Rotaviren Impfung für Kinder

Rotaviren – allgemeine Informationen zu den gefürchteten Viren

 

Durchfall und Erbrechen bei Säuglingen und Kindern werden oft verursacht von speziellen Viren, den sogenannten Rotaviren. Gerade bei kleinen Kindern können Rotaviren zu schwerwiegenden Erkrankungen führen, die in vielen Fällen einen stationären Aufenthalt notwendig machen. Das Virus birgt eine sehr hohe Ansteckungsgefahr, wobei die Übertragung durch eine Schmierinfektion erfolgt. Die Rotaviren haften beispielsweise nach einem Stuhlgang an den Händen und werden so an eine andere Person weitergegeben. Gelangen die Viren dann in den Mund, kommt es in den meisten Fällen zu einer Infektion mit Rotaviren.

 

Rotaviren sind langlebig und können auch außerhalb eines Wirts mehrere Tage überleben. So lauern sie auf vielen Oberflächen, wie etwa Türgriffen, Tischen oder auch Spielsachen. Auch eine Verunreinigung von Trinkwasser mit Rotaviren ist denkbar. Eine umfassende Hygiene, beispielsweise eine regelmäßige Desinfektion der Hände, bietet keinen optimalen Schutz gegen eine Infektion mit Rotaviren. Allein durch eine Impfung gegen Rotaviren besteht ein effektiver Schutz, der gerade bei Säuglingen und Kindern empfohlen wird.

 

Es gibt mehrere Formen von Rotaviren, zwischen denen Mediziner unterscheiden. So werden Rotaviren in Untergruppen von A bis G eingeteilt. Studien haben gezeigt, dass meistens Rotaviren der Gruppe A hinter den meisten Durchfallerkrankungen steckt.

 

Rotavirus – wie sieht das Krankheitsbild aus?

 

Die Inkubationszeit, also die Zeitspanne zwischen Ansteckung und Ausbruch der Krankheit, beträgt drei Tage. Dann zeigen sich plötzliches Erbrechen und Durchfall, der eine wässrige Konsistenz hat. Auch Bauchschmerzen zählen zu den typischen Symptomen, die bei einer Infektion mit Rotaviren auftreten können. In der Folge kann sich auch die Körpertemperatur erhöhen und es stellt sich ein Gefühl von Abgeschlagenheit ein.

 

Normalerweise kann eine Infektion mit Rotaviren bis zu 6 Tage andauern. Das Problem ist, je länger eine Rotavirus-Infektion andauert, desto drastischer können die Folgen sein. Es kann zu einem erheblichen Flüssigkeitsverlust kommen und auch der Elektrolyte-Haushalt wird empfindlich gestört. Auch Husten und Schnupfen können als Begleitsymptome auftreten.

 

Besonders schwere Verläufe entstehen meist bei Kindern, die das 2. Lebensjahr noch nicht vollendet haben. Meist müssen die an Rotaviren erkrankten Säuglinge und Kinder stationär behandelt werden, um einen lebensbedrohlichen Verlauf zu vermeiden. Auch eine intensivmedizinische Behandlung bei Rotaviren ist bei Kindern denkbar und kommt nicht selten vor.

 

Statistiken zeigen einen vermehrten Anstieg an Rotaviren-Infektionen ab Februar bis April. Wurde bereits einmal eine Infektion mit Rotavirus überstanden, so entsteht leider keine Immunität gegen den viralen Erreger. Es kann also, bei Ansteckung, jederzeit wieder zu einer Infektion mit Rotaviren kommen. Neben Säuglingen und Kindern treffen Rotaviren auch gerne Personen, die ein geschwächtes Immunsystem haben. Eine Infektion gegen Rotaviren ist dann ratsam und bietet einen effektiven Schutz.

 

Impfung gegen Rotaviren – wie sehen die Empfehlungen aus?

 

Bei der Impfung gegen Rotaviren handelt es sich um eine Schluckimpfung, die bei Säuglingen in einem Alter ab 6 Wochen möglich ist. Bis zu 2 oder 3 Impfungen sind notwendig, die bis zu einem Alter von 32 Wochen abgeschlossen sein sollte. Welche Anzahl im jeweiligen Fall notwendig ist, hängt von der Art des Impfstoffes ab. Zwischen den einzelnen Impfungen sollte eine Zeitspanne von mindestens 4 Wochen liegen.

 

Eine Impfung gegen Rotaviren besteht aus einem Lebendimpfstoff, der aus einer Form von stark abgeschwächten Rotaviren besteht. Die Infektion soll nicht ausbrechen. Der Körper soll lediglich dazu angeregt werden, Antikörper gegen die Rotaviren zu bilden. Ein Impfstoff gegen Rotaviren ist nur für Säuglinge und Kleinkinder zugelassen. Für Erwachsene gibt es keine Impfung, die aufgrund der milderen Verläufe im Erwachsenenalter auch nicht notwendig ist.

 

Die Kosten für eine Impfung gegen Rotaviren werden von den gesetzlichen Krankenkassen übernommen, da sie Teil der Schutzimpfungsrichtlinie ist. Bei einem privaten Versicherungsträger wird die Kostenübernahme der Rotaviren-Impfung individuell geregelt.

 

Impfreaktion und mögliche Nebenwirkungen bei einer Impfung gegen Rotaviren

 

Eine Schluckimpfung gegen Rotaviren, die oft auch in Kombination mit anderen Impfungen durchgeführt wird, gilt als sehr gut verträglich. Natürlich können auch Nebenwirkungen auftreten, wie bei Impfungen gegen andere Viren oder bakterielle Erreger auch. Es kann sein, dass der Körper einen MagenDarm-Infekt simuliert. So können sich Bauchschmerzen, eine leichte Erhöhung der Temperatur, Erbrechen und Durchfall zeigen.

 

Diese Symptome sind aber nicht so extrem wie bei einer tatsächlichen Infektion mit Rotaviren und verschwinden nach einigen Tagen einfach wieder. Es müssen auch nicht alle Nebenwirkungen gemeinsam auftreten. So kann es beispielsweise nur zu leichtem Fieber oder Schmerzen im Bauchraum kommen.

 

In seltenen Fällen kann es nach einer Impfung gegen Rotaviren zu einer Einstülpung des Darms kommen. Dabei schiebt sich ein Darmteil in den anderen und in der Folge kommt es zu Bauchschmerzen. Meist reicht eine konservative Therapie aus und eine Operation ist nur sehr selten notwendig. Studien haben gezeigt, dass das Risiko für eine Darmeinstülpung bei Rotaviren-Impfungen in einem späteren Lebensalter zunimmt. Aus diesem Grund sollten die Impfempfehlungen eingehalten werden.

 

Bei Kindern, die ein erhöhtes Risiko für eine Einstülpung des Darms haben, sollte auf eine Impfung gegen Rotaviren verzichtet werden. Ein weiterer Ausschlussgrund für eine Rotaviren-Impfung stellt beispielsweise eine genetisch bedingte Immunschwäche dar.

 

 

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