Gliederschmerzen

Gliederschmerzen

als Gliederschmerzen bezeichnet man Beschwerden im Bereich der Arme und Beine, welche ihren Ursprung im Bereich der Muskeln, Gelenke, Knochen oder Nerven haben können.

Mediziner bezeichnen oft eine Kombination von Gelenkschmerzen (Arthralgien), Muskelschmerzen (Myalgien) und Knochenschmerzen (Ostealgien) als Gliederschmerzen.

Sehr häufig treten solche Schmerzen beispielsweise bei Erkältungen wie einer grippalen Infektion auf.

Welche Ursachen noch dahinter stecken können, wie die Behandlung ausfällt, welche vorbeugenden Maßnahmen möglich sind und alle weiteren relevanten Informationen finden Sie im Folgenden.

 

Was sind Gliederschmerzen?

Als Gliederschmerzen werden Schmerzen bezeichnet, die in Extremitäten und stark muskeldurchzogenen Bereichen des Körpers auftreten. Meistens empfindet die betroffene Person dabei eine Schmerzempfindung, die sich aus Gelenkschmerzen, Knochenschmerzen und Muskelschmerzen zusammensetzt.

Die Schmerzen in den Gliedern können sowohl in ihrer Intensität, als auch in ihrer Stärke und in ihrem Charakter variieren. Es gibt also akute und chronische (lang anhaltende) sowie starke bis schwache Gliederschmerzen.

Mögliche Ursachen von Gliederschmerzen:

Es gibt viele Ursachen, die zu Gliederschmerzen führen können. Dabei werden solche Schmerzen, die durch die Muskulatur ausgelöst werden Myalgie genannt. Hierzu zählen beispielsweise Infektionskrankheiten oder Grippen. Gerade Infektionen mit den sogenannten Adenoviren ebenso wie diverse Grippe-Formen führen oft zu Schmerzen in den Gliedern.

Aber auch andere Ursachen wie zum Beispiel die sogenannte Trichose können Gliederschmerzen verursachen. Hierbei handelt es sich um die häufigste, mit Wurmbefall einhergehende, Erkrankung in Mitteleuropa. Ausgelöst wird diese Krankheit durch Würmer, die über Fleisch in den Organismus gelangen.

Darüber hinaus kann eine übermäßige Belastung oder ein vorausgegangener Unfall zu einer Mylagie führen. So kommt es beim Fibromyalgie-Syndrom zu unerklärlichen Schmerzen in den Gliedern.

Gliederschmerzen, die gelenkbasiert sind, werden indes auch zu den Arthralgien gezählt. So verursachen beispielsweise Erkrankungen aus dem rheumatischen Formkreis oftmals Gliederschmerzen. Hierzu zählen unter anderem Arthritis, Arthrose und Rheuma.

Darüber hinaus können Gliederschmerzen als Begleitsymptom bei einem übermäßigen Alkoholkonsum, Diabetes mellitus oder bei Vergiftungen auftreten. Sowohl die Zuckerkrankheit als auch Rauchen können aber auch zu einer arteriellen Verschlusskrankheit führen, welche wiederum Gliederschmerzen verursachen kann.

Die meisten Menschen haben auch schon ein mal zu viel Alkohol getrunken und am nächsten Tag an einem „Kater“ und damit einhergehenden Gliederschmerzen gelitten.

Sind die Arme betroffen kann es sich womöglich um eine Entzündung oder aber um Nervenschmerzen handelt. Nicht selten strahlen jedoch auch Schmerzen, die von der Wirbelsäule ausgehen, in die Arme aus.

Bei Schmerzen, welche die Beine betreffen, können beispielsweise der Ischiasnerv, Verletzungen, Tumore oder Kompressionen die Ursache sein. Hierbei kommt unter anderem auch die sogenannte Neuropathie in Frage, bei der es zu in diesem Bereich zu Schmerzen durch Schädigungen in den Nerven kommt.

Häufige Ursachen von Gliederschmerzen im Überblick

  • Infektionen: Diese verursachen häufig unspezifische Gliederschmerzen.
  • Fibromyalgie-Syndrom: Dabei handelt es sich um ein chronisches Schmerzsydrom mit ausgeprägten Beschwerden an Muskeln und Sehnenansätzen.
  • Arthrose und Arthritis: Dies ist eine Erkrankung des Gelenkknorpels welche mit dem natürlichen Verschleiß zusammen hängt. Als Ursache spielen Übergewicht und Bewgungsmangel eine entscheidende Rolle. Als Arthritis bezeichnet man die entzündlich aktivierte Form der Arthrose.
  • Rheuma: Die Ursachen diese chronisch-entzündlichen Gelenkerkrankung sind bis heute unklar. Sie zählt zu den Autoimmunerkrankungen.
  • Arterielle Verschlusskrankheit: Durch Engstellen oder Verschlüsse der Blutgefäße, v.a. in den Beinen kommt es unter körperlicher Belastung zu Schmerzen. Diese Erkrankung kommt häufig bei Diabetikern oder Rauchern vor.
  • Neuropathie: Als Neuropathie bezeichnet man die oft schmerzhafte Schädigung der Nerven welche v.a. in den Beinen vorkommt. Sie ist gekennzeichnet durch ein strumpfförmiges Auftreten und komm v.a. beim Diabetiker vor. Sie verursacht einschießende, elektisierende Schmerzen in den Gliedern.

 

 

Diagnostik bei Gliederschmerzen:

Der erste Schritt bei der Diagnose der Gliederschmerzen ist die Anamnese. Dies liefert dem Arzt erste Informationen, sodass er entscheiden kann, welche weiteren Untersuchungsmethoden sinnvoll sind. Da die Ursachen für Gliederschmerzen sehr unterschiedlich sein können, unterscheiden sich auch die Methoden zur Diagnostik je nachdem, welcher Auslöser in Frage kommt.

Anamnese:

Im Anamnesegespräch werden möglichst alle Symptome des Patienten vollständig erhoben. Neben

Behandlung Anamnese

Die Anamnese ist der erste Schritt zur Diagnose von Gliederschmerzen

Schmerzcharakter, Lokalisation, Ausstrahlung und Dauer ist es auch wichtig zu erfahren ob der Schmerz sich verändert und was der Auslöser war. Auch ist es immer hilfreich die Stärke des Schmerzes auf einer Skala zu erfassen um später Vergleichswerte zu haben.

Im weiteren Anamnesegespräch werden die Vorerkrankungen des Patienten, Medikamente, Allergien sowie weitere Symptome wie Urin– oder Stuhlunregelmässigkeiten, Appetitminderung usw. abgefragt.
Meist ergibt sich im Rahmen dieses Gespräches schon eine Verdachtsdiagnose, welche durch weitere Untersuchungen bestätigt werden sollte.

Körperliche Untersuchung:

Neben der allgemeinen Untersuchung wird hier v.a. Der Fokus auf die Untersuchung der Glieder gelegt um den Schmerz genau zu lokalisieren und eventuelle sicht- uns tastbare Veränderungen zu erfassen.

Insbesondere bei Gelenkbeschwerden gibt die Anzahl und Verteilung der Gelenkschwellungen wichtige Hinweise auf die zugrundeliegende Erkrankung. Auch die Untersuchung der Muskelkraft und Reflexe gibt Aufschluss um welche Ursache es sich handeln könnte.

Labor:

Besonders bei Verdacht auf ein entzündliches Geschehen ist das Labor sehr aussagekräftig. Es werden ein Basislabor mit Blutbild, Gerinnung, Nieren– und Leberwerte, Blutsalze sowie die Entzüdungsparameter bestimmt. Wenn der Verdacht auf eine rheumatische Erkrankung besteht können zusätzlich Spezialanalysen durchgeführt werden.

Apparative Diagnostik:

Je nach den Ergebnissen der Anamnese und körperlichen Untersuchung kann eine bildgebende Diagnostik mittels Röntgen oder Computertomografie angeschlossen werden. Dies ist v.a. bei Gelenkbeschwerden hilfreich.

Vorkommen der verschiedenen ursächlichen Erkrankungen bei Gliederschmerzen:

Grippe:

In Deutschland kommt es in den Wintermonaten meist zu Epidemien. Ca.5-20% der Bevölkerung sind betroffen.

Fibromyalgie-Syndrom: Hierunter leiden Frauen im Alter zwischen 30 und 50 Jahren deutlich häufiger.

Rheuma: Ca. 1% der Bevölkerung leidet an Rheuma. Die Erkrankung beginnt mit ca. 35 – 50 Jahren. Frauen sind häufiger betroffen.

Komplikationen bei Gliederschmerzen:

Meistens handelt es sich bei Gliederschmerzen um ein harmloses und vorübergehendes Symptom. Es tritt typischerweise bei einer Grippe oder Erkältung auf, kann jedoch auch ohne ersichtlichen Grund erscheinen und nach kurzer Zeit wieder verschwinden.

Andererseits werden solche Schmerzen oftmals nicht ernst genommen oder gar erkannt. Das kann wiederum dazu führen, dass eine womöglich ernste Grunderkrankung nicht rechtzeitig diagnostiziert wird und somit weitere Komplikationen mit sich bringt.

Aber auch vermeidlich harmlosere Ursachen können bei einer Nichtbehandlung Probleme mit sich bringen.

Infektionen:

Je nach auslösendem Faktor können sich Infektionen ohne entsprechende Behandlung immer ausbreiten und im schlimmsten Falle eine sog. Sepsis, also eine systemische Infektion über die Blutbahn verursachen. Bei der saisonalen Grippeepidemie kann es zu Lungenentzündungen, Mittelohrentzündungen oder auch zur Herzmuskelentzündung kommen.

Arthrose und Arthritis:

Durch den fortschreitenden Gelenkverschleiß kann es intervallmäßig zu einer Entzündungsaktivierung kommen, die sog. Arthritis. Wenn die medikamentöse Therapie versagt ist eine Gelenkversteifung oder der Gelenkersatz die einzigste Therapieoption.

Rheuma:

Ohne frühzeitige Behandlung kommt es zur stetigen Zerstörung der betroffenen Gelenke mit Versteifung und Fehlstellungen.

Arterielle Verschlusskrankheit:

Wenn die Blutversorgung sich stetig verschlechtert kann es zu schlecht heilenden Wunden kommen welche sich in der Folge infizieren und eine Sepsis verursachen können.

Neuropathie:

Diese Erkrankung ist je nach vorliegender Grunderkrankung fortschreitend sowie sind die Gliederschmerzen schwer medikamentös zu therapieren.

 

Wann sollte man bei Gliederschmerzen zum Arzt Gehen?

Da Gliederschmerzen oft eine eher harmlose Ursache haben, fällt es Betroffenen oft schwer, zu entscheiden, ob ein Arztbesuch nötig ist oder nicht. In den meisten Fällen ist es jedoch ratsam, einen Arzt aufzusuchen. Dies ist zum Beispiel auch schon alleine wegen der Ansteckungsgefahr bei einer Grippe sinnvoll.

Ein Arztbesuch ist aber vor allem dann notwendig, wenn die Gliederschmerzen :

  • plötzlich und ohne ersichtlichen Grund auftreten
  • sehr intensiv sind
  • lange anhalten, also chronisch sind
  • sich verschlimmern

 

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Behandlung und Therapie bei Gliederschmerzen:

Die Behandlung und Therapie von Gliederschmerzen fällt, je nachdem welche Ursache dahinter steckt, sehr unterschiedlich aus. In einigen Fällen ist eine ursächliche Behandlung nötig, in anderen Fällen werden nur die Schmerzen an sich therapiert.

Da oft eine Erkältung oder ähnliches hinter den Schmerzen steckt, ist in vielen Fällen eine rasche Besserung in Sicht. Einige Grunderkrankungen können jedoch nicht vollständig geheilt werden, sodass nur eine Linderung der Beschwerden möglich ist.

Infektionen:

Hier sollte die zugrundeliegende Infektion behandelt werden. Bei bakterieller Ursache werden Antibiotika verabreicht. Liegt als Ursache der Gleiderschmerzen die saisonale Grippe vor, wird dies mit Bettruhe und ggf. Schmerzmitteln therapiert.

Fibromyalgie-Syndrom:

Bei dieser gutartigen Erkrankung spielt ein ausgewogener Lebensstil eine wichtige Rolle. Es sollten regelmäßig Sport und Entspannungsübungen betrieben werden.

Arthrose und Arthritis:

Die Entlasung der Gelenke spielt eine große Rolle in der Therapie. Dabei liegt der Fokus auf einer Gewichtsreduktion und Trainingstherapien, welche die Gelenke schonen, z.B. Schwimmen. Kommt es zu einer Entzündungsaktivierung sollte das betroffene Gelenk gekühlt und geschont werden.

Medikamentös können Schmerzmittel, sowie zur Entzündungshemmung Cortison verabreicht werden. Bei Weiterbestehen der Gliederschmerzen und Einschränkung der Mobilität und Lebensqualität ist ein operativer Gelenkersatz zu erwägen.

Rheuma:

Hier ist eine frühe Diagnose von großer Bedeutung um das Fortschreiten der Gelenkzerstörung zu verlangsamen. Medikamentös werden als Basistherapie Immunsupressiva, Cortison und antientzündliche Schmerzmittel eingesetzt, begeleitet von Physiotherapie. Die Wirkung dieser Medikamente tritt nach einigen Wochen bis Monaten ein. E

ine weitere Option nach nicht zufriedenstellendem Ansprechen auf die Basistherapie sind die sog. Biologicals, eine Gruppe von Medikamenten welche direkt an verschiedenen Stellen das Immunsystem hemmen kann. Rheuma ist nicht heilbar, das Fortschreiten der Gelenkzerstörung kann jedoch verlangsamt werden.

Arterielle Verschlusskrankheit:

Hier ist es wichtig die auslösenden Faktoren zu reduzieren, z.B. Rauchen oder ein schlecht eingestellter Blutzucker. Es sollte ein Gehtraining begonnen werden. Medikamentös wird Acetylsalicylsäure zur Blutverdünnung gegeben. Die betroffenen Gefäße können je nach Lokalisation wieder aufgedehnt oder durch einen Bypass überbrückt werden. Bei Fortschreiten der Erkrankung kann es im schlimmsten Fall zu einer Amputation kommen.

Neuropathie:

Es gibt Medikamente welche die Gliederschmerzen reduzieren können. Im Vordergrund der Therapie steht jedoch die Reduktion der auslösenden Faktoren wie z.B. ein schlecht eingestellter Blutzucker.

Vorbeugung bei Gliederschmerzen:

Je nach Ursache gibt es unterschiedliche Methoden den Gliederschmerzen vorzubeugen. Es ist wichtig einen ausgewogenen Lebensstil mit gesunder Ernährung und viel Bewegung zu führen. Dadurch wird der gesamte Organismus unterstützt und das Immunsystem gestärkt.

Auch das Anstreben eines normalen Körpergewichtes ist empfehlenswert, da hierdurch Gelenkerkrankungen und die damit einhergehenden Gliederschmerzen vermieden werden können. Um die Gelenke zu schonen und Krankheiten vom rheumatischen Formkreis vorzubeugen, sollte generell eine Überbeanspruchung der Gelenke (wie sie auch bei Übergewicht vorkommt) vermieden werden. Beim Sport sollte also auf eine angemessene Kleidung, ausreichendes Aufwärmen und das richtige Ausführen der Bewegungen geachtet werden.

Um der saisonalen Grippewelle zu entfliehen gibt es verschiedene Methoden das Immunsystem zu stärken, beispielsweise durch viel frisches Obst und Bewegung an der frischen Luft.

Naturheilverfahren und Hausmittel bei Gliederschmerzen

Je nach Ursache können zahlreiche unterschiedliche Hausmittel oder alternative Behandlungsmethoden bei Gliederschmerzen helfen.

Eine Wadenwickel bei Gliederschmerzen
Behandlung Wadenwickel

Wadenwickeln helfen bei Gliederschmerzen, die durch Erkältungen ausgelöst wurden

Wer sich etwa eine Infektionskrankheit oder eine fiebrige Erkältung eingefangen hat, kann die Gliederschmerzen mithilfe einer Wadenwickel lindern.

Diese lindert die Schmerzen und wirkt gleichzeitig auch durchblutungsanregend und fiebersenkend. Hierzu wird ein Tuch in Wasser getaucht, welches ca. 20 Grad warm ist.

Nachdem das Tuch ausgewrungen wurde kann es für etwa zehn bis fünfzehn Minuten um die Waden gewickelt werden.

Heilpflanzen und gesunde Lebensmittel

Darüber hinaus können diverse Lebensmittel und Heilkräuter bei Gliederschmerzen helfen. Die Inhaltsstoffe einer Hühnersuppe wirken beispielsweise antibakteriell und Infektionshemmend. Pflanzen, die entzündungshemmend sind und bei Gliederschmerzen helfen, sind:

  • Arnika
  • Kamillenblüten
  • Holunder
  • Goldrutenkraut
  • Weidenrinde
  • Lindenblüten

Arnika kann auch in Form von Globuli als Homöopathikum eingenommen werden.

Ein warmes Bad

Bei Gliederschmerzen, die ohne einen Temperaturanstieg bzw. Fieber einhergehen, kann ein heißes Bad mit seinen durchblutungsfördernden Eigenschaften wahre Wunder bewirken. Das Wasser sollte hierfür idealerweise 38 ° C warm sein. Die positive Wirkung kann noch weiter gestärkt werden, indem ätherische Öle ins Wasser gegeben werden. Bei Gliederschmerzen eignen sich unter anderem folgende ätherische Öle als Badezusatz:

  • Metholöl
  • Thymianöl
  • Eukalyptusöl
  • Fichtennadelöl

Hilfreich ist außerdem Gundelrebe. Hierzu kann eine Handvoll davon mit kochendem Wasser übergossen werden. Nachdem es kurz gestanden hat, kann es ins lauwarme Badewasser gegeben werden. Dieses Mittel hilft bei Gliederschmerzen, Gicht und Lendenschmerzen.

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