Gliederschmerzen


GliederschmerzenAls Gliederschmerzen bezeichnet man Beschwerden im Bereich der Arme und Beine welche ihren Ursprung im Bereich der Muskeln, Gelenke, Knochen oder Nerven haben können.

Mögliche Ursachen von Gliederschmerzen:

Infektionen: Diese verursachen häufig unspezifische Gliederschmerzen.

Fibromyalgie-Syndrom: Dabei handelt es sich um ein chronisches Schmerzsydrom mit ausgeprägten Beschwerden an Muskeln und Sehnenansätzen.

Arthrose und Arthritis: Dies ist eine Erkrankung des Gelenkknorpels welche mit dem natürlichen Verschleiß zusammen hängt. Als Ursache spielen Übergewicht und Bewgungsmangel eine entscheidende Rolle. Als Arthritis bezeichnet man die entzündlich aktivierte Form der Arthrose.

Rheuma: Die Ursachen diese chronisch-entzündlichen Gelenkerkrankung sind bis heute unklar. Sie zählt zu den Autoimmunerkrankungen.

Arterielle Verschlusskrankheit: Durch Engstellen oder Verschlüsse der Blutgefäße, v.a. in den Beinen kommt es unter körperlicher Belastung zu Schmerzen. Diese Erkrankung kommt häufig bei Diabetikern oder Rauchern vor.

Neuropathie: Als Neuropathie bezeichnet man die oft schmerzhafte Schädigung der Nerven welche v.a. in den Beinen vorkommt. Sie ist gekennzeichnet durch ein strumpfförmiges Auftreten und komm v.a. beim Diabetiker vor. Sie verursacht einschießende, elektisierende Schmerzen in den Gliedern.

Diagnostik bei Gliederschmerzen:

Anamnese: Im Anamnesegespräch werden möglichst alle Symptome des Patienten vollständig erhoben. Neben Schmerzcharakter, Lokalisation, Ausstrahlung und Dauer ist es auch wichtig zu erfahren ob der Schmerz sich verändert und was der Auslöser war. Auch ist es immer hilfreich die Stärke des Schmerzes auf einer Skala zu erfassen um später Vergleichswerte zu haben.
Im weiteren Anamnesegespräch werden die Vorerkrankungen des Patienten, Medikamente, Allergien sowie weitere Symptome wie Urin- oder Stuhlunregelmässigkeiten, Appetitminderung usw. abgefragt.
Meist ergibt sich im Rahmen dieses Gespräches schon eine Verdachtsdiagnose, welche durch weitere Untersuchungen bestätigt werden sollte.

Körperliche Untersuchung: Neben der allgemeinen Untersuchung wird hier v.a. Der Fokus auf die Untersuchung der Glieder gelegt um den Schmerz genau zu lokalisieren und eventuelle sicht- uns tastbare Veränderungen zu erfassen. Insbesondere bei Gelenkbeschwerden gibt die Anzahl und Verteilung der Gelenkschwellungen wichtige Hinweise auf die zugrundeliegende Erkrankung. Auch die Untersuchung der Muskelkraft und Reflexe gibt Aufschluss um welche Ursache es sich handeln könnte.

Labor: Besonders bei Verdacht auf ein entzündliches Geschehen ist das Labor sehr aussagekräftig. Es werden ein Basislabor mit Blutbild, Gerinnung, Nieren- und Leberwerte, Blutsalze sowie die Entzüdungsparameter bestimmt. Wenn der Verdacht auf eine rheumatische Erkrankung besteht können zusätzlich Spezialanalysen durchgeführt werden.

Apparative Diagnostik: Je nach den Ergebnissen der Anamnese und körperlichen Untersuchung kann eine bildgebende Diagnostik mittels Röntgen oder Computertomografie angeschlossen werden. Dies ist v.a. bei Gelenkbeschwerden hilfreich.

Vorkommen der verschiedenen ursächlichen Erkrankungen bei Gliederschmerzen:

Grippe: In Deutschland kommt es in den Wintermonaten meist zu Epidemien. Ca.5-20% der Bevölkerung sind betroffen.

Fibromyalgie-Syndrom: Hierunter leiden Frauen im Alter zwischen 30 und 50 Jahren deutlich häufiger.

Rheuma: Ca. 1% der Bevölkerung leidet an Rheuma. Die Erkrankung beginnt mit ca. 35 – 50 Jahren. Frauen sind häufiger betroffen.

Komplikationen bei Gliederschmerzen:

Infektionen: Je nach auslösendem Faktor können sich Infektionen ohne entsprechende Behandlung immer ausbreiten und im schlimmsten Falle eine sog. Sepsis, also eine systemische Infektion über die Blutbahn verursachen. Bei der saisonalen Grippeepidemie kann es zu Lungenentzündungen, Mittelohrentzündungen oder auch zur Herzmuskelentzündung kommen.

Arthrose und Arthritis: Durch den fortschreitenden Gelenkverschleiß kann es intervallmäßig zu einer Entzündungsaktivierung kommen, die sog. Arthritis. Wenn die medikamentöse Therapie versagt ist eine Gelenkversteifung oder der Gelenkersatz die einzigste Therapieoption.

Rheuma: Ohne frühzeitige Behandlung kommt es zur stetigen Zerstörung der betroffenen Gelenke mit Versteifung und Fehlstellungen.

Arterielle Verschlusskrankheit: Wenn die Blutversorgung sich stetig verschlechtert kann es zu schlecht heilenden Wunden kommen welche sich in der Folge infizieren und eine Sepsis verursachen können.

Neuropathie: Diese Erkrankung ist je nach vorliegender Grunderkrankung fortschreitend sowie sind die Gliederschmerzen schwer medikamentös zu therapieren.

Therapie bei Gliederschmerzen:

Infektionen: Hier sollte die zugrundeliegende Infektion behandelt werden. Bei bakterieller Ursache werden Antibiotika verabreicht. Liegt als Ursache der Gleiderschmerzen die saisonale Grippe vor, wird dies mit Bettruhe und ggf. Schmerzmitteln therapiert.

Fibromyalgie-Syndrom: Bei dieser gutartigen Erkrankung spielt ein ausgewogener Lebensstil eine wichtige Rolle. Es sollten regelmäßig Sport und Entspannungsübungen betrieben werden.

Arthrose und Arthritis: Die Entlasung der Gelenke spielt eine große Rolle in der Therapie. Dabei liegt der Fokus auf einer Gewichtsreduktion und Trainingstherapien, welche die Gelenke schonen, z.B. Schwimmen. Kommt es zu einer Entzündungsaktivierung sollte das betroffene Gelenk gekühlt und geschont werden. Medikamentös können Schmerzmittel, sowie zur Entzündungshemmung Cortison verabreicht werden. Bei Weiterbestehen der Gliederschmerzen und Einschränkung der Mobilität und Lebensqualität ist ein operativer Gelenkersatz zu erwägen.

Rheuma: Hier ist eine frühe Diagnose von großer Bedeutung um das Fortschreiten der Gelenkzerstörung zu verlangsamen. Medikamentös werden als Basistherapie Immunsupressiva, Cortison und antientzündliche Schmerzmittel eingesetzt, begeleitet von Physiotherapie. Die Wirkung dieser Medikamente tritt nach einigen Wochen bis Monaten ein. Eine weitere Option nach nicht zufriedenstellendem Ansprechen auf die Basistherapie sind die sog. Biologicals, eine Gruppe von Medikamenten welche direkt an verschiedenen Stellen das Immunsystem hemmen kann. Rheuma ist nicht heilbar, das Fortschreiten der Gelenkzerstörung kann jedoch verlangsamt werden.

Arterielle Verschlusskrankheit: Hier ist es wichtig die auslösenden Faktoren zu reduzieren, z.B. Rauchen oder ein schlecht eingestellter Blutzucker. Es sollte ein Gehtraining begonnen werden. Medikamentös wird Acetylsalicylsäure zur Blutverdünnung gegeben. Die betroffenen Gefäße können je nach Lokalisation wieder aufgedehnt oder durch einen Bypass überbrückt werden. Bei Fortschreiten der Erkrankung kann es im schlimmsten Fall zu einer Amputation kommen.

Neuropathie: Es gibt Medikamente welche die Gliederschmerzen reduzieren können. Im Vordergrund der Therapie steht jedoch die Reduktion der auslösenden Faktoren wie z.B. ein schlecht eingestellter Blutzucker.

Vorbeugung bei Gliederschmerzen:

Je nach Ursache gibt es unterschiedliche Methoden den Gliederschmerzen vorzubeugen. Es ist wichtig einen ausgewogenen Lebensstil mit viel Bewegung zu führen. Auch das Anstreben eines normalen Körpergewichtes ist wünschenswert.

Um der saisonalen Grippewelle zu entfliehen gibt es verschiedene Methoden das Immunsystem zu stärken, beispielsweise durch viel frisches Obst und Bewegung an der frischen Luft.

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