Penetration

Wenn man von Penetration spricht, ist in der Regel das Eindringen des männlichen Gliedes in die Scheide einer Frau gemeint. Aber Penetration meint im Allgemeinen das Eindringen eines Körperteils oder eines Objektes in eine Körperöffnung.
Verschiedene Formen der Penetration sind im sexuellen Kontext relevant und bedürfen eines Wissens um die Eigenschaften der zu penetrierenden Öffnung und des Körpergefühls.
Aber auch im medizinischen Kontext spielt die Penetration von Körperöffnungen eine Rolle. Gerade ausführliche Untersuchungen des Verdauungstraktes und der Harnwege zum Beispiel sind ohne ein gewisses Maß an Penetration durch medizinische Geräte nicht möglich.

 

Was ist die Penetration?

Penetration meint im weitesten Sinne immer das Eindringen in eine Körperöffnung. Ob es sich bei dem eindringenden Fremdkörper um einen Penis, einen Finger oder ein medizinisches Gerät handelt, ist dabei irrelevant.
Mit der Penetration geht in den allermeisten Fällen eine Dehnung der betroffenen Körperöffnung einher. Je nachdem, um welche Körperöffnung es sich handelt, sind verschiedene Maßnahmen zu treffen, um Verletzungen und Schmerzen zu vermeiden.

Penetration bedeutet immer ein Eindringen in einen Körper. Hierbei sind ebenfalls, je nachdem um welche Körperöffnung es sich handelt, nebst den Maßnahmen zur Schmerzvermeidung, auch hygienische Maßnahmen zu beachten.
Das Penetrieren einer Körperöffnung stellt immer eine Möglichkeit zum Transport von Keimen dar. Während die Scheidenflora beispielsweise auf natürlichem Wege für solche Eindringlinge gewappnet ist, ist dies bei anderen Körperöffnungen häufig nicht der Fall.

Weil Penetration ein Bestandteil von Sexualität und medizinischen Maßnahmen ist, ist das Wissen um die genaue Anatomie der jeweiligen Körperöffnung wichtig.
So kann ein bloßes Wissen um die Beschaffenheit gewisser körperlicher Eigenschaften bereits dazu führen, dass man sich durch Vergegenwärtigung der Situation entspannen kann.
Um Penetration besser zuzulassen und Entspannung zu erlernen, stehen verschiedene Möglichkeiten zur Verfügung.
Es bieten sich beispielsweise bei Entspannungsproblemen mit der Vagina oder dem Anus folgende Möglichkeiten an:

  • Training der Beckenbodenmuskulatur
  • Erlernen von Atemtechniken
  • Verwendung von Gleitmitteln
  • Training durch Steigerung der Größe des penetrierenden Objektes

 

Ursprünge der Penetration

Penetration kommt bei vielen Tieren vor. Das Eindringen eines männlichen Gliedes in das weibliche Geschlechtsorgan stellt bei Säugetieren die Art der Fortpflanzung dar.
So hat sich auch beim Menschen diese Form der Penetration als natürlicher Aspekt des Menschseins entwickelt und erhalten.

Andere Formen der sexuellen Penetration (Analverkehr, Masturbation durch das Einführen von Fingern etc.) sind wohl darauf zurückzuführen, dass der Mensch sexuelle Lust der Form empfinden kann, dass er Sex zum Vergnügen ausübt. Er hat also experimentiert und erlernt, was ihm gefällt.
Dies kommt bei den meisten Tierarten nicht vor. Entsprechend sind Masturbation und Analverkehr bei den meisten Säugetieren nicht verbreitet, kommen aber durchaus vor. Analverkehr ist unter anderem bei Affen bekannt und kommt auch bei anderen Tierarten (auch bei homosexuellen Individuen) vor. Es ist anzunehmen, dass dies auch der Triebbefriedigung dient.

Mit dem Wissen um die Anatomie des Menschen kam schließlich die medizinisch bedingte Penetration auf. Durch das Einführen von Röhrchen u.ä. in Körperöffnungen, konnte man Medizin in den Körper bringen, Reinigungen durchführen und Blockaden (beispielsweise in Nase und Ohr) lösen.
Später entwickelte man medizinische Geräte, die es ermöglichen, Kameraaufnahmen innerhalb des Körpers zu machen. Dies ist für viele diagnostische Zwecke unumgänglich.

Formen & Arten der Penetration

Neben der sexuellen Penetration gibt es ja noch eine Reihe anderer Maßnahmen und Prozesse, die eine Penetration beinhalten. Die gebräuchlichsten Formen der Penetration und ihre Handhabungen sollen hier beleuchtet werden.

Sexuell motivierte Penetration: Vaginalverkehr
Der Begriff der Penetration wird am Häufigsten mit dem Eindringen eines männlichen Gliedes in die Vagina assoziiert.
Dieser Vorgang stellt gewissermaßen die urtümlichste Form der sexuellen Fortpflanzung beim Menschen dar. Hierfür führt der Mann seinen steifen Penis in die Vagina der Frau ein.
Wenn keine Verhütungsmethode angewandt wird, kann es somit zur Empfängnis kommen, wenn Sperma des Mannes in die Vagina der Frau gelangt.

Beim sexuellen Verkehr dieser Art gilt es ein paar Dinge zu beachten. So können unterschiedliche Probleme auftreten, die den Vaginalverkehr erschweren oder unmöglich werden lassen:

  • Mangelnde Steifigkeit des männlichen Gliedes
  • Nicht ausreichende natürliche Lubrikation der Scheide
  • Krämpfe (Vaginismus)
  • Psychische Belastungen und damit einhergehende Krämpfe und Verspannungen

Während sich die nicht ausreichende Lubrikation in der Regel schnell mit Gleitgel ausgleichen lässt, sind die anderen Probleme gravierender.
Mangelnde Standfestigkeit beim Mann stellt ein medizinisches Problem dar, das abgeklärt gehört. In vielen Fällen kann die Funktionstüchtigkeit der Schwellkörper durch Medikamente wiederhergestellt werden.

Sind Krämpfe und Verspannungen das Problem, gilt es, die Ursachen ausfindig zu machen und Entspannungstechniken zu erlernen.
In vielen Fällen muss für eine Entspannung eine Atmosphäre geschaffen werden, die ein allmähliches Entspannen auch ermöglicht. Dies kann Rituale miteinbeziehen, bestimmte Formen des Vorspiels bedeuten und vor allem Behutsamkeit erfordern.

Liegen die Ursachen tiefer – sind sie zum Beispiel durch ein Trauma bedingt – sind entsprechende therapeutische Maßnahmen eventuell unumgänglich, um ein ungestörtes Erleben vaginaler Penetration wieder möglich zu machen.
Es ist bei allen Maßnahmen stets das Bedürfnis der Frau in den Vordergrund zu stellen.

Sexuell motivierte Penetration: Analverkehr

Analverkehr bezeichnet das Eindringen in den After einer Person. Dabei ist die Person – ob Mann oder Frau – die sich etwas in den After einführen lässt, der passive Part.
Analverkehr kann zur sexuellen Stimulation erfolgen. Die Analregion selbst ist am After schließlich mit zahlreichen Nervenenden versehen, die bei entsprechender Vorsicht eine Stimulation ermöglichen. Aber auch das Eindringen und die Bewegungen innerhalb des Rektums können stimulierend wirken.
Männer haben zusätzlich noch die Prostata, die durch Analverkehr stimuliert werden kann. Dies kann – muss aber nicht – das sexuelle Empfinden intensivieren und den Orgasmus verstärken.

Da es sich beim After nicht um eine Körperöffnung handelt, die darauf ausgelegt ist, dass in sie eingedrungen wird, sind entsprechende Vorsichtsmaßnahmen zu treffen.
Zwar ist der After bis zu einem gewissen Punkt dehnbar (dies ist notwendig für die Defäkation), aber ein Eindringen von außen und ein Überwinden des Verschlusses durch den Schließmuskel stellen noch einmal eine andere Herausforderung dar.

Gewaltsames Eindringen sowie das Einführen von Körperteilen oder Objekten in den After ohne Lubrikation sind zu vermeiden. Es kann dabei zu ernsthaften Verletzungen kommen. Die Schleimhaut am After ist empfindlich und neigt bei Mehrbelastung zu Rissen.
Dies kann schnell abheilen, oder sich auch entzünden und chronisch werden. Man spricht hier von einer Analfissur.

Auch Schmerzen beim Analverkehr können – gerade während der ersten Versuche – auftreten. Um diese zu verhindern, sind ausreichende Gleitfähigkeit und Behutsamkeit relevant. Es empfiehlt sich, erst mit kleineren Objekten wie entsprechendem Sexspielzeug oder Fingern zu beginnen, ehe ein Glied oder etwas Größeres eingeführt wird.
Entspannung ist beim Analverkehr unglaublich wichtig, um Verletzungen und Schmerzen zu vermeiden. Diese kann man erlernen, indem man lernt, sein Körpergefühl zu interpretieren, die richtige Atmung anwendet und ein Gewohnheitsgefühl für anale Penetration entwickelt.

Die Hygiene ist beim Analverkehr nicht außer Acht zu lassen. Darmkeime können in die Harnröhre eines Gliedes eindringen und Infektionen auslösen. Aber auch Keime von außen gehören nicht ins Rektum.
Wird kein Kondom verwendet, empfiehlt es sich, nach dem Verkehr zu urinieren, um Keine auszuspülen.
In Sachen Analhygiene stehen ebenfalls viele Möglichkeiten zur Auswahl.

Sexuell motivierte Penetration: sonstige
Auch das Einführen von Fingern und Objekten kann zur Lustempfindung dienen. Die Penetration von Körperöffnungen sollte dabei stets mit Vorsicht erfolgen und unter hygienischen Bedingungen stattfinden.

Gerade die Penetration von Körperöffnungen durch größere Objekte erfordert ein Maß an Erfahrung und Entspannung, das nicht jeder erbringen kann. Es ist in jedem Falle Vorsicht geboten und auf sein Körpergefühl zu vertrauen. Schmerz und Verkrampfungen sind immer ein Anzeichen dafür, dass die Penetration abgebrochen werden sollte.

Medizinisch bedingte Penetration: Kolonoskopie und rektale Untersuchungen

Eine Dickdarmspiegelung ist eine medizinische Maßnahme, bei welcher Geräte in den Dickdarm (und den letzten Teil des Dünndarms) eingeführt werden.
Dabei wird der Patient entsprechend örtlich sediert, so dass er von der Penetration als solches nicht so viel bemerkt.
Die Kolonoskopie dient dazu, den Dickdarm zu begutachten und Unregelmäßigkeiten (Blutungen, Polypen, Knoten) zu erkennen. Auch können einige Probleme auf diesem Weg mittels anderer Instrumente gelöst werden.

Aber auch eine Untersuchung des Rektums kann erfolgen. Hierfür kann das Rektum mit einem speziellen Gerät aufgedehnt werden und eine eine Untersuchung per Blickkontrolle möglich werden.
Auch eine Abklärung einer vergrößerten Prostata findet zuerst rektal mittels Finger statt.

Medizinisch bedingte Penetration: Zystoskopie und Harnröhrenuntersuchung
Eine Blasenspiegelung erfolgt ebenfalls durch das Penetrieren einer bereits vorhandenen Körperöffnung. Das entsprechende Instrument wird über die Harnröhre bis zur Blase eingeführt. Dabei kann die Blase von inne begutachtet werden um Anomalien ausfindig zu machen.
Mit anderem Gerät kann über die Harnröhre gegebenenfalls direkt eingegriffen werden.

Auch auch die Harnröhre selbst lässt sich so untersuchen. Dabei ist Vorsicht geboten, weil sie mit empfindlicher Schleimhaut ausgekleidet ist, die verletzungsanfällig ist. Es ist gibt entsprechende Geräte in unterschiedlichen Größen und für Lubrikation und gegebenenfalls Betäubung wird gesorgt.

Medizinisch bedingte Penetration: sonstige
Auch in andere Öffnungen kann man zum Zwecke der Diagnose und Behandlung von Leiden Instrumente stecken. Verödungen von Adern in der Nase sind ein Standardkniff der Medizin und auch Ohrenreinigungen sind möglich.

Bei allen Penetrationen seitens Ärzten und medizinischem Fachpersonal wird natürlich auf die Verträglichkeit, Gleitfähigkeit und Schmerzvermeidung geachtet.
Dennoch können einige dieser Eingriffe unangenehm sein. Hier helfen Gespräche, Atmungstechniken und andere Dinge, die Entspannung verschaffen.

Medizinischer & gesundheitlicher Nutzen der Penetration

Der natürliche Nutzen von Penetration liegt auf der Hand: vaginale Penetration sichert den Nachwuchs und sexuelle Penetration im Allgemeinen steigert das Wohlbefinden erheblich, indem sie zu einem sexuellen Erleben beiträgt.
Penetration ist zudem ein eindeutiges Erleben. Das heißt, eine nicht gespürte Penetration kommt so gut wie nie vor. Dies hat den Vorteil, dass eindeutig wahrgenommen wird, dass etwas in den Körper einzudringen versucht.
Was davon wir zulassen und was nicht, ist eine Frage des Befindens während der Situation und der Notwendigkeit.

Der medizinische Nutzen von Maßnahmen, die eine Penetration erfordern, liegt ebenfalls auf der Hand. So kann man sich ein Bild von innen machen, Anomalien erkennen und Schnitte umgehen, indem von direkt über einen natürlichen Zugang kleinere Operationen und Maßnahmen erfolgen.

Penetration ist für folgende Dinge notwendig:

  • Fortpflanzung
  • Diverse sexuelle Spielarten
  • Untersuchung von Körperöffnungen und Organen (Blase, Dickdarm, Nase etc.)

 

Fragen & Antworten zur Penetration

Ein Eindringen in die Vagina ist mit Krämpfen verbunden. Was kann man tun?

Die Krämpfe können vielfältig sein. Der anhaltendste Krampf wird als Vaginismus bezeichnet. Alle Krämpfe in der Scheidenregion können unterschiedliche Ursachen haben. Meist handelt es sich nicht um funktionelle Störungen, sondern um eine psychische Belastung. Zeit und Zuwendung können hier helfen. Diese Krämpfe müssen durch Entspannung überwunden werden.

Wie kann man lernen, sich penetrieren zu lassen?
Für alle Formen der Penetration gilt, dass sie erlernt werden müssen. So sollte stets klein angefangen werden, um ein Gefühl für einen Fremdkörper im eigenen Körper zu entwickeln.
Das Gefühl muss als angenehm empfunden werden, um Steigerungen vorzunehmen. Entspannung und Atemtechnik sind hierbei relevant. Aber auch für ausreichend Lubrikation muss gesorgt sein.
Wenn man sich auf diese Dinge einlässt, kann man mit ein wenig Geduld und Training bald schon besser entspannen und Penetration einfacher zulassen. Schließlich geht es immer um Muskelgruppen, die sich entspannen sollen.

Was kann bei Angst vor (medizinischer) Penetration tun?
Angst vor Penetration im sexuellen Kontext bedarf häufig einer Klärung der Ursache. Hier bietet sich Gesprächstherapie an.
Im medizinischen Kontext steht häufig die Angst, dass die Penetration durch Instrumente unangenehm ist. Dies kann durchaus der Fall sein.
Allerdings muss man sich vergegenwärtigen, dass das Verletzungsrisiko durch entsprechende Maßnahmen stets minimiert ist.

Unser Fazit zur Penetration

Die Penetration ist im sexuellen Kontext notwendig, um Nachwuchs zu zeugen. Zudem dient sie der sexuellen Stimulation.
Im medizinischen Kontext wird meist zu diagnostischen oder therapeutischen Zwecken eine Körperöffnung penetriert.
Alle Formen der Penetration können besser erlebt oder ertragen werden, wenn man ein Körpergefühl dafür entwickelt. So sind viele penetrierende Vorgänge eine Sache der Gewohnheit.

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