Erste Hilfe bei Blutungen

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Eine einfache Blutung die durch einen kleinen Schnitt oder einen Kratzer entstanden ist, ist meist nicht tief, dass man diese medizinische behandeln lassen muss. Gefährlich wird es bei starken Blutungen oder Verunreinigungen in der Wunde.

Die offene Wunde muss vor Verunreinigungen geschützt werden und sollte, wenn möglich, unter fließendem Wasser gereinigt werden. Scherben, Rollsplitt, Messer und andere Fremdkörper dürfen nicht von einem Ersthelfer oder selbstständig aus einer Wunde entfernt werden.

Der Arzt muss nachvollziehen können wie tief der Fremdkörper eingedrungen ist und was er dabei innerlich noch verletzt haben könnte. Außerdem besteht die Gefahr die Blutung zu vergrößern. Bei Blutungen sollte auch der Tetanusschutz kontrolliert und gegebenenfalls aufgefrischt werden, um die Gefahr des Wundstarrkrampfes (Tetanus) zu minimieren.

Innere Blutungen entstehen durch Gewalteinwirkung am Körper, zum Beispiel ein heftiger Stoß, mit dem Bauch in etwas hineinrennen oder zum Beispiel einer Gehirnblutung durch heftiges aufschlagen. Diese können von einem Laie nicht festgestellt werden, daher ist bei Verdacht auf eine innere Blutung umgehend der behandelnde Arzt von dem genauen Sachverhalt zu informieren

Wie entsteht eine Blutung?

Blutungen entstehen schnell, oft durch alltägliche Arbeiten. Meist sind dies kleinere Verletzungen, wie zum Beispiel ein Schnitt am Papier, ein aufgeschlagenes Knie durch einen Sturz. In der Küche entstehen ebenfalls oft Schnittverletzungen durch scharfe Messer. Die Haut wird angeritzt und die darunterliegenden Gefäße verletzt. Aus diesen tritt Blut an die Oberfläche oder bei einer inneren Blutung in umliegendes Gewebe. Bei Unfällen entstehen oft größere Blutungen, die schnellstmöglich gestillt werden müssen, damit der Betroffene nicht verblutet.

Versorgung einer blutenden Wunde – Wann ist professionelle Hilfe notwendig?

An erster Stelle steht Eigensicherheit und man sollte in jedem Fall vor dem verarzten fremder Wunden Schutzhandschuhe anziehen, um sich selber vor Krankheit und Infektion zu schützen.

Die Wunde darf nicht berührt werden und muss steril abgedeckt werden. Anschließend wird der Wundbereich bzw. das betreffende Körperteil ruhig gelagert, um die Schmerzen des Betroffenen zu vermindern.

Ist die Wunde größer und blutet stark, wird ein Notruf mit 112 abgesetzt.
Bestehen mehrere blutende Wunden, sollte die Wunde die am stärksten blutet zuerst behandelt werden, unabhängig von den Stellen an denen sich die Wunden befinden.

 

Bis man den Druckverband anlegen kann, sollte manuell mit sterilen Kompressen Druck auf die Wunde ausgeübt werden. Der Druckverband wird mithilfe von sterilen Kompressen, einer Mullbinde und einem Verbandspäcken angelegt.

Die sterilen Kompressen werden auf die Wunde aufgelegt und mit der Mullbinde zwei oder drei Mal umwickelt. Dann wird das verschlossene Verbandpäcken auf den Bereich über der Wunde gelegt und die Mullbinde straff darüber gewickelt.

Die Blutzufuhr darf aber keinesfalls durch zu festes umwickeln unterbrochen werden. Die Bahnen sollten gleichmäßig und ohne Schwielen Laufen, um weitere Druckstellen zu verringern.

Am Ende wird die Mullbinde verknotet. Blutet die Wunde durch, wird ein zweiter Druckverband angelegt. Nach Anlegen des Druckverbandes sollte der Blutende in eine ruhige Lage gebracht und zugedeckt werden.

Bis der Arzt vor Ort ist wird der Verletzte durch ruhiges Sprechen und Beisein betreut.

Kommt es zu einem Bewusstseinsverlust, wird die stabile Seitenlage angewendet. Befindet sich eine Blutung auf einer eindeutigen Seite, kann der Verletzte bei der stabilen Seitenlage auf die Seite der Wunde gedreht werden, um so den Druck durch das eigene Körpergewicht zu erhöhen.

Der Druckverband sollte davor angelegt sein, um die Wunde zusätzlich vor Verunreinigungen zu schützen. Wird das Bewusstsein verloren und die Atmung setzt aus, wird bis zum Eintreffen des Rettungsdienstes die HerzLungen-Wiederbelebung durchgeführt.

Besonderheiten:

Blutet ein Mensch stark am Kopf und es kommt zu einem Austritt der Gehirnmasse wird die Wunder nur locker und druck entlastend abgedeckt.

Bei Blutungen an den Extremitäten (Arme und Beine) wird das betreffende Körperteil hoch gelagert. Die zuführende Arterie wird oberhalb der Verletzung komprimiert um den Blutfluss zu vermindern bis der Druckverband angelegt worden ist. An den Beinen ist ein höherer Kraftaufwand nötig als an den Armen um die Blutung zu verringern.

Sollten zwei Druckverbände nicht ausreichen und der Betroffene weiterhin stark aus der Wunde bluten, wird das betreffende Körperteil abgebunden und die Blutzufuhr gestoppt. Das muss allerdings eine absolute Ausnahme bleiben und darf nur angewendet werden, wenn keine andere Möglichkeit besteht um den betroffenen vor einer Verblutung zu schützen. Meist ist jedoch der Rettungsdienst bis dahin direkt vor Ort und kümmert sich um die Weiterbehandlung des Verletzten.

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