Erste Hilfe bei Pflanzenvergiftung

Pflanzenvergiftung fingerhut

Vergiftungen mit Pflanzen gehören zu den allerhäufigsten Vergiftungsarten weltweit.

Insbesondere Kinder fühlen sich von den zumeist sehr schönen und Farbenfrohen Giftpflanzen magisch angezogen und berühren sie oder Stecken sich Teile von ihnen in den Mund. Beides kann je nach Pflanze tödlich sein. Aber nicht nur Giftigkeit durch orale Aufnahme ist ein Problem bei Giftpflanzen, sondern auch die sog. Phototoxizität. Diese macht die Haut besonders anfällig für Sonnenlicht und kann bei selbst geringer Sonneneinstrahlung immense Verbrennungen auf der Haut hervorrufen.

Welche Maßnahmen zur ersten Hilfe sollte man bei Pflanzenvergiftungen ergreifen

Die Beantwortung dieser Frage fällt sehr schwer. Giftpflanzen gibt es viele und sie wirken alle unterschiedlich.
Manche wirken schnell und relativ schmerzfrei, manche lösen lange, qualvolle Tode aus und andere verursachen chronische Krankheiten oder Organschäden.

Die gefährlichsten Giftpflanzen unserer Breiten sind beispielsweise:

Aber auch hier sind nicht alle gleich gefährlich. Während der Verzehr eines Maiglöckchens einem Kind höchstens ein paar sehr starke Magenschmerzen beschert, kann es das bloße Berühren der Blüte des roten Fingerhutes und das anschließende Ablecken der Finger schon das Leben kosten.

Gift kommt in Pflanzen in den verschiedensten Konzentration vor, die meist nicht mal innerhalb derselben Gattung stabil sind. So kann eine Tollkirsche tödlich sein, während die andere kaum einen Effekt hat.

Dieser Umstand macht auch etwaige Experimente mit natürlichen Drogen sehr riskant, da man niemals abschätzen kann, wieviel des Wirkstoffes in dem einzunehmenden Material enthalten ist.

Findet man eine Person und vermutet eine Vergiftung durch Pflanzen, kann man folgendes tun, um Erste Hilfe zu leisten:

  • 1. Um welche Pflanzen geht es?
    – Es ist von ausschlaggebender Wichtigkeit in Erfahrung zu bringen, welche Pflanze die Vergiftung ausgelöst hat. Ist die betroffene Person noch ansprechbar, so gilt es sie unbedingt nach dem namen der verzehrten Pflanze zu fragen. Ist der Name unbekannt, lohnt es sich mittels eines Taschentuches, um sich nicht selbst zu gefährden, einen Teil der Pflanze abzubrechen, um sie später dem Notarzt zeigen zu können.
    Durch die große Varianz in den Pflanzengiften erfordern nämlich verschiedene Pflanzen verschiedene Behandlungsansätze.
  • 2. Erbrechen auslösen
    – In der Regel vergiftet man sich mit Pflanzen mittels oraler Einnahme, somit ist das giftige Material im Magen. Ist die Person noch bei Bewusstsein, empfiehlt es sich daher sie zum Erbrechen zu bringen, um möglichst viel des giftigen Materials aus dem Körper zu bekommen.
    Ist die Person jedoch ohnmächtig ist es zu unterlassen.
  • 3. Stabile Seitenlage
    – Bei Ohnmacht von vergifteten Personen hilft es, wenn man diese in die stabile Seitenlage bringt, um zu verhindern, dass sie an ihrem eigenen Erbrochenen ersticken.
  • 4. Gegen Unterkühlung schützen
    – Der menschliche Körper kühlt schnell aus, wenn er gegen eine Vergiftung kämpfen muss. Daher ist es wichtig, dass man die betroffene Person nach Möglichkeit warmhält. Dazu bietet sich eine Decke oder eine Jacke an.
  • 5. Krankenwagen rufen
    – Der Krankenwagen muss in jedem Falle gerufen werden. Ist man unsicher, ob die konsumierte Pflanze giftig ist und man verspürt noch keine Symptome kann man zunächst Nachforschungen darüber im Internet oder Lexikon anstellen. Man sollte sich aber nicht zu viel Zeit lassen. Manche Gifte wirken sehr schnell. (Eibennadeln können binnen 30 Minuten zum Tode führen).
    Deshalb ist es im Zweifel immer die empfehlenswertere Variante, den Rettungswagen lieber einmal zu oft, als einmal zu wenig zu rufen.

Wann ist professionelle Hilfe sinnvoll?

Professionelle Hilfe ist absolut -immer- sinnvoll, wenn es um Vergiftungen mit Pflanzen geht. Insbesondere bei betroffenen Kindern sollte man keine Sekunde zögern und den Krankenwagen rufen. Es kann hierbei manchmal um Minuten oder gar Sekunden Gehen!

Wurde eine Giftpflaze in der Natur verzehrt kann es jedoch oftmals sehr schwierig für das Rettungspersonal sein, den Ort des Geschehens zu finden. Deshalb sollte man die Inkubationszeit des Pflanzengiftes nutzen und sich möglichst rasch in die Nähe einer Straße oder in die nächste Siedlung zu begeben. Dort steigen die Chancen auf Hilfe und der Krankenwagen hat es leichter einen zu finden.

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