Milchpumpe

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Milchpumpen kommen z. B. bei Milchstau zum Einsatz – pixabay/Ben_Kerckx

Milchpumpen oder auch Brustpumpen handelt es sich um ein medizinisches Gerät, mit welchem die Muttermilch von der Brust abgepumpt werden kann. Es gibt verschiedene Grüne um dies zu tun. Manche Mütter leiden zum Beispiel an einem Milchstau und sind daher auf die Pumpen angewiesen. Sie können aber auch einfach als Hilfsmittel eingesetzt werden, z. B. damit jemand anderes das Baby füttern kann.

Welche Gründe noch in Frage kommen, welche Arten, Formen und Typen von Milchpumpen es gibt oder wie die Funktion, der Aufbau und die Wirkungsweise sind, erklären wir im nachfolgenden Artikel. Dort gehen wir unter anderem auch auf die Vor- und Nachteile der diversen Varianten ein und verraten, worauf zu achten ist.

Was ist eine Milchpumpe?

Ein anderes Wort für Milchpumpe ist auch Brustpumpe. Milchpumpen gibt es entweder für den Handbetrieb oder elektrisch, beziehungsweise automatisch.

Damit ist es der Mutter möglich, Milch für das Baby abzupumpen. Es gibt unterschiedlichste Gründe, weshalb sich eine Mutter für eine Milchpumpe entschließt.

Meistens ist die Schwangerschaft ohnehin strapaziös genug, so dass sich die Mutter wünscht, zeitlich mehr Flexibilität im Alltag zu haben. Insofern macht es Sinn, die Muttermilch abzupumpen.

So ist es auch möglich, dass jemand anders, wie zum Beispiel die Großeltern oder ein Babysitter das Baby betreut, ohne dass die Mutter anwesend sein muss, weil die Milch vorhanden sein sollte.

Der Sprössling muss also durch die Milchpumpe niemals auf die Muttermilch verzichten.

Gründe, die für eine Milchpumpe Sprechen:

  • Milchstau
  • Flachbrustwarzen
  • Hohlbrustwarzen
  • Saugschwäche vom Baby

Funktionsweise

Eine Milchpumpe funktioniert relativ simpel, der Aufsatz besteht entweder aus dem Material Latex oder aus Silikon. Dieser Aufsatz wird direkt auf der Mutterbrust platziert. Durch den Pumpeffekt wird die Muttermilch direkt aus der Brust abgepumpt und in eine kleine Flasche für das Baby befördert.

Das Abpumpen erfolgt entweder automatisch oder manuell, je nachdem, ob die Milchpumpe elektrisch ist oder ob es sich um eine Handmilchpumpe handelt. Durch den Druck der Pumpe wird ein Unterdruck erzeugt, der so ähnlich wie das Saugen von einem Säugling ist.

Vorteile

Turner-Syndrom (Ullrich-Turner-Syndrom)

Milchpumpen besitzen diverse Vorteile aber auch Nachteile

  • Entlastung und Flexibilität für die Mutter
  • Ein Vorrat an Muttermilch wird angelegt
  • flexiblere Stillzeiten
  • kein Milchstau
  • Anregung der Milchproduktion
  • die Brust wird geschont
  • Entzündungen der Brustwarzen werden vorgebeugt
  • die Brust wird auch bei überschüssiger Milchproduktion entlastet

Nachteile

  • Höherer Aufwand durch das Abpumpen
  • durch die kühle Lagerung verliert die Muttermilch ihre Idealtemperatur
  • das Kind kann durch Brust und Babyflasche verwirrt werden
  • richtige Aufbewahrung der Milch wird vorausgesetzt

Formen, Arten & Typen

Es gibt einen maßgeblichen Unterschied bei einer Milchpumpe, ob diese manuell oder elektrisch betrieben wird. Grundsätzlich belaufen sich die meisten Unterschiede auf die persönliche Vorliebe, bzw. auf den Preis. In der Anwendung ist eine Handmilchpumpe etwas aufwändiger, dafür aber auch günstiger.

Im Gegensatz dazu läuft die elektrische Milchpumpe quasi automatisch, diese kostet aber auch mehr. Manche manuelle Milchpumpen benötigen etwas Kraftaufwand, bis die Muttermilch aus der Brust gepumpt ist.

Der Vorteil von elektrischen Milchpumpen ist die leichtere Bedienbarkeit und keinerlei Kraftaufwand. Die meisten automatischen elektrischen Pumpen simulieren das Saugen des Babys an der mütterlichen Brust. Aus medizinischer Sicht ist eine elektrische Milchpumpe daher vorteilhafter.

Zudem bietet sich die Möglichkeit, eine elektrische Pumpe zu mieten. Wenn der Säugling etwa eine Saugschwäche hat, weil dies diagnostiziert wurde, werden die Mietkosten für eine Milchpumpe sogar von der Krankenkasse übernommen. Zudem arbeiten elektrische Milchpumpen zyklisch.

Das bedeutet, dass die Milchproduktion am Anfang durch Unterdruck angeregt wird, dann wird er sich tatsächlich die Muttermilch abgepumpt. Für die Brust ist diese Variante ganz besonders schonend. Manche Modelle können in Hinsicht auf die Saugstärke allerdings nicht variabel und individuell eingestellt werden.


Abpumpen oder Stillen?

Was ist besser? Abpumpen oder Stillen?

Auf das Stillen sollte grundsätzlich niemals gänzlich verzichtet werden, eine Brustpumpe ist daher kein wirklicher Ersatz. Milchpumpen sollten eher als Ergänzung gesehen werden. Was die Haltbarkeit der abgepumpten Muttermilch betrifft, so kann die Muttermilch bei Zimmertemperatur ca. 12 Stunden lang aufbewahrt werden. Im Kühlschrank hält sich die Muttermilch drei Tage lang, im Tiefkühlschrank bis zu drei Monate. Es ist allerdings empfehlenswert, die Muttermilch so schnell wie möglich zu verwenden.

Richtige Milchpumpe finden

Es ist eine Frage der persönlichen Vorliebe, was die Wahl für die richtige Milchpumpe betrifft. Dafür spielen mehrere Faktoren, wie zum Beispiel Zubehör und Preis eine maßgebliche Rolle. Diverse Kundenmeinungen auf Internetseiten können Abhilfe schaffen. Es gibt sehr viele unterschiedliche Marken und Hersteller, die mit nützlichem Zubehör überzeugen. Zudem hilft es, eine Tragetasche, bzw. Flaschen zur Aufbewahrung zu bekommen. Sämtliche Teile sollten so gut wie möglich desinfiziert werden, ansonsten kommt es zu einer Vermehrung von Keimen aus der Muttermilch.

Entstehung der Pumpe

Die erste mechanische Milchpumpe entstand wurde von Herrn Carl Braunscheidt erfunden. Das Patent erfolgte bereits im Jahr 1927. Schon damals gab es viele Mütter, denen es nicht möglich war, zu stillen. In dieser Zeit kam es häufiger zu Entzündungen, als es heute der Fall ist.

Aufbau, Funktion & Wirkung

Das Internet liefert eine Vielzahl an Angeboten für Milchpumpen, egal, ob manuell oder elektrisch. Auch Drogerien oder Apotheken bieten eine große Bandbreite.

Babyflasche

Es gibt viele verschiedene Arten von Milchpumpen

Alternativ gibt es eigene Verleihstationen für Milchpumpen. Hebammen und Frauenärzte verleihen diese ebenfalls oft.

Die Hände sollten möglichst gründlich gereinigt und sterilisiert sein, bevor die Milchpumpe verwendet wird. Nach der Anwendung wird die Pumpe ebenfalls einer Sterilisation unterzogen.

Nur so kann das Abpumpen komplett keimfrei erfolgen. Wenn die Brust gewärmt wird, erfolgt das Abpumpen leichter.

Der Milchfluss wird durch eine warme Dusche angeregt. Das kann das Abpumpen erleichtern, dasselbe gilt aber auch für das Stillen des Babys. Zwei Finger können die Brust massieren, dafür sollten kreisförmige Bewegungen angewendet werden.

Bestandteile

Die Hauptbestandteile von einer Milchpumpe sind die Pumpe selbst, Silikon oder Latex, sowie der Trichter. Was den Trichter betrifft, so sollte dieser unbedingt mit der Größe der Brustwarzen zusammenpassen. Ansonsten kommt es zu Entzündungen oder Rötungen.

Der Oberkörper sollte während des Vorganges nach vorne gebeugt sein. Dadurch wird die Milch automatisch in die Brust einschießen. Vor dem Abpumpen ist es hilfreich, die Milchpumpe anzufeuchten. Kommt eine manuelle Handpumpe zum Einsatz kann es sofort losgehen.

Ansonsten sollte die elektrische Milchpumpe noch vorher in ihrer Saugstärke genau justiert werden. Oft sind bereits Babyflaschen, die zur Milchpumpe passen in der Lieferung enthalten. Das Abpumpen sollte immer schmerzfrei für die Mutter sein. Es hilft übrigens, die Brüste wechselseitig abzupumpen.

Zur Desinfektion wird oft ein so genannter Mikrowellenbeutel mitgeliefert. Weil es bei einer Milchpumpe immer um die Hygiene geht, sollte auf Desinfektion größter Wert gelegt werden. Ansonsten entsteht ein Nährboden für Keime, was für das Kind ein Risiko darstellen kann. Sowohl alle Teile der Pumpe, als auch die Flasche selbst sollten immer gründlich sterilisiert werden.


Wichtige Kriterien

Wichtige Kriterien für den Kauf sind:

  • Betriebsart
  • Bedienbarkeit
  • Ergonomie der Pumpe
  • Gewicht und Größe
  • Qualität
  • Preis
  • Zubehör
  • Batteriebetrieb

Es sollte nicht die erstbeste Milchpumpe gekauft werden, nur weil diese günstig ist. Sobald feststeht, ob es eine elektrische oder eine manuelle Milchpumpe sein soll, spielen auch noch die Bedienbarkeit und weitere Kriterien eine Rolle. Das Gerät sollte sich ganz besonders einfach anwenden lassen.

Das bedeutet, dass es nicht lange dauern sollte, bis die Milchpumpe zusammengesetzt ist. Nun stellt sich auch die Frage nach der Anzahl der Einzelteile. Die Milchpumpe sollte zudem möglichst ergonomisch geformt sein, damit sich die Haube für die Brust auch gut an die Mutterbrust an schmiegt.

Auch ein weiches Massagekissen im Trichter ist von großem Vorteil. Gewicht und die Größe von der Milchpumpe sind relevant, wenn die Milchpumpe mit auf die Reise geht. Bei Billigprodukten läuft man Gefahr, Materialien zur verwenden, die mit Schadstoffen versehen sind. Manche elektrische Milchpumpen ermöglichen sogar einen Betrieb mit Batterien.

Fragen und Antworten

Wann am besten abpumpen?

Je nachdem, ob die Mutter genug Milch hat oder nicht ist die beste Zeit für das Abpumpen dann, wenn das Baby eventuell an der anderen Brust angelegt ist. Sollte die Milchproduktion angeregt werden, so sollte zwischen den Mahlzeiten abgepumpt werden.

Grundsätzlich gilt die Faustregel: je öfter abgepumpt wird, desto mehr Milch wird erzeugt. Wenn die Brüste, bzw. die Brustwarzen entzündet sind, ist es wichtig, den Trichter gut aufzusetzen, sobald abgepumpt wird. Wenn das Baby noch sehr klein ist, kann alle 2-3 Stunden abgepumpt werden.

babyflasche

Die Milch kann sich 12 Stunden halten

Wie lange kann die Milch aufbewahrt werden?

Wird die Muttermilch bei Zimmertemperatur aufbewahrt, so hält sich diese 12 Stunden lang keimfrei. Trotzdem sollte die richtige Trinktemperatur für das Baby gewählt werden. Wird die Muttermilch direkt nach dem Abpumpen in den Kühlschrank gestellt und gut versiegelt, hält sich diese dort für drei Tage.

Bis zu drei Monate hält sich die Muttermilch hingegen, wenn sie direkt nach dem Abpumpen eingefroren wird. Die meisten Vitamine bleiben allerdings bei frischer Muttermilch erhalten.

Wie kann Milchstau vorgebeugt werden?

Durch Massagen oder durch Wärme, wie zum Beispiel durch ein warmes Bad oder eine warme Dusche kann der Milchfluss verbessert und angeregt werden. Die Brustmassage sollte kreisförmig und sehr langsam erfolgen. Durch die Wärme entspannt sich das Gewebe, die Mutter sollte auch darauf achten, sich zu entspannen.

Stress ist für die Milchproduktion immer negativ. Es empfiehlt sich deshalb, eine ruhige Position einzunehmen und eventuell zu meditieren oder zu diversen Atmungstechniken für Entspannung zu greifen.


Unser Fazit zur Milchpumpe

Es gibt grundsätzlich keine Milchpumpe, die auf dem Markt die beste ist, denn es geht hierbei immer um subjektive Erfahrungen, Vorlieben und Empfindungen der Mutter. Es gibt sehr viele Pumpen, die positive Bewertungen bekommen und ein überdurchschnittlich gutes Feedback haben.

Des Weiteren sollten sich die Eltern aber auch über andere Kriterien Gedanken machen. Geräuschentwicklung, sowie der Komfort bei der Anwendung spielen nämlich genauso eine Rolle. Dasselbe gilt für das Zubehör, dass mit der Milchpumpe erworben wird, natürlich ist der Preis ein wichtiges Kriterium für die Kaufentscheidung.

Bei der Milchpumpe sollte unbedingt bedacht werden, dass sämtliche Teile gut desinfiziert werden können. Auch das spricht für die Qualität eines Produktes.

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