FSME (Frühsommer-Meningoenzephalitis)

fsme (Frühsommer-Meningoenzephalitis) Impfung für Erwachsene

 

Zecken – Träger von fsme, Virus der Frühsommer-Meningoenzephalitis

fsme, wie die schwere Erkrankung allgemein abgekürzt wird, ist eine durch Viren verursachte Entzündung von Gehirn, Gehirnhaut oder von Rückenmark. Das fsme-Virus wird in die drei Kategorien Far Eastern Subtype, Siberian Subtype sowie Western Europe Subtype unterteilt. fsme wird von Zecken übertragen. Weltweit gibt es nahezu tausend verschiedene Zeckenarten.

Ihnen allen ist gemeinsam, dass sie blutsaugende Parasiten an Wirbeltieren sind, und zwar an Menschen. Viele der Zeckenarten sind Überträger von Krankheitserregern, die anschließend eine Infektionskrankheit auslösen. Die Ansteckung des Menschen geschieht auf zweierlei Weise; einerseits durch den Zeckenstich, andererseits durch das Trinken von Rohmilch von fsme-infizierten Tieren wie Kühe, Schafe und Ziegen.

Die bekannteste unter denjenigen Zeckenarten, die fsme übertragen, ist der Gemeine Holzbock aus der Familie der Schildzecken. Diese Zeckenart überträgt vorwiegend für den Menschen gefährliche Viren, die zu den beiden Erkrankungen Lyme-Borreliose beziehungsweise fsme, der Frühsommer-Meningoenzephalitis führen. Die Ansteckung von Mensch zu Mensch ist nicht möglich.

Ein Stich des infizierten Gemeinen Holzbocks reicht aus

fsme ist in der heutigen Zeit deutschlandweit in sogenannten Risikogebieten besonders verbreitet. Überall dort, wo Zecken ihren Lebensraum haben, ist die fsme-Gefahr latent. Zu den risikoreichen Regionen gehören Gebiete in den Bundesländern Baden-Württemberg, Bayern, Hessen, Rheinland-Pfalz, Saarland und Thüringen. Das sind allesamt bewaldete oder waldreiche Gebiete.

Die Hauptübertragungszeit liegt zwischen den Monaten April und November, also in den wärmeren bis warmen Jahreszeiten. Der Lebensraum dieser krankheitserregenden Zecken erstreckt sich in Mitteleuropa auf Gebirge bis zu 1.500 Metern über Normalhöhennull. Im außereuropäischen Ausland ist fsme vor allem in Ost- sowie in Südosteuropa verbreitet. Nach dem IfSG, dem deutschen Impfschutzgesetz ist fsme eine meldepflichtige Krankheit. Meldepflichtig ist das mit der Untersuchung beauftragte Labor; weder Hausarzt noch Patient haben darauf Einfluss.

Das Erschreckende daran ist, dass ein einziger Zeckenstich zu lebenslangen Folgeerkrankungen führen kann. Dieser Zeckenbiss wird oftmals weder bemerkt noch als solcher gedeutet. Der Lebensraum von Zecken ist Wald & Flur, das heißt die weitgehend freie, unberührte Landschaft. Nach dem dortigen Aufenthalt sollten sowohl Körper als auch Bekleidung peinlich genau nach Zecken abgesucht werden. Die entdeckte Einstichstelle wird desinfiziert, gefundene Zecken werden entfernt und aufbewahrt. Zeitpunkt sowie Ort des Zeckenbefalls sollten notiert und an den behandelnden Arzt weitergegeben werden. Der informiert seinerseits das Robert-Koch-Institut RKI. Dort wird eine bundesweite Risikokarte zu dem gesamten Zeckenthema geführt und jährlich aktualisiert.

 

 

Inkubationszeit von bis zu drei Wochen möglich

Statistisch rund ein Drittel der von einer Zecke Gestochene zeigt in den folgenden Tagen symptomatische Erscheinungen. Die werden häufig mit einer beginnenden Sommergrippe verwechselt. Zum Krankheitsbild gehören Kopf– und Gliederschmerzen sowie Erhöhte Temperatur als Fieber. Wenn sich dieser Zustand nach etwa einer Woche wieder zurückbildet, dann besteht keine weitere Gefahr.

Ist das nicht der Fall, wird es allerdings sehr ernst. Nach etwa einer weiteren Woche folgt der nächste Fieberschub mit Körpertemperatur bis zu 40 Grad C oder auch darüber. Zu den weiteren Krankheitszeichen gehören starkes Erbrechen, Kopfschmerzen sowie erste Anzeichen dafür, dass Gehirn– und Hirnhaut infiziert sind. Das sind die ersten meningealen Reizzeichen. Ab jetzt nimmt die Krankheit ihren Verlauf, und zwar über mehrere Monate hinweg. Hinzukommen können weitere Ausfallerscheinungen wie Lähmung oder Bewegungsstörung bis hin zum Koma.

In diesem Stadium ist der Patient natürlich in ärztlicher Behandlung. Die kann, schon beim ersten leisesten Verdacht, gar nicht früh genug einsetzen. Eine ursächliche fsme-Behandlung ist nicht mehr möglich; lediglich solche Krankheitszeichen wie Fieber und Schmerzen lassen sich begrenzt behandeln. Das Tückische an fsme ist die Situation, dass der infektiöse Zeckenstich oftmals gar nicht registriert wird, und dass der anschließende Krankheitsverlauf kaum beeinflussbar ist.

Insofern gilt die fsme-Impfung als einzig wirklicher Schutz vor weitreichenden Krankheitsfolgen.

fsme-Impfung ein Muss bei Aufenthalt in Risikogebieten

Die Ständige Impfkommission STIKO am Robert-Koch-Institut empfiehlt dringend eine fsme-Impfung bei vorübergehendem oder auch ständigem Aufenthalt in einem der Risikogebiete. Zu denen gehören vorwiegend, aber nicht ausschließlich die vom RKI ausgewiesenen Regionen. Im Grunde genommen sind Zecken überall in Wald & Wiese zu befürchten.

Je bewaldeter und wild bewachsener das Gebiet ist, umso mehr Vorsicht ist geboten. Besonders gefährdete Personengruppen sind Wanderer, Radfahrer, Jogger, Spaziergänger in der freien Natur sowie Berufsgruppen wie Forst- sowie Landschaftsarbeiter. Für sie alle ist die fsme-Impfe geradezu Pflicht. Die Grundimmunisierung geschieht in drei Stufen. Nach der ersten, der sogenannten Grundimpfe folgt innerhalb der nächsten drei Monate die zweite Impfdosis.

Abhängig von dem verwendeten Impfstoff ist eine dritte fsme-Impfung nach weiteren 5 beziehungsweise 9 bis 12 Monaten notwendig. Der Grundschutz ist somit gewährleistet. Damit der erste Impfschutz schon im Frühjahr wirkt, sollte mit der Grundimmunisierung im Herbst/Winter des Vorjahres begonnen werden. Der erste wirksame Schutz setzt etwa zwei Wochen nach der zweiten Impfdosis ein.

Eine erste Auffrischungsimpfung ist drei Jahre nach der Grundimmunisierung angebracht, und weitere Auffrischungsimpfungen dann alle 5 Jahre. Senioren 50plus wiederum sollten, abhängig von dem verwendeten Impfstoff, ihre Impfauffrischung alle 3 Jahre wiederholen. Eine Besonderheit bei der fsme-Impfe ist das Schnellschema. Dazu gibt es vielfältige individuelle bis hin zu persönliche Notwendigkeiten. Erreicht wird damit ein bis zu anderthalbjähriger Impfschutz bereits wenige Wochen nach der ersten Impfung. Erforderlich sind zwei bis drei Impfungen. Der fsme-Impfstoff bietet seinerseits keinen Schutz vor Borreliose.

 

Nebenwirkungen und Reaktionen mit anderen Impfen vergleichbar

Zu den üblichen, von anderen Impfungen bekannten Reaktionen gehören Rötung, Schwellung sowie Schmerzen rund um die Einstichstelle. Sie sind das beste Anzeichen dafür, dass sich der Körper, wie es genannt wird, mit dem fsme-Impfstoff auseinandersetzt. Zu weiteren Allgemeinsymptomen in der ersten Woche gehören erhöhte Temperatur bis hin zu Fieber, Gelenk-, Kopf– oder Muskelschmerzen.

Diese Erscheinungen klingen nach und nach ab, ohne dass Folgeschäden zu befürchten sind. Nebenwirkungen sind äußerst selten; allerdings besorgniserregend, sobald sie auftreten. Dazu gehören länger anhaltende Lähmungen sowie Erkrankungen des Nervensystems. Diese Nebenwirkungen zeigen sich vorwiegend bei Erwachsenen ab 17 Jahren aufwärts. Eine nachgewiesene Allergie gegen Hühnereiweiß kann dazu führen, dass der behandelnde Arzt von einer fsme-Impfung abrät. Hier ist eine Risiko-Nutzen-Abwägung angesagt.

Eine präventive fsme-Impfung nach erfolgtem Zeckenstich während der möglichen Inkubationszeit ist nicht wirksam, da sich die einmal erfolgte Infektion dadurch nicht verhindern lässt. Erwachsene ab dem 50. Lebensjahr sollten die Wirksamkeit der Grundimmunisierung oder eines Schnellschemas durch eine Blutuntersuchung überprüfen, um bezüglich des Impfschutzes auf der ganz sicheren Seite zu sein.

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