ist der PAP-Abstrich abnorm, aber der HPV-DNA-Test negativ, sind weitere Untersuchungen und Beobachtungen angezeigt.

Gibt es weiteres, das ich wissen sollte?

HPV ist eine der am häufigsten sexuell übertragbaren Erkrankungen in der Welt. Bei 90 % der Frauen mit zervikaler HPV-Infektion ist die Infektion innerhalb von zwei Jahren nicht mehr nachweisbar. Wenige Frauen (vor allem ältere) haben eine persistierende Infektion, die eine der wichtigsten Risikofaktoren des zervikalen Tumors darstellt. Regelmäßige PAP-Abstriche und HPV-Screening-Untersuchungen können dieses Risiko überwachen und bieten die Möglichkeit der Früherkennung mit möglicher Therapie.


Hinweise & Störungen

Stabilität und Probentransport

Die Abstriche der verdächtigen Schleimhaut-Areale müssen in speziellen für die PCR-geeigneten Transportmedien zur molekulargenetischen Untersuchung versandt werden. Normale Agar enthaltendene Abstrichtupfer können die Ergebnisse der PCR-Untersuchung verfälschen, da es zu Kontaminationen bei der Probenaufbereitung oder zur Inhibiton der PCR kommen kann.

Referenzbereich
Negativ.

Störfaktoren und Hinweise auf Besonderheiten
Durch PCR-Inhibitoren und Einsendung in ungeeigneten Transportmedien (z.B. Gel/ Agarhaltige Abstrichtupfer, trockene Medien) können falsch-negative Befunde entstehen; daher Abstriche und Biopsien immer in geeigneten Medien zur optimalen Auswertung einschicken.

Richtlinien zur Qualitätskontrolle
Qualitätskriterien entsprechend den RILIBÄK sowie der CLSI. Teilnahme an Ringversuchen (zwei Panels pro Jahr).


Häufige Fragen

1. Wie wird HPV übertragen?

Genitale HPV-Infektion wird durch sexuellen Kontakt verbreitet, vor allem bei vaginalem, analem und oralem Geschlechtsverkehr (u.a. Entstehung von vaginalen, analen und laryngealen Warzen möglich). Selten wird HPV während der vaginalen Geburt von der schwangeren Frau auf das Kind übertragen, was ebenfalls zu laryngealen Papillomen (Warzen am Kehlkopf) führen kann.

2. Was sind die Symptome einer HPV-Infektion?
Bestimmte Typen von HPV verursachen genitale Warzen und andere Läsionen, wobei das Virus normalerweise keine Beschwerden macht. Die meisten Menschen mit genitaler HPV-Infektion wissen nicht, dass sie infiziert sind. Dies ist der Grund, warum regelmäßige PAP-Abstriche und Untersuchungen so wichtig sind.

3. Wie wird eine HPV-Infektion behandelt?
Eine antivirale Therapie ist bisher nicht möglich. Es können durch verschiedene Therapieansätze jeweils nur die befallenen Zellen in den betroffenen Bereichen behandelt werden.

Je nach Lokalisation und Stadium der Infektion bzw. Neoplasie werden unterschiedliche Therapien empfohlen:

Zervikale, vaginale Neoplasien:

  • Oberflächendestruktion durch Laservaporisation unter kolposkopischer Sicht;
  • chirurgische Exzision (z. B. Konisation).

Anogenitale Läsionen (Condylome):

  • Ärztlich verordnete Selbsttherapie mit chemischen Stoffen;
  • ärztliche Behandlung mit Trichloressigsäure;
  • Kryotherapie (Vereisung mit flüssigem Stickstoff);
  • chirurgische Verfahren (Kürettage, Elektrokauter, CO2-Laser).

4. Was passiert, wenn man nicht behandelt wird?

Unbehandelte genitale Warzen können verschwinden, persistieren oder an Zahl und Größe zunehmen. Manche Typen des Virus können zu bösartigen zervikalen und/oder penilen Tumoren führen.

5. Wie kann man sich vor HPV schützen?
Schutz bietet „Safer Sex“ durch Verwendung von Kondomen.

Seit 2006 wird von der STIKO für junge Mädchen eine Impfung gegen die humanen kanzerogenen Papillomavirustypen 16 und 18 empfohlen sowie gegen die gutartige Warzen verursachenden Typen 6 und 11. In Studien schützte der Impfstoff mit einer Wirksamkeit von bis zu 100 % vor persistierenden Infektionen mit diesen vier Virustypen. Die Impfung beugt damit wirksam der Entstehung von mittel- bis hochgradigen Gewebeveränderungen am Gebärmutterhals (so genannte zervikale Dysplasien) vor, die eine Krebsvorstufe darstellen.

6. Wie häufig ist HPV?
Es ist eine der häufigsten sexuell übertragbaren Erkrankungen der Welt. Etwa 50-75 % der sexuell aktiven Männer und Frauen infizieren sich einmal in ihrem Leben mit HPV. Die meisten HPV-Infektionen werden jedoch vom Immunsystem innerhalb von ein bis zwei Jahren unterdrückt bzw. erfolgreich bekämpft. Nur ein bis drei Prozent der HPV-Infektionen entwickeln sich zu einem invasiven Tumor, allerdings sind über 99 % der Zervixkarzinome mit HPV assoziiert.

7. Werden Männer auf HPV untersucht?
Auch bei Männern kann eine HPV-Infektion auftreten; sie werden nicht routinemäßig auf HPV untersucht. Bei Verdacht (Auftreten von Kondylomen, z. B. am Penis) erfolgt ebenfalls ein HPV-DNA-Test.


Weiterführende Links zum Thema

AWMF-Leitlinien, Empfehlungen zur Diagnostik und Therapie der HPV-Infektion des weiblichen Genitale : https://www.uni-duesseldorf.de/awmf/ll-na/015-027.htm

AWMF Leitlinien: Condylomata acuminata und andere HPV-assoziierte Krankheitsbilder von Genitale, Anus und Harnröhre: https://www.uni-duesseldorf.de/awmf/ll/059-001.htm

Empfehlungen der Ständigen Impfkommission (STIKO) des Robert Koch Instituts: https://www.rki.de/cln_049/nn_196658/DE/Content/InfAZ/H/HPV/Papillomaviren.html

Informationen zur HPV-Impfung, Deutsches Krebsforschungszentrum:
https://www.krebsinformationsdienst.de/themen/vorbeugung/hpv-impfung.php

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