Erste Hilfe bei Ertrinken

Erste Hilfe bei Ertrinken

Ertrinken gehört zu den zweithäufigsten Todesfällen von Kindern in Deutschland.

Aber auch Erwachsene unterschätzen diese Gefahr häufig. Zu tiefes Wasser, Strömungen oder das Überschätzen der eigenen Kräfte führt dazu, dass man sich nicht mehr länger über Wasser halten kann. Hier ist ein schnelles Eingreifen wichtig.

In Schwimmbädern und an Badeseen sind oft professionelle Helfer eingesetzt, die das Opfer nicht nur aus dem Wasser bergen, sondern auch Erste Hilfe leisten. Ist man hingegen auf sich allein gestellt, ist es wichtig zu wissen, wie man einem Ertrinkungsopfer helfen kann, damit es nicht zu weiteren schwerwiegenden Folgen kommt.

Erste Hilfe bei Ertrinken

Zunächst ist es wichtig, die betroffene Person aus dem Wasser zu bergen. Im Wasser zu helfen ist oft kaum möglich, ohne sich selbst in Gefahr zu begeben. Auch bei der Bergung ist stets zu beachten, dass der Eigenschutz vorgeht.

Viele Ertrinkende werden panisch, halten sich fest und ziehen die rettende Person dadurch unter Wasser. Auch bei starker Strömung ist eine Rettung gefährlich. Am besten sichert man sich selbst durch Schwimmbretter oder Rettungsringe gegen Ertrinken ab. Bei der Bergung sollte außerdem beachtet werden, dass der Kopf des zu Rettenden stets über Wasser gehalten wird.

Außerhalb des Wassers sollte als erstes ein Notruf abgegeben werden. Ohne professionelle Hilfsmittel ist es sonst schwierig, die nötigen Maßnahmen zu treffen. Lassen Sie den Geretteten jedoch nicht allein!

Wenn die gerettete Person ansprechbar ist, gilt es zunächst, eine Unterkühlung zu vermeiden. Dazu sollte die Person sich am besten ihrer nassen Kleidung entledigen und mit trockener Kleidung und Decken gewärmt werden (selbiges gilt natürlich auch für den Retter). Vermutlich hat die Person außerdem einen Schock erlitten, es gilt also sie zu beruhigen.

Bei einer bewusstlosen Person sollten sofort Atmung und Puls kontrolliert werden. Atmet die Person selbstständig, sollte sie in die stabile Seitenlage gebracht werden. Außerdem muss der Mund auf Steine, Pflanzen und so weiter überprüft werden, damit diese nicht aus Versehen eingeatmet werden.

Sind Atmung und/oder Puls nicht feststellbar, muss sofort mit einer Herz-Rhythmus-Massage begonnen werden. Dazu drückt man mit beiden Händen 30 Mal in einem schnellen, gleichmäßigem Rhythmus fest auf den Brustkorb der Person.

Anschließend wird die Person beatmet, indem man normal einatmet, die eigenen Lippen auf den Mund des anderen presst und gleichmäßig ausatmet, bis der Brustkorb sich hebt. Dazu wird der Kopf der Person nach hinten überstreckt. Nach zwei Beatmungen beginnt erneut die HerzMassage. Dies wird so lange wiederholt, bis der Notarzt andere Anweisungen gibt oder die Atmung einsetzt.

Unter keinen Umständen sollte versucht werden, Wasser aus den Lungen zu „pumpen“.

Wann ist professionelle Hilfe notwendig?

Bei Ertrinken sollte immer professionelle Hilfe in Anspruch genommen werden.

Schon ein kurzer Sauerstoffmangel kann zu Organschäden führen, die sich bis zu 48 Stunden später erst zeigen. Eine Unterkühlung durch den langen Aufenthalt im kalten Wasser kann ebenfalls langfristige Schäden verursachen. Auch wenn sich die gerettete Person fit fühlt, ist eine ärztliche Überprüfung der Vitalwerte dringend notwendig!

Insbesondere wenn die betroffene Person das Bewusstsein verloren hat, ist der Kontakt zur Notrufnummer 112 wichtig. Die Angestellten sind in solchen Fällen geschult und können ebenfalls Hinweise zur Wiederbelebung und Betreuung geben.

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