Allergologe

AllergologeObwohl Spezialisten, die sich intensiv mit Allergien auseinandersetzen aufgrund stark steigender Zahlen Betroffener, immer wichtiger für die Gesellschaft werden, gibt es in er praktischen Medizin noch keine alleinstehende Spezialisierung, die einen zum „Facharzt für Allergien“ machte.

Allergologen sind der in der Regel Ärzte unterschiedlichster Fachrichtungen, die eine zusätzliche Ausbildung als bzw. eine Weiterbildung zum Allergologen abgeschlossen haben. Das berechtigt sie bei ihren Patienten auf Allergien zu testen und diese entsprechend zu behandeln.

In der Forschung oder theoretischen Medizin jedoch gibt es wesentlich geschultere Kräfte, die die Erforschung von Allergien zum Inhalt ihres Lebens gemacht haben. Sollten diese Forscher genügend Ergebnisse über Allergien gewinnen, wird es jedoch vielleicht bald schon möglich sein, eine Fachärztliche Ausbild als reiner Allergologe abschließen zu können.

Was genau sind Allergologen?

Wie bereits einleitend erwähnt gibt es den einen Allergologen nicht. Es gibt „nur“ Fachärzte mit einer zusätzlichen Ausbildung, die sie dazu berechtigt Allergien bei Patienten festzustellen und angemessen zu behandeln. Denn weder reicht das kurrente Wissen über Allergien und deren Ursachen aus, noch sieht man es in der Ärztekammer für essentiell wichtig genug an, um die Allergologie zu einer selbstständigen Fachrichtung zu erklären. Das mag sich mit einem Voranschreiten der Erkenntnisse rund um das Thema jedoch vielleicht bald schon ändern.

Die Forschung jedoch beschäftigt sich schon seit Jahren intensiv mit Allergien und ihren möglichen Ursachen. Das hat nicht zur Folge, dass der entsprechende Wissensschatz stets und steig erweitert wird, sondern dass auch immer mehr neue und junge Forscher benötigt werden. Hieraus ergab sich in den letzten Jahren der Trend, dass vorallem Pharmakologen und wissenschaftlich tätige Mediziner immer häufiger ihre Zeit dazu aufwenden, Allergien genauer zu erforschen. Man könnte also von diesen Personen als „Allergologen“ Sprechen oder zumindest als Allergologen der ersten Stunde.

Es ist nicht unwahrscheinlich, dass auch die Allergologie eines Tages ein eigenständiger medizinischer Fachbereich wird. Das schnell wachsende Wissen rund um das Thema und das sich ständig erweiternde Verständnis in Bezug auf Ursachen, Auswirkungen und etwaige Umweltfaktoren machen es darüber hinaus mehr als wahrscheinlich, dass eine einfache zusätzliche Ausbildung bald schon nicht mehr reichen wird, um die die gesammelten Erkenntnisse entsprechend abdecken und medizinisch nutzen zu können.

Alles in allem könnte man die Frage danach, was nun ein Allergologe eigentlich ist, damit beantworten, dass es ihn so noch gar nicht gibt, es ihn aber wahrscheinlich in den kommenden Jahren geben wird. Es handelt sich also um eine medizinische Fachrichtung, die noch in den Kinderschuhen steckt.

Wie behandelt ein Allergologe seine Patienten?

Fachärzte (meist Hautärzte, HNO-Ärzte, Allgemeinmediziner und Kinderärzte), die eine Zusatzausbildung als Allergologe abgeschlossen haben, sind dazu befähigt aus einem Spektrum verschiedener Behandlungsmethoden zu wählen.

Dazu sei jedoch angemerkt, dass es sich zumeist tatsächlich primär und Behandlungen mit der Absicht danach handelt, dem Patienten eine Linderung seiner Symptome zu garantieren und ihn nicht vollständig zu heilen. Zwar sind Heilungen von gewissen Allergien möglich, aber dies ist eher selten und man ist sich auf fachlicher Seite darüber uneins, wie genau solches zu bewerkstelligen ist.

Das häufigste Mittel um von Allergien Betroffene zu behandeln ist die Verschreibung von speziell abgestimmten Medikamenten. Diese werden landläufig als Antiallergika bezeichnet und dienen hauptsächlich dem Zwecke einer Linderung der Symptome. Eine Heilung ist mit ihnen weder möglich, noch wird sie angestrebt. Darüber müssen Patienten sich im Klaren sein. Die Bandbreite der Antiallergika ist recht groß und variiert je nach schwere der Allergie. So werden die meisten Betroffenen meist sog. Antihistaminika (bzw. Antihistamine) verschrieben bekommen, aber auch Gaben von Adrenalin kommen bei besonders gravierenden Ausprägungen vor.

Alle anderen Behandlungsmethoden sind mehr oder weniger auf die Vermeidung des Kontaktes mit Allergenen ausgerichtet. So gibt es den sog. Ansatz der Allergenkarenz, der darauf abzielt, die Umgebung des Betroffenen möglichst frei von den für ihn gefährlichen Allergenen zu halten. Dazu können beispielsweise spezielle Luftfilter in der Wohnung angebracht, allergiefreie Betten angeschafft oder das Halten von Haustieren vermieden werden. Dieses Vorgehen bekämpft die Ursachen einer Allergie natürlich in keinster Weise, aber es kann den Patienten das Leben angenehmer machen.

Ein anderer Ansatz in der Behandlung von Allergikern ist die Hyposensibilisierung. Hierbei handelt es sich um eine zwischen zwei und drei Jahren dauernde Therapieform, die es dem Patienten bei erfolgreichem Abschluss erlauben soll, seine allergischen Reaktionen auf gewisse Allergene stark abzuschwächen oder ganz zu verlieren.

Hierfür werden dem Patienten über die oben genannte Zeitspanne hinweg Lösungen gespritzt, die die für ihn schädlichen Allergene enthalten. Dadurch erhält der Organismus des Betroffenen die Möglichkeit, sich neuerlich für diese Allergene zu sensibilisieren ohne sich jedoch, wie zuvor, zu übersensibilisieren. Im Erfolgsfalle erwartet den Patienten also eine immens abgeschwächte Allergie oder sie wurde komplett ausgemerzt.

Welche diagnostischen Mittel stehen einem Allergologen zu Verfügung?

Die zwei großen Diagnoseverfahren, die von Allergologen angewendet werden können sind Hauttests und sog. Provokationstests. Hier eine Übersicht:
Hauttests

  • Pricktest:
    • Hierfür werden die Unterarme der zu testenden Personen eingestochen und diese Einstiche werden mit Allergenen verschiedenster Arten „belastet“.
    • Der Unterarm wird daraufhin abgedeckt und nach einiger Zeit begutachtet der Arzt, welche Allergene eine Reaktion hervorgerufen haben und welche nicht.
    • Daraus lassen sich Sensibilisierungen im Individuum diagnostizieren
  • Reibetest
    • Die angeritzte Haut des Patienten wird mit möglichen Allergenen berieben.
    • Dauert ca. 20 Minuten.
  • Atopie-Patch
    • Hierzu werden Allergene auf sog. „Patches“ (dt. Pflaster) aufgetragen und dem Patienten auf die Haut geklebt und eine etwaige Reaktion abgewartet.

Provokationstests

  • Inhalative Provokation
    • Bei diesem Testverfahren wird die Lunge des Patienten gezielt mit Allergenen provoziert.
    • Erfolgt eine Reaktion, wie beispielsweise schweres Husten usw., so kann von einer Allergie ausgegangen werden.
  • Nasale Provokation
    • selbes Prinzip wie in oben genanntem Verfahren, lediglich mittel der Nase.

    Darüber hinaus können auch Bluttests und ähnliches Erkenntnisse für den behandelnden Arzt bringen, anhand derer er in der Lage ist, die Behandlung des Patienten effektiver und gezielter auszurichten. Primär jedoch bedient man sich der oben genannten Verfahren zur Diagnostik oder deren Varianten.

Worauf sollte der Patient bei der Wahl seines Allergologen achten?

Da es keine reinen Allergologen, wie oben ausgeführt, gibt, sollte der Patient zunächst einmal seinen Hausarzt fragen, ob nicht dieser dazu imstande ist, Allergien festzustellen. Sollte dies der Fall sein, muss man gar nicht erst groß suchen.

Sollte dies jedoch nicht der Fall, wird er sicherlich gute Fachärzte mit allergologischen Zusatzqualifikationen empfehlen können. Möglicherweise findet sich auch ein bereits aufgesuchter Facharzt darunter. Das erleichtert bisweilen die Kontaktaufnahme.

 

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