Kalium

Bananen Kalium

Bei Mineralstoffen und Spurenelementen handelt es sich um essentiell wichtige Nährstoffe welche vom menschlichen Körper nicht selbst hergestellt werden können und somit über die Nahrung aufgenommen werden müssen.

Sie erfüllen vielfältige Funktionen im Organismus wie beispielsweise die Aufrechterhaltung von Zelltransportprozessen sowie elektrischer Vorgänge an den Zellen selbst. Dies ist vor allem wichtig für die Arbeit von Nerven und Muskeln und somit für die Aufrechterhaltung des Organismus.

Deshalb können Störungen im Gleichgewicht der Mineralstoffe, beispielweise bei unzureichender Aufnahme oder Verlusten, zu Einschränkungen der Körperfunktionen führen, was im schlimmsten Fall lebensbedrohliche Auswirkungen haben kann.

Wozu braucht der Körper Kalium?

Bei Kalium handelt es sich um einen essentiell wichtigen Mieralstoff welcher nicht vom menschlichen Körper selbst hergestellt werden kann und somit über die Nahrung aufgenommen werden muss. Kalium gehört zu den sog. Blutsalzen, welche stets im Gleichgewicht sein sollten um ein optimales Arbeiten der Köperzellen zu gewährleisten.

Funktion, Bedeutung, Wirkung und Aufgaben des Kaliums im menschlichen Körper:

Kalium ist ALS positiv geladenes Kation im Zusammenspiel mit Natrium für den Transport von Stoffen zwischen den Körperzellen und des Blutes verantwortlich. Dies ist wichtig zur Erhaltung des osmotischen Druckes zwischen dem Inneren und Äußeren der Zellen.

Würde dieser Konzentrationsunterschied der Mineralstoffe nicht aufrechterhalten werden hätte dies verheerende Auswirkungen auf den gesamten Organismus. Durch eine Ionenpumpe, welche sich in der Zellmembran befindet, werden unter Verbrauch von Energie 3 Natrium-Kationen in die Zelle und 2 Kalium-Kationen aus der Zelle heraus transportiert. Aufgrund dieser Ladungsverschiebung entsteht ein geringes elektrisches Potential an der Zellmembran, welches mit anderen Transportmechanismen Anteil an der Ruhemembranspannung der Zelle hat. Dies ist essentiell wichtig für die Erregbarkeit der Zellen sowie deren Stoffwechsel– und Transportvorgänge. Ohne diese würde der Organismus nicht mehr funktionieren.

Eine herausstechende Rolle spielt Kalium dabei an den Zellen des Herzmuskels da es hier bei bereits geringen Veränderungen des Kaliumspiegels im Blut zu Störungen der elektrischen Erregbarkeit kommen kann. Dies hätte Herzrhythmusstörungen zur Folge, da Herzmuskelzellen je nach Kaliumspiegel im Blut mehr oder minder erregbar werden.

Des Weiteren ist Kalium an der Regulation des Wasser– und Säure-Basen-Haushaltes der Zellen beteiligt und hält somit das Zellvolumen und den pH-Wert der Zelle im Gleichgewicht. Dies spielt eine wichtige Rolle bei Stoffwechselvorgängen, insbesondere wenn an diesen Enzyme beteiligt sind, welche Stoffwechselreaktionen beschleunigen, jedoch nur unter bestimmten Temperatur- und pH-Werten optimal arbeiten können.

Vorkommen des Kaliums in der Nahrung und die optimalen Blutwerte:

Größere Mengen von Kalium sind vor allem in Bananen, Trockenobst, Früchten und Nüssen enthalten.

Generell sorgt die tägliche Aufnahme von frischem Obst und Gemüse für eine optimale Versorgung des Körpers mit Kalium.

Der Bedarf bei Erwachsenen liegt bei 2g Kalium täglich.

Die optimalen Werte von Kalium im Blut liegt bei 3,5 bis 4,5 mmmol/l.
Der angegebene Normalwert des Kaliums im Blut kann je nach Labor und Analyseverfahren variieren, deshalb ist der gemessene Wert immer in Verbindung mit dem jeweiligen Referenzwert des Labors zu betrachten.

Mangelerscheinungen von Kalium und deren Vorbeugung:

Mangelerscheinungen von Mineralstoffen können unterschiedliche Auswirkungen auf den menschlichen Körper haben. Sie sind abhängig davon wie schnell der Mangelzustand zu Stande kam.

Der Kaliumhaushalt reagiert sehr empfindlich auf schnelle Verluste, beispielsweise durch Erbrechen und Durchfälle oder die Gabe von harntreibenden Medikamenten.

Hier kann es schnell zu einem lebensbedrohlichen Mangel kommen, welcher Muskelschwäche, Verstopfungen, Müdigkeit und Leistungsschwäche, Krämpfe, Herzrhythmusstörungenund im schlimmsten Fall einen Herzstillstand zur Folge hat.

Auch starkes Schwitzen in Folge von hohen Temperaturen oder hoher körperlicher Aktivität bei der Arbeit oder bei Leistungsspotlern kann mit einem Kaliumverlust einhergehen.

Des Weiteren können Abführmittel, verschiedene Medikamente, Mangelernährung und Essstörungen zu einem Mangel an Kalium führen. Im Gegenteil dazu ist ein Überschuss an Kalium seltener, hat aber ebenfalls gravierende Auswirkungen. Ursache dafür ist häufig eine eingeschränkte Funktion der Niere. Dadurch wird weniger Kalium ausgeschieden.

Zur Vorbeugung eines Kaliummangels ist es deshalb wichtig zu wissen ob die jeweilige Erkrankung mit einem Kaliummangel einhergehen kann und dass dementsprechend Kalium über die Nahrung zugeführt wird oder ggf. medikamentös durch Kapseln oder Brausetabletten substituiert wird. Bei einem hohen Kaliummangel kann dies auch mit Infusionen unter stationären Bedingungen zugeführt werden. Bei schwerstkranken Patienten ist dies nicht selten der Fall.

Erkrankungen die mit einer Störung im Kaliumhaushalt einhergehen:

Kaliummangel:

Dieser entsteht generell durch Kaliumverluste über die Niere, den Verdauungstrakt oder durch starkes Schwitzen.

Kaliumverluste über die Niere entstehen durch eine Fehlregulation und vermehrte Ausschüttung der Hormone Aldosteron und Cortisol,das Körpereigene Cortison. Dadurch kommt es zu einer vermehrten Ausscheidung von Kalium über den Urin, da durch die Hormonwirkung weniger Kalium bei der Harnproduktion Rückaufgenommen wird. Auch Medikamente, können einen Kaliumverlust über die Niere verursachen. Dazu gehören v.a. harntreibende Medikamente (sog. Diuretika), welche häufig bei Herz– oder Nierenerkrankungen zur dauerhaften Therapie benötigt werden.

Auch die Einnahme von Cortison kann einen Kaliummangel verursachen, ebenso wie verschiedene Antibiotika, welche zur Therapie von bakteriellen Infektionen eingesetzt werden.

Erkrankungen welche mit Erbrechen und Durchfall einhergehen können teils hohe Verluste des Kaliums über den Verdauungstrakt bewirken. Dabei kann es sich um infektiöse MagenDarm Erkrankungen handeln, aber auch um chronisch entzündliche Darmerkrankungen, wie beispielsweise Morbus Crohn oder Colitis Ulcerosa. Auch die Einnahme von Abführmitteln kann Kaliumverluste verursachen. Dies spielt besonders bei DarmspüLungen als Vorbereitung für medizinische Eingriffe wie Darmspiegelungen oder Operationen am Magen-Darm-Trakt eine große Rolle.

Kaliumüberschuss:

Auch hier spielt die Nierenfunktion eine entscheidende Rolle. Wenn die Ausscheidungsfunktion der Niere akut eingeschränkt ist, beispielsweise durch eine plötzliche, schwere Krankheit oder Infektion, kann es schnell zu einer lebensbedrohlichen Erhöhung des Kaliumspiegels kommen.

Auch bei einer chronisch eingeschränkten Nierenfunktion, welche durch verschiedenen Erkrankungen oder auch hohes Alter hervorgerufen wird, müssen die Kaliumwerte im Blut regelmäßig kontrolliert werden.

Ebenfalls können Medikamente eine Kaliumerhöhung verursachen. Eine weitere Ursache eines Kaliumüberschusses stellt das Coma diabeticum dar. Hier kommt es beim Diabetiker durch einen massiv erhöhten Blutzuckerspiegel zu einer Verschiebung des Kaliums aus den Körperzellen heraus ins Blut.

Aufgrund der Tatsache dass sich das meiste Kalium des Körpers innerhalb der Zellen befindet kommt es beim Zerfall von Zellen, z.B. bei größeren Verletzungen, Verbrennungen oder beim Zerfall bösartiger Tumoren, zu einem massiven Anstieg des Kaliumspiegels. Auch durch langes Stauen der Venen bei der Blutentnahme kann das Kalium in der Laborprobe erhöht sein, auch wenn es im Körper im normalen Bereich liegt.

Tägliche Aufnahme des Mineralstoffs Kalium über die Nahrung:

Im Rahmen einer abwechslungsreichen und ausgewogenen Ernährung kommt es selten zu Mangelzuständen. Auch in Mineralwasser sind viele essentiell wichtige Mineralstoffe enthalten, weshalb eine tägliche Aufnahme von ausreichend Wasser unverzichtbar ist. Kalium ist vor allem in Obst, Gemüse und Nüssen enthalten. Eine tägliche Zufuhr dieser Lebensmittel ist somit unverzichtbar. Dabei ist darauf zu achten dass beim Kochen des Gemüses ein Großteil des Kaliums in das Kochwasser verloren geht. Daher kann der Verzehr von ungekochtem Gemüse und Salat sich vorteilhaft auf den Kaliumhaushalt auswirken.

Bei einer guten Nierenfunktion ist einen Überdosierung des Kaliums im Rahmen einer abwechslungsreichen Ernährung kaum möglich. Anders verhält es sich bei der Zufuhr von Kaliumpräparaten in Form von Brausetabletten, Kapseln oder auch Infusionen. Hier sollten die Kaliumspiegel durch den Arzt engmaschig kontrolliert werden und natürlich auch die Ursache des vorrangegangenen Mangels gesucht werden.

Tägliche Aufnahmemengen von Kalium:

  • Gesunde Erwachsene: 2g pro Tag
  • Säuglinge: 400-650 mg pro Tag
  • Kleinkinder: 1000 mg pro Tag
  • Kinder: 1400-1600 mg pro Tag
  • Jugendliche: 1700-1900 mg pro Tag

Nebenwirkungen bei Überdosierung der Kaliumzufuhr:

Patienten mit einer eingeschränkten Nierenfunktion oder auch Dialysepatienten sollten auf die tägliche Kaliumzufuhr achten, da es schnell zu einem bedrohlichen Anstieg des Kaliums im Blut kommen kann. Dies kann im schlimmsten Fall zu lebensbedrohlichen Herzrhythmusstörungen, Muskelschwäche und Verstopfungen führen. Bei der Einnahme von Kaliumpräparaten ist es wichtig die Blutspiegel regelmäßig ärztlich zu kontrollieren.

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