Hörgeräte

Besseres Hören für höhere Lebensqualität

 

Mehr als 15 Millionen Menschen leiden in Deutschland an Schwerhörigkeit. Etwa drei Millionen Menschen haben nur ein Hörgerät. Allerdings gilt ein solcher Gegenstand als Zeichen der Gebrechlichkeit und Alters. Ein Hörgerät dient der Erleichterung der Lebensqualität und ist heute kaum zu sehen. Denn eine Schwerhörigkeit ist nicht nur unangenehm, sondern führt zur sozialen Abschottung. Die Folge daraus: Depressionen und Demenz. Deshalb ist es so wichtig, dass, sobald sich die ersten Anzeichen einer Schwerhörigkeit zeigen, ein Ohrenarzt aufgesucht wird, um das passende Hörgerät zu finden. Empfehlenswert ist ein jährlicher Hörtest bei einem Ohrenarzt ab mindestens 55 Jahren.

 

Was ist ein Hörgerät?

 

Wer nicht richtig hören kannst, braucht dringend einen Ohrenarzt. Von diesen bekommen Sie ein Rezept für ein Hörgerät. Denn ohne eine entsprechende Verordnung übernehmen die Krankenkassen kein Hörgerät. Mithilfe eines Hörgeräteakustiker werden einige Hörtests vorgenommen. Hierbei werden verschiedene Modelle näher dargestellt. In der Regel ist es möglich, sogar einige Varianten zum Ausprobieren mit nach Hause zu nehmen. Dort können die verschiedensten Hörgeräte in Ruhe getestet werden, welches wirklich zu einem passt. Insgesamt drei Probe-Hörgeräte dürfen gesetzlich Versicherte mit nach Hause nehmen. Davon muss ein zuzahlungsfreies Gerät mit dabei sein, welches die Krankenkasse komplett von den Kosten her übernimmt. Alle sechs Jahre darf eine neue Verordnung bei der Krankenkasse eingehen, um die Kosten für ein neues Hörgerät zu übernehmen; auch dann noch, wenn das Hörvermögen sich nicht verändert hat.

Das Hörvermögen verbessern

Wer sich dazu entschließen möchte, ein Hörgerät zu tragen, darf auf wunderbare Erlebnisse hoffen. Gemeinsam mit einem Hörgeräteakustiker werden die Patienten für ein besseres Hören begleitet, um sicherzustellen, dass das ausgewählte Modell auch zum Einen passt und ob es als die richtige Lösung erscheint. Beim Besuch bei einem Hörgeräteakustiker findet der Patient Gehör. Immerhin möchte ein Hörgeräteakustiker erfahren, in welcher Form sich das Hörvermögen verändert hat und erklärt, wie der Patient die kommenden Wochen, Monate und Jahre problemlos meistern kann. Zusammen werden die weiteren Schritte entschieden. Bei der Entscheidungsfindung des richtigen Modells hängen verschiedene Faktoren ab: Arbeitsplatz, Familie oder der Lebensstil. Ziel ist es, die richtige Lösung für die Ansprüche und Bedürfnisse des Patienten zu finden.

 

Formen, Arten & Typen

 

Generell gibt es drei Arten von Hörgeräten:

 

  1. im Ohr getragene Geräte
  2. hinter dem Ohr getragene Geräte (HdO-Hörgeräte)
  3. RITE-Hörgeräte

Hörgeräte, die in dem Ohr getragen werden, sind in dem Sinne vorteilhaft, dass sie durch das Beinahe-Unsichtbar-Sein kaum unauffällig sind. Wer einen zu engen Gehörgang hat, sollte von diesen Modellen Abstand nehmen, da das Gefühl eher unangenehm einzustufen ist. Die im Ohr getragene Hörgeräte sind kleiner als im Vergleich zu den hinter dem Ohr getragene Geräte und braucht für die Handhabung etwas Fingerfertigkeit. Sogar die Batterien sind kleiner und müssen mindestens einmal in der Woche gewechselt werden.

 

Bei hinter dem Ohr getragene Hörgeräte sind vor allem für die Patienten mit einer leichten bis hochgradigen Schwerhörigkeit gedacht. Die Modelle werden in das Ohr eingesetzt. Hier gibt es den Vorteil, dass die Bedienung eher unkompliziert ist. Die Lautstärke kann in den meisten Fällen mittels eines Rädchen eingestellt werden. Wer nicht auf seinem Schwimmsport verzichten möchte, gibt es dafür spezielle Hörgeräte, die wasserabweisend sind.

 

Die sogenannten RITE-Hörgeräte sind eine Kombination aus beiden bereits genannten Modellen.

 

Nicht nur die Trageweisen unterscheiden sich voneinander, sondern auch die analogen von digitalen Hörgeräten. Allerdings gibt es mittlerweile nur noch digitale Hörgeräte, weilt diese als modern gelten und eine bessere Sprachqualität aufweisen. Die digitale Technologie ist bereits seit den 90er Jahren auf dem Markt zu finden. Sie hat den Vorteil daran, dass die elektronischen Informationen den Schall umwandeln, bündeln und dann schließlich erst ausgegeben werden. Diese wichtige Aufgabe übernimmt im Hörgerät ein entsprechender Minicomputer. Nachteilig ist zu erwähnen, dass es immer wieder zu leichten Verzögerungen kommen kann. Dennoch gelten diese Modelle als wahrer Marktführer.

 

Bei einem analogen Hörgerät werden die Signal auf analoge Art und Weise verarbeitet. Es kann immer wieder zu Störsignalen kommen.

 

Aufbau, Funktion & Wirkungsweise

 

Die Hörgeräte differenzieren sich neben ihrer Bauart, auch vom Design deutlich voneinander. Die grundsätzliche Funktionsweise bleibt allerdings gleich. Alle Hörgeräte Modelle bestehen aus einem Verstärker, einem Mikrofon sowie einem Lautsprecher. Da die digitalen Hörgeräte mit einem Mikroprozessor versehen sind, können diese den Schall verarbeiten. Die Schallwellen wandeln sich in elektrische Impulse um. Diese Signale werden anschließend an dem Lautsprecher weitergeleitet und in den Gehörgang durchgegeben. Vorteilhaft ist, dass die digitalen Hörgeräte eindrucksvoll klein und kaum zu sehen sind. Hörgeräte mit einem leistungsstarken Minicomputer weisen eine vermehrte Verstärkung der Geräusche und Sprache auf; genau an den Stellen, wo es notwendig ist. Kurze Zusammenfassung der Funktionsweise eines Hörgerätes im Überblick:

  1. das im Hörgerät integrierte Mikrofon nimmt Geräusche auf
  2. diese Töne werden von dem Computerchip gefiltert
  3. Signale werden analysiert
  4. die lästigen Hintergrundgeräusche werden ausgeblendet
  5. umgewandelte Klänge werden an den Verstärker weitergeleitet
  6. danach Gehen die Töne zu dem Lautsprecher
  7. das System funktioniert mithilfe einer Batterie

Medizinischer & gesundheitlicher Nutzen

 

Wer schwerhörig ist, sollte nicht auf ein beschwerdefreies Leben verzichten müssen. Dank einem Hörgerät kann jeder Patient problemlos am Alltag teilnehmen. Doch aber was bedeutet Schwerhörigkeit? Schwerhörigkeit ist der Zustand, in dem der Patient Geräusche und Töne nur schwach, unartikuliert und undeutlich wahrnimmt. Ursache liegen hier in der Schallleitung und Schallwahrnehmung, am Trommelfell, an den Gehörknöchelchen oder in der Schnecke. Die Schallleitung kann durch Ohrenschmalz vor dem Trommelfell, durch Verschluss des Gehörganges oder Erkrankungen des Mittelohrs ausgeschaltet, das Innenohr mithilfe von Medikamenten, Arteriosklerose, ein Bruch im Bereich der Schädelbasis oder hormonale Störungen geschädigt sein. Bei Schallleitungsstörungen hört man bei tiefen (bei etwa 40 bis 70 dB), bei Schallempfindungsstörung die hohen Töne schlechter (bei etwa 70 bis 95 dB).

 

Die Schwerhörigkeit ist aus der Medizin auch als Hypakusis bekannt, entsteht entweder altersbedient oder aus unterschiedlichen anderen Gründen. Zu den bekanntesten Ursachen gehören Lärm, Rauchen oder Tinnitus. Aber auch eine Gehörgangs- und Mittelohrenentzündung kann zu einer Verminderung des Hörvermögens führen.

 

Diese Erkrankung ist eher schleichend einzustufen. Laut verschiedenen Statistiken vergehen mindestens sieben Jahre, bis der Patient ein Hörgerät braucht. In diesem Zeitraum kann es passieren, dass das Gehirn abschaltet und das Hören buchstäblich verlernt. Durch das Tragen eines Hörgeräts sind die Klänge und Geräusche wieder klar und deutlich.
Wie kann man beispielsweise eine Schwerhörigkeit verhindern oder vielmehr dieser Erkrankung vorbeugen?

Ganz wichtig ist die laute Musik. Insbesondere diejenigen, die laute Musik aus Kopfhörern lauschen, kann es auf Dauer für die Ohren schädlich sein. Da es bei einigen Berufen der Lärm unvermeidbar ist, sollte am Arbeitsplatz allerdings zu entsprechenden Zubehör wie zum Beispiel Gehörschützer zurückgreifen. Wer gewissermaßen an einer viel befahrenen Straße wohnt, ist es empfehlenswert, sich für Schallschutzfenster zu entscheiden.

 

Darüber hinaus ist bei der Reinigung der Ohren auf mehrere Dinge zu beachten: Ohrenstäbchen können die Ohren schaden, wenn diese zu weit in das Ohr gelangen. Dabei kann es passieren, dass der Ohrschmalz zu weit in den Gehörgang gelangt, was ebenfalls Schaden hervorbringen kann.

 

Letztendlich ist der gesamte Lebensstil im Auge zu behalten. Wer ausgeglichen, gesund, entspannt und, wenn es geht, ohne viel Stress lebt, bekommt vermutlich keine Erkrankung in Bezug auf die Schwerhörigkeit.

 

Fragen & Antworten zu Hörgeräte

 

Wer stellt das Hörgerät richtig ein?

 

Die erste Einstellung an dem Hörgerät muss unbedingt ein Hörgeräteakustiker vornehmen. Dies ist deshalb so wichtig, da die Hörgeräte direkt von dem Hersteller angeliefert werden. Für die Patienten ist dieses Hörgerät noch unbrauchbar. Durch die Einstellung des Hörgeräts muss der Akustiker ein Audiogramm durchführen, wobei die Hörkurve mithilfe eines Diagrammes analysiert und ausgewertet wird.

 

Bei einer geraden Null-Linie ist das normale Hörvermögen zu erkennen. Natürlich können hier Abweichungen bis zu 20 dB vorhanden sein. Bei Patienten, die schwerhörig sind, werden sofort deutliche Abweichungen der Norm dargestellt. Durch die unterschiedlichsten Formeln kann der Akustiker das Endergebnis vom Audiogramm auswerten und so das Hörgerät optimal und fachmännisch einstellen.

 

Allerdings bedeutet es nicht, dass die erste Einstellung auch so bestehen bleibt. Die Patienten müssen Tage bis Wochen lang zum Hörgeräteakustiker gehen, um die letzten Feineinstellungen einstellen zu lassen. Geduld ist in diesem Fall sehr wichtig.

 

Wer aber seit längerer Zeit bereits ein Hörproblem hat, ist die Einstellung des Hörgeräts ein wenig aufwändiger.

 

Wie viel kosten Hörgeräte?

 

Hierzulande gibt es mehr als 2.000 unterschiedliche Hörgeräte und kosten zwischen 500 und 3.000 Euro. Von der gesetzlichen Krankenkasse wird im Allgemeinen ein bestimmter Festbetrag nach einer Vorlage der Verordnung vom Ohrenarzt übernommen. Für die Dauer der Verwendung des Hörgeräts in Verbindung mit Reparatur- und Wartungsmaßnahmen ist noch eine weitere Kostenpauschale von der Krankenkasse zu erwarten. Je nachdem, wie hoch die Schwerhörigkeit einzustufen ist, desto höher dürfen die Patienten mit einem Festzuschuss der Krankenkasse rechnen.

 

Bei einer Sonderausstattung, muss das aus persönlicher Tasche zahlen.

 

Sinn macht es ebenfalls, wenn sich der Patient für eine Zusatzversicherung entscheidet, kann es noch weitaus mehr von der Krankenkasse geben. Wie viel genau, hängt immer von dem jeweiligen, abgeschlossenen Vertrag ab.

 

Für den Fall, dass die Schwerhörigkeit durch einen Unfall als Folge passiert ist, kann der Patient noch weitere Zuschüsse von Institutionen erwarten. Unter Umständen kommt die gesetzliche Unfallversicherung für die Kosten eines Hörgeräts auf. Wenn der Unfall nicht während der Arbeit vorgefallen ist, kann auch die zuständige Berufsgenossenschaft einspringen.

 

Wie kann Tinnitus erfolgreich behandelt werden?

 

Als Tinnitus werden allseitig als unangenehme Ohrengeräusche bezeichnet. Darunter Ohrensausen ist ein für den Patienten selbst ein sehr eindrucksvolles, von außen aber schwer zu fassendes Symptom. Es kann ebenso gut nur Vibrationsgeräusche eines Ceruminal-Propfes (Ohrschmalz), eine Versteifung des Steigbügels, Bluthochdruck, Blutunterdruck oder Blutarmut sein. Man sucht des subjektiv sehr unangenehmen Geräusches Herr zu werden durch eine Massage des Trommelfells mit Luft. Annähernd 10 bis 15 % der Erwachsenden leiden beinahe jeden 2. Tag an wiederkehrenden Ohrgeräuschen. Besonders wenn die Ohrgeräusche irgendwann chronischer Natur werden, kann das für einen Patienten unangenehm werden und die somit die Lebensqualität beeinflussen. Ursachen liegen beispielsweise bei verstopfte Ohren oder bestimmte Medikamente, die eine allergische Reaktion hervorrufen.

 

Unser Fazit zu Hörgeräte

 

Wer bei seiner Schwerhörigkeit ein Hörgerät braucht, muss unbedingt darauf achten, dass die Beratung hervorragend durchgeführt. Genau das ist das A und O bei dem Kauf eines Hörgeräts. Welches Gerät zu Einem passt, kann auch ein Hörgeräteakustiker nicht von vornherein sagen. Aus diesem Grunde ist es wichtig und ratsam, dass mehrere Modelle mit nach Hause genommen und eingehend ausprobiert werden. Fachleute empfehlen weiterhin, dass bei der Testphase Protokoll geführt werden sollte, in welcher Situation alles gut lief und in welchen Situationen Probleme aufgetreten sind. Wer sich letztendlich mit der Zeit für ein Modell entscheiden hat, muss die Handhabung und Pflegemaßnahmen genauestens so beachten, wie es vom Fachmann erklärt wurde. Darüber hinaus sollten sich die Patienten vom Akustiker zeigen lassen, wie man mit einem Hörgerät einwandfrei telefonieren kann.

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