Moringa – Baum des Lebens

Moringa oleifera – so nennen die Botaniker den nach Meerrettich riechenden Baum, dessen Wirkstoffe in heutiger Zeit gefragter sind, als jemals zuvor. In Nordindien, am Fuße des Himalayas, sind seine heilenden Kräfte allerdings schon längst bekannt. So wurden über 5.000 Jahre alte Schriften entdeckt, welche den Moringa als „Baum des Lebens“ bezeichnen.

Moringa eroberte die Welt früh

Neben Indien gehört der Moringa Baum auch in Indonesion, Sri Lanka und in der Karibik zur etablierten Fauna. Selbst auf Teneriffa haben die Kultivierungsversuche Anfang des 19. Jahrhunderts hervorragend funktioniert.

Diese Bedingungen benötigt der Moringa Baum

Dabei ist die gezielte Zucht dieser Baumart gar nicht so einfach, wie man vielleicht denken mag. Moringa-Bäume gedeihen nämlich ausschließlich in versandeten, trockenen Böden. Fehlt Ihnen diese Aridität, so fangen die seitlichen Wurzeltriebe sehr schnell zu Faulen an, und die stämmige Pflanze ist dem Untergang geweiht.

Über eine meterlange Pfahlwurzel, welche der Moringa Baum senkrecht in den Boden treibt, werden unterirdische Grundwasserreserven erschlossen. Diese Fähigkeit ermöglicht es dem Moringa sogar in Wüsten zu überdauern. Auch Temperaturen von über 45 Grad Celsius sind keine Herausforderung für das hitzebeständige Gewächs.

Was jedoch ein sicheres Todesurteil für die ansonsten überaus robuste Baumart gleich kommt, sind Staunässe und Bodenfrost. Das ist auch der Grund, weshalb sämtliche Versuche, den Moringa auch in der deutschen Faune zu etablieren, gescheitert sind.

Moringa Baum – Bestandteile und ihre Wirkung

In der modernen Pharmazie genießt der Moringa aufgrund seiner zahlreichen Pflanzenwirkstoffe und den  vielseitigen Verwendungsmöglichkeiten einen hohen Stellenwert. Das Besondere an diesen Bäumen ist, dass wirklich alle Bestandteile, ja man könnte ohne zu übertreiben auch von allen Zellen sprechen, medizinisch genutzt werden können.  Egal ob Blüten, Wurzeln, Äste, Rinde, Blätter, Harz oder Samen– alles lässt sich verwerten. Und falls der medizinische Bedarf einmal gedeckt ist, stellen diese Baumkomponenten auch ein überaus nahrhaftes Viehfutter dar.

Die Wurzeln – Nährstoffe pur

Am wertvollsten allerdings sind mit großem Abstand die Moringa-Wurzeln einzustufen. Diese riechen stark nach Meerrettich, so dass man sie bereits auch aus mehreren Metern Entfernung sicher zuordnen kann. Die Wurzeln an sich können im geschälten Zustand roh gegessen werden. Oftmals landen sie aber in zerkleinerter Form in Suppen-Gerichten und Eintöpfen.

Unter Medizinern gelten die Wurzeln als überaus reich an Eisen und weiteren Mineralstoffen sowie Vitaminen. Speziell Eisen verwendet der Körper zu Regeneration des Blutes und zu Blutbildung. Liegt ein Eisenmangel vor, so hat dies bereits nach kurzer Zeit ernsthafte Konsequenzen für unsere Gesundheit. Schon ein Bissen von der Moringa-Wurzel am Tag würde den Bedarf ausreichend decken.

Die Blüten dagegen dienen mittlerweile weltweit als Gewürz. Zudem bilden Sie die Grundlage des Moringa-Tees, welcher speziell bei Erkältungen und Halsschmerzen für Linderung sorgen kann.

Die Moringa-Bäume verfügen auch über sehr urtümlich anmutende Früchte. Denn die Schoten sind ganz schmal und werden bis zu 50 cm lang. Je Schote befinden sich etwa 25 Moringa-Samen, die wir Menschen zu hochwertem Öl, dem sogenannten Behen-Öl, weiterverarbeiten. Der hohe Anteil an ungesättigten, ‚gesunden‘ Fettsäuren ist mitunter verantwortlich für den regelrechten Boom  auf das Behen-Öl. Und dies erklärt auch die gehobenen Preise.

Rinde und Stamm des Moringa-Baumes haben hingegen wieder eine rein pharmakologische Bedeutung. Sie lindern zum einen dank ihres hohen Vitamingehaltes die primären Erkältungssymptome, zum anderen ist ihre schmerzreduzierende Wirkungsweise in der Zahnmedizin sehr gefragt. Zusätzlich enthält speziell die Rinde viele Gerbstoffe, die den MagenDarm-Trakt entschlacken und somit häufig bei leichten Bauchschmerzen als sanftes Heilmittel verschrieben wird.

Der Moringa-Baum kann aber noch viel mehr

Man würde dem Gewächs nicht gerecht werden, wenn man nur von seinen bedeutenden Rollen als Nahrungslieferant und als lebendes Apothekenschränkchen berichten würde. Die vielseitige Nutzbarkeit des Baumes für uns Menschen ist im Pflanzenreich einzigartig, wobei die Pflanze gerade in Mitteleuropa noch nicht einmal sonderlich bekannt ist.

So wissen wohl auch die wenigsten unter uns, dass  weltweit einige zehntausend Autos mit Bio-Ethanol auf Moringa-Basis fahren. Gerade in Brasilien gilt Moringa-Ethanol als der Kraftstoff der Zukunft, da seine Brennleistung mit der eines Diesel-Kraftstoff mithalten kann, jedoch deutlich weniger Abgase produziert. Und der wichtigste Vorteil: Moringa wächst nach, wohingegen die Erdöl-Reserven langsam aber stetig verschwinden.

Zu guter Letzt werden die Moringa-Bäume in zerkleinerter Form auch noch als Viehfutter und zur Papierherstellung verwendet. Zudem dient er in seinem Ursprungsgebiet als hochwertiger Bio-Dünger, der hundertausenden Indern als Lebensgrundlage in vielerlei Hinsicht dient. „Moringa – Baum des Lebens“ – zugegebenermaßen eine plakative Beschreibung, aber sie trifft nunmal den berühmten Nagel auf den Kopf.

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