Seife

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Die Seife ist heutzutage nicht mehr wegzudenken – pixabay/silviarita

Mit Seife wäscht man sich unter anderem die Hände – das weiß jeder. Seife erleichtert uns die Körperhygiene enorm. Selbst Kinder werden schon so früh wie möglich mit der Benutzung der Seife vertraut gemacht.

Saubere Hände sehen auch beim Essen nicht nur besser aus, sie helfen auch Krankheiten zu vermeiden. So wichtig das auch sein mag – es gibt noch viel mehr Seifenarten und Verwendungszwecke.

Wann welcher Seifen-Typ zum Einsatz kommt, was der medizinische Nutzen und wie die Wirkungsweise sind, erfahren Sie nachfolgend. Lesen Sie hier alle wichtigen Informationen rund um die Seife.

Was genau ist Seife?

Seife ist heute mehr ein Sammelbegriff als eine Artikelbezeichnung. In ihrer bekanntesten Form ist die Seife länglich rund und hilft beim Waschen der Hände mit ihrem cremigen und meist wohlriechendem Schaum. Es gibt sie von unzähligen Anbietern in unterschiedlichen Farben und Düften.

Doch das allein beschreibt den Sammelbegriff der Seife nur in einem sehr kleinen Teil. Von der Leimseife über die Kernseife bis zur Schmierseife und der Metallseife gibt es rund zwölf Grundtypen der Seife.

Entstehung & Geschichte

Die Entstehungsgeschichte von Seife klärt es auf

Je intensiver man hinter der Seife herforscht, umso tiefer taucht man in die Geschichte und die Chemie ein. So einfach wie sich die Seife heute auch benutzen lässt, so beeindruckend ist ihre Funktion durch die Lupe der Chemiker. Die wohl ersten Hinweise auf die Herstellung und Verwendung von Seife haben wir von den Sumerern. Dieses Volk lebte allgemein anerkannten Erkenntnissen zu Folge im 3. Jahrtausend vor Christus auf dem Gebiet des südlichen Mesopotamiens.

Die Sumerer entdeckten vieles …

Das Volk der Sumerer kannte bereits das Bier, hatten angeblich Kontakt mit Aliens und ihre Göttergestalten dienten sogar als Grundlage für den Kinofilm der Ghostbusters I.

Insofern sind die Sumerer in der geschichtlichen Forschung definitiv keine Fremden. Sie waren es auch, die schon damals erkannten, dass Pflanzenasche zusammen mit Ölen ganz besondere Eigenschaften entwickelte. Auf diese Weise schufen sie vor „Ewigkeiten“ schon die Basis der noch heute gültigen Seifenrezeptur.


Seife als Heilmittel

Beeindruckend war dabei allerdings die Tatsache, dass es diesen Menschen gar nicht um die Reinigung mit der Seife ging. Sie setzten diese Mischung mehr als Heilmittel ein und behandelten damit Verletzungen. Normalerweise halten wir die „ollen“ Ägypter und das alte Griechenland schon für einen tiefen Griff in die Geschichte – das stimmt ja auch, nur die Sumerer lebten noch weit davor. So kam es dazu, dass die Völker Ägyptens und Griechenlands diese als Seifen – „Alchemie“ übernahmen.

Seife wurde bereits in der Bibel erwähnt

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Seife wurde früher als Heilmittel eingesetzt – pixabay/ThePixelman

Bei Paulus Aegineta, einem gefeierten Chirurg von der Insel Aegina und bei Gaius Plinius Secundus / Plinius der Ältere, (23-24 n. Chr) wurde die Seife ebenfalls beschrieben. Bei der historisch erwähnten Seife von Aleppo handelte es sich das erste Mal um eine feste Seife in der Art, wie wir sie heute kennen.

Prinzipiell gilt das bis zum heutigen Tag. Gut, auf halber geschichtlicher Höhe wusch man sich im Rom des Altertums ursprünglich mit Bimsstein statt mit Seife. Die war dann irgendwann als „verweichlichend“ verschrien. Den Siegeszug der Seife konnte diese Einstellung aber nicht bremsen.

So begann die Seife den Siegeszug nach Europa

Letztlich waren es die Araber die im 7. Jahrhundert damit begonnen hatten Öl und Lauge miteinander zu verkochen und erfanden so die Seife, die wir heute kennen. Diese Substanz war so beliebt, dass sie in ganz Europa produziert wurde. Frankreich und Spanien wurde sogar zu Zentren der weltweiten Seifenherstellung.

Ab dem 19. Jahrhundert

Als 1848/1849 die Pest nebst Cholera ausbrach, riet die Schulmedizin das Waschen mit Wasser und Seife bleiben zu lassen. Ärzte und Wissenschaftler der damaligen Zeit vertraten die Ansicht, dass der Körper durch Wasser und Seife überhaupt erst für die Pest und die Cholera geöffnet wurde. Wer etwas auf sich hielt, der wechselte zur Trockenreinigung. Somit kamen statt Wasser und Seife nun Puder und Parfüm zum Einsatz. Dumm nur, dass sich gerade durch diesen Schritt Erreger, Läuse & Co erst recht ausbreiten konnten. Wasser und Seife waren nicht nur unpopulär, es galt bis ins 17. Jahrhundert hinein als schädlich für den Körper.

Es war Ludwig XIV der sich in Varsaille mit den besten Seifensiedern umgab. Er erlies 1688 das Reinheitsgebot, das quasi bis heute gilt. Auf diesem Weg verhalf er der Seife zu einem vollkommen neuen Glanz. Nicolas Leblanc (1742-1806) und Ernest Solvay stellten mit ihren Erfindungen ausreichend Soda zur Verfügung, so das Seife als Massenprodukt hergestellt werden konnte.


Formen, Arten & Typen

Seifen kommen in den unterschiedlichsten Formen und Farben daher. Doch es gibt auch zahlreiche verschiedene Arten und Typen. Welche das sind und wann diese jeweils zum Einsatz kommen, erfahren Sie nachfolgend.

Leimseife

Leimseifen sind homogene Substanzen. Das markante an diesem Seifentyp ist, dass sie nach ihrer Verseifung das Glyzerin nicht abspalten – es verbleibt in der Seife. Sie werden gerne auch als kaltgesiedete Seifen angeboten. Bei dieser Produktionsart werden die Fette und die Lauge bei rund 40 Grad verseift. Die so entstandene Substanz wird danach unmittelbar in einen Behälter gegossen. Leimseifen werden gerne in der hausgemachten Variante angeboten.

Kernseife

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Es gibt diverse Seifen-Arten – pixabay/Framania

Die Kernseifen gelten zu Recht als die festen Seifen. Ihre Basisstoffe sind im Normalfall Natriumsalze und Fettsäuren. Kernseife entsteht durch das Aussalzen des Seifenleims. Dabei wird das übliche Glycerin abgetrennt.

Auch wenn es nicht so klingt – die meisten handelsüblichen (Fein-) Seifen sind letztlich Kernseifen. Ausgewiesen werden Kernseifen hauptsächlich dann, wenn es um billige und insbesondere unparfümierte Seifen geht. Die werden dann hauptsächlich zum Filzen und Waschen verwendet.

Schmierseife

Schmierseifen sind flüssige oder halbfeste Seifen, die aus preiswerten Fetten oder Ölen durch Verseifen mit Kalilauge hergestellt werden. Sie sind somit ein Gemisch von Kalium-Salzen von höheren Fettsäuren. Eine andere Bezeichnung für sie ist „Flüssigseife“ oder historisch „Fassseife“ genannt. Als Flüssigkeiten lassen sich leicht zu Wasser hinzufügen und zu Reinigungszwecken z. B. im Haushalt verwenden. Die Bildung von Kalkseifen ist hier besonders nachteilig, da relativ kleine Seifenmengen mit relativ viel und möglicherweise hartem Wasser versetzt werden.

Feinseife

Feinseife ist im Handel oft auch als Toilettenseife zu kaufen und wird im Wesentlichen zur Handhygiene – also zum Händewaschen verwendet. Darin enthalten sind zumeist sehr feine und natürlich geruchsneutrale Fette nebst pflegender Zusätze. Dazu gehören Stoffe wie Lanolin, Duft- und Farbstoffe. Es gibt aber auch Fälle in denen Leimseifen als Feinseifen in den Regalen der Supermärkte liegen.

Glycerinseife

Glycerinseife ist hauptsächlich daran zu erkennen, dass sie tatsächlich fast durchsichtig aussieht. Da sie sich leicht schmelzen lässt, wird sie auch gerne zum Basteln genutzt.

Papierseife

Papierseife ist in erster Linie eine besondere Form der Feinseife. Als Papierseife wird sie einfach in hauchdünne feine Streifen geschnitten. Auf diese Weise wird sie für einen Waschgang portioniert. Dabei bietet sie auch noch den Vorteil, dass sie sich bemerkenswert schnell auflöst. Eine angenehme Seifenform für zwischendurch und unterwegs.

Rasierseife

Rasierseife braucht besondere Eigenschaften. Ihm wird Stearinsäure zugefügt um dann noch mit Natronlauge und Kalilauge verseift verseift zu werden. So kommt es zu dem cremigen und stabilen Schaum, den dieser Seifentyp braucht.

Gallseife

Gallseife basiert auf der Vermengung mit Rindergalle. In dieser Zusammensetzung löst sie Flecke besonders gut, wenn es sich um organische Verschmutzungen handelt.

Antibakterielle Seife

Es sind im Wesentlichen die Arztseifen, die nach dieser besonderen Eigenschaft ihrer Seife verlangen. Diese Art der Seifen tragen dem häufigen Waschen der Hände besonders Rechnung, indem sie als besonders hautschonend angeboten werden. Dabei ist Arztseife nicht zwingend auch desinfizierend. Manchmal werden auch einfache Glycerinseifen als Arztseifen verkauft.

Das ist legitim, weil der Begriff Arztseife keine geregelte Eigenschaft ist. Tatsächlich entfernen Arztseifen Keime und Bakterien kein bisschen besser als andere Seifen. Vielleicht wäscht man sich damit einfach nur intensiver. Aber Achtung – es gibt Arztseifen auch direkt aus dem medizinischen Sektor. Darin sind tatsächlich deutlich höhere Anteile antibakterieller Mischungen.

Benzinseife

Benzin gehört mit zu den Stoffen, die Öle, Fette und Co von Textilien entfernen können. Benzinseife bringt tatsächlich einen Anteil von Benzin mit, um genau dafür eingesetzt werden zu können.

Flüssigseifen

(auch Syndets genannt)

Flüssigseifen finden hauptsächlich Einsatz als Duschgel, Shampoo oder auch als Schaumbad. Sie sind eigentlich eine Weiterentwicklung der Schmierseifen – haben trotzdem eine chemisches Eigenleben und bringen dementsprechend auch andere Eigenschaften mit.

Metallseifen

Normalerweise bestehen Seifen zum Teil aus Salzen. Salze sind chemisch betrachtet immer ein Metall und der Rest einer Säure. Der große Salz Klassiker ist das Kochsalz. Unter der naturwissenschaftlichen Lupe der Chemiker besteht Kochsalz aus NaCl.

Das ist dann das Metall Natrium zusammen mit einem Rest der Salzsäure – HCl. Metallseifen haben das Metall elementar in sich – ohne über den Umweg „Salz“ zu Gehen. Als Metallseifen kommen hier Magnesium, Aluminium oder Cadmium zum Einsatz.

Aufbau, Funktion & Wirkung

Um die Funktionsweise einer Seife so richtig verstehen zu können müsste man wahrscheinlich Vorlesungen zum Thema Quantenphysik besuchen. Mit der Seife und ihrer Funktion ist es ein wenig so wie mit dem Fernsehapparat oder einem Auto. Man kann es einfach benutzen, versteht aber letztlich nicht wirklich, wie es eigentlich funktioniert.

Waschwirkung der Seife

Wenn wir uns nun schon nicht in den Hörsaal zu den Quantenphysikern begeben, dann vermeiden wir auch den Blick durch die große Lupe der Seifen – Chemie. Hier würden uns so einige Summen- und Strukturformeln begegnen. Begnügen wir uns mit einigen Fach- und bekannten Trivialbegriffen.

Herstellung von Seife

Herstellung von Seife
pixabay/gefrorene_wand

Auf dieser Ebene sind Seifen letztlich ein Konglumerat unterschiedlich langer Alkalisalzketten nebst der Fettsäuren. Mit diesen Eigenschaften zählen sie zu den Tensiden – zu den anionischen Tensiden. Durch die Brille der Chemiker betrachtet haben Seifen wasserabweisende (hydrophobe) Kohlenwasserstoffketten.

Ein anderer Teil der Seifen hat wasseranziehende (hydrophile) Eigenschaften. Wenn man nur genau genug hinsehen könnte, dann würde man sehen, dass sich die Seife gar nicht wirklich auflöst. Aus den mikroskopisch kleinen Seife – Teilchen werden sogenannte Mizellen.

In einem reinen Wasser (ohne viele Beimengungen wie Salz &Co) sind „Mizellen“ tatsächlich so klein, dass sie ohne Hilfsmittel nicht zu sehen sind.

Den Naturwissenschaftler stört sich nicht an der Winzigkeit und stellt trotzdem feste, dass sich darin lange und unpolare Kohlenwasserstoffketten befinden.

Während die polaren Enden nun über das sie umgebende Wasser hinausragen verhindern die Ladungen an deren Enden das Zusammenballen der Mizellen. Da sind wir schon wieder fast in der großen Welt der ganz kleinen Physik.

Die Oberflächenspannung

Es hat was mit Oberflächenspannung des Wassers zu tun

Seifen senken einfach die Oberflächenspannung / Grenzflächenspannung des Wassers. So machen sie das Wasser nasser, da der Kontakt zu Material und Schmutz intensiver wird. Erst dadurch kann die reinigende Kraft der Seifen zur Wirkung kommen.

Die besteht nun darin dass

  • Fett
  • Öl
  • Staub
  • Schmutz

von der Fläche weggebracht werden, die gereinigt werden soll. Die kleinen Seifenmoleküle ummanteln sich mit diesen Schmutzpartikeln und gehen in Summe eine Emulsion ein.

Die wird dann am Ende des Waschvorgangs einfach abgespült. Seife wirkt in Abhängigkeit von der Qualität des Leitungswassers unterschiedlich gut. Hartes Wasser blockiert mit seinen Salzen und Metallen (Calcium– und Magnesiumionen) die polaren Enden der Seife. Das reicht bis zur „Vernichtung“ der Seifenwirkung und damit deren Waschwirkung. Letztlich bilden sich nur blockierte Kalkseifen.

Medizinischer Nutzen

Der medizinische und gesundheitliche Nutzen von Seifen

Die Körperhygiene mit Seife hat gleich mehrere Dinge zur Folge. Seife nimmt sich vorhandener Kalkstauungen aus der Haut an und entfernt sie. Auch evtl. Cremereste holt die Seife bei normaler Benutzung aus deren Poren. So kann die Haut als das größte Organ des Menschen wieder frei atmen. Leider kann die Seife nicht zwischen gewollten und ungewollten Dingen, die auf der Haut sind, unterscheiden. So greift sie auch den natürlichen Fettmantel der Haut an und löst den mal mehr und mal weniger ab.

Da Seifen-Alkali eben basisch sind, wirkt das Waschen mit Seife unmittelbar auf den Säureschutzmantel der Haut ein. Unser Körper reguliert das aber aus eigenem Antrieb im Normalfall innerhalb einer halben Stunde. Seife lässt unsere Haut innerhalb gewisser Grenzen aufquellen. Gesunde Haut reguliert sich rasch wieder. Kranke sowie empfindliche Haut neigt so verstärkt zur Rissbildung und Austrocknung. Empfindliche Seifenanwender können den Duft- und Zusatzstoffen gegenüber sogar allergische Reaktionen entwickeln.

Medizinische Seifen mit Teerbeimengung, Schwefelzugaben etc. helfen bei Erkrankungen der Haut. Außerdem helfen antibakteriell wirkende Seifen Viren und Bakterien auf der Haut abzutöten und weitere Vermehrung zu verhindern.

Fragen & Antworten

Nachfolgend finden Sie Antworten auf die am häufigsten gestellten Fragen (FAQ) zur Seife

Ungesund?

Kann Waschen ungesund sein?

Die tägliche Körperhygiene ist ein notwendiger Teil der Körperpflege. So wie eine Überdosis aller Stoffe ungesund ist, ist auch die übertriebene Nutzung von Seife nicht gut. Im Normalfall reguliert sich die Haut wieder von selbst. Empfindliche Personen sollten der Haut beim Aufbau ihres Schutzmantels mit Cremes etc. helfen.

Wasser & Härte?

Kann ich testen, wie hart mein Wasser ist?

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Die Wasser-Härte hängt vom Kalz & Salz ab – pixabay/kaboompics

Die Härte des Wassers ist abhängig vom Salz- und Kalkgehalt des Wassers. Ist das Wasser zu weich, so bekommt man den Schaum nach dem Duschen oder Haarewaschen kaum abgespült. Wenn das Wasser zu hart ist, dann entsteht im Extremfall erst gar kein Schaum.

Es gibt chemische Tests, die den Härtegrad analysieren können. Im einfachsten Fall reicht ein Teststreifen z.B. aus der Aquaristik. Die Härte des Wassers wird auch in „Grad deutscher Härte“ angegeben. Ein Labor kann das durch eine „Titration“ ermitteln.

Beste Seife?

Welche Seife ist die „Beste“?

Diese Frage lässt sich so einfach nicht beantworten. Es kommt immer auf den Verwendungszweck, die Wasserqualität und die Empfindlichkeit der Haut oder des Stoffes an, der gereinigt werden soll.


Unser Fazit zur Seife

Seifen sind eine milde und doch wirkungsvolle Hilfe. Richtig angewandt helfen sie optimal bei der Körperpflege und der Reinigung anderer Stoffe. Einige Seifentypen sind auch hilfreich, wenn es darum geht besonders intensive Flecken zu behandeln. Seifen geben Sauberkeit und erfrischen die Haut

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