Herzschrittmacher

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Es gibt diverse Ursachen, bei denen ein Herzschrittmacher eingesetzt werden muss

Ein Herzschrittmacher, kurz HSM, kann vielen Menschen zu einem langen und gesunden Leben verhelfen und zum Teil die Lebensdauer vieler Menschen grundlegend verlängern. Im Rahmen der Herztherapie wird dieses kleine Gerät häufig eingesetzt um den Herzmuskel durch den Einsatz elektrischer Impulse zur Kontraktion anzuregen. Das Gerät wurde bereits in den 50er Jahren entwickelt und gehört mittlerweile zum Standard.

Heutzutage stehen, je nach Ursache, neben dem klassischen Modell noch ein transkutaner Pacemaker sowie ein kleiner, einsetzbarer Defibrillator zur Verfügung. Aber wann genau kommt ein HSM eigentlich in Frage? Welche Risiken und welche Arten von Herzschrittmachern gibt es? Wie sind der Aufbau, die Funktion und die Wirkungsweise dieses Medizin-Geräts? Was ist der medizinische und gesundheitliche Nutzen? Nachfolgend finden Sie alle wissenswerten Informationen zum HSM.

Was ist ein Herzschrittmacher?

Der erste Herzschrittmacher wurde bereits in den 50er Jahren des 20. Jahrhunderts von Earl Bakken entwickelt. Dieser war noch tragbar und wurde durch weitere Entwicklung bereits 8 Jahre später in implantierbarer Form eingesetzt.

Das Gerät besteht aus Transistoren, einem Nickel-Cadium-Akkumulator und einer Spule zum Aufladen des HSMs. Das Gerät wird in den Körper eingesetzt oder kann nach außen hin tragbar mitgenommen werden. Eingepflanzt wird er in der Nähe des Herzens.

Menschen mit langsamem Herz nutzen den Herzschrittmacher. Er stimuliert den Herzmuskel und regt ihn zur Kontraktion an indem er elektrische Impulse aussendet.

Nach dem Einsatz

Möglichkeiten nach dem Einsatz eines Herzschrittmachers

Viele Menschen glauben, dass ein Herzschrittmacher beziehungsweise die Operation und der Einsatz danach eher einschränken. Dies ist defintiv nicht der Fall. Nachdem man sich von der Operation erholt hat, ist man häufig aktiver und kann seinen Hobbies wieder problemlos nachgehen.

Sportarten oder Freizeitbeschäftigungen bei denen Schläge auf Brust oder Lunge möglich sind sollten trotzdem nur sehr vorsichtig ausgeübt werden. Sprechen Sie vorher mit Ihrem Arzt darüber welche Aktivitäten möglich sind und welche Sie lieber auslassen sollten.


Sicherheitshinweise

Der Gebrauch von Herzschrittmachern ist auch mit ein paar Risiken verbunden. Im Bereich elektromagnetischer Felder können vorrübergehend Störungen auftreten, die dann in Schwindel, verstärktem Herzklopfen oder in einem ungleichmäßigen Puls resultieren können.

Treten solche Störungen auf dann sollte man sich schnell von der Quelle des Feldes wegbewegen. Je größer der Abstand desto besser.

Dies gilt besonders für folgende Geräte und Orte:

Hausmittel gegen Herzstolpern

Nach dem Einsatz sind einige Dinge zu beachten

  • Diebstahlsicherungen am Kassen- und Eingangsbereich sollten schnell durchquert werden
  • Elektrische Geräte wie Handys, Fön, Rasierer, Sägen, Lautsprecher, Magnete, Heizkissen und andere Arten von Elektrogeräten sollten in einem Mindestabstand von 20 Zentimetern vom Körper weggehalten werden
  • Induktionsherde sollten wenn möglich gar nicht genutzt werden oder mit einem Sicherheitsabstand von 40 Zentimetern
  • Auch die Nutzung eines MRTs ist nicht ratsam, da diese große Magnetfelder erzeugen, die zu Überhitzung oder fehlerhafter Stimulation führen
  • Röntgenstrahlungen und Schnurlostelefone sind laut Bundesamt für Strahlenschutz aber unbedenklich.

Formen, Arten & Typen

Kardiologen, die Experten für Fragen und Probleme rund ums Herz, unterscheiden mehrere Formen von Herzschrittmachern. Neben dem klassischen Modell gibt es noch einen transkutanen Pacemaker, wobei der Begriff Pacemaker der englische Begriff für Schrittmacher ist. Des Weiteren gibt es einen einsetzbaren Defibrillator in einer stark verkleinerten Form.

Zusätzlich zu den oben genannten Formen gibt es auch permanente Einheiten die in ein-, zwei oder Dreikammereinheiten funktionieren.

Insgesamt gibt es fünf Formen von Herzschrittmachern die sich anhand des Ortes der Stimulation unterscheiden:

Extrakardiale Stimulation

Vorrübergehend – Extra meint dabei eine Funktionsweise außerhalb des Körpers

In den Anfängen der Herzschrittmacherbehandlung wurden Elektroden direkt ans Herz angenäht. Heute werden die Elektrodenkabel direkt am unteren Ende des Brustbeins durch die Haut nach Außen geführt. Diese Praxis wird aber nur noch nach Eingriffen am Herz genutzt.

Intrakardiale Stimulation

Vorrübergehend

Eine Elektrode wird in die rechte Herzhälfte eingeführt und durch eine Vene eingesetzt. Die Operation erfolgt dabei am offenen Herzen. Die Elektrode wird dabei am Herz fixiert wobei eine externe Stimulation erfolgt. Aufgrund sehr hoher Infektionsgefahr ist von dieser Therapie abzuraten und eignet sich nur für eine vorrübergehende Behandlung.

Transkutane Stimulation

Hier handelt es sich um einen externen Schrittmacher, bei dem große aufklebbare Elektroden auf die Haut gesetzt werden, die dann kleine Stromstöße abgeben welche das Herz stimulieren sollen. Da hier kein direkter Kontakt zwischen Herz und Stromstoß besteht sind größere Stromstärken notwendig. Das Vorgehen eignet sich daher eher für Notfallsituationen, da die erhöhte Stromstärke die Skelettmuskulatur ungewollt stimuliert.

Ösophagus-Stimulation

Hierbei wird eine Elektrode durch die Speiseröhre geschoben und auf Höhe des Herzens platziert. Das Verfahren ist sehr schmerzhaft und wird nur selten angewendet weshalb es auch nicht besonders verbreitet ist.

Intrakardiale Stimulation

Das am häufigsten in der Praxis angewendete Verfahren ist die intrakardiale Stimulation durch ein eingesetztes Implantat. Der HSM wird oberhalb der linken (oder rechten) Brust unter die Haut oder unter den großen Brustmuskel implantiert.

Typen & Aufbau

Unter diesen verschiedenen Formen von Herzschrittmachern grassieren dann noch unterschiedliche Typen die je nach Aufbau eine andere Funktionsweise haben.

  • Einkammerschrittmacher mit den Modellen V00/A00, VVI, AAI und SSI
  • Zweikammerschrittmacher mit den Modellen VAT, DVI, VDD und DDD
  • Dreikammerschrittmacher

Aufbau, Funktion & Wirkung

Die Funktionsweise des HSM ist einfach. Es sendet minimale Stromstöße, ausgehend von den Elektroden. Dadurch wird der Herzschlag stimuliert was ein rhythmisches arbeiten des Herzmuskels auslöst. Der HSM erkennt auch ob Herzschläge kurzzeitig aussetzen und gleicht dieses „Herzstolpern“ aus. Ansonsten könnte ein gefährliches Kammerflimmern ausgelöst werden.

Herzschrittmacher Stent

Die Stromstöße des HSM stimulieren den Herzschlag

Ein Herzschrittmacher ist zudem ein recht simpel gestaltetes Gerät. In erster Linie besteht es aus einem Impulsgeber, einem Aggregat und der Elektrode. Diese ist mit dem Impulsgeber verbunden. Die Elektrode leitet die Impulse ans Herz und wieder zurück. So lässt sich die Leistung steuern.

Im Aggregat sind eine Batterie, ein Impulsgeber und die Steuerelektronik. Für den heutigen Betrieb werden dafür Lithium-Iod-Batterien verwendet, diese beinhalten keine flüssigen Bestandteile damit nichts auslaufen kann und weil diese nur eine geringe Selbstentladung aufweisen.

Die Elektrode (oder Sonde) verbindet den Schrittmacher mit dem Herz. Diese besteht aus dem Leiter, einer Spitze und einem Konnektor (einer Verbindung). Die Elektrode kann auf verschiedene Weisen am Herz befestigt werden. Dabei unterscheidet man zwischen passiven und aktiven Fixierungsmechanismen.

  • Aktive Fixierungsmechanismen: Schraubelektrode, die in das Myokard eingedreht wird.
  • Passive Fixierungsmechanismen: Ankerektrode, die wiederhakenähnlich verankert wird.

Einstellung & Funktion

Die Einstellung des implantierten Herzschrittmachers kann drahtlos durch ein aufgelegtes Abfragegerät erfolgen oder beim externen HSM direkt am Gerät eingestellt werden.

Der Herzschrittmacher dient nicht nur der elektronischen Übertragung von Impulsen, es misst auch die Herzfunktion und erstellt ein EKG welches ausgewertet werden kann. Wenn innerhalb einer bestimmten Zeit kein Herzschlag festgestellt wird, erfolgt eine Stimulation durch die elektrischen Impulse.

Die Geräte der Einkammerschrittmacher der VVI-Baureihe zählen hierbei zu den am häufigsten genutzten. Diese sorgen dafür, dass es nicht zu einer Überaktivität des Herzes kommen kann. Er schaltet sich automatisch bei Bedarf ein und wirkt wenn der Herzventrikel nicht aktiv ist. Er schaltet sich dann automatisch wieder ab, wenn die Herzkammern wieder einwandfrei arbeiten.

Die Zweikammerschrittmacher dienen als Vorhofschrittmacher und sollen einem Kammerflimmern vorbeugen.

Medizinischer Nutzen

Medizinischer & gesundheitlicher Nutzen eines Herzschrittmachers

Im Gegensatz zu einer Therapie mit blutdrucksenkenden Mitteln ist der Einsatz von Herzschrittmachern recht gut angesehen in der Medizin. Viele Arzneimittel gegen hohen Blutdruck oder Herzschwäche können nach langer Einnahme zu einer Störung der Herzfrequenz führen.

Zunehmende Herzerkrankungen in der Gesellschaft sind anders kaum noch zu behandeln. Selbst die Tatsache dass eine Operation nötig ist tut diesem Fakt keinen Abbruch. Je massiver und lebensbedrohlicher die Unregelmäßigkeiten sind, desto wichtiger ist der Einsatz eines Pacemakers.

Der Herzschrittmacher erlaubt eine normale, kontinuierliche Koordination der Herzschläge und reduziert Reizbildung. Dadurch fühlen sich Patienten wieder lebendig und stabil. Vorher stark eingeschränkt, nach Einsatz wieder leistungsfähig. Gleichzeitig geht mit einer Herzrhythmusstörung auch häufig eine psychische Belastung einher.

Die Angst morgen nicht mehr aufzuwachen oder bei zu großer Anstrengung umzukippen sind dann allgegenwärtig und können auf lange Sicht zermürbend sein. Der Einsatz eines HSMs erzeugt durch minimalen Einsatz eine maximale Wirkung auf Lebensqualität und Lebensdauer.

Die OP verläuft in der Regel recht unproblematisch und unerwartet schnell. Maximal 20-30 Minuten dauert der Eingriff der meist nur unter örtlicher Betäubung stattfindet. Je nach Patient verläuft der Heilungsprozess mal schneller oder langsamer. Viele Patienten können am gleichen Tag wieder nach Hause und sind von Tag eins ab schmerzfrei, andere brauchen zunächst ein paar Wochen um sich an die neuen Gegebenheiten anzupassen.

Ein Herzschrittmacher schließt die Einnahme weiterer Medikamente zwar nicht aus, kann aber die Wahrscheinlichkeit weiterer Maßnahmen verringern. Ihr Arzt entscheidet letztendlich welche Medikamente Sie nach der Operation weiter einnehmen müssen und in welcher Dosierung. Da die jahrelange Einnahme von Medikamenten aber zu erheblichen Organschäden führen kann, ist der Einsatz eines Herzschrittmachers heute eine echte Alternative.


Fragen & Antworten

Einsatz Sinnvoll?

Ist der Einsatz eines Herzschrittmachers sinnvoll?

Für Menschen die unter einer lebensbedrohlichen Herzrhythmusstörung leiden ist es häufig die einzige Möglichkeit ein langes und stressfreies Leben führen zu können. Der Einsatz von Medikamenten ab einem frühen Alter wie 40-50 kann auf lange Sicht zu vielen Organschäden führen. Der Einsatz eines Schrittmachers ist daher eine sehr angenehme und problemfreie Alternative.

OP Gefährlich?

Vorhofflimmern (absolute Arrhythmie) Herzrhythmusstörung Defibrillator

Die HSM-OP ist ein Routine-Eingriff und i. d. R. unproblematisch

Wie gefährlich ist die Operation?

Prinzipiell ist eine Operation des Herzschrittmachers unproblematisch. Die Operation selbst dauert in der Regel nur wenige Minuten (20-45 Minuten) und nur in seltenen Fällen treten hier Komplikationen auf. In den meisten Fällen sind dann Ärzte oder fehlerhafte Vorgänge für Komplikationen verantwortlich, die bei der OP andere Bereiche verletzen oder ungenau arbeiten.

Wann erneuern?

Wie lange kann man einen Herzschrittmacher tragen bevor er erneuert werden muss?

Die neuen Herzschrittmacher, die mit einer Lithium-Batterie ausgestattet sind haben eine Lebensdauer von 6-10 Jahren. Abhängig von Modell und der Nutzungshäufigkeit. Wenn die Batterie leer ist, muss der Schrittmacher ausgetauscht werden. Dies geschieht dann in einer erneuten Operation.

Wie groß?

Wie groß ist ein Herzschrittmacher?

Dank neuer Methoden und weiterer Forschung sind Herzschrittmacher heute kaum noch wahrnehmbar. Sie haben die Größe einer normalen Armbanduhr und sind damit extrem klein.


Unser Fazit zu den HSM

Sie können das Leben vieler Menschen vereinfachen und erleichtern, erlauben es wieder ein aktives Mitglied der Gesellschaft zu sein. Der Eingriff ist meist problemfrei und einfach. Eine kurze Operation die meist unter örtlicher Betäubung durchgeführt wird. Die Nutzungsdauer ist recht lange und tritt ohne größere Komplikationen oder Einschränkungen auf. Zudem kann ein Herzschrittmacher den Einsatz von Medikamenten stoppen und hat damit auf lange Sicht gesehen einen enormen gesundheitlichen Nutzen.

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