Arteriosklerose

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Die Arteriosklerose, im allgemeinen Sprachgebrauch häufig auch Arterienverkalkung genannt, stellt den physiologischen Alterungsprozess einer Arterie dar.

Zahlreiche ältere Menschen sind heute von ihr betroffen.

Zu den oft anzutreffenden Ursachen zählen aber auch eine sehr fettreiche Ernährung und/oder zu wenig Bewegung. Arterien haben die wichtige Aufgabe, das sauerstoffreiche Blut vom Herz durch den Körper zu transportieren. Sie sind einer starken Belastung ausgesetzt, da sie einem hohen Druck standhalten müssen. Die Venen, welche das sauerstoffarme Blut zurückführen, haben es wesentlich leichter.

ArterioskleroseMit jedem Herzschlag wird Sauerstoff durch das weitverzweigte Gefäßnetz im Körper eines Menschen gepumpt. Dieses hat starke Ähnlichkeit mit einem – auf dem Kopf stehenden – Baum. Ganz oben befindet sich der „Stamm“, welcher mit der Aorta gleichzusetzen ist. Von diesem gehen „Hauptäste“ ab, an denen zahlreiche Blutgefäße (Arteriolen) sitzen. Diese wiederum verzweigen sich in kleine „Ästchen“, die sogenannten Kapillaren oder auch Haargefäße. Sind die Arterien verengt, spricht man von einer Arteriosklerose.

 

Bei dieser befinden sich verschiedene Ablagerungen (Plaques) wie Bindegewebe, Blutfette, Blutgerinnsel sowie Kalk in den Gefäßwanden, welche für eine Einengung der Arterien verantwortlich sind. Dies kann in sämtlichen Bereichen des Körpers vorkommen, insbesondere die zahlreichen Gefäßverzweigungen sind häufig betroffen. Grund dafür ist die Tatsache, dass sie bereits aus physikalischen Gründen den Blutfluss ein wenig behindern, was ohne zusätzliche Arterienverkalkung jedoch keinerlei Probleme mit sich bringt. Die Arteriosklerose lässt Blutgefäße nicht nur enger werden, sondern beeinträchtigt auch deren Elastizität. Dadurch wird das Fließen des Blutes um ein Weiteres gestört. Hinzu kommt häufig eine starke Schwächung der Gefäßwand, welche dadurch eine sackähnliche Erweiterung bildet. Diese wird als Aneurysma bezeichnet, oftmals ist eine Arteriosklerose für die Entstehung desselben verantwortlich. Kommt eine Pfropfbildung aus Blutplättchen an einer Ablagerung in der Arterie dazu, besteht die Gefahr eines Infarkts. Nicht die Arteriosklerose selbst, jedoch verschiedene Folgeerscheinungen gelten zum Beispiel in den Ländern Deutschland, Frankreich, Japan sowie USA als häufigste Todesursache.

Ursachen

Bis zum heutigen Tage ist die Entstehung der Arteriosklerose nicht genau bekannt und auch unter den Experten besteht darüber keine Einigung. Eine Theorie, die sogenannte „Lipoprotein-induced-atherosclerosis-Hypothese“ vertritt die Einstellung, dass Cholesterin ursächlich daran beteiligt ist. Neben HDL („gutem Cholesterin) gibt es LDL („schlechtes Cholesterin“). Fett wird von letzterem von der Leber in die verschiedenen Körperzellen transportiert. Dabei besteht die Möglichkeit, dass sich dieses in den Arterien festsetzt und eine entzündliche Veränderung auslöst. Diese wiederum sorgt für Ablagerungen, weiße Blutkörperchen greifen ein, indem sie eine Vielzahl an LDL aufnehmen. Es erfolgt eine Anschwellung der Immunzellen, immer mehr Abwehrzellen beteiligen sich, welche weitere Entzündungen fördern. Mit der Zeit entsteht eine vermehrte Fettansammlung, die als Basis für Plaques angesehen wird. Nach der als „Infektionshypothese“ bekannten Theorie zur Entstehung der Arteriosklerose sind Gifte diverser Bakterien, Immunreaktion und Viren für die Schädigung der Gefäßinnenwand verantwortlich, welche eine der Ursachen für die Ansammlung von Kalk u.a. darstellt. Die sogenannte „Response-to-injury-Hypothese“ vertritt die Meinung, der Auslöser liegt an einer mechanischen Verletzung der inneren Schicht der Arterienwand. Wucherungen und Schaumzellen bilden sich, die für herdförmige Ablagerungen sorgen.

 

Es gibt eine große Zahl an den unterschiedlichsten Risikofaktoren. Hierzu zählen beispielsweise

 

  1. Bluthochdruck;
  2. chronisches Nierenversagen;
  3. Diabetes;
  4. eine kalorien- und fettreiche Ernährung;
  5. ein erhöhter Cholesterinspiegel;
  6. erbliche Veranlagung;
  7. Gelenkrheuma;
  8. Gicht;
  9. Menopause;
  10. Nikotinkonsum;
  11. Überfunktion der Schilddrüse sowie
  12. zu wenig Bewegung.

 

Einem erhöhten Risiko für die Entstehung von Arteriosklerose sind gleichfalls auch Männer ausgesetzt. Dies wird auf das Fehlen von weiblichen Geschlechtshormonen wie beispielsweise Östrogen zurückgeführt. Frauen sind daher zumindest zunächst bis zur eintretenden Menopause zum Teil geschützt. In den Wechseljahren produziert der weibliche Körper weniger Östrogen, so dass sich auch hier das Risiko einer Arteriosklerose Erkrankung erhöht. Ob Mann oder Frau, mit höherem Alter steigt bei beiden die Gefahr einer Ablagerungsbildung in den Arterien.

Symptome

Die Krankheit Arteriosklerose entwickelt sich sehr schleichend. Es ist möglich, dass sich über einen langen Zeitraum hinweg keinerlei Symptome zeigen. Dies kann sich über Jahrzehnte hinziehen. Beobachtet wurde bei Erkrankungsbeginn bereits in der Jugendzeit, dass häufig erste Beschwerden in einem Alter von 30 bis 40 Jahren auftauchten. Die Mehrheit der Arteriosklerose Patienten sind jedoch weit ältere Menschen. Symptome, welche einen Hinweis auf diese stark verbreitete Krankheit geben können, sind beispielsweise:

 

  • Bluthochdruck
  • Durchblutungsstörungen in Oberschenkeln und Waden
  • eingeschränkte Nierenfunktion
  • Gefühl der Enge im Brustbereich
  • Herzinfarkt
  • Impotenz bei Männern
  • Muskelschmerzen
  • Schlaganfall
  • Schmerzen linksseitig im Brustkorb (Angina pectoris)

Vorbezeichnete Symptome treten nicht immer gemeinsam auf, sondern je nachdem, in welcher Arterie eine starke Verkalkung entstanden ist. Befindet sich diese in den Nierengefäßen, kann es zu einem erhöhten Blutdruck sowie einer Einschränkung der Nierenfunktion kommen. Ein daraus folgendes Nierenversagen ist nicht auszuschließen.

 

Zeigen sich Symptome in Form von einem Gefühl der Einengung im Brustbereich, besteht die Möglichkeit einer Verengung der Herzkranzgefäße. Gleiches gilt für Brustschmerzen in der linken Körperseite. Erfolgt keinerlei Behandlung, ist das Risiko eines Herzinfarktes gegeben. Weniger bekannt ist die Tatsache, dass eine Arteriosklerose ebenfalls für eine Verengung von Schlagadern im Becken- und Beinbereich sorgen kann. Dadurch kommt es zu Durchblutungsstörungen, welche wiederum eine Impotenz bei Männern sowie Muskelschmerzen in den Beinen auslösen können. Letztere tauchen oftmals bereits bei nur geringfügiger Beanspruchung auf. Man spricht in diesem Falle auch von Claudicatio intermittens (Schaufensterkrankheit), denn die Betroffenen können keine längeren Wegstrecken ohne Pausen einlegen. Die schlimme Folge eines Schlaganfalles ist zu befürchten, wenn sich die Arteriosklerose in der Halsschlagader oder den Nebenästchen befindet. Diese werden schnell durch ein Blutgerinnsel gänzlich verstopft und es kann zu einem Hirnschlag kommen. Dieser zieht häufig Probleme wie Lähmungen oder Sprachstörungen mit sich, da ein Schlaganfall meist zu Funktionsstörungen des Nervensystems führt.

Therapie

Heilen lässt sich eine Arterienverkalkung nur in einem sehr frühen Stadium, in dem Sinne, dass eine Zurückbildung der Ablagerungen in den Gefäßen erreicht werden kann. Für die Behandlung von Arteriosklerose gibt es zwei Möglichkeiten. Zum einen eine Medikamententherapie, zum anderen durch eine Operation. Zu den häufig verabreichten Arzneimitteln gehören blutdrucksenkende Mittel, die sogenannten ACE-Hemmer, sowie pharmazeutische Produkte, welche den Cholesterinspiegel senken. Hierzu zählen beispielsweise Chlesterol-Resorptionshemmer und CSE-Hemmer/Statine. Bei einer fortgeschrittenen Arteriosklerose werden oftmals auch Acetylsalicylsäure sowie Clopidogrei eingesetzt. Diese Medikamente sind aus der Behandlung von Herz-Kreislauf-Erkrankungen bekannt. Verschiedene Wirkstoffe sorgen für eine Hemmung der Blutgerinnung und können somit das Entstehen von Blutgerinnseln verhindern. In der Chirurgie kommen gleichfalls verschiedene Methoden zur Anwendung. Insbesondere, wenn eine Arteriosklerose das Leben eines Patienten bedroht, ist eine chirurgische Behandlung nicht zu vermeiden. Diese kann zum Beispiel in einer Ballonerweiterung, dem Legen eines Bypasses oder der Ausschabung der Halsschlagader bestehen.

Eine Ballonerweiterung wird recht häufig durchgeführt. Der Chirurg schiebt einen Ballonkatheder durch die Arterie bis zur betroffenen Stelle, dort erfolgt das Aufblasen desselben. Dabei wird das Gefäß erweitert, so dass wieder genug Platz für einen ungehinderten Blutdurchfluss besteht. Zur Vorbeugung eines nochmaligen Verschlusses lässt sich hernach ein selbstentfaltendes Drahtnetz einbringen. Entscheidet sich der Arzt für einen Bypass, legt er damit praktisch eine neue Leitung, welche die geschlossene Stelle in der Arterie umgeht. Bypässe gibt es sowohl als Gefäßprothese, als auch in Form eines körpereigenen Gefäßes, welches in der Regel aus einem Venenteilchen des Unterschenkels besteht. Ist die Halsschlagader verengt, kann diese von einem Chirurg ausgeschabt werden. Eine solche Operation erfolgt von außen, das heißt, es wird ein Schnitt über der beeinträchtigten Stelle gemacht. Nach dem Abklemmen der betroffenen Arterie kann diese geöffnet und die Ausschabung vorgenommen werden.

Eine gesunde Lebensweise sowie ausgewogene Ernährung kann bei einem jeden Menschen das Risiko des Entstehens einer Arteriosklerose verhindern. Ist man aufgrund diverser gesundheitlicher Probleme besonders gefährdet, sollte ganz besonders auf diese beiden Punkte geachtet werden. Auch ausreichende Bewegung ist in jedem Fall empfehlenswert, ebenso wie die Reduzierung erhöhten Körpergewichts sowie die Vermeidung von dauerhaftem Stress und dem Rauchen.

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