Calcium

Wozu braucht der Körper Calcium?

calcium milchprodukte

Calcium ist ein essentiell wichtiger Mineralstoff welcher nicht vom menschlichen Körper selbst hergestellt werden kann und somit über die Nahrung aufgenommen werden muss.

Es spielt eine wichtige Rolle bei der elektrischen Erregbarkeit der Zellen, was wiederum für deren Stoffwechselprozesse von großer Bedeutung ist.

Außerdem ist Calcium wichtiger Bestandteil der Knochen und Zähne, welche auch als Speicherort des Calciums im Körper dienen.

Funktion Bedeutung, Wirkung und Aufgaben des Calciums im menschlichen Körper:

Bei Calcium handelt es sich um ein zweifach positiv geladenes Kation. Eine wichtige Rolle spielt es bei der elektrischen Erregung von Nerven– und Muskelzellen durch einen Konzentrationsgradienten des Calciums über der Zellmembran.

Auch nimmt Calcium eine wichtige Funktion als Botenstoff bei Signalketten innerhalb der Zelle ein, damit Signale von Außerhalb in der Zelle weiterverarbeitet werden können und die Zelle somit ihre Funktion erfüllen kann, beispielsweise die Produktion von Hormonen oder die Ausführung von Muskelkontraktionen.

Des Weiteren wird Calcium als Hilfsfaktor bei der Arbeit von vielen Enzymen benötigt, was wiederrum wichtig für die Stoffwechselfunktionen des Körpers ist.

Auch die Blutgerinnung kann auf Calcium nicht verzichten. Hier ist es wichtig für die Aktivierung der Blutplättchen sowie für die Blutgerinnungskaskade, welche ohne die Anwesenheit von Calcium im Blut nicht funktionieren würde.

Als Bestandteil von Knochen und Zähnen ist es wichtig für deren Festig- und Belastbarkeit. Mit der Hilfe von Vitamin D, welches der Körper selbst herstellen kann, wird es in die Knochen eingebaut.

Der Calciumhaushalt ist eng hormonell reguliert. Ein Abfall der Calciumkonzentration im Blut bewirkt eine Ausschüttung des Parathormons aus der Nebenschilddrüse. Dieses sorgt für einen vermehrten Abbau des Calciums im Knochen sowie für eine erhöhte Rückaufnahme des Calciums in der Niere. Außerdem wird die Bildung von Calcitriol (Vitamin D Hormon) in der Niere und unter Sonneneinstrahlung in der Haut stimuliert, welches für die Aufnahme des Calciums aus der Nahrung verantwortlich ist.

Bei einer Erhöhung der Calciumkonzentration im Blut wird das Hormon Calcitonin aus der Schilddrüse freigesetzt, welches als Gegenspieler der Parathormons den Einbau des Calciums in den Knochen fördert, die Aufnahme aus der Nahrung sowie die Rückaufnahme aus der Niere hemmt. Durch diese enge hormonelle Regulation ist gewährleistet dass der Calciumblutspiegel immer in engen Bahnen reguliert ist.

Vorkommen des Calciums in der Nahrung und die optimalen Blutwerte:

Calcium kommt vor allem in Milchprodukten wie Milch, Käse und Joghurt oder Quarkvor.
Die tägliche Aufnahmemenge von Erwachsenen liegt bei 1g. Der Bedarf ist in der Schwangerschaft sowie bei Kindern aufgrund des Knochenwachstums erhöht.

Zur Calciumbestimmung im Blut sollten immer zwei verschiedene Werte in Relation betrachtet werden. In der Regel wird das Gesamtcalcium im Blut analysiert sowie das im Blut frei vorliegende Calcium.

Die optimale Menge des Gesamtcalciums im Blut liegt bei 2,3 – 2,6 mmmol/l. Dieser Wert beschreibt die Gesamtmenge an Calcium, welche teils an Bluteiweiße gebunden im Körper zirkuliert und die Menge an freiem Calcium im Blut. Zusätlich wird die Menge des freien Calciums im Blut bestimmt. Dabei liegt der optimale Wert bei 1,15 – 1,35 mmol/l.

Der angegebene Normalwert des Calciums im Blut kann je nach Labor und Analyseverfahren variieren, deshalb ist der gemessene Wert immer in Verbindung mit dem jeweiligen Referenzwert des Labors zu betrachten.

Mangelerscheinungen von Calcium und deren Vorbeugung:

Diese treten aufgrund der Calciumspeicher in den Knochen nicht plötzlich sondern schleichend auf. Bei chronischem Calciummangel, beispielsweise durch eine über lange Zeit zu geringe Aufnahme, kann es zur sog. Osteoporose, also Knochenschwund kommen. Dabei wird über einen langen Zeitraum durch die vermehrte Ausschüttung des Parathormons der Ausbau des Calciums aus dem Knochen stimuliert. Folge ist eine geringere Festigkeit des Knochens, was zu Knochenbrüchen ohne vorherige nennenswerte mechanische Beeinflussung führen kann. Typische Brüche sind hierbei v.a. Wirbelkörperbrüche.

Des Weiteren kann ein chronischer Calciummangel zu

  • Muskelkrämpfen,
  • Gerinnungsstörungen,
  • Depressionen und
  • Psychosen

führen.

Um diesem Mangel vorzubeugen ist es wichtig im Rahmen einer abwechslungsreichen Ernährung auch ausreichend fettarme Milchprodukte zuzuführen. Auch der Aufenthalt und die körperliche Betätigung an der frischen Luft, vor allem im Sonnenlicht, ist für die Vitamin D Produktion des Körpers unerlässlich.

Erkrankungen die mit einer Störung im Calciumhaushalt einhergehen:

Calciummangel:

Da der Körper des Erwachsenen über große Calciumspeicher in den Knochen verfügt entwickelt sich ein Calciummangel in den meisten Fällen schleichen.

Einzige Ausnahme stellt hier die akute Bauchspeicheldrüsenentzündung dar, bei der es durch den Gewebszerfall und Austritt von Sekreten der Bauchspeicheldrüse zu einer chemischen Verseifung des Calciums kommt.

Eine Erniedrigung der Bluteiweiße, welche einen Teil des Calciums im Blut binden und transportieren, verursacht ebenfalls eine Erniedrigung der Calciumspiegel. Diese kann durch einen Eiweißmangel bei Mangelernährung oder aber durch eine Funktionseinschränkung der Leber verursacht werden, welche die Bluteiweiße bildet.

Da die Regulation des Calciumhaushaltes einem hormonellen Regelkreises unterliegt kann es bei ungenügender Bildung des Parathormons in der Nebenschilddrüse zu einem Mangel kommen. Dies kann häufig im Rahmen von Schilddrüsenoperationen vorkommen wenn eine der 4 Nebenschilddrüsen mitentfernt oder verletzt wird. Dies reguliert sich in den Tagen und Wochen nach der Operation selbstständig, da die verbliebenen Nebenschilddrüsen die Hormonproduktion kompensieren. Jedoch kann ein abrupter Calciummangel nach der Operation zu Kribbelgefühlen in den Händen führen.

Ein Mangel an Vitamin D kann ebenfalls einen Calciummangel verursachen. Dieser kann u.a. durch mangelnde Sonnenlichtexposition hervorgerufen werden da Vitamin D vom Körper in der Niere und der Haut unter dem Einfluss des Sonnenlichts hergestellt wird. Auch eine reduzierte Funktion von Leber oder Niere hat einen Vitamin D Mangel zur Folge.

Ebenfalls gibt es auch Medikamente welche einen Calciummangel verursachen können. Dazu gehören auch hier wieder die Diuretika, also harntreibende Medikamente, sowie auch Cortison.

Einen akuten kurzzeitigen Calciummangel durch eine Umverteilung des Calciums verursacht eine Hyperventilation. Diese entsteht durch eine übermäßige, schnelle Atmung wie sie häufig bei starken Schmerz- oder Erregungszuständen vorkommt. Dabei kommt es zu einer kurzzeitigen Verschiebung des Säure-Basen-Haushalts, welche durch eine Umverteilung zu Lasten des Calciums kompensiert wird.

Wichtig ist es für Frauen nach den Wechseljahren auf den Calciumhaushalt zu achten. Da weniger Östrogen produziert wird, welches auch eine Rolle im Knochenstoffwechsel spielt, kann es durch eine zu geringe Calcium- und Vitamin D- Zufuhr zur Osteoporose kommen. Häufig entsteht so ein Teufelskreis, da es zu osteoporosebedingten Rückenschmerzen kommen kann, welche eine weitere Immobilität nach sich ziehen und so die Demineralisierung des Knochens weiter voran schreitet. Typisch sind hier dann in der Folge Brüche der Wirbelkörper ohne große mechanische Einwirkung, was die Rückenschmerzen und Immobilität noch weiter verschlimmert.

Calciumüberschuss:

Durch die enge hormonelle Regulation des Calciumhaushaltes kommt ein Überschuss von Calcium selten vor.

Am häufigsten wird dies durch bösartige Tumore verursacht, v.a. in Lunge, Niere und Eierstock. Hier kommt es durch den Tumor zur Produktion eines parathormonähnlichen Moleküls, welches aber die Funktionen des Parathormons erfüllen kann und so durch Ausbau des Calciums aus dem Knochen den Blutspiegel dessen erhöht. Des Weiteren können Absiedlungen von bösartigen Tumoren in die Knochen, sog. Knochenmetastasen, den Knochen an der jeweiligen Stelle auflösen und Calcium freisetzen.

Auch eine verringerte Beanspruchung der Knochen wie sie bei längerer Immobilität vorkommt führt zu einer Demineralisierung mit Freisetzung von Calcium.

Eine weitere, seltene Ursache eines Calciumüberschusses im Blut ist eine erblich bedingt verringerte Ausscheidung des Calciums über die Niere. Hier ist in der Regel keine Therapie erforderlich.

Tägliche Aufnahme des Mineralstoffs Calcium über die Nahrung:

Calcium, welches in Milchprodukten wie Milch Käse, Joghurt oder Quark vorhanden ist, sollte auch täglich dem Körper zugeführt werden um die Speicher des Körpers in den Knochen aufrecht zu erhalten. Bei einer guten Nierenfunktion ist eine Überdosierung kaum möglich da vermehrt Calcium ausgeschieden und über den Verdauungstrakt weniger Calcium aufgenommen wird.

Tägliche Aufnahmemengen von Calcium:

  • Gesunde Erwachsene: 1g pro Tag
  • Säuglinge: 220-330 mg pro Tag
  • Kleinkinder: 600 mg pro Tag
  • Kinder: 750-900 mg pro Tag
  • Jugendliche: 1100-1200 mg pro Tag

Nebenwirkungen bei Überdosierung der Calciumzufuhr:

Bei einem erhöhten Calciumspiegel im Blut kann es aufgrund einer verringerten Muskelerregbarkeit zu Herzrhythmusstörungen und Muskelschwäche kommen. Da auch die Darmmuskulatur davon betroffen ist hat ein Überschuss an Calcium eine Verstopfung zur Folge. Die Niere versucht durch eine vermehrte Ausscheidung den Überschuss zu kompensieren. Somit kann es zu vermehrtem Harndrang, sowie längerfristig zu Nierensteinenkommen.

Extrem selten ist die sog. hyperkalzämische Krise bei welcher der Calciumüberschuss zu Verwirrtheitszuständen bis hin zum Koma führen kann.

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