Bulimie

Definition Bulimie (Bulimia nervosa)

BulimieDie Bulimie oder die Ess-Brechsucht, ist eine Krankheit, von der viele junge Menschen betroffen sind. Zumeist aber trifft es junge Mädchen, die dem Schönheitsideal, das durch Medien und Gesellschaft geschaffen wurde, auf krankhafte Art und Weise nacheifern. Es ist ihnen unmöglich klar zu unterscheiden, welche Einstellung gegenüber Nahrung gut für sie ist und welche nicht.

Aber nicht nur Fressattacken, auf die selektives Erbrechen folgt, sind die einzige Art, auf die sich diese psychische Störung äußert. Auch der Missbrauch von Abführmitteln, exzessiver Sport, übermäßiges Fasten und Depressionen sind oftmals deutliche Indikatoren und Hinweise auf das Vorhandensein der Bulimia nervosa.


Steckbrief: Bulimie

  • Name(n): Bulimie; Ess-Brechsucht; Bulimia nervosa
  • Art der Krankheit: Essstörung
  • Verbreitung: Weltweit
  • Erste Erwähnung der Krankheit: 4. Jahrundert vor Christus
  • Behandelbar: Ja
  • Art des Auslösers: Diverse
  • Wieviele Erkrankte: Zwischen 0
  • 1 und 1% der Weltbevölkrung
  • Welchen Facharzt sollte man aufsuchen: Psychologe; Hausarzt
  • ICD-10 Code(s): ICD-10-GM-2017 – F00-F99 – F50-F59 – F50.2

Was ist Bulimie?

Die Bulimia nervosa, die man landläufig meist schlicht als „Bulimie“ bezeichnet, ist eine nicht zu unterschätzende und potentiell lebensbedrohliche Essstörung. Dabei ist diese Erkrankung durchaus kein neues Phänomen. Bereits aus den frühesten Zeiten der Menschheit sind Beispiele von Personen bekannt, die an der Bulimie litten. Übersetzt man den Namen der Bulimie wortwörtlich, bedeutet er so viel wie „Ochsenhunger“. Im Grunde also das genaue Gegenteil von dem, wie wir den Begriff heutzutage anwenden. Die Begründung hierfür ist aber einfach auszumachen. Bei einer Bulimie finden oftmals Wechsel zwischen Heißhungerattacken und daran anschließenden „Reinigungen“ statt. Dabei sind besagte Reinigungen jedoch nur ein Euphemismus für willentliches Erbrechen, um sich der im laufe der Heißhungerattacke eingenommenen Nahrung zu entledigen.

Der soeben genannte Umstand also ist eben jenes, was diese Erkrankung auszeichnet. Der ungesunde Wechsel von übermäßigem Essen und anschließendem selektiven Erbrechen. Dabei muss es jedoch nicht alleine beim Erbrechen bleiben. Viele Betroffene helfen sich auch mit Abführmitteln oder exzessiven sportlichen Übungen weiter. In manchen Fällen ist es sogar möglich, dass nicht einmal eine Heißhungerattacke notwendig ist, um im Erkrankten das Bedürfnis danach auszulösen, sich zu übergeben. Tatsächlich genügt bisweilen bereits die Aufnahme geringster Mengen an Nahrung. So kann bereits ein einzelner Apfel als Grund für eine „Reinigung“ anzusehen sein.

Darüber hinaus sind von diesem Leiden primär Frauen betroffen. Das schließt zwar nicht aus, dass auch Vertreter des männlichen Geschlechts erkrankt sein können, die Wahrscheinlichkeit hierfür ist aber verschwindend gering. Männliche Betroffene sind zudem häufig homosexuell. Der Zusammenhang zwischen diesen beiden Faktoren ist zur Zeit Anlass mehrerer psychiatrischer Studien.

Des Weiteren sind betroffene Personen zumeist von Haus aus sehr über mit ihrem Aussehen und ihrer Außenwirkung auf andere beschäftigt. Das Hauptproblem dabei ist allerdings, dass die Selbstwahrnehmung und das tatsächliche Aussehen oftmals stark auseinanderklaffen. Patienten empfinden sich als dicker, als sie tatsächlich sind.

Welche Ursachen führen zu Bulimie?

Die genauen Ursachen, die einer Bulimie zugrunde liegen sind noch weitestgehend unbekannt. Aufgrund erfolgter Beobachtungen jedoch ist es möglich zumindest einige potentielle Ursachen als wahrscheinlicher einzustufen als andere. Dabei sind die zumeist sozialer Natur. Zwar kann man auch eine genetische oder biologische Prädisposition nicht ausschließen, diese scheinen aber, selbst wenn sie zu den etwaigen Auslösern zu zählen wären, vermutlich eher zu den nebensächlichen Gründen einer Erkrankung.

Tatsächlich ist wohl die Kombination aus gesellschaftlichem Druck und dem vorherrschenden Schönheitsideal die Hauptursache. Treffen diese beiden Faktoren wiederum auf eine geschwächte Psyche oder auf eine Person, die sich sehr stark von der Meinung Dritter abhängig macht, sind beinahe alle Vorarbeiten geleistet, die den Ausbruch einer Bulimie begünstigen.

Dabei lassen sich die eben genannten potentiellen Ursachen sehr häufig bestimmten Personengruppen oder Umständen zuordnen, aus denen man wiederum Schlüsse auf etwaige Risikogruppen ziehen könnte. Dazu im Folgenden eine kurze Übersicht:

Allgemeine Risikofaktoren

  • Weibliches Geschlecht: Wie bereits erwähnt, sind Frauen statistisch wesentlich häufiger betroffen als Männer. Tatsächlich liegt die Ratio bei etwa 95 zu 5. Damit ist die Wahrscheinlichkeit, dass ein Mann an diesem Leiden erkrankt vergleichsweise gering.
  • Homosexualität: Rückbezüglich auf den oben genannten Punkt gilt es weiterführend zu erwähnen, dass die erkrankten Männer zumeist homosexuell sind. Bei Frauen wiederum spielt die sexuelle Orientierung meist keine Rolle bei dem Ausbruch der Erkrankung. Manche Studien gehen davon aus, dass mehr als 90% aller bulimischen Männer ebenso homosexuell sind. Die genauen Gründe hierfür gilt es noch auszuloten.
  • Familiäre Vorbelastung: Insofern in der nächsten Familie bereits Essstörungen zu beobachten waren, sprich wenn die Eltern, die Geschwister oder die Großeltern an einer solchen litten, steigt zumindest statistisch die Wahrscheinlichkeit an, dass man selbst auch an einer Essstörung erkrankt. Dies ist nich allein spezifisch für die Bulimie der Fall, sondern inkludiert auch alle anderen Varianten potentieller Essstörungen. Nichtsdestotrotz war ein erblicher Faktor bislang noch in keiner Studie nachzuweisen.

Psychologische Risikofaktoren

  • Psychologische und emotionale Instabilität: Personen mit einem natürlich geringen Niveau an Selbstachtung und Selbstbewusstsein sowie grundsätzlich ängstliche Menschen sind häufiger von diesem Leiden betroffen als solche, die über eine normal ausgeprägte psychische Standfeste verfügen. Treffen ein niedriges Selbstbewusstsein und Stress oder Druck dann zusammen, kann es nicht selten geschehen, dass Personen mittels der Ess-Brechstörung versuchen sich zu helfen. Bisweilen kann auch chronische Langeweile ein ausschlaggebender Faktor für eine mögliche Erkrankung sein.
  • Medialer und soziokultureller Druck: Das in den gängigen Mainstreammedien vorherrschende Schönheitsideal ist nur sehr schwer zu erreichen und noch schwerer beizubehalten. Nichtsdestotrotz implizieren Zeitschriften, TV und Filme, dass extreme Magerkeit und dergleichen das anstrebsamste Ziel seien. Hierdurch entstehen Verunsicherungen. Vorallem junge Mädchen lassen sich leicht durch so etwas beeinflussen und wissen sich keinen anderen Ausweg, außer einer Bulimie.
  • Beruflicher Stress: Hierbei handelt es sich um eine sehr spezifische etwaige Ursache. Einige Berufsgruppen laufen nämlich erhöhte Gefahr im Zuge ihrer Diensausübung eine Bulimie zu entwickeln. Dies ist insbesondere bei Sportlern, Tänzern, Models und Schauspielern der Fall. diese müssen zwingend ein spezielles Gewicht halten, um ihren Beruf überhaupt ausüben zu können. Dies führt im Endeffekt nicht selten zu einer Essstörung.

Symptome & Anzeichen

Es kann bisweilen schwer sein, die auftretenden Symptome im Einzelfalle der Bulimia nervosa zuzuordnen. Dies liegt daran, da es sich hierbei nicht nur um eine Essstörung, sondern auch um eine psychologische Erkrankung handelt. Die Psyche eines jeden Menschen allerdings funktioniert grundverschieden und folgt nur selten rationalen und gleichbleibenden Mustern oder Vorgaben. Darum kann es selbst geschultem Personal häufig nicht leicht von der Hand gehen, eine Bulimie als solche zu erkennen und anzusprechen

Nichtsdestotrotz sollte man sich hiervon nicht verunsichern lassen. Denn gleichwohl es sehr viele individuelle Ausprägungen gibt, die eine Bulimie im Einzelfall spezifizieren, gibt es ebenso viele allgemeine Symptome, die mehr oder weniger stark ausgeprägt in jedem Einzelfall auftreten. Anhand dieser ist es schließlich möglich, die vorliegende Störung von anderen Essstörungen zu unterscheiden.

Diese Symptome können unter anderem sein:

  • Krankhafte Fixierung auf Aussehen und Form des eigenen Körpers
  • Pathologische Angst davor an Gewicht zu gewinnen
  • Kontrollverlust bei dem Verzehr von Lebensmitteln
  • Zwanghaftes Überessen, teilweise bis daraus Schmerzen resultieren
  • Sporadisch oder regelmäßig auftretende „Fressattacken“
  • Zwanghaftes Erbrechen, Einnehmen von Abführmitteln oder exzessive sportliche Betätigung (insbesondere nach einer Fressattacke)
  • Übermäßiges diätieren
  • Frequente Einnahme von Diätprodukten

Wie bereits erwähnt, handelt es sich bei den gerade erwähnten Anzeichen lediglich um die allgemein bei jedem auftretenden Symptome. Die individuellen Ausprägungen der Bulimie können dabei wesentlich komplexer und tiefgreifender sein. So entwickeln Betroffene nicht selten mit regelrechter militärischer Exaktheit ausgearbeitete Pläne, an denen sie ihr gesamtes Dasein ausrichten. Sie kontrollieren damit nicht nur, wann sie aufstehen, zu Bett gehen usw., sondern auch was sie wann essen und trinken. Dabei ist das zählen von Kalorien oftmals Hauptbestandteil ihres Daseins.

Nichtsdestoweniger treten bei Bulimikern immer wieder Phasen des vollkommenen Kontrollverlusts auf. Diese äußern sich dann durch die bereits erwähnten „Fressattacken“. Während einer solchen ist es dem Erkrankten unmöglich, an sich zu halten und alle Nahrungsmittel, die zur Verfügung stehen, werden binnen kürzester Zeit konsumiert. Oftmals über den Punkt physischer Schmerzen hinaus. Die Bulimie ist also oftmals ein fliegender Wechsel zwischen übermäßiger Kontrolle und vollkommenem Verlust derselben.


Diagnose & Krankheitsverlauf

BulimieDa es sich bei der Bulimie um eine psychische Erkrankung handelt, kann es bisweilen sehr schwer sein, die festzustellen oder eben zu diagnostizieren. Zusätzlich erschwert sich eine profunde Diagnose dadurch, dass Betroffene sich keine Hilfe suchen, sondern ihre Krankheit im Privaten und darüber hinaus heimlich ausleben. Nicht selten sind sie so gut darin, ihr Leiden vor der Welt zu verstecken, dass selbst engste Familienmitglieder und Freunde überrascht sind, wenn sie herausfinden, dass die betreffende Person an der Bulimia nervosa leidet.

Es ist daher in beinahe allen Fällen unabdingbar, dass Betroffene selbst den ersten Schritt unternehmen und sich behandeln lassen. Hierbei kann es auch über die Maßen hilfreich sein, wenn Familienangehörige gegenseitig ein Auge aufeinander haben. Manche Betroffenen bedürfen eines Tritts, um in Gang zu kommen und sich Hilfe zu suchen. Insbesondere jugendliche Mädchen, kämen von alleine niemals auf die Idee, einen Psychologen wegen ihrer Krankheit zu konsultieren. In diesen Fällen liegt es zumeist an den Eltern, ein Treffen in die Wege zu leiten.

Zwar kann auch der Hausarzt erste Hilfestellungen geben, allerdings sollte man sich zwecks einer tiefergehenden Behandlung eher an einen Psychologen oder einen Psychiater wenden, bzw. sich an einen solchen überweisen lassen. Dieser ist zumeist mit der vorliegenden Erkrankung besser vertraut und kann somit auch effizientere Abhilfe leisten.

Die Diagnose selbst ist aber, wie bereits erwähnt, nicht immer allzu leicht zu stellen. Der Faktor Mensch macht den vorgefertigten Identifikationsmethoden nicht selten einen Strich durch die Rechnung. Dennoch bedienen sich viele Psychologen zur ersten Einschätzung des zu behandelnden Patienten häufig eines Frage-Anwort-Tests, der dabei helfen soll zu determinieren, ob zumindest der Verdacht auf eine Bulimie gerechtfertigt ist.

Fragen eines solchen Textes könnten wie folgt aussehen:

  1. Unterscheiden sich Ihre Essgewohnheit massiv von denen ihrer Familie oder Freunde?
  2. Ist es Ihnen unmöglich, sich durch Ihren Alltag zu bewegen, ohne über Nahrungsmittel nachzudenken?
  3. Ziehen Sie es vor alleine und unter Ausschluss der Öffentlichkeit zu essen?
  4. Denken Sie sich Ausreden aus, um nicht mit Freunden oder Familie zusammen essen zu müssen? (Bspw: „Danke, ich habe schon gegessen.“ oder „Ich fühle mich nicht gut.“)
  5. Leiden Sie an unkontrollierten Fressattacken, währenddessen sie zu große Mengen an Nahrung aufnehmen und diese im direkten Anschluss daran selektiv wieder ausbrechen?
  6. Geben Sie heimlich vor zu essen, ohne es zu tun, um Ihr Umfeld nicht zu beunruhigen? (Bspw: Essen kauen und wieder ausspucken usw.)
  7. Haben Sie eine Liste von Nahrungsmitteln im Kopf, die Sie erlaubt sind zu essen und die Sie nicht erlaubt sind?
  8. Werden sie wütend oder ungehalten, wenn andere nach Ihren Essgewohnheiten fragen oder Ihnen etwas zu essen anbieten wollen?
  9. Kochen Sie oftmals große Mahlzeiten für andere, ohne jedoch selbst etwas davon zu sich zu nehmen?
  10. Halten Sie ständig Diät oder fasten Sie fortwährend?
  11. Glauben Sie anderen Personen nicht, wenn diese Ihnen erzählen, dass Sie schlank seien, weil Sie sich selbst als fett warnehmen?
  12. Benutzen Sie regelmäßig Abführmittel oder Brechmittel zum Zwecke der Gewichtskontrolle?
  13. Gehen sie exzessiver sportlicher Betätigung nach und werden nervös, wenn Sie einmal nicht dazu kommen Sport zu machen?
  14. Hat Ihre Periode plötzlich aufgehört?
  15. Sind Sie außer Stande ein für Ihre Größe und Ihr Alter als angemessen angesehenes Gewicht zu halten?
  16. Ist es Ihnen wichtig, dass Sie in Ihrem Bekanntenkreis die dünnste Person sind?
  17. Können Sie sich über lange Zeiträume hinweg theoretisch mit Diäten, Fastenkuren und anderen Abnehmmaßnahmen beschäftigen?

Krankheitsverlauf

Der Verlauf der Krankheit ist zumeist nur schwer vorherzusehen oder gar einzuordnen. Zwar ist es nicht unmöglich etwaige wiederkehrende Muster auch fallübergreifend festzustellen, dennoch ist dies eher die Ausnahme als die Regel. Wie jede psychische Krankheit, so ist auch die Bulimie eine individuelle Angelegenheit, die sich nicht in vorgefertigte Formen pressen lässt.

Dennoch sollte man stets im Hinterkopfe behalten, dass die Krankheit, insofern sie unbehandelt bleibt, im Laufe der Zeit immer gravierender und gravierender wird. Dies ist primär deswegen der Fall, da Bulimiker nicht wissen, wenn es zu viel ist. Ihre Impulskontrollstörung gegenüber Nahrung verschlimmert sich zusehends. In den späteren Stadien des Gebrechens muss man damit rechnen, dass einem die Zähne ausfallen, das Zahnfleisch sich massiv zurückbildet, einem die Haare ausgehen und man auch sonst an massivsten Mangelerscheinungen leidet. Darüber hinaus ist auch der Tod der Erkrankten irgendwann unabwendbar. Ihr Körper gibt aufgrund der Überbelastung schlicht auf.


Häufigkeit & Diagnosedaten

Es gibt kaum verwertbare Daten darüber, wieviele Personen von Bulimie betroffen sind. Dies liegt an diversen Gründen. Unter anderem an der bereits erwähnten Tatsache, dass viele Erkrankte sich keine Hilfe suchen, sondern versuchen ihre Krankheit so gut es ihnen möglich ist, von der Außenwelt zu verstecken. Die wenigen Daten die zur Verfügung stehen sind darüber hinaus auch nur eingeschränkt repräsentativ. Dies liegt daran, dass es sich hierbei um meist freiwillige Studien und Umfragen handelt. Diese können interessante Querschnitte aufzeigen, taugen aber zu nicht viel mehr. Begründen lässt sich das damit, dass die gemachten Angaben medizinisch nicht zu überprüfen sind somit nicht zwingend der klinisch feststellbaren Wahrheit entsprechen müssen. Dennoch gibt es auch tatsächliche medizinische Erhebungen. Diese sind aber sehr selten. Aufgrund dessen bedient man sich im Falle der Bulimie zumeist eines Zusammenziehens der Ergebnisse klinischer sowie freier Studien und versucht anhand davon halbwegs akkurate Ergebnisse zu estimieren.

Die hieraus hervorgehenden Zahlen sind dementsprechend ungenau und relativ weit. Bei Männern kann man in etwa davon ausgehen, dass zwischen 0,01 und 1,4% betroffen sind. Bei Frauen sind es zwischen 0,3 und 9,4%. Alles in allem sollte man jeweils vom Mittelwert ausgehen, zumindest bis exaktere Erhebungen zur Verfügung stehen. Das einzige, was klar ins Auge springt, ist wieder die relative Häufung der Krankheit bei Vertretern des weiblichen Geschlechts. Männer sind deutlich weniger und seltener betroffen.

Wesentlich genauer sind die Angaben über das Wo. Es ist bekannt, dass es beinahe ausschließlich in Ländern der ersten Welt zur Ausbildung von Bulimia nervosa kommt. Entwicklungsländer hingehen haben nur sehr selten bis gar nicht mit dieser psychischen Störung zu kämpfen. Dies mag natürlich auch daran liegen, dass die Nahrungsmittelsituation in diesen Staaten ohnehin sehr schlecht ist und es darum als schick gilt übergewichtig zu sein, anstatt zu dünn. Des Weiteren sind vorallem junge Mädchen aus Städten erkrankt.

Diagnosedaten

Die Diagnose von Bulimie fällt oftmals sehr schwer. Das liegt nicht etwa an der Unkenntnis und / oder Unfähigkeit des behandelnden Arztes, sondern zu großen Teilen daran, dass die Betroffenen sind keine Hilfe suchen und wenn man sie dazu zwingt oder ermahnt, neigen sie zudem dazu, unwahre Aussagen zu tätigen. Hierdurch verzerrt sich das Bild, dass sie dem Psychologen machen immens und es kommt infolge dessen zu fehlerhaften Diagnosen.

Bulimiker bleiben mit ihrem Leiden gerne für sich selbst. Es braucht zumeist sehr lange, bis sie bereits sind, sich dahingehend einer anderen Person gegenüber zu offenbaren. Darüber hinaus sind auch die äußeren Merkmale einer Erkrankung vergleichsweise schwer auszumachen. Die Erkrankten sind häufig wahre Künstler darin, ihre Bulimie zu verschleiern. Sie haben für jede Situation eine passende Ausrede parat, die oftmals als sehr glaubwürdig gelten muss. Darum liegt es besonders am familiären Umfeld, dass dieses auf Warnsignale achtet und die potentiell betroffene Person mit ihrer Vermutung konfrontiert. Von alleine geschieht selten etwas in diese Richtung.

Konnte man den Erkrankten jedoch schließlich dazu bewegen, sich Hilfe zu suchen, ist eine Diagnose in aller Regel kein Problem mehr. Dies ist nicht zuletzt deswegen der Fall, weil der Bulimiker sich dem Psychologen dann meist schon zu Beginn der Behandlung offenbart und es also nicht einmal mehr einen Grund für eine Diagnose gibt, da der Befund schon feststeht.


Komplikationen bei der Krankheit

Bei einer Bulimie ist es nicht selten zu beobachten, dass teils schwerwiegende Komplikationen auftreten. Bisweilen können diese sogar lebensbedrohlicher Natur sein. Aber auch hier ist es mitunter sehr kompliziert diese festzustellen, da Betroffene in der Lage sind, selbst diese zu verstecken. Ein offenes Auge ist daher vonnöten, um ggf. erste Hilfe leisten zu können.

Kurzübersicht der etwaig auftretenden Komplikationen

  • Dehydration (Hierdurch kommt es nicht selten zu schwerwiegenden medizinisches Vorfällen, wie Nierenversagen)
  • Herzrhythmusstörungen oder Herzattacken
  • Extreme Beschädigungen der Zähne und des Zahnfleisches aufgrund des häufigen Erbrechens und der damit ausströmende Magensäure
  • Allgemeine Verdauungsprobleme
  • Abhängigkeit von Abführmitteln (Ohne dieselben ist es Erkrankten oftmals nicht möglich, Stuhl abzuscheiden)
  • Ängstlichkeit und Depressionen
  • Missbrauch von Alkohol, Tabak oder anderen Rauschgiften
  • Selbsttötung
  • Haarausfall
  • Unterernährung
  • Erschöpfungsbrüche
  • Soziale Isolation
  • Allgemeine Schwäche
  • Impulskontrollstörungen
  • Zwangsneurosen

Wann sollte man zum Arzt gehen?

Natürlich ist jedem Bulimiker dazu zu raten, sofort einen Arzt aufzusuchen. Ohne wenn und aber. Die wenigstens allerdings werden das tun. Wie nun bereits schon mehrfach erwähnt, ist Betroffenen die Erkrankung oftmals peinlich und sie fühlen sich wohler damit, ihr Leiden vor der Welt zu verbergen, anstatt es publik zu machen. Das führt im Endeffekt jedoch dazu, dass sie mit ihren Problemen alleine gelassen sind und sie die Situation von Tag zu Tag nur mehr verschlimmert.

Das Verhalten wird ohne ärztliche Betreuung immer extremer und für Außenstehende und Unbeteiligte immer absurder. Auch das führt nicht selten dazu, dass sich das Umfeld abwendet oder mit Desinteresse reagiert, also mehr und mehr abstumpft. Natürlich spielt das den Erkrankten zunächst in die Karten, da sie sich hierdurch in ihrem Verhalten weniger eingeschränkt fühlen müssen. Alles in allem aber ist dieser Ansatz grundlegend falsch.

An Bulimie erkrankte Personen sehen ihre Krankheit oftmals nicht ein oder schämen sich derer so stark, dass sie von einer ärztlichen Konsultation absehen. Darum liegt es in diesem Falle tatsächlich primär am Umfeld, dass der Bulimiker Hilfe bekommt. Es gilt also, dass man einfühlend aber bestimmt auf die potentielle Patientin einwirkt. Hierzu dienen vorallem Gespräche in einer ruhigen Atmosphäre. Auch das Organisieren von Treffen zwischen geheilten Personen und den potentiell Betroffenen können wahre Wunder wirken. Gerade Eltern leidender Kinder müssen bisweilen sehr tief in die Trickkiste greifen, um ihren Nachwuchs dazu zu bewegen, schulmedizinische Hilfe in Anspruch zu nehmen. Dennoch heißt es ganz klar, dass man am Ball bleiben muss, auch wenn es manchmal nutzlos scheint. Bulimiker brauchen viel Zeit, um sich mit dem Gedanken anzufreunden, dass das was sie tun falsch ist.

Es gilt, dass man nichts überstürzen, aber gleichzeitig auch nichts unversucht lassen sollte, um einen Betroffenen davon zu überzeugen, dass es besser ist, zum Arzt zu gehen.


Behandlung & Therapie

Bulimie
Im Falle einer Bulimie ist es nicht selten notwendig, dass verschiedene Formen der Behandlung zu verbinden sind. Insbesondere eine Kombination aus Psychotherapie und antidepressiv wirkender Medikation ist in den meisten Fällen sehr vielversprechend.

Eine Psychotherapie involviert bei der vorliegenden Krankheit nicht ausschließlich die betroffene Person, sondern auch deren Umfeld. Insbesondere die Familie. Es ist nämlich nicht zu unterschätzen, inwieweit die gesamte Familie dabei helfen kann, die Krankheit zu kurieren. Darüber hinaus finden oftmals beratende Gespräche unter der Leitung eines Ernährungswissenschaftlers statt, die dabei behilflich sein sollen, den Patienten von seinen Fehlern zu überzeugen und bessere Alternativen zu verdeutlichen.

Hierzu eine genauere Übersicht über die zur Verfügung stehenden Behandlungsmethoden

Psychotherapie

Bei einer Psychotherapie stehen zumeist Gespräche im Vordergrund. Ergo eine Gesprächstherapie. Nichtsdestoweniger können auch andere Formen der Psychotherapie zum Einsatz kommen. Darunter unter anderem:

  • Verhaltenstherapie – Das Augenmerk hierbei liegt darauf, dem Patienten seine negativen Verhaltensweisen aufzuzeigen und gesündere Alternativen dafür zu erarbeiten.
  • Familientherapie – Besonders betroffene Jugendliche bedürfen familiärer Kontrolle und familiärer Unterstützung. Darum ist es sehr wichtig, dass man in solchen Fällen die gesamte Familie involviert und eine Basis des gegenseitigen Vertrauens und Verständnisses schafft.
  • Ergotherapie – Im Rahmen einer solchen Therapie önnen Betroffene nützliche Fertigkeiten erwerben, wie sie anders mit Stress und Druck umgehen können und welche Arten von Beschäftigungen sie ablenken und die Belastungen des Alltags vergessen lassen.

Medikamente

Es gibt keine Medikamente, die speziell gegen eine Bulimie helfen könnten. Jedoch gibt es durchaus Präparate, die in der Lage dazu sind etwaige Nebeneffekte anzugehen. Insbesondere sind an dieser Stelle Antidepressiva zu nennen. Denn gerade Depressionen sind ein häufiger Begleiter der Bulimie. Aber auch Medikamente zur Regulation des Darmes und Salben zum Schutz des Zahnfleisches finden Anwendung.

Stationäre Aufenthalte

Besonders hartnäckige oder besonders weit vorangeschrittene Fälle sind oftmals nur noch im Rahmen einer stationären Behandlung anzugehen. Bisweilen kommt es diesbezüglich sogar zu Zwangseinweisungen. Das genaue Vorgehen gegen die vorliegende Erkrankung ermitteln Ärzte dann vor Ort und fallabhängig.

Ernährungswissenschaftliche Beratung

Viele Betroffene, insbesondere junge Mädchen, verstehen oftmals nicht, was sie ihrem Körper antun. Darum kann es von essentieller Wichtigkeit sein, wenn man diese diätologisch schult und ihnen damit aufzeigt, wie sehr sie sich selbst durch ihr Verhalten schaden. Darüber hinaus dient diese Art der Aufklärung dazu, dass die Bulimiker auch zukünftig dazu in der Lage sind, alleine ein gesundes Maß zu finden.


Vorbeugung – Impfung & Prävention

Eine gezielte Prävention gegen die Bulimia nervosa ist nicht möglich. Lediglich umfassende Aufklärung gegenüber der Krankheit kann verhindern, dass sie auftritt. Insbesondere kann es daher sinnvoll sein, dass Eltern ihre Töchter zu aufklärenden Seminaren oder Schulungen schicken, um bereits im Vorfeld eine Art von Aufmerksamkeit zu generieren. Je mehr man als Individuum über dieses Leiden weiß, desto seltener ist es, dass man daran erkrankt.

Zudem ist es bisweilen als wertvoll anzusehen, wenn man seinen Nachwuchs selbst darüber aufklärt, dass die medial propagierten Schönheitsideale nichts sind, was man allzu ernst nehmen sollte. Darüber hinaus sollte bei Verdacht auf eine etwaige Bulimie seitens der Eltern eine strengere Überwachung der Kinder eintreten. Diese kann zwar nicht verhindern, dass es nicht trotzdem zu einer Ess-Brechstörung kommt, aber immerhin ist es dann möglich, dass die Eltern ihre Kinder frühzeitig zu einem Mediziner bringen können.

Die essentiellste Form der Prävention ist also im Falle der Bulimie sowie im Falle beinahe jeder psychischen Erkrankung, frühzeitige Aufklärung. Das enttabuisiert das Thema und schafft eine breitere Öffentlichkeit.


Prognose zur Heilung

Die Prognose ist alles in allem nicht schlecht. Gesetzt den Fall natürlich, dass es zu einer ärztlichen und / oder psychologischen Behandlung kommt. Oftmals zeigen sich Betroffene recht einsichtig, wenn man genug Zeit darauf verwendet, sie behutsam auf ihr Fehlverhalten aufmerksam zu machen. Überstürzte oder übermäßig emotionale Behandlungen dagegen sind selten von Erfolg gekrönt.

Es ist nicht selten möglich – tatsächlich ist es sogar die Regel- dass Erkrankte mithilfe einer maßgeschneiderten Therapie wieder vollkommen gesunden und fortan ein gutes und sorgenfreies Leben zu führen imstande sind.

Ungleich trüber jedoch ist eine Prognose dann, wenn man keine Hilfe in Anspruch nimmt. Dies geschieht leider wesentlich häufiger als man annehmen könnte. Und es führt darüber hinaus ebenso häufig zum Tod des Patienten. Diesen Umstand sollte man stets und stetig im Hinterkopfe behalten. Vorallem in Bezug auf seinen eigenen Nachwuchs. Schließlich ist jeder potentiell gefährdet. Zwar ist die Schuld einer Bulimie nicht bei den Eltern zu verorten, das ändert aber nicht daran, dass sie sich bei allzu passivem Verhalten zumindest eine gewisse Mitschuld aufladen. Nämliches gilt auch für Freunde und Bekannte von Bulimikern.

Alles in allem also verbleibt zu sagen, dass die von der Krankheit ausgehende Bedrohung eher gering ist, insofern man sie behandelt. Sollte man dies jedoch nicht tun, endet das vorliegende Leiden nicht selten mit dem Todes des Betroffenen.


Alternative Medizin & Hausmittel

Welche Hausmittel können helfen?

Es ist nicht zu bestreiten, dass manche Hausmittel glänzende Arbeit leisten, um die ein oder andere Krankheit in den Griff zu bekommen und diese sogar bisweilen vollständig kurieren können. Hierbei handelt es sich aber zumeist ausschließlich um physische Erkrankungen. Leiden der Psyche dagegen kann man mit Hausmitteln nur selten beikommen. Von einigen rudimentären therapeutischen Ansätzen einmal abgesehen.

Darum ist es nicht ratsam, Hausmittel im Falle einer Bulimie anzuwenden. Nicht allein die Tatsache, dass es keine gibt, sollte einen hierbei schon aufhalten, man sollte auch davon absehen, neue zu erfinden oder andere Hausmittel anzuwenden. Insbesondere solche, die angeblich den Hunger steigern sollen usw.

Das bedeutet jedoch nicht, dass man gegen die bei einer Bulimie auftretenden Symptome nicht Hausmittel anwenden können sollte. Allein es gilt sich im Vorfeld bewusst zu machen, dass diese nicht gegen die Krankheit selbst helfen, sondern eben nur gegen deren Symptome und Nebeneffekte.

Hierzu eine kurze Übersicht:

  • Bei Zahnproblemen und Zahnfleischleiden empfiehlt es sich, mit Wasser zu gurgeln, dem etwas Nelkenöl beigesetzt ist. Auch das Kauen auf ganzen Nelken kann schmerzlindernd wirken. Man sollte es jedoch nicht übertreiben, da eine Überdosierung auf den magen schlagen kann.
  • Bei Verstopfungen helfen natürliche Abführmittel wie Buttermilch, Sauerkrautsaft, Milchzucker usw.
  • Bei Magenschmerzen hilft oftmals eine Wärmflasche. Selbiges gilt auch für generelle Schmerzen des Unterbauchs.

Alternative Behandlungsmethoden

Welche alternativen Heilmittel sind zu empfehlen?

Für alternative Heilmethoden gilt dasselbe wie für Hausmittel. Sie sind eher mit Vorsicht zu genießen. Nichtsdestoweniger sind die Ansätze hierbei wesentlich raffinierter und somit vermutlich hilfreicher.

Darüber hinaus sollte man auch nicht vernachlässigen zu erwähnen, dass manche alternivmedizinischen Ansätze auch im Rahmen einer schulmedizinischen Behandlung Anwendung finden. Hierzu zählen besonders Dinge wie Ergotherapien, Schocktherapien usw. Nichtsdestoweniger sollte man einen studierten Psychologen zu Rate ziehen, bevor man sich alternativer Heilmittel bedient.

Hierzu eine kleine Übersicht:

  • Selbsthilfegruppen: Selbsthilfegruppen für Betroffene und deren Umfeld können ein sehr hilfreiches Instrument dafür sein, mit der Krankheit umgehen zu lernen.
  • Stress reduzieren: Viele Symptome psychischer Erkrankungen lassen sich durch gezielte Übungen zur Reduktion von Druck und Stress merklich abschwächen. Daher sollte man selbige in Erwägung ziehen.

Behandlungen

Eine kurze Übersicht der zur Verfügung stehenden alternativen Heilansätze:

  • Yoga
  • Meditation
  • Tai Chi
  • Autogenes Training
  • Kuraufenthalte
  • Weiterbildende Seminare
  • Frühaufklärung

Heilkräuter & Heilpflanzen

  • Johanniskraut
  • Kawa-Kawa Wurzel
  • Zwiebel
  • Beifuß
  • Spitzwegerich
  • Salbei

Die hier angeführten Heilkräuter sind auf keinen Fall als vollwertigen Ersatz für eine Psychotherapie oder eine medikamentöse Behandlung zu verstehen, sondern lediglich als Untersützung. Man kann sie dahingehend entweder als Tee oder Aufguss konsumieren oder in Form von Pulver und Pillen einnehmen. Der Heilpraktiker des Vertrauens verkauft überdies oftmals bereits fertige Präparate und kann darüber hinaus Auskünfte über Dosierung und Anewndung geben.


Ätherische Öle

Folgende ätherische Öle können angewendet werden:

  • Ylang Ylang
  • Lavendel
  • Patchuli
  • Kamille
  • Salbei
  • Rose

Die hier erwähnten ätherischen Öle sind im Falle der vorliegenden Krankheit ausschließlich im Rahmen einer Aromatherapie anzuwenden. Eine äußerliche oder gar innerliche Anwendung derselben ist zur Verbesserung der Heilungschancen oder der Symptome nicht notwendig oder gar förderlich. Zudem ist die Erkrankung selbst auch durch diese Öle nicht zu beeinflussen, sie dient lediglich der Entspannung des Patienten und ggf. als Hilfe zum „Relaxen“ nach einer Fressattacke.

Nicht zuletzt deswegen ist eine Rücksprache mit einem Arzt unerlässlich und man sollte eine Aromatherapie nur unterstützend anwenden, nicht aber ausschließlich.


Homöopathie

  • Apis mellifica
  • Thuja occidentalis
  • Rhus toxicodendron
  • Mercurius solubilis
  • Gelsemium
  • Echinacea

Die genauen Daten zur Dosierung und zur Art der Anwendung sind der Packungsbeilage zu entnehmen oder mit dem zuständigen Heilpraktiker abzuklären.


Schüssler-Salze

Die genauen Daten zur Dosierung und zur Art der Anwendung sind der Packungsbeilage zu entnehmen oder mit dem zuständigen Heilpraktiker abzuklären.


Diät & Ernährung

Natürlich fällt die Ernährung bei einer Essstörung, wie der Bulimie, eine ganz besonders wichtige Rolle zu. Allgemeine Tipps und Tricks sind hierbei jedoch eher deplatziert und schwächen die Achtung, die man vor diesem Leiden haben sollte. Es ist also von absoluter Notwendigkeit, dass Betroffene sich im Rahmen ihrer Behandlung oder auch selbstständig von Einem Ernährungswissenschaftler beraten lassen. Ernährung ist eine sehr individuelle Sache. Natürlich kann man allgemeine Regeln und Maße etablieren und aufstellen, die so oder so ähnlich für mehr oder weniger alle Menschen gleichermaßen gelten. Dennoch sollte man gerade im Falle der Bulimia nervosa auf eine maßgeschneiderte Beratung und nicht auf allgemeine Binsenweisheiten setzen.

In erster Linie sollte es darum gehen, dass der Erkrankte die Kontrolle über seine Essgewohnheiten wiedererlangt. Dies ist nur im Rahmen einer psychotherapeutischen Behandlung möglich und nicht durch eine Ernährungsberatung alleine zu bewerkstelligen. Eines der größten Probleme, die ein Bulimiker zu bekämpfen hat, ist seine Unfähigkeit, sein Verhalten gegenüber Nahrung zu kontrollieren. Die Fressattacken haben nichts, aber auch rein gar nichts mit einem etwaig zugrunde liegenden Hungergefühl zu tun. Es geht hier einzig und alleine um eine Art der Impulskontrollstörung des Betroffenen.

Somit sollte man sich Tipps und Tricks für einige zukünftige Ernährung und wie man diese gestalten und umsetzen kann, von einem Fachmann holen und von sonst niemandem. Alles andere wäre aus therapeutischer Sicht der Genesung des Patienten abträglich. Und dies sollte nicht im Interesse des Betroffenen selbst oder der Familie sowie des Umfeldes liegen.

Es bleibt also zu bemerken, dass man sich ggf. Inspirationen aus allgemein gültigen Weisheiten rund um die Ernährung holen kann, diese jedoch keinen vollwertigen Ersatz für eine komplette und fachmännisch durchgeführte Ernährungsberatung darstellen. Eine solche stellt somit die höchste Priorität dar, noch vor einer anderweitigen Selbsthilfe. Das sollten sowohl die Patienten selbst, als auch deren Familien beachten.


Alternative Behandlungen

Für einen genauen Überblick über alternative Behandlungen bietet es sich an, die oben schon angeführten abermals unter die Lupe zu nehmen.

FAQ – Fragen & Antworten

Wie finde ich als Elternteil heraus, ob meine Tochter an Bulimie leidet oder nicht?

– Wie bereits erwähnt, kann es für die Eltern sehr schwer sein überhaupt zu bemerken, dass das eigene Kind an Bulimie leidet. Dieser Umstand ergibt sich daraus, dass Erkrankte bei der Verheimlichung und Verschleierung ihres Leidens sehr kreativ sind. Es ist daher nicht zu unterschätzend kompliziert, ihnen auf die Schliche zu kommen. Zwar sollte es in hohes Gebot sein, die Privatsphäre seines Nachwuchses zu respektieren, dennoch ist es bisweilen hilfreich, auf gewisse Anzeichen zu achten, die dafür sprechen könnten, dass das Kind den Eltern eine Bulimie verheimlicht. Diese Anzeichen können u.a. sein:

  • Viel Verpackungsmaterial versteckt im Kinderzimmer
  • Häufige und längere Besuche der Toilette direkt nach dem Essen
  • Plötzliche Zahnprobleme
  • Heimliches Ausspucken von Nahrung
  • Isst am liebsten alleine und für sich

Wie lange dauert eine Therapie?

– Die Dauer einer Therapie ist ebenso wie der Verlauf und die Ausprägung der Krankheit selbst sehr von der zu therapierenden Person abhängig und allgemein nur schwer festzulegen. Man sollte aber davon ausgehen, dass es sich über ein Jahr oder länger hinziehen kann, wenn man eine solide und tiefgehende Heilung erwartet. Psychologische Gebrechen heilen am besten mit der Zeit und weniger gut auf Druck. Darum sollte man sich darauf einstellen, dass man nicht über Nacht wieder gesundet.

Können Männer auch Bulimie haben oder sind nur Frauen betroffen?

– Beide Geschlechter können theoretisch zu Opfern der Bulimie werden. Nichtsdestotrotz muss man sich als Vertreter des männlichen Geschlechtes eher weniger Sorgen darum machen, dieser Essstörung zu erliegen. Statistisch gesehen, sind 95% und mehr aller Erkrankten Frauen. Die wenigen betroffenen Männer sind überdies zumeist homosexuell. Darum sollte man sich, insofern man ebenfalls dieser Orientierung ist, eventuell stärker angesprochen fühlen, als der Rest der männlichen Bevölkerung. Alles in allem lässt sich also sagen, dass die Wahrscheinlichkeit zwar besteht, dass auch Männer Opfer sein können, diese aber äußerst gering ist.

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