Pest


die pest, tanz des todes

Die Pest (Yersinia pestis) – immer noch gefährlich oder behandelbar?

Es gibt wohl keinen Menschen auf diesem Planeten, der noch nie etwas von der Pest gehört hat. Über Jahrtausende hinweg war diese in Epidemien auftretende Krankheit die Geißel der Menschheit und forderte zahllose Leben und fordert sie manchmal immer noch.

Zwar ist dieser infektiöse Erbfeind der Menschheit noch nicht besiegt, aber dafür kann man ihn inzwischen relativ gut behandeln und eine Ansteckung ist kein sicheres Todesurteil mehr. Nicht zuletzt deswegen wird es zunehmend unwahrscheinlicher, dass sich neue Pestwellen ausbilden und ganze Landstriche entvölkern.

Nichtsdestotrotz gibt es selbst in Ländern der ersten Welt immer noch Ansteckungen. Zumeist durch Tiere. Darum sollte man sich bei einem Verdacht auf Pest immer noch behandeln und untersuchen lassen.


Was genau ist die Pest (Yersinia pestis)?

Obschon jeder ein Bild der Pest im Kopf hat, wissen doch die wenigsten, was genau die Pest eigentlich ist. Bei der Pest handelt es sich um eine infektiöse Erkrankung, die durch das Bakterium „Yersinia pestis“ verursacht wird. Dieses kann auf diverse Arten und mittels verschiedener Wirte auf den Menschen übergehen.

Besonders häufig sind Tiere, die in Wäldern wohnen, mit dem Bakterium vorbelastet, darüber hinaus auch deren Flöhe, da diese sich von deren Blut ernähren. Nun also ist es möglich, dass ein Mensch sich mit der Pest anstecken kann, wenn er entweder direkt von einem betroffenen Tier oder dem Floh eines solchen Tieres gebissen wird. Somit bilden Jäger und Personen, die sich frequent im Wald aufhalten, eine etwaige Risikogruppe.

Des Weiteren sei aber anzumerken, dass eine relativ genaue Übersicht darüber besteht, in welchen Waldgebieten pestkranke Tiere vorkommen und in welchen nicht. Die europäischen Wälder beispielsweise sind nahezu frei von Pest, wohingegen die Wälder Nordamerikas teilweise recht große Populationen pestkranker Tiere aufweisen. Auch der arabische und indische Raum sowie einige Regionen Ostafrika sind potentielle Ansteckungsorte für die Pest.

Der „schwarze Tod“, wie diese Erkrankung auch genannt wird, ist aber selbst in Risikogebieten auf dem Rückzug. Pro Jahr infizieren sich nur etwa nur 0,00004% der Weltbevölkerung mit der Pest. Das ist ein verschwindend geringer Anteil. Darüber hinaus stehen selbst in unterentwickelten Landstrichen inzwischen genügend probate Mittel zur Verfügung, um eine Pest effektiv anzugehen.

Dennoch kann es auch Ausnahmen geben und es können kleinere Epidemien in der entwickelten Welt ausbrechen. So geschehen beispielsweise in den frühen 1990er Jahren in Norwegen. Opfer gab es jedoch keine zu beklagen, da medizinisch schnell und zielgerichtet Hilfe geleistet werden konnte.


Welche Ursachen liegen der Pest zugrunde?

Wie bereits einführend erwähnt, überträgt sich die Pest meist über Wirbeltiere oder deren Flöhe auf den Menschen, aber auch andere Lebewesen können eine Ansteckung verursachen. Darüber hinaus sind aber nicht bloß Lebewesen potentielle Ansteckungsherde – es gibt auch weitere Arten, wie man sich mit dem Bakterium Yersinia pestis anstecken kann:

  • Tröpfcheninfektion: Da die Pest eine hochgradig ansteckende Krankheit ist, ist sie auch mittels einer sog. Tröpfcheninfektion übertragbar. Dazu muss ein bereits infizierter Mensch nur in die Richtung eines (noch) gesunden Menschen Niesen oder Husten. Hierdurch scheidet der betroffene Tröpfchen aus, die das Bakterium enthalten. Des Weiteren werden diese Tröpfchen mit immens hohen Geschwindigkeiten aus Mund oder Nase geschleudert, sodass es beinahe unmöglich ist ihnen auszuweichen.Es ist darum beim Umgang mit Pestkranken darauf zu achten entsprechende Schutzkleidung zu tragen.
  • Direkter Kontakt: Es kann bisweilen auch schon ausreichen, wenn eine gesunde Person einen Pestkranken nur berührt. Dazu ist oftmals nicht einmal nötig, dass man direkt auf eine der sog. Pestbeulen fasst, sondern jedwede Berührung ist potentiell ansteckend.Dies gilt ebenso für sexuellen Kontakt mit Infizierten.Ebenso ist es möglich sich mittel Gegenständen anzustecken, die zuvor von einem Erkrankten berührt wurden. Ist dies der Fall spricht man von einer sog. „Schmierinfektion“.Insbesondere Pflegepersonal und Ärzte Laufen große Gefahr, sich mit der Pest anzustecken, insofern sie nicht alle notwendigen Sicherheitsprotokolle streng einhalten.
  • Ansteckung über die Luft: Was sich anhört wie etwas aus einem Horrorfilm, ist die Wahrheit. Die für den schwarzen Tod verantwortlichen Erreger können sich durch die Luft verbreiten. Dies ist eine Fähigkeit, die nicht allzu viele Bakterien besitzen. Darüber hinaus können sie sich nicht nur durch die Luft übertragen, sie halten es auch besonders lange in ihr aus ohne abzusterben. Das macht Yersinia pestis ungleich gefährlicher als die meisten anderen Infektionskrankheiten, die man kennt.

 


Welche Symptome können auftreten?

Um in der Lage zu sein, genaue Symptome und Anzeichen für eine etwaige Erkrankung mit der Pest zu nennen, muss zunächst geklärt werden, an welchem Untertypus man leidet. Dies ist wichtig, da sich die Symptomatiken teils schwerwiegend unterscheiden:

  • Beulenpest:
    Diese Ausprägung der Infektion mit Yersinia pestis ist wohl die bekannteste. Möglich Symptome sind starkes Fieber, starker Kopfschmerz, allgemeines Unwohlsein, Anschwellen der Glieder und geistige Verwirrtheit.Nach einer gewissen zeit bilden sich darüber hinaus die bekannten „Pestbeulen“ aus. Diese sind meist grau oder schwarz und können bis zu 10 Zentimeter im Durchmesser betragen. Darüber hinaus sind zumeist am Hals, in den Achselhöhlen und / oder an der Leiste zu finden. Im laufe der Krankheit füllen sie sich zudem mit Eiter an.
  • Lungenpest:
    Die Lungenpest tritt eher selten auf und ist dementsprechend schlecht erforscht. Darum weiß man nicht allzu viel darüber, wie sie funktioniert. Nichtsdestotrotz ähneln sich durch sie verursachte Symptome von Fall zu Fall sehr.Es können auftreten: Starker und unkontrollierbarer Husten, Atemnot, blutiger Auswurf, Lungenödeme.Wird eine Lungenpest nicht sofort behandelt, verbleiben dem Betroffenen oftmals keine fünf Tage, bis er der Krankheit erliegt.Die Lungenpest tritt ebenso in Tieren, besonders in Mäusen auf. Daher überträgt sie sich relativ häufig auf Katzen. Handelt es sich bei den infizierten Exemplaren noch zusätzlich um Hauskatzen, ist eine Übertragung der Krankheit auf den Menschen kaum mehr auszuschließen.Darum ist es für Halter von Katzen in Risikogebieten absolut notwendig, ihre Katzen eher auf Abstand zu halten. Dies verhindert ggf. Ansteckungen mit der Lungenpest. Besonders von dieser Krankheit betroffen sind Gebiete im süd-östlichen China. Darum seien Touristen besonders davor gewarnt, fremde Katzen zu streicheln.
  • Pestsepsis:
    Diese tritt ein, wenn eine direkte Ansteckung des Blutes mit Yersinia pestis erfolgt. Dies kann geschehen, nachdem Erreger in offene Wunden eingedrungen sind oder wenn die sog. Pestbeulen in das Körperinnere aufgeplatzt sind. Das Blut infiziert sich schnell und bewirkt u.a.: Kopfschmerzen, Übelkeit, Fieber und Schüttelfrost, sowie schwere innere Blutungen, die ebenso die Organe betroffen können.

Wie diagnostiziert man den schwarzen Tod?

Eine Diagnose ist oftmals schnell gestellt und muss auch schnell gestellt sein, wenn man verhindern will, dass der Patient seinem Leiden erliegt. Bei einer Infektion mit dem Pesterreger kommt es für die Betroffenen auf die Stunde an. Zumeist überleben Pestkranke ihr Martyrium keine drei Tage und darüber hinaus verläuft die Krankheit sehr qualvoll und fordert den Betroffenen auch noch das Letzte ab.

Deshalb ist es umso wichtiger, dass man sich bereits beim kleinsten Verdacht auf eine Pest untersuchen lässt. Das dient nicht nur dem eigenen Schutze, sondern auch dem Schutze der Menschen um einen herum. Es bedarf nämlich oftmals nur einer erkrankten Person, um eine Epidemie auszulösen.

Zunächst wird der Arzt wohl stutzen, da Pestfälle in unseren Breiten beinahe niemals vorkommen. Wenn man sich aber beispielsweise touristisch in Risikogebieten aufgehalten hat und darum eine Ansteckung befürchtet, sollte man seinen behandelnden Arzt darüber informieren.

Je nachdem wie weit die Krankheit bereits vorangeschritten ist, kann es dazu kommen, dass dem Mediziner bereits eine sog. Blickdiagnose ausreicht, um die Pest als solche identifizieren zu können. Ansonsten werden Blutproben genommen oder Gewebeabstriche gefertigt und gezielt auf das Vorhandensein von Yersinia pestis untersucht.

Sollte eine Pest, welcher Art auch immer, identifiziert werden, wird der Betroffene postwendend und ggf. sogar gegen seinen Willen in das nächste Krankenhaus gebracht und dort isoliert. Dies dient dem Schutze der restlichen Bevölkerung und ebenso der Heilung des Patienten.

In weniger gut entwickelten Ländern können Diagnosen oft nicht rechtzeitig oder nicht eindeutig gestellt werden und somit kann keine adäquate Behandlung erfolgen. Das wiederum führt dazu, dass in solchen Ländern viele Infektionen mit dem Pesterreger immer noch im Tode des Patienten enden.


Welche Behandlungsmethoden stehen zur Verfügung?

Die zur Verfügung stehenden Behandlungsmethoden sind vergleichsweise simpel und doch sehr wirksam. Man bedient sich der Verabreichung von Antibiotika, die oftmals imstande sind, eine Erkrankung mit der Pest zu heilen. Nichtsdestotrotz sollte man bedenken, dass es von enormer Wichtigkeit ist, wann die Behandlung erfolgt. Gerade die ersten 24 Stunden nach einer Ansteckung erwiesen sich als besonders gut, um eine Therapie zu beginnen. Alles danach ist hochgradig vom vorliegenden Fall abhängig. Betroffene mit guten Immunsystem können ggf. noch nach 24 Stunden geheilt werden. Schwache Personen dagegen haben oftmals keine Chance mehr, dem Tode zu entgehen.

Ebenso gibt es einen nachgewiesen funktionierenden Wirkstoff gegen die Pest. Das Problem mit jenem allerdings ist, dass seine Wirkung nur etwa drei bis sechs Monate vorhält. D.h. dass eine Impfung vergleichsweise oft erneuert werden muss. Das können sich viele Bewohner gefährdeter Gebiete nicht leisten, weshalb sie sich häufig trotzdem infizieren. Es gibt jedoch humanitäre Projekte, die diesen Impfstoff kostenlos zur Verfügung stellen. In unseren Breiten ist eine Impfung gegen die Pest aber nicht weiter nützlich, da es in Europa, wie bereits erwähnt, keine nennenswerten Häufungen von Infektionen gibt.

Operative Eingriffe gegen die Pest gibt es nicht mehr. In früheren Zeiten wurden die Pestbeulen von Betroffenen bisweilen von sog. Pestärzten aufgeschnitten und trockengelegt. Dieses Vorgehen erscheint aus einem modernen medizinischen Blickwinkel aber unsinnig. Es lindert weder das Leid des Patienten, noch hilft es dabei die Erkrankung selbst zu bekämpfen. Darüber hinaus kann man davon ausgehen, das solche Eingriffe den Tod des Patienten nur beschleunigt haben.

Gibt es alternative Heilungsmethoden?

Nein, gibt es nicht. Es sei denn man möchte sich auf mittelalterlichen Hokuspokus verlassen. Dies sollte man jedoch nicht tun. Die unfassbar hohen Zahlen von Pesttoten im Mittelalter Sprechen nicht gerade für die damals verwandten Alternativen.
Moderne Alternativen stehen keine zur Verfügung, die nicht direkt an mittelalterliche Behandlungsmethoden anknüpften. Deshalb ist von allen alternativen Heilmitteln abzuraten, wenn es um eine Pesterkrankung geht.

Gibt es Hausmittel

Man weiß, dass Nostradamus Pillen aus geriebenen Rosenblüten entwickelt hat, die dabei helfen sollten die Pest zu bekämpfen. Darüber hinaus nahm er diese Mittel selbst ein und erkrankte, trotz seines direkten Umgangs mit Pestopfern, selbst nicht. Das mag für sich sprechen. Aber die genaue Rezeptur für diese Pillen ist verloren und selbst wenn sie gewirkt haben sollten, dürften sie nicht so wirksam sein wie heutige Medikamente.
Also Finger weg.

Vorbeugung und Prophylaxe

Zur Vorbeugung stehen einem zwei primäre Mittel zur Verfügung.
1. Schutzimpfungen
2. Meidung von Risikogebieten

Das beste prophylaktische Mittel gegen eine Ansteckung mit Yersinia pestis ist es Gebiete zu vermeiden, in denen häufige Pestfälle zu erfassen sind. Außerhalb der Risikozonen ist man sehr sicher gegen eine Ansteckung.

Auch eine Impfung schützt gegen die Pest, sie hält allerdings nur drei bis sechs Monate vor und ist dann bereits zu erneuern.

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