Blasenspiegelung

Untersuchung der Urogenitaltraktes

 

Behandlung Blasenspiegelung Symptome und Erkrankungen des Urogenitaltraktes bedürfen einer genauen Untersuchung, um die Ursachen von Beschwerden und Krankheiten zu diagnostizieren.

Um Beschwerden im Bereich der Harnblase (Zyste) oder des Harnleiters abzuklären, ordnet der Urologe oft eine Blasenspiegelung an, die gleichzeitig bei verschiedenen Erkrankungsformen wie zum Beispiel der Blasensteinerkrankung therapeutisch gezielt eingesetzt wird.

Mithilfe der Zystoskopie kann dem Patienten unter Umständen ein belastender chirurgischer Eingriff erspart bleiben.

In diesem Ratgeber informieren wir Sie umfassend zum Thema Blasenspiegelung.

 

Was ist eine Blasenspiegelung?

 

Die Harnröhren- oder Blasenspiegelung ist eine Untersuchung, bei der mittels eines Endoskops, dem Zystoskop, die Zyste untersucht wird. Man nennt diese Untersuchung auch Urethrozystoskopie, weil die Harnröhre bei dieser Gelegenheit gleich mit untersucht wird.

Man verwendet grundsätzlich 2 verschiedene Arten von Zystoskopen, das starre und das flexible. Das starre Zystoskop besteht aus einem Obturator, einem Arbeitsgerät, einem Außenschaft und einer Optik. Es ist mehrteilig und aus Metall im Gegensatz zum flexiblen Zystoskop, das ein einteiliges Instrument ist mit einer hochflexiblen steuerbaren Spitze, an der eine Linse, per Glasfaser mit dem Okular verbunden, befestigt ist. Das Gerät verfügt außerdem über einen kombinierten Spül- und Arbeitskanal.

 

 

 

Ursprung und Entwicklung

 

Das Zystoskop geht auf den Arzt Bozzini zurück, der 1806 das erste Endoskop mit Kerzenbeleuchtung vorstellte. 1821 folgte ein von Segalas entwickelter Harnröhren-Blasen-Spiegel. 1853 nutze ein Arzt Desormeaux ein Endoskop mit einer Mischung von Terpentinöl und Alkohol als Beleuchtung.

Der Durchbruch mittels eines elektrisch beleuchteten Zystoskops gelang dem Dresdner Assistenzarzt Nitze mit einem wassergekühlten Platinglühdraht. Seit dem erfolgten mit der Zystoskopie genaue Untersuchungen und Klassifizierungen von Harnblasenerkrankungen. Farbige Aufnahmen der Harnblase gelangen erstmals 1838 Hoff und Neeff an den Universitätskliniken Würzburg und Bonn.

Wesentlich verbessert wurde die gesamte Technik durch die Entwicklung und Verwendung von Kaltlichtquellen. Mittels der Videotechnik und den Videokameras können nun die Farbaufnahmen auf Bildschirmen übertragen werden.

 

Funktion, Wirkung, Ziele – Behandlungen und Therapien

Verschiedene Indikationen geben mittels einer Blasenspiegelung Aufschluss über das Krankheitsbild, sodass eine weitergehende Therapie genauer festgelegt werden kann. Hierzu gehören:

 

  • bei Blutbeimengungen im Urin (Makrohämaturie, Mikrohämaturie)
  • im Rahmen einer Tumornachsorge nach Blasentumoren
  • bei Blasentumor
  • bei Verdacht auf Fremdkörper in der Harnröhre oder Harnblase
  • bei häufigen Blasenentzündungen
  • bei Verdacht auf Abflusshindernis, bei Blasenentleerungsstörungen
  • bei Harninkontinenz und Beurteilung des Schließmuskels
  • bei Verdacht auf Harnröhrenenge
  • bei Verdacht auf Fistelbildung zwischen Harnblase, Darm oder Vagina
  • bei Schleimhautentzündungen in der Harnröhre

Die Blasenspiegelung stellt den Innenraum von Harnröhre und Blase zu Abklärung von Diagnosen oder Beschwerden bildlich dar. Mittels einer Blasenspiegelung können gleichzeitig verschiedene therapeutische Maßnahmen durchgeführt werden. Der Patient kann über einen zweiten Bildschirm größtenteils den Verlauf der Untersuchung mit verfolgen.

Durchführung und Wirkungsweise

 

Die Zystoskopie findet generell im Liegen statt. Während bei Kindern eine Vollnarkose angeordnet wird, entfällt diese bei Erwachsenen in der Regel. Die Untersuchung wird unter Einhaltung der Sterilität durchgeführt, um nachfolgende Infektionen zu vermeiden. Es ist eine ambulante Untersuchung, wo vor der Behandlung zunächst die Krankengeschichte erfasst wird. Der Urin wird auf Entzündungs- oder Infektionsanzeichen untersucht.

Behandlung Blasenspiegelung Der Patient legt sich auf den Untersuchungstisch, bei der starren Urethrozystoskopie in die sogenannte Steinschnittlage, bei der flexiblen Urethrozystoskopie flach auf den Rücken.

Der gesamte Genitalbereich, die Oberschenkel sowie die Harnröhrenöffnung werden desinfiziert und das Zystoskop unter vorheriger Beigabe eines örtlich wirkenden Betäubungsgleitmittels und sterilen Spülmittels langsam in die Harnröhre geschoben.

Sobald die Harnblase erreicht ist, wird sie mit einem Spülmittel gefüllt, damit sie sich für die Inspektion entfaltet.
Werden Gewebeproben entnommen bzw. soll ein Tumor entfernt werden, werden über den Arbeitskanal des Zystoskops die entsprechenden Instrumente eingeführt.

Die weibliche Harnröhre misst nur 3 bis 4 Zentimeter. Dadurch ist die Blasenspiegelung bei Frauen einfacher als bei Männern, deren Harnröhre zwischen 25 und 30 cm lang sein kann. Da die Harnröhre bei Männern auch nicht gerade ist, wird das flexible Zystoskop bevorzugt.

Während der Untersuchung kann ein Harndrang verspürt werden. Die Blasenspiegelung ohne therapeutische Maßnahme dauert nur wenige Minuten. Nach einer Blasenspiegelung sollte man viel Flüssigkeit zu sich nehmen, um eventuelle Erreger auszuspülen.

Nach einer solchen Untersuchung auftretende Schmerzen oder Brennen sollten innerhalb kurzer Zeit von selbst verschwinden. Da es bei der Spiegelung auch zu Verletzungen kleinerer Schleimhautareale kommen kann, ist Blut im Urin nicht ungewöhnlich. Allerdings muss bei länger anhaltendem blutigen Urin ein Arzt aufgesucht werden.

 

Blasenspiegelung hilft bei:

Eine Blasenspiegelung wird bei folgenden Verfahren eingesetzt:

  • Steinentfernung
  • Blutstillung
  • Beseitigung von Verengungen
  • Tumorabtragung von sehr kleinen Tumoren
  • Einlegen von Harnleiterschienen

Im Rahmen einer Blasenspiegelung können evtl. unter Vollnarkose oder unter einer Lokalanästhesie kleinere therapeutische Behandlungen durchgeführt werden. Harnsteine unterscheidet man je nach Fundort als Nierensteine, Harnleitersteine, Blasensteine oder Harnröhrensteine.

Sie sind kristalline Ablagerungen der ableitenden Harnwege mit unterschiedlichen Zusammensetzungen. Harnsteine entstehen, wenn Mineralsalze ausgefällt werden. Bei einem bestimmten Säuregehalt des Urins bildet sich zunächst der Blasengrieß aus kleineren Kristallen, die sich später zu größeren Gebilden zusammenfügen können.

Es handelt sich hierbei vorwiegend um Kalziumkarbonat, Kalziumphosphat und Kalziumoxalat. Eine Harnleiterschiene ist ein dünner Katheter, der den Urin sammelt und den Abtransport über den Harnleiter sicherstellt.

 

Diagnose und Untersuchungsmethoden

 

Was lässt sich zum Beispiel mit der Blasenspiegelung feststellen?

 

  • Tumore der Harnblase
  • Strikturen der Harnblase
  • Blasendivertikel
  • Harnblasenfisteln
  • Blasensteine
  • Fremdkörper in der Harnblase
  • Veränderungen der Schließmuskelfunktion
  • Entzündungen der Schleimhaut
  • anatomische Veränderungen der Harnblase

Ältere Männer leiden oft unter Vergrößerung der Prostata, die sich auf dem Weg von der Harnröhre zur Blase befindet. Diese vergrößerte Prostata engt die Harnröhre ein und führt zu Problemen beim Wasserlassen. Diese Vergrößerung wird bei einer Blasenspiegelung erkannt.

 

Risiken und Nebenwirkungen

 

Die Untersuchung ist oft schmerzlos. Trotzdem kann es nachfolgend zu Problemen kommen, die dann durch einen Arzt abzuklären sind. Das sind zum Beispiel:

 

  • auftretende Schmerzen,
  • eine Blasenentzündung,
  • eine Verletzung,
  • eine Harninkontinenz.

Nach der Behandlung in den ersten Stunden bis zu einem Tag kann es zu Schmerzen beim Wasserlassen kommen. Sollten die Schmerzen nicht nachlassen oder gar an Intensität noch zunehmen, kann es sich um eine Entzündung handeln, die ärztlich abgeklärt werden muss.

Trotz größter Vorsicht und Desinfektion kann trotzdem eine Blasenentzündung durch aufsteigende Erreger kommen, die eine Infektion verursachen. Dem wird mit der vorsorglichen Gabe eines Antibiotikums entgegengewirkt. Sollten dennoch Fieber und Schmerzen auftreten, muss auch in diesem Fall ein Arzt zurate gezogen werden.

Kleine Einrisse in den Schleimhäuten können zu einer Narbenbildung führen, die die Harnröhre verengen und dadurch Störungen beim Wasserlassen verursachen. Geringere Blutspuren sind oft harmlos. Größere Mengen allerdings bedürfen der Untersuchungen durch den Arzt.

Eine vorübergehende Harninkontinenz mit unkontrolliertem Abgang von Urin sollte aufgrund der Reizung des Blasenschließmuskels nur von kurzer Dauer sein. Aber auch hier gilt, sollten die Beschwerden länger anhalten, ist unbedingt ein Arzt zu konsultieren.

 

Gegenanzeigen und Wechselwirkungen

 

Bei Entzündungen im Urogenitalbereich wie zum Beispiel bei

 

  • einer Harnröhrenentzündung
  • einer Harnblasenentzündung
  • einer Prostataentzündung

dürfen keine Blasenspiegelungen durchgeführt werden. Daher muss vor einer Blasenspiegelung jede mögliche Harnwegsinfektion durch eine Kontrolluntersuchung des Urins ausgeschlossen werden.

 

Wer führt eine Blasenspiegelung durch?

 

Im Gegensatz zum Katheter legen wird eine Spiegelung nur speziell dafür ausgebildetem medizinischen Fachpersonal und Urologen durchgeführt, da der Arzt auch sofort die Diagnose aufstellt und eine Therapie in Form eines kleineren Eingriffes durchführt.

 

Unser Fazit:

 

Eine Blasenspiegelung ist eine diagnostische und auch therapeutische Untersuchungsmethode, um Erkrankungen des Urogenitaltraktes zu erkennen und kleinere Übel an Ort und Stelle zu beseitigen.

Die Zystoskopie ist im Allgemeinen wenig schmerzhaft und wird größtenteils ohne Narkose durchgeführt, sodass also der Patient ohne Bedenken solch eine Untersuchung zur Vorbeugung und weiteren Therapie anstreben kann.

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